Sonntag, 4. Dezember 2016Humble Book Bundle Unix und weitere freie E-BooksNoch drei Tage lang gibt es im aktuellen Humble Book Bundle 17 E-Books zum Thema Unix von O'Reilly. Die Bücher sind unter anderem zu den Themen Unix, sed & awk, lex & yaxx, Bash, Emacs, Vi & Vim und einige Netzwerkthemen. Die Bücher stehen nur auf Englisch zur Verfügung, dafür kann man aber wie immer den Preis selbst festlegen. Die Bücher gibt es ab 1 US-Dollar bzw. 8 US-Dollar und 15 US-Dollar. Das Geld kann man unter O'Reilly, den Humble-Machern oder der Charity-Organisation Code for America aufteilen. Wem die Bücher nicht reichen, der kann auch gleich noch weiter bei den kostenlosen O'Reilly-E-Books vorbeischauen. Dort findet man unter anderem Bücher zu den Programmiersprachen Java, Python, C++, Rust, Swift und Ruby oder allgemeine Bücher zu Open Source und Software-Architektur. Letzte Ausgabe freiesMagazin 12/2016 erschienenHeute ist die neue, aber auch letzte Dezemberausgabe von freiesMagazin erschienen und bringt viele spannende Artikel aus den Bereichen Linux und Open Source mit. Inhalt der Ausgabe 12/2016
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Wer jeden Monat an die neue Ausgabe erinnert werden will, kann auch den RSS-Feed abonnieren. Leserbriefe mit Lob, Kritik, Anregungen oder Fragen und neue Artikelvorschläge können an die Redaktion geschickt werden. Montag, 21. November 2016Spielemesse in Stuttgart 2016Letztes Wochenende war wieder die Spielemesse in Stuttgart. Wie die Jahre zuvor war ich am Stand des FsF e.V. zu finden. Entweder, um Spiele zu erklären (am Samstag) oder neue Spiele zu spielen (am Freitag). Hier meine Eindrücke … Terraforming Mars
Terraforming Mars war das Hype-Spiel auf der Spielemesse Essen 2016, wobei „Hype“ hier weder positiv noch negativ gemeint ist. Es war jeden Tag innerhalb kurzer Zeit ausverkauft und die Leute standen Schlange ohne Ende wie dieses Video zeigt. In Terraforming Mars wollen wir – na was wohl? – den Mars terraformen, sodass auf ihm neues Leben entstehen kann. Somit ist das Spielende auch erreicht, wenn die Temperatur ein gewisses Level erreicht hat und der Sauerstoffgehalt der Luft entsprechend hoch ist. In jeder Runde ziehen die Spieler vier Karten und draften diese reihum. Wer Karten behalten will, muss diese für 3 Mega-Credits kaufen. Danach sind die Spieler reihum immer wieder dran und dürfen jeweils eine Aktion ausführen, bis alle Spieler gepasst haben. Zu den Aktionen gehören u.a. eine Karte ausspielen, einen „Baum“ pflanzen, einen Meteor einschlagen (und dadurch die Wärme ansteigen) lassen, einen See anlegen und vieles mehr. Mit den Aktionen versucht man sich zum einen Area-Control-mäßig auf dem Spielplan auszubreiten und zum anderen die eigenen Produktionen (für Energie, Stahl, Titanium, Mega-Credits etc.) ansteigen zu lassen, die man benötigt, um gewisse Karten ausspielen zu können. Was nach viel klingt, ist in der ersten Runde als Neuling auch viel. Zum Start gibt es 10 Handkarten (ohne Drafting) und daraus soll man nun wählen? Wow! Dabei ist das aber gar nicht so schlimm, wie man schnell feststellt. Innerhalb ein, zwei Runden hatten wir heraus, wie der Spielfluss ist, was wir wann wie sinnvoll einsetzen können etc. Da wir für die ersten vier, fünf Runden aber bereits eine Stunde brauchten, brachen wir das Spiel ab. Aus dem Grund kann ich auch nur eine kurze Meinung liefern: Terraforming Mars spielt sich gut. Man kommt sehr schnell hinein, es ist und bleibt aber ein anspruchsvolles Spiel, bei dem viele Mechanismen ineinander greifen und abgewogen werden wollen. Es gab einige längere Denkpausen, wobei man Züge in der Regel sehr gut vorplanen kann, auch wenn man sich auf dem Planet ein bisschen und durch Aktionskarten ein bisschen mehr in die Quere kommt. Ich würde also eine ganze Partie gerne einmal mitspielen, aber: Es ist kein Spiel für mein Spielregal, da es nur ein- oder maximal zweimal pro Jahr auf den Tisch käme. 4 Gods
Bereits auf der Spielemesse in Essen konnte ich 4 Gods testen, wollte es aber noch einmal spielen. Daher wiederhole ich auch den Text zum Spiel hier nicht in Gänze, nur kurz: Es handelt sich um ein Echtzeit-Plättchenlegespiel. Mir hat 4 Gods nach wie vor gut gefallen, aber: Es ist immer noch anstrengend zu bauen, wobei die Spielgruppe diesmal wesentlich unhektischer gespielt hat. Ich hätte daher gerne lieber die rundenbasierte Version mit 30-Sekunden-Sanduhr getestet, wurde aber überstimmt. Eine zweite, wichtige Lektion: Man sollte bei einem Echtzeitspiel sicher sein, dass alle die Regeln richtig verstanden haben. Falsches Anlegen kann man während des Spiels noch klären, weil man es sieht. Aber wenn jemand ein falsches Verständnis zur Punktevergabe hat, dann ärgert sich derjenige zurecht am Ende, wenn er verliert. Ein wichtiger Punkt war auch: Bevor man ein Spiel erklärt, sollte man die Anleitung gelesen haben. Ein reines Erklären anhand der Erklärung vom Vortag kann gut gehen – wenn die Erklärer vom Vortag alle Regeln richtig wiedergegeben haben. Manchmal kommt aber auch der Stille-Post-Effekt zustande, sodass der Ersterklärer irgendetwas vergisst oder falsch erklärte, was sich dann von Erklärung zu Erklärung weiterzieht. Habitats
Habitats war ein weiteres Legespiel, was wir gespielt haben, weil nicht allen 4 Gods gefallen hatte. In Habitats baut jeder Spieler seinen eigenen Wildpark auf. Hierfür läuft man mit seiner Spielfigur (jede Spielschachtel enthält individuelle Keramik-Tiere) auf einem Auswahlfeld von 4x7 Plättchen (bei fünf Spielern). Laufen darf man nur gerade aus, links oder rechts. Dieses Plättchen muss man dann in die eigene Auslage legen. Dort versucht man Bedingungen zu erfüllen, die die Tiere haben. Ein Hai benötigt rundherum Wasser, eine Biene Blumen, ein Skorpion etwas Baum und Wüste. Wer die meisten Bedingungen erfüllt, gewinnt am Ende. Habitats hat seine Stärken und Schwächen. Toll finde ich die Keramik-Figuren. Die sehen einfach großartig aus und wenn jede Box andere Tiere enthält, ist das ein nettes Gimmick, wenn man ein andere Ausgabe spielt. Ebenfalls gefallen hat mir die Bewegung der Spielfigur. Problem daran: Das Spielfeld ist so stark belegt, sodass es oft passiert, dass man gar keine Wahl hat, weil nur noch ein Plättchen regulär genommen werden kann. Hier fühlt man sich trotz aller Strategie gespielt. Ein anderer negativer Aspekt ist die Ikonographie. Die Sonderplättchen für Besucher oder Aussichtspunkte sind nicht direkt intuitiv verständlich. Ebenfalls erkennt man die Symbole für Wiese (Gras) oder Wüste (Stein) nicht auf Anhieb. Am Schlimmsten war aber die Erklärung für die Sonderpunkte: Diese waren sicherlich rechtlich absolut exakt aufgeschrieben, aber nicht jeder verstand sie nicht auf Anhieb. Wer Spielerfahrung hat, kann es sich logisch herleiten, was sinnvoll ist, aber andere Spieler hatten arge Verständnisschwierigkeiten. Mir hat Habitats gefallen vom Spielgefühl her, in der Spielgruppe als Ganzes war das Spiel aber durchgefallen. Insgesamt bleibt ein nettes Spiel, das ich wieder mitspiele, aber nicht in mein Spielregal wandert. Kanagawa
