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Bericht von der Spielemesse in Stuttgart – Samstag

Im Gegensatz zu Freitag war es am Samstag direkt voll. Man bekam nicht auf Anhieb einen Platz an den Spieletischen, sodass am Nachmittag sogar der Boden mit spielenden Menschen belegt war.

Es folgt hier ein kurzer Bericht über die angetesteten Spiele. Danke an ein winziges Etwas, was mich zur Spielemesse begleitet hat. Oder ich sie – das weiß man ja nie so genau …

Die Zwerge

Die Zwerge basiert auf der gleichnamigen Romanreihe von Markus Heitz. Man schlüpft in die Rolle eines Zwerges (Ach, wirklich?) und versucht die Bedrohung, die in Form von Orks, Albae und Trollen über das Land hereinfällt, aufzuhalten. Hierfür muss man verschiedene Aufgaben erledigen und vor allem im Team zusammenarbeiten.

Die Zwerge ist ein schönes Koop-Spiel und der Vergleich zu Die Legenden von Andor (siehe Messebericht von Freitag) drängt sich auf. Beide Spiele sind ähnlich, unterscheiden sich aber im Ablauf. Die Zwerge haben wir zu zweit sehr leicht bestanden, wobei die Kampagne vom Erklärbär für uns etwas vereinfacht wurde. Der Effekt der einfallenden Horden, die sich Pandemie-artig über das Feld verteilen, ist jedenfalls gut und es macht Spaß zu spielen. Ich bin immer wieder bei einer Partie dabei.

Die Zwerge

Evo

In Evo (Neuauflage von 2011) übernimmt man die Rolle von Dinosauriern, die versuchen, auf einer Insel zu überleben. Neben dem Platzmangel machen einem auch die verschiedenen Landschaften wie Wüste, Gebirge, Wald oder Wiese von Jahr zu Jahr sorgen, weil diese manchmal extrem heiß oder extrem kalt sein können. Ohne Mutationen wie Fell zum Schutz vor Kälte ist man bald ausgestorben.

Wir haben Evo nur zu zweit gespielt, aber das hat sehr viel Spaß gemacht. Die verschiedenen Mutationen sorgen für Abwechslung und man muss immer schauen, wie man möglichst wenig Dinos am Ende seines Zuges verliert. Das Prinzip erinnert etwas an Small World, was aber kein Wunder ist, da Autor Philippe Keyaerts hinter beiden Spielen steckt. Ich werd mir Evo auf alle Fälle kaufen.

Evo

Snowdonia

Snowdonia von Lookout Games spielt im gleichnamigen Nationalpark, nur 100 Jahre früher. Als Chef einer Eisenbahnlinie versucht man seine Arbeiter geschickt einzusetzen, um Geröll wegzuräumen, Schienen zu legen, Eisenbahnen zu kaufen und neue Stationen zu erschließen.

Das Prinzip von Snowdonia klang ganz interessant, weswegen ich das Spiel auch testen wollte. Zu zweit ist der Ablauf aber extrem eintönig und zieht sich sehr hin. Es gibt kaum Interaktion, da man sich einfach zu selten in die Quere kommt. Bei mehr Spielern ist das sicherlich besser, aber so hat es keinen Spaß gemacht. Dafür sind die Vorgänge jede Runde einfach zu wiederholend.

Snowdonia

Abschluss

Zum Abschluss haben wir am Freitag noch einmal Seasons gespielt (siehe Messebericht von Freitag) , weil das Spiel einfach gut ist. Wir waren aber auch nur sechs Stunden vor Ort, sodass wir nicht so viel wie am Vortag testen konnten.

Wer auch immer in der Nähe von Nürnberg, Stuttgart oder Essen wohnt und gerne spielt, sollte sich solche Spielemessen nicht entgehen lassen. Man kann extrem viele gute, neue Spiele kennenlernen.

