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GEMA-Konkurrent C3S auf guten Wegen

Ich hatte letztens schon einmal kurz darüber berichtet, aber will hier noch einmal extra darauf aufmerksam machen. Derzeit formiert sich eine neue Musikverwertungsgesellschaft namens „Cultural Commons Collecting Society“ (C3S). Diese soll als Konkurrent zur GEMA auftreten, die derzeit ja in den Schlagzeilen ist, weil sie den Musikpiraten e.V. verklagt hat und auch, weil sie das Gebührenmodell demnächst ändern will.

Warum ist das nun wichtig? Der C3S hat zwei Vorteile gegenüber der GEMA: Die Mitglieder treten nicht automatisch alle Verwertungsrechte an die Gesellschaft ab, sondern entscheiden dies pro Werk. Damit soll der „Alles oder nichts“-Mentalität der GEMA entgegengewirkt werden.

Was aber (für mich) noch wichtiger ist: Künstler können ihre Werke dann auch unter die freien Creative-Commons-Lizenzen stellen. Dies ist derzeit mit der GEMA nicht möglich, da die Lizenz „inkompatibel” zur GEMA-Verwertung ist. Vor allem ist es dann auch möglich, Werke unter die nicht-kommerzielle CC-Lizenz CC-BY-SA-NC zu stellen und parallel die kommerzielle Verwertung durch die C3S abwickeln zu lassen.

Ich bin gespannt, ob dies noch mehr Künstler dazu bewegt, Creative-Commons-Lizenzen einzusetzen. Für die Free-Content-Community wäre es sehr nützlich.

PS: Empfehlungen zur Freier Musik gibt es demnächst auch wieder, bin aber noch am Sortieren ...

Full Circle Magazine 66 erschienen

Vor drei Tagen ist die neue Ausgabe des englischsprachigen Magazins Full Circle Magazine erschienen. Themen der 66. Ausgabe sind unter anderem

  • Command and Conquer – Wunderlist & AirDroid
  • LaTeX schreiben mit LaTeXila
  • Libre Office – Teil 19: Base (Datenbank)
  • System einfach neu installieren
  • Video-Bearbeitung mit Kdenlive – Teil 3
  • Inkscape-Tutorial – Teil 6
  • Webentwicklung – Teil 4: CRUD (Teil2)
  • Linux Lab: Pivos XIOS DS Media Play
  • Windows-Äquivalente unter Linux – Öffnen mit …
  • Review: Google Nexus 7
  • Review: Peppermint Three
  • Ubuntu Games: Torchlight
  • News, Leserbriefe und mehr

Achtung: Die Downloadgröße beträgt 18 MB. Glücklich ist, wer DSL hat ...

Links: Webseite, Forum und Wiki

Bericht von der Ubucon 2012

Lange war nicht klar, ob auch dieses Jahr die Ubucon, eine Messe für alle Ubuntu-Nutzer und -Interessierte, stattfinden kann. Erst im Juli wurde der Call for Papers eröffnet und teilte mit, dass die Ubucon 2012 Mitte Oktober in Berlin stattfinden soll. Trotz der kurzen Vorlaufzeit wurde ein gutes und interessantes Programm auf die Beine gestellt.

Hinweis: Dieser Blogbeitrag entstand in Zusammenarbeit mit Vicki Ebeling.

Freitag, 19.10.2012

Obwohl die Programmseite es (inzwischen) verschweigt, fand am Freitag bereits ein erstes Treffen statt. So wurde die Räume der Hochschule für Wirtschaft und Technik (HWTK) von zahlreichen freiwilligen Helfern eingerichtet, Getränkekisten geschleppt und die Anmeldung vorbereitet. Der große Ansturm kam zwar nicht, aber es gab doch einige Interessierte, die sich in die Hallen der Hochschule „verirrt“ hatten.

Ein Ersthelfer (also ein Helfer, der das erste Mal auf der Ubucon vor Ort war) fragte später, ob der Aufbau immer so chaotisch abläuft. Die Antwort der alten Hasen war darauf nur, dass es noch sie gut lief wie dieses Jahr. Chaotisch war es also wie immer und dennoch wurden die meisten Dinge rechtzeitig erledigt.

Belohnt wurden das Engagement der Helfer am Abend in der c-base Berlin. Auch wenn es nichts zu Essen gab, war das tschechische Bier mit Honig oder Blaubeeren einen Versuch wert. Und die Führung durch die heiligen Hallen war sehr lustig und interessant von einem c-base-Mitglied organisiert. Dabei lernte man auch, wie schnell man Hunderte von Euro in Strom umwandeln kann. ;)

Eine kleine Anekdote bot noch das vietnamesische Restaurant, welches an das Hotel angeschlossen war, in dem wir übernachtet haben. Wir waren dort eine Kleinigkeit essen, da es in der c-base nichts gab (siehe oben). Nach der Bestellungsaufnahme kam auch flugs eine Schüssel mit Reis – die kurze Zeit später von einer zweiten Kellnerin wieder abgeholt und zum Nachbartisch gebracht wurde. Bald darauf kam das richtiges Essen. Die einen hatten Nudeln mit Rindfleisch, die anderen Frühlingsrollen und Reis. Es dauerte aber nicht lange, als die Kellnerin erneut aus der Küche kam. Dieses Mal hatte sie zwei Teller dabei: einer war leer, der andere trug sechs Frühlingsrollen. Sie entschuldigte sich, weil die Küche die falsche Frühlingsrollen geliefert hat und holte diese vom Teller der Leute wieder herunter (sic!). Dafür gab es immerhin neue Ersatzrollen. Laut ihrer Aussage waren die Frühlingsrollen für eine andere Bestellung und gingen zurück in die Küche. Wir haben danach noch länger darüber gegrübelt, über wie viele Tische unser Essen bereits schon gewandert ist … (Die Geschichte soll das Restaurant im Übrigen nicht schlecht machen, im Endeffekt hatten wir viel zu lachen. ;) Und das Essen war auch gut.)

Der Französische Dom.

Der Französische Dom.

Samstag, 20.10.2012

Am Samstag ging es gleich früh mit einem Vortrag von mir zum Thema „Creative Commons“ los. Es waren ungefähr zwölf Zuhörer, die aber alle sehr interessiert dabei waren und sich auch an der Diskussion beteiligten.

Danach erzählte Martin Gräßlin etwas zu den KDE Plasma Workspaces. Eigentlich wollte er diese am Beispiel von Kubuntu zeigen. Da dieses vom Live-USB-Stick aber den Dienst versagt, musste als Ersatz sein Debian-Entwicklungssystem herhalten. Neben einer kleinen Einführung zu KDE allgemein, gab es zahlreiche Tipps und Tricks zum Umgang mit den KDE Plasma Workspaces.

Parallel dazu zeigte Kasten Günther in einem zweistündigen Workshop den Umgang mit Leuchttisch und Dunkelkammer im Bildverarbeitungsprogramm Darktable. Als (kosten-)freie Alternative zu Adobe Lightroom oder Corel AfterShot (dessen Weiterentwicklung für Linux nicht gesichert scheint) ist das Projekt für Fotografen, die auch bei der RAW-Entwicklung nicht das Betriebssystem wechseln möchten, durchaus interessant (siehe dazu auch den Artikel „RAW-Bildverarbeitung unter Linux“ in freiesMagazin 10/2012).

In der Mittagspause schlenderten wir durch die Berliner Innenstadt, die sehr schnell von der HWTK aus erreichbar ist. Dabei gab es auch die üblichen Touri-Fotos. Die Reise dauerte etwas länger, sodass wir die Vorträge, die um 13 Uhr begannen, nicht mitnehmen konnten.

Alte Bibliothek

Die Alte Bibliothek.

Wie im Jahr zuvor hielt Dr. Thomas Rose einen Workshop zum Thema „Wie man die Welt verändert (und bei sich selbst anfängt)“. Mit aktiver Teilnahme wollte er den Zuhörern klar machen, was deren persönliche Werte und Ziele sind und dass man diese von Zeit zu Zeit prüfen und überdenken sollte. Prinzipiell war der Vortrag ganz interessant und regte zum Denken an, passte dieses Mal aber nicht so gut wie die Vorträge zum Konfliktmanagement im letzten Jahr.