Als kleines Füllerspiel dient Kanagawa, das vor allem durch seine Grafik besticht (und ich habe kein Bild gemacht. :() Jede Runde werden gemäß Spieleranzahl Gemäldekarten in einer Reihe aufgedeckt. Der Startspieler darf entscheiden, eine Spalte (also eine Karte) zu nehmen. Falls er keine wählt, darf der nächste Spieler entscheiden. Wenn Spieler keine Spalte genommen haben, werde weitere Karten in der nächsten Reihe aufgedeckt. Man kann nun also zwei Karten pro Spalte wählen. Das geht weiter, bis drei Karten pro Spalte ausliegen oder alle Spieler eine Spalte gewählt haben. Die gewählten Karten kann man nun als Gemälde zeichnen – wenn man die entsprechenden Farbtöpfe hat, die wiederum auf der anderen Seite der Karte abgebildet sind. Sprich, die Entscheidung, wann ich die Karte als Farbtopf spiele und wann als Gemälde, ist sehr wichtig. Kleine Bonuskarten geben weitere Punkte während des Spiels. Mir hat Kanagawa sehr gut gefallen. Ich mag grafisch gute Spiele, vor allem wenn sie sich auch noch gut spielen. Die Idee, Karten auf verschiedene Art und Weisen einzusetzen, ist nicht neu, das Gesamtkonzept überzeugte mich jedoch, sodass Kanagawa auf meiner Kaufliste gelandet ist und sicher den Weg in mein Spielregal finden wird. First Class
Ein zweites, in den letzten Wochen recht gehyptes Spiel war First Class. Die Spieler bauen Züge (zwei Stück an der Zahl), hierbei immer Wagon um Wagon. Beginnend bei einem 0-Punkte-Wagon kann man diese upgraden über 1, 2, 4 und 7 bis hin zu 12 Punkten. Das bringt aber nur etwas, wenn der Schaffner auch bis zu dem jeweiligen Wagon gelaufen ist. Daneben baut man eine Bahnstrecke, auf der die eigene Lok fährt und damit Siegpunkte oder Boni bringt. Jede der sechs Runden liegen 18 Karten zur Auswahl aus. Jeder Karte ist dabei eine Aktion zugeordnet (Schaffner bewegen, Zug erweitern, Zug bewegen etc.). Nach jeder zweiten Runde gibt es eine Boni-Ausschüttung und eine Wertung der Züge/Waggons. Wie bei Terraforming Mars wird man bei First Class beim ersten Mal von den Optionen erschlagen. Direkt nach dem ersten eigenen Zug versteht man das Konzept aber. Am Ende des ersten Spiels versteht man, was man alles falsch gemacht hat. Zum Beispiel, dass man nicht jede Runde wertet, sondern nur alle zwei Runden. ;) Im Ernst: Das Spiel geht wirklich schnell in den Kopf, aber für die verschiedenen Taktiken braucht man sicher etwas mehr Erfahrung. Den Vergleich zu Russian Railroads spare ich mir. Ja, es ist der gleiche Autor. Ja, es geht um Züge. Und ja, ich habe Russian Railroads seit zwei Jahren nicht gespielt und habe daher keine Ahnung mehr, wie das Spiel funktioniert. Panamax
Der Preis für das beste Spiel des Tages geht an Panamax. Der Preis für die schlechteste Anleitung aber ebenso. Eine geschlagene Stunde lang habe ich die Anleitung auf der Messe gelesen und meinem Spielpartner immer wieder mal häppchenweise eine neue Regelinformation weitergegeben. Dabei handelt es sich um sehr viel Text, der sich aber tatsächlich erst nach dem Lesen der gesamten Regel zu einem Ganzen zusammenfügt. Ich bin unsicher, wie man es hätte besser machen können, aber so war es nicht schön zu lernen. Wir waren sogar mehrfach kurz davor, abzubrechen und uns ein Spiel zu nehmen, was wir schon kennen. Glücklicherweise haben wir durchgehalten. In Panamax belädt man Schiffe mit Waren und fährt mit diesen durch den Panamakanal. Verschiedene Schleusen benötigen unterschiedliche Bewegungsaktionen, die Schiffe sind unterschiedlich groß und vor allem kann jedes Schiff irgendetwas transportieren – sprich, ich kann die Schiffe meines Gegners mitbenutzen (was so ungewohnt war, dass wir es nie getan haben – es bringt dem Gegner aber auch Punkte). Für das Liefern von Waren bekommt man Geld in die Firmenkasse – was wenig bringt, denn wichtig ist das Privatvermögen. Das wird größer durch Aktienanteile der unterschiedlichen Schiffsfirmen. Auf Panamax aufmerksam geworden bin ich durch durch Shut Up & Sit Down (großartiges Video, unbedingt anschauen!) und konnte es nun endlich einmal spielen. Und ich bin begeistert! Die Mechanismen greifen extrem gut ineinander, wie ich es bei kaum einem anderen Spiel gesehen habe. Dabei ist es das Thema ebenfalls sehr gut umgesetzt und wirkt nicht aufgesetzt. Das geht soweit, dass in der Anleitung scheinbar vom Wissen ausgegangen wird, durch welche Seen man im Panama-Kanal alles fährt und wie die Schleusen heißen, denn es wird direkt darauf Bezug genommen. Das ist wohl auch der Minuspunkt. Die Anleitung wirkt komplexer als das Spiel ist. Dabei sind die Regeln so einfach, weil es sich effektiv um ein Würfel-Wegnehm-Spiel handelt, bei dem man entweder eine Verlade-Aktion oder eine Bewegungsaktion durchführt. Natürlich ist das Ganze noch gekoppelt an Bedingungen und natürlich gibt es Sonderfälle und Ausnahmen, aber im Prinzip erklärt sich das Spiel damit schon. Daher meine klare Empfehlung: Spielt Panamax, wenn ihr anspruchsvolle, thematische Spiele mögt. Es macht auch einfach nur Spaß, die Schiffe durch den Kanal zu schieben! Aber: Wie Terraforming Mars wird es nicht in meine Sammlung wandern, weil ich es viel zu selten Spielen würde – außer es gibt es irgendwo mal sehr preiswert. ;) Qwixx: Das Duell
… Was bei 7 Wonders funktioniert hat, muss wohl auch bei einem Würfelspiel gehen. Wie beim Vorbild Qwixx, würfelt man mit vier farbigen und zwei weißen Würfeln. Dann wählt man die Summe der zwei weißen Würfel und/oder die Summe aus einem farbigen und einem weißen Würfel und legt eine Scheibe auf das entsprechende Feld auf dem Spielbrett. Dort findet man zwei Reihen von 2 bis 12 (rot und gelb) und zwei von 12 bis 2 (grün und blau). Besonderheit: Man darf nur rechts von eigenen Scheiben auf Felder legen. Damit gibt es im Laufe des Spiels immer weniger erlaubte Züge. Wie bei Mensch ärger dich nicht darf man gegnerische Spielsteine schlagen. Am Ende bekommt man Punkte für eigene Spielsteine pro Reihe, wobei die Punkte exponentiell wachsen – oder quadratisch oder so etwas in der Art. Braucht man Qwixx: Das Duell, wenn man Qwixx hat? Nein, definitiv nicht. Qwixx macht auch zu zweit Spaß und es gibt keinen Grund, dass man auf einem Spielbrett gegeneinander agiert. Braucht man Qwixx: Das Duell, wenn man Qwixx nicht hat? Nein, denn dann kauft man einfach Qwixx und springt zu ersten Frage zurück. Störend ist sogar die fehlende Beteiligung, wenn man selbst nicht an der Reihe ist. War bei Qwixx bei jedem Zug jeder Spieler involviert (da man auch Punkte ankreuzen durfte), fällt das bei Qwixx: Das Duell weg. Klar, die Downtime ist gering, aber eigentlich interessiert mich nicht, was mein Gegner macht. Bei mir hat Qwixx: Das Duell daher rein gar nichts hinterlassen. Montag, 14. November 2016Humble Mobile Bundle Board GamesEs soll ja Menschen geben, die nicht jeden Tag dazu kommen, Brettspiele zu spielen, obwohl sie gerne würden. Ich kann das natürlich rein gar nicht verstehen, wie man seine Prioritäten so falsch legen kann, möchte denjenigen dennoch beziehungsweise gerade deswegen das aktuelle Humble Mobile Bundle ans Herz legen. Das Bundle enthält elf Brettspielumsetzung mit einigen sehr bekannten Vertretern, von denen viele sogar zum Spiel des Jahres ernannt wurden oder zumindest nominiert waren. Carcassonne