Wenn Interesse besteht, werde ich von Zeit zu Zeit immer mal wieder über die neuesten Spiele berichten, die wir in der Spielegruppe testen. Das können brandneue Sachen sein, aber auch alte „Klassiker“.

Bericht von der Spielemesse in Stuttgart – Freitag

Nach Essen war Ende November auch in Stuttgart die Süddeutsche Spielemesse. Da ich in Essen nicht alle Spiele testen konnte, die ich wollte bzw. ich mit Absicht die deutschen Verlage ausgelassen hatte, hatte ich so die Chance, in Stuttgart Einiges nachzuholen.

Im Vergleich zu Essen ist Stuttgart … nein, Essen und Stuttgart lassen sich nicht vergleichen. Wo in Essen 5 Hallen mit 600 neu ausgestellten Spielen standen, war es in Stuttgart eine halbe Halle, die man in 15 Minuten locker durchlaufen konnte. Dafür gab es aber zwei größere Spieleareale, wo man Spiele ausleihen und testen konnte. Mitunter gab es auch einen Erklärbär/Erklärbärin kostenlos obdendrauf.

Es folgt hier ein kurzer Bericht über die angetesteten Spiele. Mein Dank geht an meine beiden Mitstreiter, die mit mir am Freitag die Messe unsicher gemacht haben.

Die Legenden von Andor

Wenn man Die Legenden von Andor von Kosmos erklärt bekommt, denkt man an ein sehr einfaches Fantasy-Kooperationsspiel. Grund ist, dass der Macher Michael Menzel die erste Kampagne mit Absicht wie eine Art Tutorial aufgebaut haben. Erst lernt man mit seinen Helden laufen, dann gegen Monster kämpfen – und zum Schluss in der Gruppe verlieren. Und dennoch hat es Spaß gemacht! Vor allem für Brettspiel-/Rollenspiel-/Koop-Einsteiger halte ich das Spiel für sehr geeignet. Ob es langfristig Spaß macht, weiß ich nicht, aber ich wäre immer wieder bei einer Partie dabei.

Die Legenden von Andor

Seasons

Seasons ist ein sehr buntes Karten-/Würfelspiel aus dem Hause Asmodee/Libellud. In dem Spiel versucht man mit Hilfe der Würfel die Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft zu bändigen, um mit ihnen Zaubersprüche (Karten) sprechen zu können, die einem Siegpunkte bringen. Damit Variation in das Spiel kommt, verläuft es über drei Jahre zu vier Jahreszeiten, in denen unterschiedliche Würfel benutzt werden.

Mir hat Seasons sehr gut gefallen. Es dauert eine Weile, eh man im Spiel drin ist. Vor allem das Erlernen der Karten und Lesen der Kartentexte kann etwas Zeit in Anspruch nehmen. Danach erwartet einen aber ein taktisches Würfelspiel mit einer sehr hohen Variation und Wiederspielwert. Seasons steht damit definitiv auf meiner Spielkaufliste.

Seasons

King of Tokyo

Welches Monster wird King of Tokyo? Ohne viel Ernst versucht man in Tokyo als Monster die Stellung zu halten, während alle anderen außerhalb der Stadt auf einen einschlagen. Ob nun Nova-Atem, Parasiten oder Extra-Tentakel – Sonderkarten helfen einem dabei den Sieg zu erringen. Entweder auf die langweilige Art – durch Siegpunkte – oder indem man – ganz Monster, das man ist – alle anderen Monster im Kampf besiegt.

Das Spiel von Richard Garfield (Erfinder von Magic – The Gathering oder Roby Rally) wird in Deutschland vom Heidelberger Spieleverlag vertrieben. Es ist nicht neu, aber in Essen kam die Erweiterung dazu heraus, weswegen ich das Grundspiel unbedingt mal spielen wollte. Es handelt sich um ein sehr einfaches und schnelles Würfelspiel. Man muss nicht groß nachdenken und kann einfach nur Spaß haben. Das ist auch der Grund, wieso ich es mir gleich gekauft habe.