Der Frage „Wozu ist eigentlich der Kernel gut?“ ging Sebastian Bartor nach und widmete sich in seinem Vortrag den Grundlagen des Kernels. Er gab den Zuhörern einen Überblick über die Bestandteile eines Linux-Betriebssystems und den Aufbau der Systemverzeichnisse. Im Anschluss war noch reichlich Zeit für einen Erfahrungsaustausch und Was-wäre-wenn-Szenarien.

Parallel dazu gab es wieder einen Vortrag von mir zum Thema „E-Book-Erstellung aus LaTeX und HTML“. Aufgrund der Spezialität des Themas waren nur ca. acht Teilnehmer dabei, aber so entstand zumindest eine interessante Diskussion. Vor allem an den Tools und dem Workflow, wie (bei freiesMagazin) aus einer LaTeX-Datei eine HTML-Seite bzw. ein E-Book wird. Die verschiedenen Ansätze wurden dabei auch mit den Zuhörern diskutiert.

Zuhörer

Die Zuhörer warten gespannt auf den nächsten Vortrag.

Zum Abschluss des Abends gab es wie jedes Jahr das Linux-Quiz. Normalerweise wird dies von Adrian Böhmichen abgehalten, der aber aus privaten Gründen nicht auf der Ubucon sein konnte. Aus dem Grund spielte ich den Quizmaster. Es traten immer zwei Teilnehmer in einem Quiz gegeneinander an, um ihr Wissen rund um Ubuntu und freie Projekte auf den Prüfstand zu stellen. Als Preis für den Gewinner gab es viele attraktive, gesponserte Buchpreise von Galileo Press und Open Source Press. Die schlagfertigen Antworten der Kandidaten und diverse Einwürfe aus dem Zuschauerraum sorgten auch dieses Mal wieder für kurzweilige Unterhaltung.

Der Abend schloss dann mit dem Social Event im Cancún, einem lateinamerkianischem Restaurant und Cocktailbar in der Mitte Berlins. Nicht nur das Essen und die Cocktails waren gut, vor allem die Kellnerin hatte den Abend viel Spaß mit uns und wir mit ihr. Bis Mitternacht saßen so ca. 35 Ubucon-Teilnehmer an den Tischen und unterhielten sich über die Messe und viele Themen fernab davon.

Der Ablauf beim Creative-Commons-Vortrag hat mir sehr gut gefallen. Es war mein erster Vortrag, wo ich das Gefühl hatte, dass die Leute alle dabei sind und mitmachen. Sonst ist es immer etwas schwer, die Leute zum Mitmachen zu bewegen. Diesmal waren die Fragen, die ich an das Publikum gestellt habe, aber zum einem sehr einfach, aber vor allem konnte auch jeder darauf antworten. Ich werde mir das für zukünftige Vorträge definitiv merken. Denn wenn die Zuhörer aktiv mit eingebunden werden, haben beide Seiten mehr Spaß daran.

Das Linux-Quiz war wieder sehr witzig. Als die Preise verteilt waren, lieferte ich mir mit Simon zusammen einen Showdown über die restlichen (gefühlten 100) Fragen. Vor allem für die Zuhörer war das sehr lustig, das eigentliche Raten und Punktesammeln stand im Hintergrund. Es hat wirklich Spaß gemacht!

Sonntag, 21.10.2012

Der Sonntag war etwas von Faulheit unsererseits geprägt. Diese ersten Vorträge um 10 haben wir wissentlich verschlafen. Und die Vorträge um 11 Uhr haben wir mit interessanten Diskussionen anderweitig verbracht.

Nach der Mittagspause ging es dann etwas ernster mit einem Erfahrungsaustausch zum Thema „Anwendertreffen in Real Life“ weiter. Torsten Franz wollte – als zentraler Ansprechpartner für die deutsche Ubuntu-Community – von den Teilnehmern wissen, welche Erfahrungen sie mit Anwendertreffen gesammelt haben und ob es irgendwo hakt. Das Resultat war ein nettes Gespräch, wo man die verschiedenen Ansätze aus diversen Städten wie Berlin, Wien oder Stuttgart hören konnte.

Gleich danach ging es in die nächste Diskussionsrunde zum Thema „Ubucon 2013“. Torsten Franz, der dieses Jahr den Hauptteil der Ubucon allein organisierte, wollte dies nächstes Jahr nicht erneut tun. Es wurden Nachfolger gesucht und auch Orte, die die Ubucon in 2013 veranstalten wollen. Da sich spontan niemand sofort für diesen Posten beworben hat, soll es in Ikhaya demnächst eine Ausschreibung für Orte und Personen geben.

Mein Problem mit Ubucon-Organisation hatte ich ja schon einmal dargelegt. Dieses chaotische Element, wovon viele denken, es gehört zu solchen Communitys dazu, gefällt mir einfach nicht. Ein bisschen Unordnung darf sein, aber nicht zu viel. Für nächstes Jahr habe ich mich wieder als Referentenbetreuer gemeldet (diesen Job hatte ich schon bei der Ubucon 2011) unter der Voraussetzung, dass an der Spitze ein kompetenter Mensch steht, der die Fäden in der Hand hat, und dass mindestens ein zweiter Betreuer an meiner Seite steht. Ich bin gespannt, ob das was wird …

Um 15 Uhr gab es dann noch eine kurze Abschlussrede von Torsten Franz, die vielen Brötchen wurden an die restlichen Teilnehmer verteilt und die Räume der HWTK wurden innerhalb einer Stunde wieder so hergerichtet, wie sie ursprünglich aussahen.

Abschlussrede von Torsten Franz

Die Abschlussrede von Torsten Franz.

Schlussbemerkung

Die Ubucon hat wieder sehr viel Spaß gemacht. Das Programm kam einem vielleicht etwas schwächer vor als letztes Jahr, wenn man aber bedenkt, dass die Vorlaufzeit von Juli bis Oktober nur drei Monate war, ist das Programmangebot aber ganz gut gewesen.

Ein Problem der Ubucon-Organisation war dieses Jahr aber vor allem die Werbung. Für eine Großstadt wie Berlin war die Menge von circa 150 Teilnehmern sehr gering – vor allem wenn man mit der Vorjahreszahl von 250 Personen aus Leipzig vergleicht. Hier muss nächstes Jahr stark nachgebessert werden. Dennoch haben Torsten Franz als Hauptverantwortlicher eine gute Veranstaltung auf die Beine gestellt. Nach seiner eigenen Aussage ist es für eine Person aber kaum machbar, die ganze Ubucon zu stemmen, weswegen er das auch nicht noch einmal machen will (siehe oben).

Ein zweites Ärgernis für mich war die Geldverwaltung. Die Anmeldung vor Ort kostete 15 Euro. Da aber keine Kasse da war, wanderte das Geld in die Portemonnaies der Standbetreuer. Ich bin mir sicher, dass das Geld von dort wieder an der richtigen Stelle angekommen ist, aber dennoch sollte es nicht sein, dass mit so viel Geld (mindestens 200 Euro) so gewissenlos verfahren wird.

Abschließend bleibt zu sagen: Wer die Chance hat, die Ubucon zu besuchen, sollte sie unbedingt nutzen. Weniger wegen der Vorträge, sondern eher wegen der Leute und der Kommunikation. Diese stand auch dieses Jahr bei sehr vielen Teilnehmern im Vordergrund. Und es ist schön, alte, aber auch neue Gesichter wieder zu sehen …

An dieser Stelle auch Danke an Vicki für ihre Aufzeichnungen und natürlich an meine drei Hotel-Genossen, mit denen ich viel Zeit verbracht habe!

Bericht von der Spielemesse in Essen

Zum 30. Geburtstag der SPIEL habe ich es endlich auch einmal nach Essen geschafft. Nachdem ich bereits in Nürnberg und Stuttgart war, hatte ich am ersten Tag der Messe die Möglichkeit, die beinahe 700 Neuvorstellungen aus der Nähe zu betrachten. Natürlich ist es unmöglich, innerhalb eines Tages 700 Spiele anzuschauen oder gar zu testen. Ich behaupte, dass das selbst in den vier Tagen, die die SPIEL andauert, nicht möglich ist. Aus dem Grund habe ich im Vorfeld dank der sehr guten Liste bei BoardGameGeek eine Vorauswahl mit Priorisierung treffen können, um mir die Spiele gezielt anschauen zu können, die mich interessieren.