Carcassonne ist ein Klassiker unter den Brettspielen – und das, obwohl es ohne Brett daherkommt. In dem Plättchenlegespiel versucht man Städte und Wege zu vervollständigen, um für deren Abschluss zu punkten. Wer einen langen Atem hat, kann es sich auch auf der Wiese bequem machen, denn diese wird erst am Ende des Spiels gewertet – solange muss man aber auf seine Meeple verzichten, die im Laufe des Spiels ein rares Gut werden. Carcassonne war eines der ersten Spiele, die ich von „modernen“ Brettspielen gespielt habe und wird daher auch meine Sammlung nicht verlassen. 2001 wurde das Spiel mit dem Spiel-des-Jahres-Preis ausgezeichnet. Scotland Yard
Ebenfalls Spiel des Jahres (im Jahr 1983) war Scotland Yard. Wahrscheinlich zählt es auch als Klassiker – als Kind habe ich es sehr oft gespielt. Ein Spieler übernimmt die Rolle von Mr. X und versucht London unentdeckt zu verlassen, während die anderen Spieler ihn per Bus, U-Bahn oder Taxi jagen. Wenn ich es recht überlege, war Scotland Yard damit wohl eines meiner ersten Teil-Koop-Spiele. Inzwischen bevorzuge ich Whitechapel, was das identische Spielprinzip hat, nur muss man als Jack the Ripper der Polizei entkommen. Zug um Zug
Zug um Zug kennen sicherlich auch sehr viele Brettspieler. Zugstrecken bauen durch Amerika mit Hilfe diverser farbiger Karten. Ein sehr schnelles und leicht zu lernendes Spiel, was sehr viel Spaß macht. Wer es nicht kennt, dem empfehlen ich diese Folge von Tabletop mit Wil Wheaton (vor allem ab Minute 23 ;)). Zug um Zug gewann in Deutschland den Spiel-des-Jahres-Preis 2004. In meiner Sammlung befindet es sich seltsamerweise nicht. San Juan
San Juan ist der kleine Bruder von Puerto Rico. Als reines Kartenspiel spielt es sich aber etwas flotter und leichter als das große Strategiespiel. Man versucht mit Hilfe diverser Rollenkarten Produktionsgebäude zu bauen, Waren zu produzieren und diese in Siegpunkte umzuwandeln. Ich besaß San Juan einmal, aber irgendwie kam es immer seltener auf den Tisch, sodass ich mich irgendwann davon trennte. Heute würde ich es sicherlich wieder mitspielen – wenn die Auswahl nicht ein besseres Spiel bereit hält. ;) Ausnahmsweise gewann San Juan kein Spiel-des-Jahres-Preis, stand 2004 aber immerhin auf der Empfehlungssliste. Galaxy Trucker
So muss ein modernes Brettspiel aussehen … Galaxy Trucker ist eines meiner Lieblingsspiele (und kommt vielleicht morgen Abend auf den Spieltisch, wenn ich es mir gerade so überlege). Designt von Vlaada Chvátil, der in meinen Augen einfach keine schlechte Spiele machen kann. ;) Worum geht's? Jeder Spieler baut in einer Echtzeitphase möglichst schnell ein Raumschiff zusammen. Dieses sollte natürlich Antriebe haben, Waffen, eine Crew – und Container zum Lagern von Waren wären auch nicht schlecht. Wenn alle fertig mit bauen sind, beginnt die Reise in die unendlichen Weiten des Weltraums – bestehend aus ein paar Karten, die lustige Dinge auf einen warten lassen. Zum Beispiel Raumpiraten oder Meteroitenschauer und manchmal sogar einen Planeten, mit dem man Handeln kann. In der Regel zerfällt das Raumschiff irgendwann in seine Einzelteile, was den großen Spaß des Spiels ausmacht – also, wenn das einem nicht selbst passiert. Es gibt zahlreiche Erweiterungen mit mehr und lustigeren Schiffen und mehr und lustigeren Schiffsteilen. Nicht umsonst stand das Spiel 2008 auf der Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres. Ich freu mich auf die App. :) Splendor
Gerade einmal zwei Jahre alt ist Splendor, welches 2014 zum Spiel des Jahres nominiert war. In dem sehr simplem Spiel sammelt man Edelstein-Chips – und damit meine ich richtig schwere und große Plastikchips – und kauf damit Karten, die einem mehr Edelsteine bringen, mit denen man Karten kauft und so weiter und so fort. Das Spiel spielt sich sehr flott und ist leicht zu lernen. Als Aufwärmspiel ist es genau das richtige und macht viel Spaß. In meiner Sammlung ist es nicht, weil es mir dann doch zu einfach war – und ich viele andere, ebenfalls einfache Spiele besitze. Die Siedler von Catan
Pepsi oder Coca Cola? Burger King oder McDonalds? Carcassonne oder Siedler von Catan? Ich habe das Gefühl, dass es irgendwie kaum Menschen gibt, die beides mögen. Ich selbst bin eher Carcassonne-Mensch. Siedler besitze ich nicht (mit Ausnahme des Zwei-Personen-Kartenspiels) und finde es nicht so schade, wenn ich es nicht mitspielen muss. Zu viel Zufall verdirbt mir das schöne Spielgefühl. Als Spieler bevölkert man eine Insel und errichtet Dörfer und Städte und baut Straßen. Zwei Würfel entscheiden darüber, welche der Felder Waren abwerfen, wobei natürlich die 2 und 12 am unwahrscheinlichsten und somit unlukrativsten sind. Aber: Würfel wären keine Würfel, wenn nicht der Zufall mitspielen würde, und so kann es sein, dass man auch mit einem sehr wahrscheinlichen 6- oder 8er Feld die ganze Zeit leer ausgeht. Ebenfalls problematisch war in meinen Spielerunden immer der Handel – beziehungsweise der nicht stattfindende. Kaum ein Spieler wollte Karten tauschen, da in der Regel immer nur der Spieler davon profitiert, der Karten sucht – und dann auch nicht einmal etwas Gutes zu bieten hat. Naja, dennoch ist Siedler ein gutes Spiel und wurde 1995 auch zum Spiel des Jahres gekührt. Für Linux (und Windows) gibt es mit Pioneers einen schönen Klon, den man übers Internet mit Freunden spielen kann. Das verrückte Labyrinth
Und nicht ganz zum Spiel des Jahres geschafft hat es 1986 das Spiel Das verrückte Labyrinth. Mir selbst ist es noch aus Kindsheitstagen bekannt, als man Plättchen durch die Gegend geschoben hat und so seine Gegner zur Weißlut trieb – was umgekehrt natürlich genauso gut funktionierte. Da steht man gerade mal zwei Felder vom Ziel entfernt und jemand bringt alles Durcheinander. Ich habe das Spiel seit Ewigkeiten (so circa 23 Jahre) nicht mehr gespielt, würde aber sicherlich wieder einmal mitspielen, wenn es sich ergibt. Einfach genial
Im Englischen Ingenious genannt, ist ein abstraktes Legespiel von Rainer Knizia und stammt aus dem spielstarken Jahrgang 2004, wie ich der Nomienierungsliste entnehmen kann. Man versucht mit dominoartigen Spielsteinen, die verschiedene Symbole zeigen, möglichst lange Reihen zu legen. Dabei muss man aber alle Symbole gleichmäßig werten, denn nur die mit der geringsten Punktzahl zählt am Ende des Spiels. Ich habe „Einfach genial“ nur einmal vor ca. 10 Jahren gespielt – leider! Denn es hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich bin immer wieder bei einer Partie dabei. Wenn ich das Spiel mal preiswert irgendwo sehe, wandert es sicherlich noch in meinen Sammlung. Small World
Mal ein Spiel, was nicht auf der Spiel-des-Jahres-Webseite zu finden ist … Small World ist ein sehr ausgeklügeltes Mehrheiten- und Area-Control-Spiel. Auf einem Spielplan streiten sich die Spieler mit ihren Völkchen um den Platz und versuchen sich möglichst breit zu machen. Der Clou: Da dies aufgrund der Anzahl der Plättchen pro Volk nicht beliebig weit geht, muss man sein Volk irgendwann untergehen lassen und ein Neues nehmen. Ein Volk setzt sich dabei aus einer Eigenschaft plus Rasse zusammen, sodass man auch mal Fliegende Zwerge bewundern darf (ist geraten, keine Ahnung, ob es diese Kombination gibt). Ich mag Smallworld sehr, besitze aber bereits das sehr ähnlich Evo, ebenfalls von Spieleautor Philippe Keyaerts. Aus dem Grund reicht mir wohl die App. Take it easy!