King of Tokyo

Takenoko

Nachdem ich in Essen schon den Takenoko-Panda mitgenommen habe, wollte ich jetzt endlich auch einmal das Spiel dazu testen. Auch wenn es albern klingt, aber man versucht in einem Garten verschiedenfarbigen Bambus sprießen zu lassen. Während der Gärtner den Bambus gedeihen lässt, frisst der Panda alles wieder auf. Beides kann Siegpunkte bringen.

Takenoko-Panda

Wer aufgrund der Grafik denkt, bei Takenoko (französischer Link, da es von Matagot vertrieben wird) handelt es sich um ein simples Kinderspiel, irrt. Es ist ein reines Taktikspiel, verpackt in süßer Grafik. Es ist immer die Frage, welche Art von Siegkarten man versucht zu erfüllen. Lieber Bambusfelder in Formation legen oder besser Bambus wachsen lassen oder eben mit dem Panda den Bambus auffressen. Es gibt viele Möglichkeiten zum Sieg, was das Spiel durchaus interessant macht.

Takenoko

Goblins Inc.

In der ersten Phase von Goblins Inc. wird ein Kampfroboter gebaut, der in der zweiten Phase gegen den anderen Roboter antritt. Am besten in zwei Teams mit je zwei Spielern gespielt, übernimmt der eine das Ziehen der Plättchen, während der andere die Plättchen auf den Roboter legen muss. Der Clou: Die zwei dürfen nicht miteinander reden. In der zweiten Phase übernimmt dann einer die Steuerung des Kampfroboters, während der andere schießt. Ebenfalls wieder ohne Kommunikation. Der Grund: Am Ende gewinnt nur ein Goblin am Tisch!

Goblins Inc. ist ein etwas chaotischeres Galaxy Trucker (beide sind auch von Czech Games Edition) und macht genau aus dem Grund Spaß. Hier ist definitiv der Weg das Ziel. Wenn der Tischnachbar nur laut stöhnt und die Augen rollt, wenn man ein Plätzchen auf den Roboter legt, dann ist das einfach witzig. Für Leute, die ein chaotisch, nicht richtig vorhersehbares Spiel mögen, ist Goblins Inc. genau das richtige. Leider kann man nur gut mit 2 oder 4 Spielern spielen.

Goblins Inc.

Libertalia

Das zweite von Asmodee vertriebene Spiel ist Libertalia von Paolo Mori. Auf einem Piratenschiff versucht man durch das Ausspielen verschiedener Charaktere Schätze zu sichern und die Charaktere in seiner eigenen Schatzhöhle zu bunkern – schließlich bringen auch diese Siegpunkte.

Libertalia ist kein schlechtes Spiel und weiß zu unterhalten. Es kostet zwar etwas Zeit, die Sondereigenschaften aller 30 Charaktere zu lernen, aber danach gestaltet sich ein spannendes Spiel im Sinne von „Ich denke, dass mein Gegenüber denkt …“. Ich würde es mir nicht kaufen, aber wieder mitspielen.

Libertalia

Fremde Federn

Bei Fremde Federn hat Friedemann Friese von diversen Spielen die Spielmechanik geklaut und munter zu einem eigenen Spiel gerührt. In Fremde Federn übernimmt man die Rolle eines Politikers und man versucht irgendwie Arbeiter im Büro einzusetzen, um Karten zu kaufen und … ja, so ganz habe ich es auch nicht verstanden.

Dass nicht unbedingt etwas Gutes herauskommen muss, wenn man verschiedene gute Spielmechaniken zusammenwürfelt, zeigt Fremde Federn ganz gut. Jedes Element wirkte aufgesetzt und arbeitete nicht mit dem Rest zusammen. Mir liegen 2F-Spiele sowieso nicht, aber hier kam definitiv keinerlei Spielgefühl auf.