An dieser Stelle einen Dank an meine vier Mitstreiter, die dafür gesorgt haben, dass wir so viele Spiele testen konnten. Dabei haben wir uns nicht ständig auf der Pelle gehockt, sondern auch des Öfteren verstreut, sodass auch jeder seinen eigenen Wegen nachgehen konnte. Denn davon gab es auch welche, da in der ersten Stunde gezielt Jagd auf besondere Gimmicks oder Promo-Karten gemacht wurde. Diese Goodies sind in der Regel nach wenigen Stunden (oder noch schneller) komplett vergeben und man kommt später nur noch schwer dran. Auch bei einigen Spielen kann es passieren, dass es diese nur in arg begrenzter Stückzahl gibt und man nach dem Testen kein Exemplar mit nach Hause nehmen kann.

Es folgt hier ein kurzer Bericht über die angetesteten, gesehenen oder gekauften Spiele.

Diavolo

Diavolo von Asmodee ist ein kurzweiliges, schnelles Partyspiel für eins bis fünf Spieler. Man würfelt 10 Würfel, drei rote, drei schwarze, drei weiße und einen großen grauen. Der graue Würfel gibt vor, wie die Würfel gewertet werden (höchste Summe, höchster Einzelwert etc.). Je nach Aufgabe greift sich dann jeder Mitspieler so schnell wie möglich eine Figur der passenden Würfelfarbe – dummerweise gibt es davon aber eine weniger als Spieler. Wer leer ausgeht oder falsch zugreift (Umgreifen ist nicht erlaubt!), muss einen Zählstein abgeben. Wer keinen Zählstein mehr hat, scheidet aus dem Spiel aus.

Diavolo ist ganz nett. Wer schnell im Kopfrechnen ist (wobei es ja nur drei Würfelaugen sind, die man zählen muss), hat natürlich Vorteile. Insgesamt ist das Spiel aber nicht für jede Spielgruppe geeignet, bietet aber sicherlich eine gute Alternative zu anderen „Trinkspielen“.

Mondo Sapiens

Mondo Sapiens von Pegasus ist nicht neu, aber da der Tisch gerade frei war, haben wir das Spiel gespielt. Jeder Spieler baut auf seinem eigenem Tableau eine Insel aus sechseckigen Inselblättchen auf. Die Inselfelder zeigen Wasser, Wiese oder Wald, manchmal noch mit Figuren darauf, und werden aus der Tischmitte gleichzeitig von allen gezogen. Hierfür hat man 7 Minuten Zeit. Ist die Zeit um, werden die Plättchen gewertet, je nachdem, wie viele Landschaften man gebaut hat, wie viele Figuren abgebildet sind etc. Das macht man drei Runden lang. In den zwei Regelerweiterungen gibt es noch ein paar Sonderblättchen, die das Spiel aber nicht groß verändern.

Vom Inselaufbau erinnert Mondo Sapiens stark an Galaxy Trucker, auch wenn man dort ein Raumschiff aufbaut. Wo Galaxy Trucker nach dem Aufbau aber erst richtig anfängt (in dem Asteroiden auf das Raumschiff prallen oder Piraten es angreifen), gibt es bei Mondo Sapiens nur eine Wertung und alles wird wieder vom Tableau abgeräumt. Damit ist Mondo Sapiens zwar ein nettes, aber auch sehr wiederholendes Spiel. Eine Partie macht Spaß, mehr muss aber nicht sein. Daneben ist die Interaktion mit anderen Mitspielern gleich Null, was ich bei Spielen meistens schade finde (Galaxy Trucker ist da eine rühmliche Ausnahme).

Smash Up

Smash Up ebenfalls von Pegasus (bzw. Alderac Entertainment Group) ist ein lustiges Kartenspiel, bei dem sich bis zu vier Spielern aus acht verschiedenen „Rassen“ je zwei aussuchen und diese in ein Deck zusammenmischen. Zur Auswahl gibt es u.a. Zombies, Piraten, Roboter, Dinosaurier und Magier. Diese Karten enthalten Kreaturen oder Aktionen. In der Mitte des Tisch liegen vier Basen, die eingenommen werden wollen. Jeder Spieler kann mit seinen Kreaturen beliebe Basen angreifen, auch wenn schon andere Rassen von anderen Spielern dort liegen. Ist der Angriffswert aller Angreifer größer als die der Basis, wird sie eingenommen. Der Spieler mit dem höchsten Angriffswert erhält die Punkte für den ersten Platz, der nächste für den zweiten etc. Die Punkte sind dabei auf der Basis abgedruckt und variieren sehr stark. Wer 15 Punkte erreicht, gewinnt.

Der Wiederspielwert von Smash Up ist sehr hoch. Es gibt 56 Möglichkeiten, die acht Rassen zu kombinieren, sodass es eine Weile dauert, ehe man alle Kombinationen einmal getestet hat. Gleichzeitig variieren die Vor- und Nachteile der Rassen so stark, dass einige Kombinationen wahrscheinlich wenig sinnvoll sind bzw. sich nicht gut ergänzen. Spielen würde ich Smash Up immer wieder, es hat mir aber nicht so gut gefallen, dass ich es gleich gekauft hätte.

Völuspá

Völuspá ist ein niederländisches Spiel aus dem Hause White Goblin Games. Jeder Spieler wählt aus fünf zufällig gezogener Plättchen eins aus und legt dieses auf dem Tisch an vorhandene Plättchen an. Dominiert der Wert auf dem Plättchen alle anderen Plättchen der Reihe oder der Spalte (ist der Wert also echt größer als die Werte der anderen), bekommt man Punkte in Anzahl der ausliegenden Plättchen in der Reihe und/oder der Spalte. Einige Plättchen haben dabei noch Sonderfähigkeiten, die zum Beispiel das Anlegen weitere Plättchen an dieses komplett verbieten.

Völuspá ist ein sehr gutes Spiel, welches das Ziehelement von Carcassonne mit einer Taktik ähnlich zu Schach verbindet. Die Sonderfähigkeiten sind extrem leicht zu erlernen, auch wenn man im Spiel beim Zählen ab und zu aufpassen muss. Angesiedelt ist das Ganze thematisch bei den nordischen Göttern, wobei das Thema mit dem Spiel selbst nichts zu tun hat. Man hätte es auch mit weißen Plättchen mit einfachen Zahlwerten darauf spielen können. Hätte es einer meiner Mitspieler nicht gekauft, hätte ich es auf alle Fälle mitgenommen. Ggf. kaufe ich es mir aber auch noch nach.

Slavika

Slavika stammt von Rebel.pl aus Polen. Die Spielmechanik ist ein bisschen ähnlich zu Smash Up (siehe oben). Man hat Helden und Monster auf der Hand. Die Helden legt man an eine der in der Tischmitte ausliegenden Questkarten. Auf die andere Seite legt man die Monster ab. Ist eine bestimmte Anzahl von Helden und Monstern an eine Aufgabe gelegt, wird diese gewertet. Die Helden gewinnen, wenn ihre Stärke größer ist als die der anliegenden Monster. Der Spieler, der die größte Stärke beigesteuert hat, bekommt die Punkte für Platz 1 usw.

Mir hat Slavika wesentlich besser gefallen als Smash Up. Es gibt zwar nicht die hohe Variabilität, da jeder mit den gleichen Helden kämpft, dafür haben einige Monster Sonderfähigkeiten, die sich auf den Kampf auswirken. Man muss gut taktieren, wo man seine Helden und Monster anlegt, damit man den Kampf gewinnt und auch noch alle Punkte einsackt. Aus dem Grund habe ich mir Slavika auch gekauft und noch eine Promo-Karte dazu erhalten.