Das einzige Spiel, dass ich bisher noch nie gespielt habe, ist Take it easy, welches 1994 auf der Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres stand. Ich kann aus dem Grund auch wenig dazu sagen, außer dass es sich um ein Plättchenlegespiel handelt. Interessantes Detail beim Durchlesen der Spielbeschreibung: Es klingt wie Karuba, welches 2016 zum Spiel des Jahres nominiert war, nur dass man in Karuba statt „stupider“ Linien seine Forscher zu den gleichfarbigen Tempeln bringen muss. Karuba fand ich etwas langweilig – wobei ich auch extrem schlecht darin war – ggf. sagt mir Take it easy ja zu … Spielregel
Die „Spielregel“ des Bundles ist wie immer, dass jeder den Preis selbst bestimmen kann, wobei es einige Spiele erst ab einem Mindesbestrag (3 bzw. 5 US-Dollar) gibt. Das Geld kann man dann auf die Verlage, die Humble-Macher oder die Charity-Organisationen Electronic frontier Foundation und Child's Play verteilen. Bezahlt werden kann per Kreditkarte, Paypal oder Amazon. Die Spiele stehen nur für Android-Systeme zur Verfügung und wie immer sollte man vorher die Systemanforderungen gelesen haben. Einige Spiele gibt es auf Deutsch, wie man der Humble-Beschreibung entnehmen kann. Da ich sie noch nicht alle installiert habe, kann ich leider nicht sagen, welche genau das sind. (Die Systemanforderungen lügen da etwas, da es Carcassonne beispielsweise nicht nur in Englisch gibt.) Zum Schluss bleibt nur zu sagen: Viel Spaß beim Spielen! Mittwoch, 9. November 2016freiesMagazin 11/2016 erschienenLetzten Sonntag ist die Novemberausgabe von freiesMagazin erschienen und bringt viele spannende Artikel aus den Bereichen Linux und Open Source mit. Inhalt der Ausgabe 11/2016
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Unter der Adresse http://freiesmagazin.de/mobil/ findet man immer die aktuelle und alle bisher erschienenen HTML- und EPUB-Ausgaben. Auf der Magazin-Seite können die letzten drei Ausgaben von freiesMagazin abgerufen werden, ältere Ausgaben findet man im Archiv. Kontakt
Wer jeden Monat an die neue Ausgabe erinnert werden will, kann auch den RSS-Feed abonnieren. Leserbriefe mit Lob, Kritik, Anregungen oder Fragen und neue Artikelvorschläge können an die Redaktion geschickt werden. Samstag, 22. Oktober 2016Pandemic Legacy – TagebuchEinleitung
Pandemie ist ein 2008 von Matt Leacock entwickeltes kooperatives Brettspiel, bei dem die Spieler versuchen vier Krankheiten, die auf der Welt ausgebrochen sind, einzudämmen und zu heilen. Dies allein macht bereits Spaß, 2015 schloss sich Leacock mit Rob Daviau zusammen und entwickelte mit Pandemic Legacy einen Nachfolger. Das Besondere an dem Legacy-Spiel ist, dass sich sowohl das Spielbrett, als auch die Karten und die Regeln über die Spielzeit hinweg verändern. So entwickelt sich eine Story, die mitunter sehr überraschende Wendungen nimmt und uns Spieler begeisterte. Nicht umsonst ist das Spiel bei BGG auf Platz 1. Das Tagebuch in LaTeX
Wir haben von April bis Juli 2016 unsere 18 Partien absolviert und hatten viel Spaß dabei. Ich hatte die Idee, die Geschehnisse in Textform festzuhalten. Mein Mitspieler sagte, dass Bilder den Text noch aufwerten würden. Nach einer Anfrage beim Verlag „Z-Man Games“ erhielt ich die Erlaubnis zur Verwendung. Da ich mich seit 10 Jahren mit Textgestaltung und Layout beschäftige, war meine Idee aus dem typischen Blogcharakter auszubrechen und stattdessen ein Buch daraus zu machen. Dieses habe ich wie üblich mit LaTeX gesetzt, was zahlreiche Arbeiten, wie zum Beispiel die Registerhaltigkeit oder Nutzung verschiedener Hintergrundbilder stark vereinfachte. Das Ergebnis findet man hier als PDF zum Download:
Natürlich enthält das Buch Spoiler! Damit man aber nicht überrascht wird, fängt jeder Monat auf einer neuen Seite an und es wird vorm Umblättern auch immer gewarnt! Man kann also soweit lesen, wie man selbst gespielt hat. Den LaTeX-Quelltext gibt es ebenfalls zum Download, wobei ich die Bilder weggelassen habe bis auf die Hintergrundbilder und das Seitenzahl-Icon:
Der Druck bei epubli
Da ein PDF schön ist, aber sich so schlecht anfassen lässt, habe ich das 44-seitige Büchlein noch über epubli drucken lassen. Von diversen Diensten, die ich mir angeschaut habe, war bei diesem zum einen das Preis-/Leistungsverhältnis sehr gut (10,40 € für ein Exemplar) und zum anderen war die Eingabemaske für die Druckdaten sehr simpel und leicht verständlich (im Gegensatz zu anderen Diensten). Das Ergebnis sieht man in folgendem Bild (Achtung: der Text spoilert die Ereignisse im Mai!): Montag, 17. Oktober 2016Bericht von der SPIEL 16 in Essen – FazitFazit
Die Spielemesse war wieder sehr toll. Trotz der neuen Hallen kam es mir vor allem am Samstag voller vor als letztes Jahr. Mit den Klein- und ausländischen Verlagen hat man aber oft eine Möglichkeit sich Spiele anzuschauen, wo sonst niemand ist. (Leicht übertrieben! Es ist immer noch voll, aber man findet mit etwas Glück einen Tisch zum Spielen.) Auffällig ist die Kickstarter-Dichte. Fast die Hälfte der von mir gespielten Spiele wurde über Kickstarter finanziert. Und nicht, weil ich extra danach gesucht habe (ganz im Gegenteil), sondern weil es heute normal ist und vor allem für kleine Verlage und Selbstverleger überhaupt erst eine Chance bietet, ein Spiel zu produzieren. Die Qualität der Spiele zeigt auch, dass es sich mitunter lohnt, einen Blick darauf zu werfen. Wie üblich bin ich gespannt, wie viele Käufe die Spielemesse 2017 erleben werden. Von den 14 auf der SPIEL 15 gekauften Spielen befinden sich immerhin noch 8 in meinem Besitz. Dies ist auch der Grund, wieso ich dieses Jahr nur fünf Spiele absichtlich, eins als Geschenk und zwei Blindkäufe getätigt habe. Die Konzentration auf das, was wirklich gut ist und ich auch wirklich wiederholt spielen werde, ist mir lieber als viele Spiele zu besitzen, die nur im Regal herumstehen. Spielemessen im Überblick:
2016:
2015:
2014:
2013:
2012: Bericht von der SPIEL 16 in Essen – SamstagSamstag, 15.10.2016
Am Samstag waren die Hallen wie gewöhnlich etwas voller. Teilweise machte es keinen so großen Spaß, da fast überall die Tische belegt waren. Das war auch mitunter der Grund, wieso ich mich größtenteils in den Hallen 6 und 7 aufhielt, welche die kleinen Verlage beherbergten. Argo (Flatlined Games/Heidelberger)
In Argo versuchen die Spieler aus einer Raumstation zu entkommen, die von Aliens angegriffen wird. Dabei ist sich jeder selbst der nächste, aber zu nah sollte man sich nicht sein, denn wenn zu viele der Mitspieler-Figuren sterben, gewinnen die Aliens. Argo war leider ein Reinfall (auch wenn die Kickstarter-Backer das vielleicht anders sehen). Irgendwie kam keinerlei Stimmung bei dem Spiel auf. Die Sonderfähigkeiten der fünf Figuren wurden minimal genutzt, es kam kaum zum Kampf mit den Aliens. Das Schlimmste fand ich aber, dass als ich bereits viele Figuren verloren hatte und ins Hintertreffen gelangt war, es keine Möglichkeit gab, aufzuholen. Ich hatte also keine Handlungsmöglichkeiten als zu hoffen, dass die Aliens gewinnen (und wir alle verlieren), als das meine Mitspieler gewinnen. So etwas finde ich sehr schade an einem Spiel und sollte in meinen Augen nicht vorkommen, da der Spielspaß dann nur bei den Führenden gewährleistet ist. Travel Game (Cards & Co.)
Das Travel Game war als Mitbringsel gedacht, aber nach dem Anspielen dafür leider nicht mehr geeignet. In der Mitte des Tisches liegen Aufträge mit Bedingungen: Anzahl Passagiere, Koffer, Reisemittel (Flugzeug, Zug, Schiff, Auto) etc. Man zieht jede Runde Handkarten und versucht damit die Aufträge zu erfüllen. Wenn das nicht gelingt, ist der nächste dran und in der nächste Runde versucht man es erneut. Das war leider schon das Spiel: sehr dominiert vom Zufall und eher für Kinder geeignet. Es gibt keinen weiteren Twist, man zieht einfach Karten, bis man mal Glück hat. Erschwerend kommt hinzu, dass die Spielkarten doppelseitig bedruckt sind, sodass man sie die ganze Zeit hin- und herdrehen muss, wenn man kein super-gutes Gedächtnis hat. Summit: The Board Game (Inside Up Games)