Fremde Federn

Zombie-Würfel

Man würfelt mit grünen, gelben und roten Würfel und versucht als erster 21 Gehirne zu erwürfeln. Zombie-Würfel ist Spiel, was als Absacker dienen könnte, aber selbst dafür zu seicht ist. Dann lieber King of Tokyo (siehe oben).

Film: Skyfall

Titel Skyfall
Genre Action, 2012
Darsteller Daniel Craig, Judi Dench, Javier Bardem, Ralph Fiennes
Regisseur Sam Mendes
Länge 143 min
Trailer Trailer

Bei einer Verfolgungsjagd auf einem Zug wird Geheimagent James Bond (Daniel Craig) von einer Kugel getroffen und nutzt seinen „Tod“ für eine kleine Auszeit. Doch der britische Geheimdienst MI-6 kann nicht trauern, da der Verfolgte mit einer Liste aller NATO-Geheimagenten entkommen ist. Es dauert nicht lange, bis die Bösen den Code entschlüsselt haben und weltweit Agenten enttarnt und getötet werden. Bond tritt wieder auf den Plan, um den Schurken (Javier Bardem) zu stellen.

Ich bin kein Bond-Fan und „Skyfall“ ist erst der zweite Film nach Quantum of Solace, den ich im Kino gesehen habe. Dennoch haben mich die recht guten Kritiken ins Kino gezogen. Im Endeffekt habe ich es nicht bereut, da „Skyfall“ ein sehr guter Agenten-Actionfilm ist.

Allein im Vorspann sitzt man gespannt vor lauter Tempo und Action in den Kinosesseln bis er dann mit Bonds Sturz (siehe Trailer) endet. Die Überblendung zu dem (in meinen Augen) absolut genialen Intro mit der Musik von Adele beeindruckt dann schon sehr. Aber auch im Film gibt es in den 143 Minuten kaum eine langatmige Stelle. Einzig die Erklärung von Bösewicht Bardem ziehen sich etwas. Von der Story erinnert „Skyfall“ (wie schon zuhauf im Internet erwähnt) stark an The Dark Knight, aber es gibt Schlimmeres als sich an einem guten Film zu orientieren.

Schade fand ich die zahlreichen Logiklöcher im Film. Ich kann nicht auf sie eingehen, ohne zu spoilern, daher lasse ich es. Aber in jeder Firma ist die Informationssicherheit höher als beim MI-6 scheint mir. Ebenso wurde Bondgirl Sévérine (Bérénice Marlohe) gerade zu verheizt. So lieblos wurde wohl noch nie mit einem Charakter umgegangen. Problematisch ist auch die Timeline. Da ich das Bond-Universum nicht verfolge, weiß ich nicht, ob es da so etwas wie Kontinuität geben soll, aber mir scheint nicht. Es gibt oft Referenzen auf frühere (also viel früher) Filme wie Anmerkungen von Q oder der Aston Martin, aber so ganz passt das alles nicht zusammen, wenn man mehr über die Lebensgeschichte von James Bond erfährt.

Aber da ja eh kaum jemand wegen der Logik in einen Action-Film geht und man zwei Stunden gut unterhalten wird, ist „Skyfall“ ein ganz guter Film, der man sich ruhig anschauen kann.

Konzert: East meets West

Gestern habe ich neben dem Kölner Dom auch dem WDR Funkhaus einen Besuch abgestattet. Im Zuge des Soundtrack Cologne gab es ein Konzert mit dem Titel „East meets West“. Ursprünglich war nur ein Konzert um 20 Uhr angesetzt. Aufgrund der großen Nachfrage und des Kartenausverkaufs innerhalb weniger Stunden wurde ein Zusatzkonzert um 17 Uhr gegeben, bei dem ich dann dabei sein konnte.