Die Anleitung liegt im Übrigen in Polnisch und Englisch vor, ebenso wie die Übersichtskarten. Die Karten selbst sind aufgrund ihrer Symbolik aber neutral. Allein die Namen der Kreaturen wurden aus dem Polnischem eins zu eins übernommen, was die Aussprache ggf. etwas unmöglich macht. Aber so lernt man nebenbei noch etwas. :) Vielen Dank auch an die sehr nette, polnische Erklärdame, die uns vier Jungs im Spiel Fragen beantwortet hat, die nicht ganz klar waren.

Among the Stars

Among the Stars ist ein Weltraumspiel aus Griechenland von Artipia Games, bei dem die vier Spieler eine Weltraumstation aufbauen. Mit einem Verweis auf Fairy Tale könnte ich hier auch schließen, da es sich fast identisch spielt. Jeder Spieler bekommt sechs Handkarten, von denen sucht man sich eine aus, spielt diese an seine Station, bekommt ggf. Siegpunkte oder andere Effekte und gibt die restlichen fünf Karten weiter. Von diesen fünf Karten sucht man sich eine aus usw. Das macht man vier Mal. Am Ende des Spiels gibt es noch einmal Siegpunkte für Sonderfähigkeiten von Karten. Aufgepeppt wird das Ganze durch Alienrassen mit besonderen Eigenschaften und der Einschränkung, dass man für manche Karten zum Ausspielen Kern-Reaktoren benötigt.

Das Spiel wurde uns vom Autor persönlich erklärt, wobei aufgrund einiger sprachlichen Barrieren das Spiel von uns nicht ganz korrekt verstanden wurde. Das hat den Spielspaß aber wenig getrübt und für mich ist Among the Stars ein Pflichtkauf. Auf der Messe hat mich der hohe Preis von 35 Euro aber etwas abgeschreckt, sodass ich noch auf ein besseres Angebot warte.

Twin Tin Bots

Twin Tin Bots von Flatlined Games gab es nicht zu kaufen, sondern nur als Testprototyp zu spielen, um Werbung für das Spiel auf Kickstarter zu machen. Autor ist Philippe Keyaerts, der einigen durch Smallworld oder Evo bekannt sein könnte. Von der Mechanik erinnert es extrem an Robo Rally. Jeder Mitspieler hat zwei Roboter und eine Programmierleiste mit je drei Slots für die Roboter. Jede Runde kann man nur einen Roboter programmieren, in dem man eine neue Programmierkarte auf einen Slot legt bzw. eine vorhandene Karte austauscht. Die Programmieraktionen kann man frei wählen, u.a. ein Feld vorwärts fahren, links oder rechts drehen, greifen und fallen lassen. Letztere beide Aktionen benötigt man, um Kristalle auf dem Spielfeld mit seinen Robotern aufzusammeln und zur eigenen Basis zu bringen. Das wichtige ist aber: Nach der Programmierung führen immer beide Roboter alle ihre aktuell programmierten Aktionen aus – das heißt auch die, die schon zuvor programmiert waren.

Mir hat Twin Tin Bots zwar gefallen, aber ich denke, das Spiel ist etwas zu schwer geraten. Dadurch dass man immer nur eine neue Aktion programmieren kann, die Roboter aber alle programmierten Befehle ausführen, ist ein Roboter immer etwas verloren auf dem Spielfeld und tut irgendetwas, aber nicht zwingend das, was sinnvoll ist. Die Interaktion dagegen ist sehr hoch, weil sich die Roboter aller Spieler ständig in die Quere kommen. Daneben kann man Kristalle auch von anderen Robotern stehlen. Die Idee des Spiels ist also gut, an der Ausarbeitung sollte aber noch etwas gefeilt werden, um ein wirklich spannendes und vor allem kurzweiliges Spiel herzustellen.

Guards! Guards!

Guards! Guards ist (wie das gleichnamige Buch) ein Teil der Scheibenwelt von Terry Pratchett. Jeder Spieler steuert eine Gilde in der Stadt Ankh-Morpork. Ziel des Spiels ist es, sechs Zaubersprüche zu sprechen. Dafür bewegt man seine Figur auf ein bestimmtes Zauberspruchfeld und startet die Beschwörung. Mit Hilfe von Handkarten, auf denen Personen der Scheibenwelt abgebildet sind, muss man verschiedene Tests bestehen, damit der Zauberspruch gelingt („Spellrun“ genannt). Zusätzlich bewegt man durch das Anwerben der Personen noch eine hundertbeinige Kiste (Scheibenwelt-Kenner wissen, was gemeint ist), die alle im Weg befindlichen Spieler überrennt und ins Krankenhaus schickt, in dem sie sich erholen müssen.

Meine Meinung zu Guards! Guards! ist zwiegespalten. Von der Mechanik her ist es definitiv besser als das Spiel Ankh-Morpork, welches letztes Jahr erschienen ist. Die Aktionen, die man ausführen kann (es gibt drei Kategorien, welche Charaktere man anwirbt, man kann in Shops einkaufen oder gesuchte Personen bei der Stadtwache abgeben und mehr) sind zahlreich, aber dennoch übersichtlich. Grafisch sind die Karten ganz okay gestaltet und Scheibenwelt-Freunde freuen sich über bekannte Gesichter und Namen, wobei die Bleistiftzeichnungen auch etwas Farbe hätten vertragen können. Immerhin auch Scheibenwelt-fremde Spieler können das Spiel verstehen und mitspielen.

Das Spiel selbst wirkte aber wenig abwechslungsreich. Wir haben nur eine „Runde“, das heißt, bis jeder einen Zauberspruch erfolgreich gesprochen hatte, gespielt, aber die Stimmung des Spiels sprang nicht auf die Spieler über. Vor allem fühlte es sich so an, als wäre das Ergattern der sechs Zaubersprüche immer identisch. Die Testaufgaben werden schwieriger, aber das Prinzip ist immer das gleiche und wirkt daher ab dem dritten Spruch wahrscheinlich monoton. Für mich gab es also keinen Kaufgrund. Ein Mitspieler vergleichte es mit einem gehobenem „Mensch, ärger Dich nicht“.

Dennoch einen großen Dank an den Erklärer das Spiels, der mit seinem Humor die Stimmung der Scheibenwelt sehr gut herübergebracht hat und uns zumindest für das Spiel etwas begeistern konnte.

Mutant Meeples

Die Beschreibung geht schnell: Mutant Meeples (auch bei Kickstarter) von Bézier Games ist ein erweitertes Ricochet Robots. Man legt auf dem Spielplan ein Zielfeld zufällig fest. Jeder Spieler kann drei der acht Figuren auf dem Plan beliebig verschieben. Die Figuren bewegen sich dabei immer nur senkrecht und waagerecht und bleiben erst an Hindernissen wie Häusern oder anderen Figuren stehen. Die Spieler sagen dazu an, mit wie vielen Zügen sie es zum Ziel schaffen und der mit der geringste Zahl bekommt Punkte (wenn er es wirklich schafft). Im Gegensatz zu Ricochet Robots haben die Figuren Sonderfähigkeiten, sodass sie über Hindernisse springen oder hindurchlaufen können.

Ich habe Mutant Meeples nicht gespielt, aber erklären lassen. Da ich Ricochet Robots immer mal haben wollte, bot sich der Kauf an. Da der Preis mit 29 Euro aber recht teuer war, habe ich am Stand von Bézier Games den Zufall entscheiden lassen. Ich habe mir einen Meeple genommen und diesen gewürfelt. Wenn er mit der Vorderseite liegen bliebe, hätte ich das Spiel gekauft, bei der Rückseite nicht. Nachdem die Figur aber auch nach dem fünften Werfen immer wieder auf der Seite liegen blieb und so keine Entscheidung getroffen werden konnte, meinte einer der Standbetreuer, dies sei ein Zeichen einer höheren Macht und ich solle das Spiel kaufen – was ich im Endeffekt dann auch getan habe.

Zusätzlich zum Kauf habe ich auch noch kostenlos Enter the Passage bekommen. Ich weiß nicht, ob das Spiel etwas kostet, aber eine nette Dreingabe war es dennoch. Wer Werwölfe kennt: Es ist das gleiche Spiel, aber nur mit Menschen, Infizierten und einer „Seherin“ namens Amy. Der Rest mit Selektion und Infektion funktioniert absolut identisch. Das heißt, Enter the Passage ist nicht neu und nur ein neues Gewand für ein bereits bekanntes Spielprinzip. Da es vom gleichen Autor ist, wie Werwölfe (Ted Alspach), ist das wohl nicht verwunderlich.