In Summit: The Board Game mimen die Spieler Bergsteiger und versuchen, einen Gipfel zu erklimmen. Durch das Legen von Seilplättchen kann man sich den Berg entlang hangeln, was mal mehr, mal weniger schnell geht. Abhängig vom Gewicht der Nahrung, Sauerstoffflaschen und Gegenständen kommt man auch nur langsam vorwärts. Zusätzlich kann man anderen helfen oder ihnen Steine in den Weg legen. Summit wurde über Kickstarter finanziert, stand in Essen aber nach wie vor nur als Prototyp zur Verfügung, d.h. die minimalistische Grafik ist nicht final. Das Spielprinzip war aber klasse und sehr thematisch. Großartig fand ich die Spielertableaus, auf denen man Nahrung, Sauerstoffvorrat, Gewicht, Gesundheit und Laufweite einträgt. Auch waren die Gegenstände sehr thematische eingebunden und keine generischen 08/15-Dinge, sondern hatten alle Bezug zum Bergsteigen. Leider gibt es das Spiel aktuell nur in Englisch. Eine deutsche Version hätte ich sofort mitgenommen. Vielleicht findet sich aber bis nächstes Jahr in Essen noch ein Übersetzer. Scuba (Keep Exploring Games)
Scuba ist ein Tauchspiel, das über Kickstarter finanziert wurde. Mit seinem Taucher schwimmt man in die Untiefen des Meeres und entdeckt dort interessante Fische und andere Tiere. Ein Sandspur hinter dem Taucher verhindert, dass andere Spieler lukrativen Entdeckungen einfach direkt hinterher jagen. Nach jeder Runde verändert die Strömung das Spielfeld (die Plättchen), sodass ein gewisses Zufallselement dazu kommt. Ich habe mir Scuba nur erklären lassen und es wirkte sehr interessant. Die Grafik ist recht hübsch und thematisch scheint es ebenfalls gut umgesetzt zu sein. Meine Bedenken habe ich etwas bei der Strömung, da dann alle betroffenen Plättchen umgelegt werden müssen. Bei ca. 50 Plättchen auf dem Tisch wäre dies eine Menge Arbeit. Aber da müsste man im Spiel schauen, wie es sich anfühlt. Sollte ich dazu kommen, würde ich Scuba sehr gerne anspielen. Escape The Room (HCM Kinzel)
Angemeldet über Hunter & Cron konnte ich eine Demorunde in einem Escape-Room auf der Messe spielen. Die erste Überraschung war groß, als ich erfuhr, dass die Anmeldung nur für eine Person (also mich) galt und nicht für meine Spielegruppe, die ich leider enttäuscht wegschicken musste. Aber egal, Cron kam auch bald schon und begrüßte uns in dem kleinen, dunklen Räumchen. Hier standen wir zu sechst und versuchten die drei Rätsel zu lösen, die uns gestellt wurden. Dabei muss man in eine Rätselscheibe für vier Farben bestimmte Symbole anordnen und die Scheibe verrät einem dann, ob die Eingabe richtig war. Ich gebe zu, dass ich das Schema mit der Scheibe etwas schade finde, da man so auch nur per „Zufall“ (oder stupidem Versuchen) die richtige Kombination herausfinden kann. Der Chrono-Decoder von Escape Room: The Game von Noris Spiele hat mir da besser gefallen. Alles in allem hat es aber viel Spaß gemacht, auch wenn das Spiel nach knapp 9 Minuten schon wieder vorbei war. Damit hatte unsere Gruppe aber vermutlich den Tagesrekord aufgestellt und so gewinne ich hoffentlich den zweiten Teil der Escape-The-Room-Reihe. Planet Defenders (EmperorS4 Games)
Eine positive Überraschung war für mich Planet Defenders. Die niedliche und ansprechende Comic-Grafik täuscht darüber hinweg, dass es sich um ein angenehmes und taktisches Denkspiel handelt. Ziel des Spiels ist es, Roboter zu fangen. Hierfür benötigt man farbige Ressourcensteine. Diese erhält man auf dem Spielfeld, indem man drei Roboter auf entsprechende Aktionsfelder bewegt. Die Bewegung ist dabei der Clou, da man nur drei der möglichen sechs Bewegungen (drei verschiedenfarbige Roboter á 1 oder 2 Schritte) pro Runde zur Verfügung hat. Nachdem man eine Bewegungskarte gewählt hat, wird diese nämlich umgedreht und offenbart die Bewegung mit einem anderen Roboter. Planet Defenders lässt sich aufgrund des Zufalls und der Mitspieler nicht strategisch spielen. So kann man erst nachdenken, wenn der vorhergehende Spieler fertig ist. Dennoch spielt es sich auch zu viert noch recht schnell, da die Aktionen nicht so vielfältig sind, und macht dabei viel Spaß. Ich hatte lange überlegt, ob ich es mitnehme, weil ich denke, dass ich schon zu viele Denkspiele habe. Es hätte sich in meiner Sammlung aber dennoch gut getan und vielleicht findet es ja irgendwie noch den Weg dahin. Cubist (Eagle-Gryphon Games)
Nicht angespielt, nur erklärt lassen haben wir uns Cubist. Ähnlich zu Blueprints will man mit seinen Würfeln eine Blaupause nachbauen, die ein Gemälde aus dem Kubismus darstellt. Dabei dürfen sich benachbarte Würfel aber maximal um den Wert 1 unterscheiden. Ich hätte es sehr gerne gespielt und hätte es keine 30 Euro gekostet und würde ich nicht Blueprints besitzen, hätte ich es auch ungespielt mitgenommen. So muss ich mich gedulden, bis sich vielleicht ein deutscher Verlag dafür findet (und den Kaufpreis etwas niedriger ansetzt). Dice Stars (WizKids)
Dice Stars ist ein einfaches Würfelspiel, dass ein bisschen an Qwixx erinnert. Man würfelt 1-3 neue Würfel, sucht sich aus diesen und den bereits auf dem Tisch befindlichen entweder die mit der gleichen Farbe oder der gleichen Augenzahl heraus und trägt auf dem Spielzettel entsprechende Punkte ein. Dies sollte man so geschickt machen, dass es wenig Kreuze und hohe Punkte gibt, die sich durch Sterne auch noch verdoppeln können. Dice Stars ist ein flottes Würfelspiel mit ein bisschen Denkarbeit für bis zu vier Spieler und hat auch einen Solospiel-Modus. Für Gelegenheitsspieler ziehe ich aber Qwixx vor, als Einstieg für einen Spieleabend von Vielspielern ist es aber definitiv geeignet. Mystic ScROOLS (Drawlab Entertainment)
Ein weiteres Kickstarter-Projekt ist Mystic ScROOLS, das erst vorgestern erfolgreich beendet wurde. Es handelt sich um ein einfaches Würfelsspiel in Echtzeit, ähnlich zu Escape. Jeder Spieler hat einen Charakter mit Zaubersprüchen. Man würfelt und legt entsprechend passende Symbole auf den Zaubersprüchen ab. Das macht man solange, bis jemand den Zauberspruch in der Mitte erfolgreich gewürfelt hat oder die Würfel alle sind. Dann wird gewertet und entsprechend der Charakter geheilt oder der rechte Nachbar mit Schadenspunkten beglückt. Wer zuletzt übrig bleibt, gewinnt. Wie man merkt, handelt es sich um ein einfaches Spiel und ist auch nicht so überragend. Die Grafik ist super und es macht kurzzeitig Spaß, um die Wette zu würfeln, aber mehr ist es leider nicht. Hier entscheidet ganz allein das Würfelglück und nicht irgendeine taktische Überlegung (maximal noch, ob man direkt auf den Zauberspruch in der Mitte geht oder lieber die eigenen, vorhandenen ausnutzt). Swan Panasia
Wie letztes Jahr verbrachten wir die letzten Stunden an einem Stand, der nicht so viel Betrieb, aber dafür kleine, feine Spiele hat: Swan Panasia. Der Zusammenschluss aus mehreren asiatischen Spieleverlagen hat öfters mal die ein oder andere Überraschung mit dabei. In Love and War schaute ich mir bereits die letzten zwei Jahre an, jetzt kam ich endlich einmal zum Spielen – und habe es gleich mitgenommen. Es handelt sich um ein einfaches Kartenspiel im Rommé-Stil mit Katzen-Mangagrafik. Mit einem kleinen Kniff gewinnt aber nicht automatisch der erste, der zwei Drillinge plus Pärchen auslegt, sondern man muss danach aus allen gelegten Karten noch zufällig eine beigelegte Hochzeitskarte ziehen. Damit es schwerer wird, dürfen die Mitspieler aus ihren Handkarten gleiche Karten des Sets noch dazu legen, um die Wahrscheinlichkeit eines Treffers zu verringern. Sehr simpel, sehr hübsch und für Gelegenheitsspieler gut geeignet. Nightmare Castle ist ein Koop-Memory-Spiel. Man versucht gemeinsam ein Memory-Spiel zu lösen, darf den Mitspielern aber nur Hinweise über die Farbe (schwarz oder weiß) oder den Gegenstand mitgeben. 12 Runden Zeit hat man, um alle Pärchen zu finden. Das Spiel war ganz nett, aber Memory-Spiele liegen mir leider gar nicht. Mehr Spaß gemacht hat das einfache Deduktionsspiel Tofu Kingdom. Ein Spieler ist der Prinz, der seine Prinzessin sucht. Er schließt die Augen, während alle Spieler zufällig einen Charakter zugeteilt bekommen: entweder Prinzessin, der gute Koch, einen der drei bösen Charaktere oder einen der zwei Spione. Die restlichen Karten liegen in der Mitte des Tischs und jeder – außer dem Prinzen natürlich – kennt sie. Danach werden alle Karten verdeckt und der Prinz darf jedem Mitspieler genau eine Frage stellen, um herauszufinden, wo die Prinzessin ist. Zu viert war es etwas nachteilig, weil es Konstellation gibt, wo jeder lügt und es für den Prinzen unmöglich ist, richtig zu wählen. Insgesamt war es aber ein sehr spaßiges Deduktionsspiel, das ich jederzeit gerne wieder mitspiele. Mit Taiwan Snackback und Fire Bulls habe ich mich noch zu zwei Blindkäufen verleiten lassen und bin gespannt, wie die Spiele sind. Colony (Bézier Games)