Das Thema „East meets West“ spiegelte sich in dem zweistündigen, variantenreichen Konzert immer wieder. Auf der Trackliste stand eine gute Mischung westlicher Spielmusik wie „James Bond“, „Everquest II“ oder „Gothic 3“ und östlicher Musik aus „Xenogears“ oder „The Legend of Zelda“.

Hauptbestandteil des Konzerts waren aber zum einen das Final-Fantasy-Medley, welche von Benyamin Nuss auf dem Piano begleitet wurde. Zum anderen stach die Turrican-Anthology von Chris Hülsbeck hervor.

WDR-Rundfunkorchester und -chor.
WDR-Rundfunkorchester und -chor.

Das Konzert war in meinen Augen großartig und keine CD-Aufnahme dieser Welt kann wiedergeben, wie es im Konzertssaal war. Wenn das ganze Orchester laut spielt, die Musiker im Rhytmus mit den Füßen stampfen oder der Chor aus Männern und Frauen a cappella singt, bekommt man einfach Gänsehaut. Andersherum wurde das Grinsen in unseren Gesichter immer breiter, als man wieder eine bekannte Melodie aus Gothic, Zelda oder Turrican hörte.

Das beste Stück an dem Abend war in meinen Augen aber wahrscheinlich „Apotheosis“ aus dem Spiel „Journey“ von Austin Wintory. Es klang einfach nur großartig!

Geleitet wurde das Orchester von Wayne Marshall. Die meisten Komponisten waren auch vor Ort im WDR Konzertsaal und durften sich am Ende auf der Bühne feiern lassen.

Die Komponisten der gespielten Stücke.
Die Komponisten der gespielten Stücke (leider unscharf).

Nach den Standing Ovations gab es als Zugabe eine Art Konzert-Zusammenfassung mit dem Titel „East meets West“ und (genialerweise) die orchestrale Interpretation der Musik aus „The Great Giana Sisters“, wo das Publikum bereits bei der bloßen Ankündigung zu jubeln begann.

Ich freue mich wahnsinnig, dass ich das Konzert miterleben durfte. Live schlägt so etwas wie oben geschrieben jede CD um Längen. Wenn es nächstes Jahr wieder ein solches Konzert gibt (normalerweise gibt es solche Konzerte jedes Jahr), bin ich auf alle Fälle wieder dabei. Für 20 Euro kann ich das Konzert auch nur jedem Spieler, der auch orchestrale Soundtracks mag, ans Herz legen.

PS: Wie ich gerade sehe, kommt Video Games Live angeblich im April/Mai 2013 nach Europa. Das wäre dann auch etwas, was man sich anhören sollte. Und vielleicht gibt es ja auch nächstes Jahr ein Konzert aus der Symphonic-Reihe.

Kölner Dom bei Nacht.
Der Kölner Dom bei Nacht.

Update zum Humble Bundle for Android 4

Wie gewohnt gibt es eine Woche nach Start des Humble Bundle for Android 4 ein kleines Update auf der Webseite. Wer mehr als den Durchschnitt zahlt (derzeit 6,21 Euro), bekommt alle Spiele des Humble Bundle for Android 2 dazu.

Zu den Spielen zählen unter anderem: das seitwärtsscrollende Strategiespiel Swords and Soldiers, das seitwärtsscrollende Jump'n'Jump Canabalt, das Denkspiel Zen Bound 2, das 3D-Puzzle-Spiel Cogs, welches bereits im dritten und vierten Humble Bundle enthalten war, und zuletzt Rollenspiel Avadon: The Black Fortress.

Wer das zweite Humble Bundle for Android bereits hat, für den lohnt sich die Dreingabe nicht, alle anderen können sich darüber freuen (auch wenn die neuen Spiele alle nicht mein Fall sind).