Kanzume Goddess

Kanzume Goddess (auch bei Kickstarter) von Japanime Games ist ein Deckbauspiel im Manga-Stil. Thematisch ist es in der nordischen und griechischen Mythologie angesiedelt. Ich habe habe es nicht gespielt, nur angeschaut. Optisch hätte es mich sehr interessiert, das Spiel ist aber leider sehr textlastig und liegt nur in Englisch vor. Auch wenn in meinem Freundeskreis die meisten Spieler Englisch verstehen, ist mir eine (gute) deutsche Übersetzung lieber, da eben nicht immer alle benötigten Wörter klar sind. Das Spiel bleibt aber auf meiner Interessenliste, in der Hoffnung, dass es irgendwann eine deutsche Version gibt.

Room 25

Thematisch erinnert Room 25 des franzözischen Verlags Matagot etwas an den Film Cube. Man steuert seine Spielfigur über ein Spielfeld mit anfangs verdeckten Räumen. Die Räume können ausgespäht (offen gelegt) oder betreten werden, wobei jeder Raum eine besondere Gefahr oder Falle enthält, in die man nicht tappen sollte. Gegnerische Figuren kann man in Räume stoßen. Ziel des Spiels ist es, den Ausgang lebend zu erreichen und dabei ggf. auch noch einen versteckten Schatz mitzunehmen.

Room 25 habe ich leider nicht spielen können, weil es am kleinen Matagot-Stand nur einen Tisch gab, der aber schon besetzt war. Daneben schien es das Spiel nicht zum Kaufen zu geben, zumindest habe ich keine Exemplare gesehen, auch wenn am Asmodee-Stand Werbung dafür gemacht wurde. Das Spielkonzept klang aber so interessant, dass es immer noch auf meiner Interessenliste steht, zumal es bereits auf Deutsch vorliegt.

Beer & Vikings / Sake & Samurai

Beer & Vikings ist eine Variation des bekannten Spiels Bang!. Man übernimmt die Rolle von Wikingern, die sich in einer Bar betrinken und bekämpfen. Ziel ist es, viel Bier zu trinken, ohne zu betrunken zu sein, um sich nicht mehr gegen Angriffe wehren zu können. Das Spiel hat mich interessiert, gespielt haben wir es aber nicht. Da es ein Mitspieler gekauft hat, musste ich es mir aber nicht mehr kaufen.

Sake & Samurai ist exakt das gleiche Spiel, nur dass man die Wikinger gegen Samurais und das Bier gegen Sake austauscht. Auch hier hat ein Mitspieler zugeschlagen, sodass ich mir das Spiel vorerst nicht besorgen muss.

Sonstiges

Es gab auf der Messe noch zahlreiche weitere Spiele, die wir gerne getestet hätten, darunter Tokaido, King of Tokyo (nicht neu, aber ich würde es gerne mal spielen), Myrmes, Libertalia, Terra Mystica, Goblins, Inc., Tzolk'in, Winter Tales, Gauntlet of Fools und viele weitere. Zum einen reichte aber die Zeit bei weitem nicht, zum anderen gab es an den Ständen der Hersteller oft nur wenige Tische, die oft schon belegt waren.

Schlussbemerkung

Abschließend kann ich sagen, dass es sehr viel Spaß gemacht hat, die SPIEL zu besuchen, auch wenn ein Tag definitiv zu wenig ist. Wenn ich aber überlege, was am Samstag an Andrang los gewesen sein muss, bin ich froh, unter der Woche dort gewesen zu sein. Im Gegensatz zu den anderen Spielemessen in Deutschland hat die SPIEL den Vorteil, dass man auch Spiele von Ein-Personen-Projekten, die über Kickstarter finanziert wurden, oder kleinerer Hersteller betrachten und spielen kann. Die Möglichkeit gibt es in Nürnberg und Stuttgart nicht, da viele Spieleverlage dort gar nicht ausstellen. Vor allem aus Russland, Polen und Tschechien kommen sehr viele gute Spiele, die man sich anschauen sollte. Bei obigen getesteten/angeschauten Spielen ist fast jedes Land dabei.

Wer auf die SPIEL geht, sollte sich unbedingt vorher informieren und eine Liste machen, was er sehen möchte. Läuft man nur über die Messe und bleibt dort stehen, was einen interessiert, kann es passieren, dass man aus der ersten Halle nicht mehr herauskommt. Es gibt einfach viel zu viel zu sehen. Das ist wiederum ein Vorteil der kleineren Spielemessen. Hier hat man die Stände innerhalb einer Stunde alle umrundet und kann entscheiden, was man sich genauer anschauen will.

Insofern freue ich mich auf die Spielemesse in Stuttgart im November, wo ich auch hingehen werde. Einige der nicht gespielten Spiele oben werden dort sicherlich auch vorgestellt und können dann endlich ausprobiert werden.

Update zum Humble eBook Bundle

Vor einer Woche startet das Humble eBook Bundle mit acht Büchern in digitaler Form. Heute hat das Bundle ein großes Update erfahren. Wer mehr als den aktuellen Durchschnitt bezahlt (derzeit 13,53$), bekommt zusätzlich fünf Comic-Bände dazu, darunter berühmte Serien wie xkcd oder Penny Arcade.

Wer noch nicht zugeschlagen hat, sollte dies jetzt tun ...

Film: Looper

Titel Looper
Genre Sci-Fi-Thriller, 2012
Darsteller Joseph Gordon-Levitt, Bruce Willis, Emily Blunt, Jeff Daniels
Regisseur Rian Johnson
Länge 118 min
Trailer Trailer

Joe (Joseph Gordon-Levitt) ist ein Looper. Aus der Zukunft werden Personen zu ihm geschickt, die er hinrichtet und dann verschwinden lässt. Eines Tages schließt sich sein Loop, denn vor ihm steht sein eigenes, älteres Ich (Bruce Willis), welches Joe erschießen soll. Doch er zögert und beide werden von der ganzen Unterwelt gejagt. Sein älteres Ich verfolgt aber einen eigenen Plan …

Wer den Trailer gesehen hat, sollte sich nicht täuschen lassen. „Looper“ ist kein reiner Action-Film und auch das Thema Zeitreisen wird nur wenig angeschnitten. Im Kern ist es eine Charakterstudie und ein Drama, welches einen ziemlich deprimierend aus dem Kino kommen lässt. Dabei ist der Film alles andere als schlecht, nur die Geschichte schlägt auf den Magen.

Joseph Gordon-Levitt spielt den jüngeren Bruce Willis. Dank einer tollen Maske, aber auch seiner großartigen Mimik gelingt ihm das wirklich ziemlich faszinierend, sodass man dies dem Film wirklich abkauft. Bruce Willis hat eine eher tragische Rolle, auf die ich nicht näher eingehen will, aber dass er spielen kann, wissen ja die meisten. Aber auch die Nebenrollen mit Emily Blunt oder Jeff Daniels sind gut besetzt.

Filmisch und auch von der Geschichte her ist es ein sehr düsterer Film. Die Action-Szenen sind alle kurz und brachial. Im Gegensatz zu Popcorn-Kino gibt es keine langen Schusswechsel oder zig Wiederauferstehungsszenen. Wer von einer Kugel getroffen wird, fällt um und ist tot. Das macht den Film sehr real, obwohl auch fantastische Elemente eingewoben werden. Seien es die erwähnten Zeitreisen, Telekinese oder fliegende Motorräder.

Alles in allem ist „Looper“ ein guter Film, der zwar ab und an Längen hat und auch vor Logiklöchern nicht gefeiht ist (aber das Problem haben Zeitreisen-Filme fast immer), aber gut zu unterhalten weiß. Nur sollte man eben nicht mit falschen Erwartungen ins Kino gehen. Dann wird man enttäuscht bzw. geschockt.

E-Book-Vortrag online

Gestern habe den Artikel zu E-Book-Erstellung aus LaTeX und HTML online gestellt und basierend darauf halte ich auf der Ubucon auch einen Vortrag zu dem Thema. Die Folien für den Vortrag habe ich eben hochgeladen.