Colony ist ein post-apokalyptisches Dice-Building-Spiel. Mit Würfeln kauft man Karten aus der Auslage, die einem neue Würfel oder andere Eigenschaften geben. Das war auch schon das recht einfache Spielprinzip. Am Freitag konnte ich einer Partie zuschauen, am Samstag selbst spielen. So richtig spaßig war es aber nicht. Irgendwie würfelt und kauft man vor sich hin, aber es passiert recht wenig. Wir haben die Partie daher auch nach einigen Runden abgebrochen. Heart of Crown (Japanime Games)
Heart of Crown hatte ich mir bereits 2013 bei Japon Brand angeschaut. Drei Jahre später startete die Kickstarter-Kampagne, die das Spiel auf Englisch herausbringt. Jetzt warte ich auf die deutsche Version … :) Bei Heart of Crown handelt es sich um einen einfachen Deckbuilder, der von der Mechanik an Tanto Cuore angelehnt, aber nicht ganz so freizügig ist. Spielziel ist es, mittels Einflusspunkten/Geld eine von sechs Prinzessinnen des Königsreichs zu bezirzen, über die man dann andere Karten mit Siegpunkten kaufen kann. Ich warte tatsächlich ab, ob es das Spiel irgendwann auf Deutsch gibt. Grafisch ist es sehr ansprechend (wenn man Manga mag), aber der viele Text macht es auf Dauer auf Englisch zu anstrengend. Terra Formars (Japanime Games)
Terra Formars ist ein Würfel- und Kartenspiel basierend auf der gleichnamigen Manga-Serie und Animes. Als Kämpfer versucht man gegen einfallende Alien-Kakerlaken (als Karten) zu kämpfen, indem man Würfel mit bestimmten Symbolen würfelt. Zusatzkarten erleichtern die Aufgaben. Auf der Spielemesse war nur ein Prototyp zu sehen, die finale Produktion läuft demnächst an und nächstes Jahr sollte das Spiel fertig sein. Da die Karten sprachneutral sind, ist die Wahrscheinlichkeit sogar da, dass es eine deutschsprachige Anleitung dazu gibt. Weitere Erwähnungen
Bericht von der SPIEL 16 in Essen – FreitagFreitag, 14.10.2016
Snowblind: Race for the Pole (Pleasant Company Games)
In Snowblind: Race for the Pole verkörpern die Spieler die Nationen Japan, Frankreich, Norwegen und Großbritannien, die den Wettlauf zum Nordpol anstreben. Dabei reicht es nicht aus, als Anführer ganz schnell zum Pol zu laufen, sondern man muss seine Forscher und Seeleute geschickt einsetzen, um die Nahrung Richtung Nordpol zu transportieren, damit niemand auf den Weg verhungert. Der Aufbau von Zelten sichert das Überleben bei einem aufkommenden Schneesturm. Snowblind ist ein sehr schönes Wettlaufspiel mit Push-Your-Luck-Element, welches über Kickstarter finanziert wurde. Mit jedem Zug nimmt man sich einen weiteren Würfel dazu, um eine gewünschte Aktion auszuführen (Laufen, Zelt bauen, Forscher bewegen, etc.) und würfelt alle Würfel (auch vorher genommene). Je nach Zahl muss man entsprechend Nahrung abgeben, wobei man in einer Gruppe oder einem Zelt mehr Schutz hat. Auch wenn die Befürchtung ist, dass sich das Spiel mit einer geeigneten Strategie zu schnell abspielt, habe ich es mir gekauft. Auch, weil wir es pro Jahr vielleicht nur ein- oder zweimal spielen werden und es dann sicherlich viel Spaß macht. This War of Mine (Awaken Realms)
This War of Mine basiert auf dem gleichnamigen Computerspiel und soll die Ängste und Trauma eines Bürgerkrieges einfangen. Als Kooperationsspiel versucht die Gruppe die Schrecken des Krieges zu überleben, indem man nach Nahrung, Werkzeugen oder anderen Tauschgegenständen sucht, ein Bett für die Nacht hat und am besten nicht den Kopf aus der Tür steckt. Damit nicht ein Spieler alleine alles bestimmt, wechselt der agierende Spieler nach der Anleitung immer wieder durch, sodass jeder einmal Anführer spielen darf. Thematisch ist das Spiel super eingefangen. Der Krieg, die Enge, die Not ist düster eingefangen und nimmt einen als Spieler auch mit. Dennoch hängt viel vom Zufall, d.h. Würfeln ab, was sicherlich nicht so unweit von der Realität entfernt liegt, die ja auch oft nur aus Zufällen besteht. So sehr das Spiel einen mitnimmt, mich selbst hat der Verwaltungsaufwand abgeschreckt. Ein riesiges Spielbrett mit zig Aktionsmöglichkeiten und mehreren Hundert Pappmarkern nehmen mir den Reiz. Die Erklärungs- und Spielrunde für einen einzigen Tag-/Nachtzyklus hat fast eine Stunde gedauert, in der nicht viel passierte. Ich kann mir fast nicht vorstellen, dass man das Spiel in 120 Minuten spielen kann. Mir war es jedenfalls zu viel des Ganzen, auch wenn This War of Mine sicherlich viele Spieler findet, die es lieben werden (siehe die Kickstarter-Kampagne). Pixie Queen (Game Brewer)
In Pixie Queen sind wir Anhänger des Feenvolks und versuchen unsere Königin glücklich zu machen, wobei diese jeden Fehltritt sofort bestraft (in Form von Minuspunkten), sodass man am Ende des Spiels nur erfreut sein kann, nicht zu stark im Minus zu landen. Hierfür setzen die Spieler ihre Aktionssteine auf dem Spielfeld ein, um Ressourcen zu erhalten und diese umzuwandeln, um Aufgaben zu erfüllen bzw. die Gelüste der Königin nach Äpfeln, Honig und Brot – oder Silber und Gold, wenn gar nichts mehr hilft – zu befriedigen. Die Feen-Meeples selbst können entweder in der Mine schuften oder draußen bei den Menschen Ressourcen stehlen. Bei Pixie Queen handelt es sich um ein Arbeiter-Einsetzspiel, welches mir thematisch sehr gefallen hat. Die Möglichkeit Aktionssteine und Feen-Meeples gleichermaßen einzusetzen und miteinander zu kombinieren, macht für mich den Clou aus. Aktuell läuft die Kickstarter-Kampagne noch. Ich denke, ich werde nächstes Jahr in Essen noch einmal einen Blick darauf werfen. First to Find (2D6.EE)
Wer Geocaching mag, findet mit First to Find ein entsprechendes Brettspiel – das ohne Brett daher kommt, aber mit Karten. Für das Spiel werden alle Karten verdeckt im 7x7-Raster hingelegt. Die Spieler laufen mit ihrem Pöppel über die Felder, decken diese auf und suchen so die Richtungsangaben Nord (North) und Ost (East). Je nach Spielmodus findet man den Cache in der jeweiligen Reihe/Spalte, am Kreuzungspunkt oder muss weitersuchen. Ich habe das Spiel nicht gespielt, aber für einen Freund mitgenommen, der Geocaching mag. Als Mitbringsel geht es meines Erachtens in Ordnung. Haru Ichiban (Blackrock Games)
Haru Ichiban ist ein etwas älteres Spiel von 2014, aber wir mussten uns etwas die Wartezeit vertreiben. Über die Auswahl von Seerosenchips legt man fest, ob man aktiver oder passiver Spieler ist. Je nachdem kann man eine Seerose auf das Spielfeld setzen und eine Reihe verschieben. Auf die Art muss man bestimmte Formen/Reihen erreichen, um zu punkten. Haru Ichiban ist ein abstraktes Zweipersonenspiel, das grafisch durch die Seerosen sehr aufgewertet wurde und sich insgesamt sehr schön spielt. Ice Cool (Brain Games/AMIGO)
Nicht auf meiner Liste war Ice Cool, aber wir stolperten dennoch darüber auf dem Weg zum nächsten Spiel. Es handelt sich um ein Schnipps-Spiel, bei dem man mit seinem Pinguin durch Tore rennt oder die anderen Pinguine fangen muss. Mit etwas Geschick kann man die Pinguine hüpfen oder sogar im Bogen laufen lassen. Das Spiel war ganz nett, ist aber wohl eher für Kinder gedacht. Uns war es selbst nach eine Runde schon zu wiederholend und kann vermutlich nicht für Dauerspaß am Spieltisch sorgen. Adrenaline (Czech Games Edition)
Adrenaline bemüht sich, einen Ego-Shooter umzusetzen, scheitert in meinen Augen aber am rundenbasierenden Ablauf. In einer ziemlich kleinen Arena rennt man mit seinem Kämpfer über die Felder, sammelt Waffen und Munition auf und schießt auf andere. Sehr schön ist dabei, dass man nicht sterben kann, sondern bei einem „Kill“ die anderen Spieler entsprechend Punkte bekommen, je nachdem, wer wie oft auf einen geschossen hat. Problematisch ist aber der rundenbasierende Ablauf. Man kann erst richtig planen, was man tut, wenn der Vorgänger fertig ist. Dann hat man sehr viele Optionen, wo man hinläuft, welche Waffe man wählt, auf wen man schießt, sodass bei fünf Spielern eine sehr hohe Wartezeit aufkommt. Zwischen zwei Zügen liegen also gerne mal 10 Minuten. Ein Ego-Shooter sollte aber schnell und rasant sein, was das Spiel einfach leider nicht vermittelt. Ggf. ist es mit weniger Spielern besser oder man führt einen Spielmodi mit 30-Sekunden-Timer pro Spieler ein, aber so passen Thema und Ausführung nicht zusammen. 4 Gods (Ludically)