Wie auch schon beim Creative-Commons-Vortrag freue ich mich über viele Zuhörer, die mitdiskutieren. Vielleicht gibt es auch andere Erfahrungen mit dem Thema und Tipps von den Zuhörern an andere Zuhörer. Mein Wissen beschränkt sich eben auch nur einen kleinen Bereich.

Link zu Folien

E-Book-Erstellung aus LaTeX und HTML

E-Book-Reader und mobile Geräte, auf denen man E-Books anzeigen lassen kann, werden immer beliebter. Der Artikel soll am Beispiel von freiesMagazin zeigen, wie man am besten aus verschiedenen Quellformaten wie LaTeX oder HTML ein E-Book im EPUB-Format erstellen kann. Dabei werden zwei Programme vorgestellt, die die Konvertierung in dieses Format gut beherrschen.

Unterschiede zwischen Buch und E-Book

Auch wenn die meisten Leser sicherlich schon einmal ein Buch aus Papier in den Händen gehalten haben, ist man sich oft der Eigenschaften, die so ein Buch mitbringt, nicht bewusst. So gibt es feste Seiten, in der Regel mit Seitenzahlen am Rand oder in den Ecken. Rand? Genau, einen Rand um den eigentlichen Textkörper gibt es auch. So kann man das Buch mit den Händen festhalten, ohne dass der Text verdeckt wird. Oder man kann Kommentare mit einem Stift an den Seitenrand schreiben. Für ältere Menschen ist dieses feste Format aber eher schlecht. Die Schriftgröße verschiedener Bücher ist oft viel zu klein, sodass man sich externer Hilfen wie Lupen bedienen muss. Diese Eigenschaften treffen natürlich nicht nur auf gedruckte Bücher zu, sondern auch teilweise auf „starre“ digitale Formate, wie z.B. das PDF.

Ein E-Book dagegen ist nicht starr. Ganz im Gegenteil kann man es sogar als „fließend“ bezeichnen. Die Schriftgröße oder auch die Schriftart lassen sich oft so einstellen, dass man ohne Probleme auch bei einer Sehschwäche lesen kann. Man kann in einem E-Book zwar auch von Seite zu Seite blättern, dabei sind die Seitenzahlen aber nicht fest. Sie richten sich danach, wie groß der Text auf einer einzelnen Seite ist. Je nach Darstellungsart hat ein Buch also bei einem Leser 100 Seiten und bei einem anderen vielleicht 150.

Ein weiterer Unterschied zwischen E-Books und Büchern ist die Möglichkeit der Verlinkung und der Suche. In der analogen Welt muss man sich mit einem Index zufrieden geben und hoffen, dass der Autor alle wichtigen Stellen indiziert hat. Ansonsten ist viel Blättern angesagt. Bei digitalen Formaten dagegen kann man vom einem Index über Links direkt an die gewünschte Stelle im Buch springen oder auch einfach den ganzen Text in Sekundenbruchteilen durchsuchen.

Für E-Books hat sich in den letzten Jahren das offene EPUB-Format als dominierend erwiesen. So gut wie alle Hersteller von E-Book-Readern verstehen dieses Format. Es gibt eigentlich nur eine unrühmliche Ausnahme: das Amazon Kindle. Amazon setzt lieber auf ein eigenes, proprietäres MOBI-Format, welches wiederum von keinem anderen Gerät verstanden wird. Auch wenn Amazon mit seinen Kindle-Geräten sehr erfolgreich ist, gehört EPUB aufgrund der breiteren Unterstützung auf dem Markt die Zukunft und soll in diesem Artikel betrachtet werden.

EPUB ist ein gepacktes Container-Format, in welchem man die XHTML-kodierte Dateien (wie bei gewöhnlichen Webseiten) findet, welche den Text und die Formatierung angeben. Daneben enthält der Container natürlich auch die anzuzeigenden Bilder sowie im EPUB3-Standard Audio- und Videoelemente. Zusätzlich kann man auch noch ein Inhaltsverzeichnis und andere Meta-Daten (wie Autoren, Herausgeber etc.) in dem Container ablegen.

freiesMagazin als PDF

freiesMagazin als PDF.

Wandlung von LaTeX

Es gibt theoretisch eine Möglichkeit, wie man von einer LaTeX-Dokument direkt zu einem EPUB kommt: Pandoc. Die Ergebnisse des Programms sind aber (zumindest, was die Konvertierung von freiesMagazin angeht) nicht sehr gut bzw. es funktioniert einfach nicht.

Ansonsten gibt es keinen direkten Weg von LaTeX zu einem EPUB. Daher muss zwingend über ein Zwischenformat gearbeitet werden. Hier böte sich PDF an, was heutzutage das „normale“ Endprodukt einer LaTeX-Übersetzung ist. Wie oben geschrieben ist PDF aber ein starres Dateiformat mit festen Seitenzahlen und Umbrüchen. Dies führt bei der Konvertierung meistens zu Problemen.

Eines der bekanntesten Programme zur Konvertierung ist Calibre. Dabei ist Calibre selbst eher ein Medienverwaltungsprogramm, welches aber zahlreiche Hilfsmittel und Skripte mitbringt. Eines davon, ebook-convert, beherrscht viele Wandlungen, unter anderem auch PDF nach EPUB. Konvertiert man freiesMagazin damit, ist das Ergebnis leider nicht sehr brauchbar. Grund dafür ist zum einen das starre Layout von PDF, welches seitenbasiert arbeitet, zum anderen macht aber auch die dreispaltige Seitenaufteilung Probleme. Calibre kommt mit solchen Dokumenten einfach nicht zurecht. Konvertiert man beispielsweise das PDF der freiesMagazin-Septemberausgabe mittels

$ ebook-convert freiesMagazin-2012-09.pdf 09-2012.epub

erhält man Sätze wie „NahezujedeZeitschriftundInternetsei-sind.Möglichisthier,z.B.offene(oderschwach übertragen–eingefundenesFressenfürAngreite, die sich mit einem PC-nahen The- verschlüsselte) WLAN-Netze oder auch unverfer.“ Wer das noch lesen kann, ist gut. Ohne eine Anpassung des Layouts geht es also nicht.

Calibre

Calibre.

Exkurs: Der Aufbau von freiesMagazin

freiesMagazin besteht wie viele andere Projekte auch, aus einer Hauptdatei, welche die verschiedenen Kapitel (d.h. Artikel) per \input einbindet. Damit jede Ausgabe gleich aussieht, gibt es zahlreiche Befehle und Layoutdefinitionen. Diese sind in mehrere Dateien aufgeteilt: befehle.tex, layout.tex und pakete.tex.

Der Dateiaufbau von freiesMagazin

Der Dateiaufbau von freiesMagazin.

Die Idee ist nun, die Dateien, welche das Layout und die Darstellung bestimmen, so umzuformen, dass diese eher wie ein Fließtext wirken. Das heißt, im Grundprinzip ersetzt man die drei obigen Dateien durch eine befehle-mobil.tex. Übersetzt man den LaTeX-Code damit, ergibt sich ein optisch nicht schönes, aber doch recht fortlaufend aussehendes Format, welches in etwa an Fließtext erinnert. Eine Wandlung des PDFs mit Calibre zeigt dann auch ein bereits lesbares EPUB, wobei das Aussehen noch etwas kränkelt und Fußzeilen und Seitenzahlen den Lesefluss immer noch unterbrechen.

Calibre geht bei der Wandlung eines PDFs wie folgt vor: Es wandelt dieses zuerst in HTML und wandelt dann die HTML-Ausgabe in ein EPUB. Durch die Benutzung von XHTML in den EPUBs, ist der letzte Schritt in der Regel sehr leicht.

Die Idee ist also ganz einfach: Man wandelt nicht das starre PDF in EPUB, sondern versucht von LaTeX zu einer HTML-Version zu kommen, die man dann in ein EPUB umwandelt.

Der Dateiaufbau von freiesMagazin für die HTML-Ausgabe.

Der Dateiaufbau von freiesMagazin für die HTML-Ausgabe.