Wer ein Echtzeit-Carcassonne sucht, wird mit 4 Gods vielleicht fündig. Gleichzeitig puzzeln alle Spieler am Spielbrett, wobei Gebirge, Wiesen, Wälder und Meer natürlich zusammen passen müssen. Währenddessen kann man sich auch einen der vier ausliegenden Götter (für die vier Gebiete) schnappen und eigene Figuren setzen, um so die Mehrheit in einem Gebiet zu haben. Am Ende des Spiels gibt es für Mehrheiten Siegpunkte, aber auch für besonders große oder besonders viele Gebiete – aber nur, wenn man den entsprechenden Gott gewählt hat. Nach Adrenaline, was ja sehr langsam und denklastig ablief, war 4 Gods das genaue Gegenteil, sehr chaotisch und spaßig. Dennoch konnte man den Kopf nicht ganz ausschalten, sondern man musste schon schauen, wo genau man ein Plättchen hinlegt, sodass es einem Punkte bringt. Dadurch kam man sich sehr oft in die Quere, was den Spaß des Spiels ausmacht. Aber es ist auch anstrengend für 20-30 Minuten in Echtzeit zu agieren und zu denken. Alternativ gibt es einen rundenbasierte Variante, bei der ein Spieler 30 Sekunden Zeit für seinen Zug hat und alles machen kann, was er in der Zeit schafft. Mir hat 4 Gods sehr gefallen, war ich am Anfang doch etwas skeptisch. Die Verbindung von Plättchenlegen mit Echzeit und ein bisschen Taktik ist sehr gut gelungen. RONE
RONE ist ein post-apokalpytisches Kartenspiel für 2 oder 4 Personen, welches Ähnlichkeit zu Magic und anderen Spielen solcher Art hat. Mit der Ressource Wasser bringt man Einheiten aufs Feld, die den Gegner angreifen und dessen Leben in Form des Kartendecks reduzieren. Wer zuerst keine Karten mehr hat, verliert das Spiel. Eine Besonderheit ist der Recycling-Gedanke, da man Karten vom Ablagestapel recyclen kann, indem man mit weiteren Karten des Ablagestapels bezahlt. Daher hat man bei jeder abgelegten Karte auch die Wahl, ob diese auf oder unter den Ablagestapel gelegt werden soll. Mir hat RONE, das in Eigenregie über Kickstarter finanziert wurde, sehr gut gefallen. Die Grafik ist toll, das Spielprinzip ist sehr simpel und es macht einfach Spaß zu spielen. Leider bin ich nicht so sehr ein Zweispieler-Kartenspiel-Fan, sodass ich das Spiel nicht mitgenommen habe. Wer so etwas aber mag, sollte es unbedingt anschauen. Meeple War (Blue Cocker Games)
Meeple gegen Meeple heißt es in Meeple War. Jeder Spieler hat einen Meeple-Stamm. In einer Runde rückt man den Zählstein aller seiner Gebäude eins vor oder setzt ihn auf den Start zurück. Erreicht ein Zählstein ein Aktionsfeld, führt man die entsprechende Aktion aus, z.B. neue Meeple aus dem Vorrat rekrutieren, als Soldat auf das Spielfeld bringen, ein Gebäude bauen etc. Es handelt sich dabei also um einen Aufziehmechanismus, bei dem man gut planen muss, wann man welche Aktionen ausführen will. Gewinnen kann man das Spiel, indem man einfach nur gegen andere Meeple kämpft oder besser noch Gebäude einnimmt, was aber gar nicht so einfach ist. Der Erklärung der Erklärdame war etwas schwer zu folgen, aber wir schafften es dennoch zu dritt eine Partie zu spielen. Meeple War hat eine sehr hohe Interaktion mit der Gefahr, dass wenn zwei sich streiten, der dritte sich freut – was bei diesem Spiel aber eigene Schuld ist und dazu gehört. Der Kampf ist sehr simpel und das Hauptaugenmerk wird auf die Planung gelegt, welche Gebäudeaktionen man wie am besten einsetzt. Nach etwas Überlegung habe ich mir Meeple War am Samstag dann sogar noch gekauft. Auf dem Bild unten ist die große Demoversion zu sehen, die es nicht zu kaufen gab. Die echte Version ist aber optisch ähnlich gut (nur eben kleiner). Weitere Erwähnungen
Bericht von der SPIEL 16 in Essen – DonnerstagDie Spielemesse SPIEL 16 in Essen ist jedes Jahr ein Erlebnis. Dieses Jahr schauten sich um die 174.000 Besucher über 1000 neue Spiele von über 1000 Verlagen an. Als Besucher auf der Messe kann man das hohe Aufkommen (vor allem am Samstag) auch bestätigen. Ich war wie das letzte Jahr auch drei Tage vor Ort und habe mir zahlreiche Spiele angeschaut und diese vor allem gespielt. Konzentriert habe ich mich wie üblich nicht auf die deutschen Verlage, d.h. in meiner Liste taucht kein Spiel von Heidelberger, Pegasus, Kosmos, Hans im Glück und dergleichen auf, da man deren Spiele auch ohne Probleme nachträglich zu kaufen und auch zu spielen bekommt. Viel lieber sind mir die kleineren Verlage aus dem Ausland, die oft nur eine handvoll Ausgaben mitbringen und an die man sonst nicht kommt. Wie jedes Jahr habe ich mir ein Downloadskript geschrieben, mit dem ich die Neuheiten von Spielbox und BoardGameGeek extrahieren und so leichter filtern konnte. Auf die Art konnte ich gezielt die Spiele testen, die mich am meisten interessierten. Donnerstag, 13.10.2016
Captain Sonar (Matagot)
Wie so viele gute Empfehlungen bin ich auf Captain Sonar durch ein Review von Shut Up & Sit Down aufmerksam geworden. Captain Sonar ist ein Echtzeit-Teamspiel, das sich am besten mit je vier Spielern auf jeder Seite spielen lässt. Jeder Spieler hat eine Rolle auf einem U-Boot: Der Captain bewegt das Schiff, der erste Maat macht Torpedos, Aufklärungsdrohnen oder das Sonar startklar und der Ingenieur versucht, das Schiff nicht zu überlasten. Sehr wichtig ist der Funker, der die Richtungsangaben des gegnerischen U-Boots „abfängt“ (er bekommt sie laut und deutlich zugerufen) und so versucht herauszufinden, wo sich die andere Mannschaft gerade befindet. Auf der Messe wurde zur Einführung eine alternative, rundenbasierende Version gespielt, aber selbst da war es schwer genug, dem anderen U-Boot zu folgen (u.a. aufgrund der Lautstärke in der Halle). Aufgrund eines Hörfehlers des Funkers und eines Aussetzers unseres Captains wusste der Gegner, wo wir sind, und wir hatten keine Ahnung, wo die anderen waren. Und so verloren wir auch grandios – was sehr viel Spaß machte! :D Für Captain Sonar gibt es eine klare Empfehlung – wenn man die entsprechende Gruppe hat. Der Grund, wieso ich mir das Spiel nicht zulegen werde, ist das Wissen, dass es nie auf den Tisch kommen wird. Sicherlich kann man es auch als rundenbasierende Version spielen, die aber viel von dem Druck und der Hektik einer U-Boot-Verfolgungsjagd nimmt. Und öfters acht Leute an einen Tisch zu bekommen, die so ein Spiel spielen wollen, gelingt mir nicht. Daher kein Kauf, aber eine Empfehlung für andere. Deutscher Spielepreis 2016 Goodie Box
Zum Teil eine Enttäuschung war die Deutscher Spielepreis 2016 Goodie Box. Für 9 Euro erhält man vier Mini-Erweiterungen:
Bei Lookout gab es auch eine Mini-Erweiterung für Isle of Skye mit neuen Plättchen, die an andere Spiele wie Caverna, Snowdonia, Agricola oder Le Havre angelehnt sind. Und zusätzlich gab es noch ein einzelnes Bonusplättchen zum Spiel-des-Jahres-Titel. Insgesamt also 11 neue Isle-of-Skye-Plättchen, die das Spiel noch interessanter machen. Noxford (Capsicum Games)
Noxford ist ein Kartenspiel, bei dem man versucht mit den eigenen Charakterkarten Mehrheiten an benachbarten Gebäuden/Symbolen zu erhalten. Das Spiel selbst ist eher abstrakt, das Steampunk-Thema wirkt etwas aufgesetzt. Noxford spielt sich (nachdem man begriffen hat, was man tut) recht schnell und gut herunter, hinterlässt aber auch keinen bleibenden Eindruck. Es ist sehr solide und grafisch ganz nett, aber ich muss es nicht unbedingt besitzen. Mein Allerbestes Baumhaus (2Geeks)
Mein Allerbestes Baumhaus stand bereits 2015 auf meiner Liste, schaffte es damals aber nicht nach Essen oder war nur als Kickstarter-Projekt zu sehen, soweit ich mich erinnere. Es handelt sich um ein simples Karten-Drafting-Spiel, bei dem man sein Baumhaus um verschiedene „Räume“ erweitern kann. Dabei müssen gleichfarbige Räume zusammenliegen und man darf nur so anbauen, dass der Baum im Gleichgewicht ist. Ich habe das Spiel nicht gespielt, nur zugeschaut, aber nachdem es letztes Jahr bereits auf meiner Liste stand, einfach ungespielt mitgenommen. Es sah für mich wie ein simples Kartenspiel zum Aufwärmen auf, bei dem man nicht so groß nachdenken muss. Vor allem mit jüngeren Spielern lässt es sich sicher gut spielen. Small Star Empires (Archona Games)
Small Star Empires ist ein abstraktes Spiel mit Weltraumthema. Jeder Spieler hat vier Raketen zur Auswahl und kann diese beliebige weit auf den hexagonalen Feldern in gerader Linie bewegen. Am Zielpunkt wird eine Kolonie deponiert oder eine Handelsstation. Kolonien bringen bei Nebeln und Planeten Siegpunkte, Handelskolonien für benachbarte, fremde Einheiten. Das Zweispieler-Spiel spielte sich sehr flott und regte echt zum Denken an. Obwohl das Thema etwas aufgesetzt wirkt, störte mich dies wenig. Es machte einfach Spaß, den Gegner in die Enge zu drängen oder selbst noch eine gute Bewegungsmöglichkeit zu finden. Mit den Erweiterungsplättchen kommt auch noch mehr Abwechslung in das Spiel. Gegen den Kauf hat nur der Preis von 30 Euro gesprochen, auch wenn dies mit dem Kickstarter-Preis vergleichbar ist. Sollte ich es mal preiswerter bekommen, hole ich es mir gerne. Not Alone (Corax Games)
Not Alone ist sicher eines meiner Messehighlights. Ein Spieler übernimmt die Rolle des Planeten, der versucht die Eindringlinge (alle anderen Spieler) am Entkommen zu hindern. Jeder Spieler hat am Anfang fünf Ortskarten mit Werten 1 bis 5 auf der Hand. Jeder spielt verdeckt eine Karte aus, dann bewegt der Planetenspieler ggf. das Wesen und spielt andere gemeine Karten. Danach deckt jeder seine Ortskarte auf und führt die Aktion darauf aus, solange das Wesen einen nicht schnappt. So spielt man immer weiter und mit jeder Runde hat man als Spieler weniger Auswahl und mit jeder Runde weiß der Planet noch besser, wo sich die Eindringlinge hinbewegen. Ziel das Spiels ist es, vom Planet zu entkommen, indem ein Marker in die Mitte einer Zeitleiste geschoben wird. Der Planet versucht von der anderen Seite dieses Feld zu erreichen, indem er Eindringlinge fängt. Am Donnerstag habe ich das Spiel erst zu zweit, am Freitag dann noch einmal zu sechst gespielt. In beiden Konstellation machte es sehr viel Spaß und bietet vor allem bei mehr Spielern eine interessante Mischung aus Koop-Spiel, bei dem man sich nicht zu stark absprechen darf. Ich glaube, aus unserer Gruppe haben sich vier Leute das Spiel geholt, weswegen ich auch auf den Kauf verzichtet habe. Ich spiele aber jederzeit wieder mit. In der Spieleschmiede lief die Finanzierung des Projekts. Magecraft
Ich kopiere einfach den Text vom letzten Jahr: Magecraft ist ein Bagbuilder, bei dem man Kristalle aus seinem Beutel zieht. Diese kann man auf seinem Tableau einsetzen, um damit Zauber zu wirken oder neue Zauber zu kaufen. Mit den Zaubern kann man neue Kristalle kaufen, Gegner angreifen, Lebenspunkte heilen oder Siegpunkte generieren. Sehr simpel und sehr schnell gespielt, optisch sehr schön – und vor allem auf der Messe zu kaufen. :) Letztes Jahr lief noch die Kickstarter-Kampagne und dieses Jahr konnte ich das Spiel endlich mitnehmen. Ein vorherige Partie bestätigte mich noch einmal im Kauf, auch wenn es nur für zwei Spieler gedacht ist. Das Spielmaterial ist dazu noch sprachneutral, sodass man es auch ohne Englischkenntnisse (mit Ausnahme der Spielanleitung) spielen kann. Labyrinth: Paths of Destiny (Let's Play)
Wow, was für ein schlechtes Spiel – oder Spieldesign – oder Spielerklärung – ich weiß es nicht … In Labyrinth: Paths of Destiny versucht jeder Spieler mit seiner Heldenfigur in die Mitte des Labyrinths zu kommen. Hierzu erkundet man die Räume, die Fallen oder Schätze enthalten können, bewegt den Golem, um andere Spieler zu ärgern oder greift die anderen Helden direkt an. Was wie ein gutes Spiel klang (ich hatte es ja auf meiner Liste), war ein Endlosspiel, bei dem ich nach einer Stunde Spielzeit exakt dort stand, wo ich begonnen hatte. Wenn nichts falsch erklärt wurde, hat das Spiel nämlich kein Ende, denn durch die Golembewegung oder andere Ereigniskarten hindert man den Spieler, welcher der Labyrinth-Mitte am nächsten gekommen ist, diese zu erreichen. Im schlimmsten Fall (bei der Berührung mit dem Golem) wird man auf das Startfeld zurückgesetzt und läuft erneut los. Und so zog sich das Spiel und zog sich und erinnerte mich dabei an Munchkin, bei dem sich nach drei Stunden jeder Spieler am Tisch wünscht, dass es endlich zu Ende geht – der innere Spielehund beim letzten Kampf des führenden Spielers dann aber doch wieder dafür sorgt, dass man ihm noch ein Monster zwischen die Beine wirft. Ich finde dieses Spielprinzip einfach grauenvoll! Da es aber scheinbar eine dritte Edition gibt, scheint irgendwer gefallen an so etwas zu haben. Für mich war Labyrinth: Paths of Destiny die schlechteste Spielerfahrung der Messe. Chromosome (Cube Factory of Ideas)
In Chromosome übernimmt jeder Spieler die Rolle eines extraterristischen Mikrobenstamms, der in einer Forschungsstation, die kurz vor der Selbstzerstörung steht, um sein Leben kämpft. Die Mikroben können sich vermehren, bewegen, andere Mikroben angreifen oder mutieren. Durch Mutationen bekommt man mehr Handlungsmöglichkeiten, wird stärker oder resistenter gegen die radioaktive Strahlung. Die Erklärung bei Cube Factory war zwar etwas verwirrend, aber das Spiel sehr spaßig. Es gibt viel hin und her, dennoch gerät man nie zu weit ins Hintertreffen und kann immer mitmischen. Wir haben nicht ganz verstanden, was die acht Aktionen (vier normale, vier besondere) genau tun, aber ich denke, wenn das Spiel einmal auf Deutsch erscheint, sollte man unbedingt einen Blick darauf werfen. Steel Arena: Friday Night Robot Fight (GaGa Games)
Metall trifft auf Metall in Steel Arena: Friday Night Robot Fight. Jeder Spieler steuert einen Roboter in der Arena und versucht dort bestmöglich die Gegner auszuschalten. Die Roboter können Upgrades erhalten, mit der sie besser laufen, angreifen oder sich drehen können. Die Einschränkung auf zwei Aktionen pro Zug macht es dabei ziemlich knackig zum richtigen Zeitpunkt genau das Richtige zu tun. Ansonsten ist man seinem Gegner nämlich völlig ausgeliefert. Ein Kniff ist noch, dass der Gebrauch von Upgrades diese überhitzen. Erst durch ein Cooldown (oder durch andere Aktionen) ist das Upgrade erneut benutzbar. Wir haben zwei Spiele gespielt, das erste war aber verkorkst und hat ein Problem aufgezeigt: Wenn ein Roboter angegriffen wird und dadurch Upgrades verliert, dann gerät er so stark ins Hintertreffen, dass nichts mehr einzuholen ist. Das ist schade, wenn das bereits in der ersten Runde passiert und man den Rest des Spiels nur zuschauen kann. Ebenfalls missfallen hat mir die Zufälligkeit der Upgrades. Es gibt sogenannte Schnelllade-Upgrades, mit deren Aktivierung man ein weiteres Upgrade aktivieren kann. Wer viele davon findet, hat einen (in meinen Augen zu) großen Vorteil gegenüber den anderen Spielern. Dennoch war das Spiel spaßig. Wenn man es nicht zu ernst nimmt, bringt Steel Arena das Roboterschlachtengefühl sehr gut herüber. When I Dream (Drawlab Entertainment)
When I Dream ist mein zweites Highlight der Messe. Ein Spieler schließt die Augen, die anderen decken eine Begriffskarte auf und versuchen mit jeweils einem Wort den Begriff zu beschreiben. Das machen sie zweimal. Danach muss der ratende Spieler den Begriff raten. Dies macht man eine Sanduhr lang. So weit, so spaßig. Der Clou ist: Es gibt Rollenkarten, sodass manche Spieler wollen, dass viele Begriffe erraten werden, andere, dass wenige erraten werden, und dritte, die ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Richtig und Falsch anstreben. Die Idee für When I Dream ist sehr simpel und daher auch sehr gut. Es macht sehr viel Spaß und jeder ist irgendwie involviert. Als ratender Spieler herauszufinden, wer denn nicht-zielführende Hinweise einwirft, ist gar nicht so einfach. Defintiv eine Kaufempfehlung, wer solche Spiele mag. Da das Spiel bisher nur auf Englisch veröffentlicht wurde, habe ich es nicht mitgenommen. Ich werde mir aber bis dahin mit Codenames-Karten aushelfen, die für die Begriffe sehr gut geeignet erscheinen. Es fehlt dann zwar die tolle Grafik, aber der Spielspaß sollte dennoch gegeben sein. Virus (Giochix.it)
Virus ist ein weiteres Kooperationsspiel mit Mutantensetting (es scheint aber noch einen semi-koop und kompetitiven Modus zu geben). Besonderheit des Spiels ist vermutlich, dass sich die Mutanten nach Sicht, Gehör und Geruch bewegen. Wir haben das Spiel nicht gespielt, sondern uns in der letzten halben Stunde der Messe nur erklären lassen. Vom Prinzip her wirkt das Spiel gut, die Komponenten wirken aber etwas ungeschliffen und eintönig. Aber vor allem gibt es viel zu viele davon. Ich denke, das Spiel hat Potential und wird bei anderen Spielern sicherlich sehr gut ankommen (vor allem bei den Kickstarter-Backern), mein Fall ist es aber nicht. The Cohort
The Cohort ist ein Set-Sammelspiel. Man zieht eine Karte und legt optional eine Karte aus und versucht so drei Sets zu sammeln. Clou: Die begonnen Set-Karten bringen Mali, solange man das Set noch nicht beendet hat. Anfangs war es noch ein durchschnittliches Sammelspiel. Zum Ende hin wurde es schlechter, weil effektiv jeder nur eine Karte gezogen und wieder abgelegt hat, solange bis man die richtige für sein Set fand. Spielspaß kam da gar nicht auf. Kein Bild, ist irgendwie nichts geworden … Weitere Erwähnungen
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