Von LaTeX zu HTML

Im Gegensatz zur Wandlung von LaTeX nach EPUB gibt es für die Wandlung von LaTeX nach HTML zahlreiche Programme, die um die Gunst des Nutzers buhlen: TeX4ht, Hyperlatex, LaTeX2HTML, LaTeXML, Hevea, tth und das oben bereits erwähnte Pandoc.

Bis auf Hevea und tth haben alle Konverter große Probleme, überhaupt sinnvolles HTML aus dem LaTeX-Code von freiesMagazin zu machen. Bei anderen LaTeX-Dateien kann dies sicherlich anders aussehen. Diese Einschränkung hat aber dazu geführt, dass man sich 2010 bei der ersten HTML-Erstellung für tth als Konverter entschieden hat (hevea brachte damals im direkten Vergleich schlechtere Ergebnisse).

tth ist aber leider auch fern von optimal und hat zahlreiche Einschränkungen. So versteht es kein \usepackage und kann daher nur den fest eingebauten LaTeX-Sprachschatz verstehen. (Hierbei gibt es aber auch ein Workaround, nämlich die sty-Datei des gewünschten LaTeX-Paketes mit \input zu inkludieren.) Dies führt dazu, dass man an der befehle-mobil.tex zahlreiche Anpassungen vornehmen muss, ehe tth den LaTeX-Code versteht:

  • keine Kopf- oder Fußzeile
  • einspaltiges Layout
  • alle Längenberechnungen entfernen
  • keine Spalten- oder Seitenumbrüche
  • „normale“ Positionierung von Bildern
  • einige Sonderzeichen (\ ~ |) maskieren
  • kein \ifthenelse
  • keine optionalen Argumente
  • Artikelüberschriften als \chapter
  • keine Listings (Paket listings)
  • nur Standardtabellenformat
  • keine absolute Positionierung (Paket textpos)

Auch ist die HTML-Ausgabe von tth nicht ganz optimal und fern von einer W3C-Validität. Daher läuft nach der Generierung der HTML-Datei ein eigens erstelltes Skript über den HTML-Code und passt diesen so an, dass ein ordentliche HTML-Version von freiesMagazin entsteht. So werden u.a. folgende Anpassungen vorgenommen:

  • unnötige Umbrüche entfernen
  • doppelte Absatzabstände entfernen
  • maskierte Sonderzeichen zurückwandeln (siehe oben)
  • echte Anführungszeichen setzen: „…“ anstatt ,,…''
  • Tabellenlayout korrigieren (feste Breite raus, einfacher Rahmen)
  • Bildergröße mittels style="max-width:100%;" anpassen
  • Meta-Daten (Titel, Herausgeber, etc.) des Dokuments setzen

Der gesamte, automatisierte Ablauf um eine HTML-Version von freiesMagazin zu erhalten, sieht also wie folgt aus:

  1. befehle-mobil.tex in die Hauptdatei eintragen und andere Dateien entfernen
  2. LaTeX-Code gesondert aufbereiten (hauptsächlich wegen Listings)
  3. tth laufen lassen
  4. HTML-Code nachbereiten (siehe oben)

Am Ende hat man ein HTML-Dokument, welches man im nächsten Schritt nach EPUB wandeln kann.

freiesMagazin als HTML

freiesMagazin als HTML.

Wandlung von HTML

Für die Wandlung des HTML-Dokuments nach EPUB kann man, wie oben bereits erwähnt, Calibre nutzen. Durch den Konsolenbefehl ebook-convert geht die Wandlung sogar automatisiert. Leider zeigt Calibre ein paar unschöne Eigenheiten. So wird der Abstand zwischen Absätzen nicht eingehalten, das CSS der Tabellen wird ignoriert und bei jeder Überschrift beginnt automatisch eine neue Seite. Zu guter Letzt fehlen im Inhaltsverzeichnis einige Kapitel. Durch Optionen lassen sich einige dieser Unschönheiten sicherlich ausbessern, nur sollte nicht zu viel Zeit in die Einarbeitung in Calibre investiert werden.

Ein anderer Weg zur Wandlung wäre das bereits oben erwähnte Pandoc, welches als Zielformat auch EPUB beherrscht. Die Ergebnisse des Konverters sind recht gut, dennoch gibt es ähnlich wie bei Calibre einige unschöne Eigenschaften, vor allem was den Einsatz von CSS angeht, sodass auch Pandoc nicht zum gewünschten Ziel führt.

Aus dem Grund wird bei freiesMagazin das Programm Sigil eingesetzt. Dies ist ein Konvertierprogramm von HTML nach EPUB, welches sehr gute Ergebnisse erzielt. Für die automatische Verarbeitung der Daten existiert eine inoffizielle Konsolenversion. Damit diese für freiesMagazin genau das tut, was sie soll, musste Sigil im Quellcode an einigen wenigen Stellen angepasst werden. So wird die HTML-Datei nicht konvertiert, sondern die Artikel werden getrennt, sodass jeder Artikel auf einer neuen Seite anfängt, und es wird ein Inhaltsverzeichnis erstellt. Das Ergebnis der Konvertierung mittels

$ sigil ~/freiesMagazin-2012-09.html ~/freiesMagazin-2012-09.epub

erzeugt dann (im Groben) die EPUB-Datei, die auf der freiesMagazin-Webseite heruntergeladen werden kann.

Sigil

Sigil.

Aber auch hier geht es leider nicht wieder ohne Anpassungen, damit das erzeugte EPUB ordentlich aussieht. So wird vor der Konvertierung das Inhaltsverzeichnis aus der HTML-Version entfernt, da die E-Book-Reader ein eigenes Inhaltsverzeichnis haben. Daneben erhalten die Artikel bestimmte Trennmarken am Beginn, damit jeder Artikel auf einer neuen Seite beginnt (siehe oben). Und zuletzt wird noch eine spezielle Titelseite erstellt, sodass in der Vorschau der E-Book-Reader zu sehen ist, um welche Ausgabe es sich handelt.

Vom LaTeX-Code über HTML zum EPUB.

Vom LaTeX-Code über HTML zum EPUB.

Prüfung des erstellten EPUB

E-Book-Reader sind bei der Interpretation des XHTML-Inhaltes nicht ganz so großzügig wie normale Webbrowser und verhalten sich mitunter sehr unfreundlich, d.h. sie reagieren mit Abstürzen, wenn das EPUB nicht ganz der Norm entspricht. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, das EPUB nach der Erstellung zu überprüfen.

Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten. Wer bereits Sigil einsetzt, kann dieses benutzen, um die Validierung durchzuführen. Dafür startet man Sigil, öffnet das EPUB und wählt dann unter „File -> Validate Epub“. Im unteren Teil des Fenster sieht man dann die diversen Warnungen und Fehler, die das geöffnete EPUB enthält. Durch einen Doppelklick kann man auch an die fehlerhafte Stelle springen und diese korrigieren.

Sigil validiert auch EPUBs.

Sigil validiert auch EPUBs.

Eine zweite Möglichkeit zur EPUB-Validierung ist das freie Java-basierende Programm EpubCheck. Nach dem Entpacken ruft man das Programm im Terminal auf und übergibt als Argument das zu prüfende EPUB. Die Ausgabe sieht dann ähnlich aus wie in Sigil:

$ java -jar epubcheck-3.0b5.jar freiesMagazin-2012-09-bilder.epub

Epubcheck Version 3.0b5

Validating against EPUB version 2.0

ERROR: freiesMagazin-2012-09-bilder.epub/OEBPS/content.opf(5,18): element "dc:keywords" not allowed anywhere

ERROR: freiesMagazin-2012-09-bilder.epub/OEBPS/Text/freiesMagazin-2012-09-bilder-epub_0003.xhtml(74,51): attribute "name" not allowed here

ERROR: freiesMagazin-2012-09-bilder.epub/OEBPS/Text/freiesMagazin-2012-09-bilder-epub_0004.xhtml(165,25): attribute "compact" not allowed here

...

Fazit

Der Artikel sollte zeigen, dass der Weg zu einem eigenen EPUB, egal ob man LaTeX oder HTML als Quelle hat, vielleicht nicht immer ganz einfach ist, man aber in der Regel mit vertretbaren Aufwand auch gute Ergebnisse erzielen kann.

freiesMagazin als EPUB.

freiesMagazin als EPUB.

Humble eBook Bundle

Es gibt ein neues Humble Bundle! Weil die Humble-Macher dachten, dass die Leute auch mal etwas Sinnvolleres als nur Computer spielen sollten (diese Annahme ist eine reine Erfindung!), enthält das neue Bundle acht Bücher in digitaler Form.

Stranger Things Happen (2001) von Kelly Link enthält elf fantastische Kurzgeschichten. Der Nachfolger Magic for Beginners (2007) enthält neun Kurzgeschichten aus den Bereichen Fantasy und Grusel. Zwei der Geschichten haben bereits bekannte Preise gewonnen (Hugo und Nebula Award).

In Invasion: The Secret World Chronicle (2011) von Mercedes Lackey, Steve Libby, Dennis Lee und Cody Martin geht es um den Kampf zwischen Superhelden auf der Erde und den Schurken einer parallelen Dimension. Das Buch ist der erste Teil einer größeren Saga. Der zweite Teil davon ist in 2012 erschienen.

Zoo City von Lauren Beukes (2010) spielt in einem alternative Südafrika, wo die ehemalige Journalisten Zinzi December einen Mordfall aufdecken muss.

Pump Six and Other Stories (2010) stammt von Paolo Bacigalupi, den ich bereits durch The Windup Girl kenne. „Pump Six and Other Stories“ enthält elf Kurzgeschichten aus dem Science-Fiction-Genre.

Der Name Cory Doctorow dürfte auch einigen in der Open-Source-Szene bekannt sein. Dieser ist mit dem Titel Pirate Cinema (2012) vertreten, welches erst diesen Oktober erschienen ist. Sein Buch beschäftigt sich in Romanform mit der aktuellen Tendenz, das illegale Herunterladen von Filmen unter immer höhere Strafen zu stellen.

Wer mehr als den aktuellen Durchschnitt zahlt, bekommt noch Old Man's War (2007) von John Scalzi dazu. Dies ist eine Science-Fiction-Geschichte, die sich mit der Kolonisation fremder Planeten beschäftigt, die von anderen außerirdischen Völkern bewohnt werden.

Als weitere Dreingabe, wenn man mehr als den aktuellen Durchschnitt zahlt, erhält man die grafische Novelle Signal to Noise (2007) des Autors Neil Gaiman (u.a. bekannt für Coraline oder Stardust) und des Zeichners Dave McKean. In dem Buch geht es um einen an Krebs sterbenden Filmregisseur, der sein größtes Meisterwerk nie beenden konnte und dennoch in seinen letzten Stunden daran arbeitet.

Wie auch bei den Spielen sind die Bücher DRM-frei und liegen in verschiedenen digitalen Formaten (PDF, EPUB, MOBI) vor. Jeder kann den Preis selbst bestimmen und in variablen Anteilen auf die Autoren, die Humble-Anbieter, die Electronic Frontier Foundation, die Charity-Organisation Child's Play und die Science Fiction & Fantasy Writers of America verteilen. Das Angebot besteht noch bis zum 24. Oktober 2012.

Drei der Autoren kenne ich bereits, aber auch die anderen Geschichten klingen interessant, zumal fast alle aus dem Genre Fantasy und Science Fiction stammen. Für mich ist das Angebot daher ein Pflichtkauf, auch wenn ich gar keinen E-Book-Reader habe. Aber ggf. ist das Bundle endlich mal ein Grund, einen zu kaufen. :)

Film: To Rome With Love

Titel To Rome With Love
Genre Komödie, 2012
Darsteller Woody Allen, Alison Pill, Alex Baldwin, Ellen Page, Jesse Eisenberg, Alessandra Mastronardi, Penelope Cruz, Roberto Benigni
Regisseur Woody Allen
Länge 112 min
Trailer Trailer

Vier Geschichten in einem Film:

1. Hayley (Alison Pill, Scott Pilgrim) macht Urlaub in Rom und verliebt sich dort in den charmanten Michelangelo (Flavio Parenti). Beide sind glücklich und wollen heiraten. Hayleys Eltern sind zufällig auch auf dem Weg in die Stadt. Als Hayleys Vater (Woody Allen) Michelangelos Vater Giancarlo (Fabio Armiliato) unter der Dusche singen hört, ist er hin und weg und versucht diesen dazu zu bewegen, auf einer Bühne aufzutreten.

2. Milly (Alessandra Mastronardi) und Antonio (Alessandro Tiberi) sind frisch verheiratet und verbringen ihre Flitterwochen in Rom. Daneben will Antonio noch ein Jobangebot annehmen. Doch vor dem Treffen mit seiner Familie verläuft sich Milly in der Stadt und trifft auf den Filmstar Luca Salta (Antonio Albanese). Antonio dagegen bekommt Besuch von der Prostituierten Anna (Penelope Cruz), die sich mit dem Überraschungsbesuch im Zimmer geirrt hat. Doch Antonios Familie hat die zwei schon erspäht und Anna muss sich als Milly ausgeben.

3. Leopoldo (Roberto Benigni) ist ein ganz normaler Schreibtischangestellter und führt ein absolut geregeltes und langweiliges Leben mit seiner Frau und den beiden Kindern. Das ändert sich schlagartig, als er von einen auf den anderen Tag berühmt wird und gar nicht weiß, wieso. Die ganze Welt will etwas von ihm wissen, was ihn anfangs ziemlich nervt. Aber er gewöhnt sich langsam an sein neues Leben.

4. John (Alec Baldwin) ist ein erfolgreicher, amerikanischer Architekt auf Urlaub in Rom, wo er früher seine Stundentenzeit verbrachte. Er läuft durch sein altes Wohnviertel und trifft dort auf den jungen Jack (Jesse Eisenberg, Zombieland), der mit seiner Freundin Sally (Greta Garwig) zusammenlebt. Zufälligerweise kommt an dem Tag auch noch Sallys Freundin Monica (Ellen Page, Super, Inception) zu Besuch, von der Sally behauptet, jeder Mann würde sich in sie verlieben. Und Jack passiert genau das, obwohl John ihn davor warnt.

Wann merkt man, dass wieder ein Jahr vergangen ist? Wenn ein neuer Woody-Allen-Film in die Kinos kommt. ;) Nach dem eher schwachen Ich seh den Mann deiner Träume ist dem Autor, Regisseur und Schauspieler mit „To Rome with Love“ eine großartige Komödie gelungen. Auch wenn die vier Episoden nichts miteinander zu tun haben (außer natürlich die Stadt Rom) und auch nacheinander und nicht verwoben hätten gezeigt werden können, macht der Film einfach nur Spaß.

Vor allem Allens Charakter Jerry hat großartige Dialoge und Gags parat. Aber auch die anderen bekannten und (mir) unbekannten Darsteller gehen in ihrer Rolle auf und jeder spielt genau so, dass es passt. Vor allem Ellen Page hat mich wie schon in Super begeistert, wenn sie die normale, aber gleichzeitig berechnende Freundin spielt, die den Mann ausspannt.

Storytechnisch gibt es einige Wendungen, die man so vielleicht nicht erwartet hätte. Einige Sachen sind auch (direkt betrachtet) befremdlich wie die Rolle von John oder Leopoldos plötzliche Berühmtheit. Schaut man etwas tiefer, ergibt alles einen Sinn und regt zumindest ein bisschen zum Denken an. Kurz danach muss man aber eh wieder lachen, sodass man nicht all zu lange mit Grübeln verbringt.

Den Film habe ich auf Englisch gesehen, dachte aber nach dem Anschauen, dass man ihn ohne Probleme in Deutsch anschauen kann. Nach dem Trailer rate ich davon aber ab. Im Original ist nämlich ca. die Hälfte des Films in Italienisch mit Untertiteln gehalten. Ich finde es schade, dass dieses Sprachmerkmal (was an einigen Stellen im Film wichtig ist) im Deutschen wegsynchronisiert wurde. Ob man den deutschen Zuschauern nicht zutraut, ein paar Zeilen Text zu lesen?

Mein Fazit: Sehr guter, lustiger und entspannender Film, den man sich ruhig anschauen sollte – am besten in der Originalsprache.