Buch: Computerspielanalyse konkret: Methoden und Instrumente erprobt an Max Payne 2

Titel Computerspielanalyse konkret: Methoden und Instrumente erprobt an Max Payne 2
Autor Danny Kringiel
Sprache Deutsch
Genre Sachbuch
Herausgeber kopaed, 2009
Seitenanzahl 349

Dass ich Bücher mit Analysen über Computerspiele mag, ist seit „See? I'm real...“ Multidisziplinäre Zugänge zum Computerspiel am Beispiel von 'Silent Hill' klar. Auf meiner Leseliste stand daher schon des Längeren die Arbeit von Danny Kringiel, der sich mit dem Computerspiel May Payne 2 auseinandergesetzt hat. „Max Payne 2“ hat er gewählt, weil sich hieran viele verschiedenen Methoden und Instrumente der Computerspielanalyse zeigen lassen.

Aufhänger für das Buch ist die Erforschung von Methoden zur Computerspielanalyse. Vor allem bei Shootern blöken Politiker unwissenderweise gerne irgendwelche Studien nach, die die Gefährlichkeit von solchen Spielen zeigen sollen. Dass ein EgoThird-Person-Shooter (hier am Beispiel von „Max Payne 2“) aber nicht so einfach zu analysieren ist, zeigt das Buch.

Konkret werden sechs Aspekte des Computerspiels betrachtet:

  • Ludologische Analyse – Was macht das Spiel aus? Was sind die Spielregeln, was die Spielziele? Wie wirken sich Schwierigkeitsgrad oder Zufallselemente auf das Spiel aus?
  • Narrative Analyse – Was ist die Geschichte von Max Payne 2? Welche Erzählperspektiven gibt es und wie wird Spannung aufgebaut?
  • Cyberdramatische Analyse – Wer sind die Figuren in Max Payne 2 und welche Beziehungen gibt es zwischen ihnen?
  • Filmanalytische Untersuchung – Welche Beziehungen zu Filmen gibt es? Welche aus Filmen bekannte Einstellungen und Motive werden übernommen? Welche Bedeutung haben die Filmszenen im Spiel?
  • Architektonische Analyse – Wie sind die Räume (Level) in Max Payne 2 aufgebaut? Und wie wird der Spieler durch diese Räume geführt? Welchen Einfluss hat die Architektur auf die Spielerfahrung und die Erzählung?
  • Lernbezogene Analyse – Was lernt ein Spieler in Max Payne 2? (Nein, es ist nicht das Töten von Menschen.) Wie ist die Lernkurve? Was ist die Lernmotivation?

Am Schluss werden diese sechs Aspekte zueinander in Relation gesetzt und ihre gegenseitige Beeinflussung untersucht.

Im Anhang des Buches gibt es auch den aus der Untersuchung hervorgegangenen Fragenkatalog. Die über 200 Fragen können auch auf andere Spiele angewendet werden. Und auch wenn es für eine Rezension in einem Computerspielmagazin zu viel wäre, täte ein Blick der Schreiber in diesen Katalog der Rezension sicher nicht schlecht.

Ich ertappe mich inzwischen bei verschiedenen Computerspielen, wie ich versuche, diese zu analysieren, was Charaktere, Story und Lernmotivation angeht. Es kann mitunter ziemlich interessant sein, auch einmal hinter das Computerspiel zu schauen.

Jedem, der das Buch in den Händen hält, sollte klar sein: Es handelt sich um eine wissenschaftliche Arbeit. Die Sätze sind oft mit Fremdwörtern gespickt, es gibt Fußnoten (insgesamt 752) und Referenzen ohne Ende. Dennoch lesen sich die meisten Kapitel sehr interessant und wer Interesse an „Game Studies“ hat, liegt mit diesem Buch sicher nicht falsch.

18. Filmschau Baden-Württemberg

In Stuttgart ist nicht nur das Fantasy Filmfest, sondern dieses Jahr auch die 18. Filmschau Baden-Württemberg. An den fünf Programmtagen vom 28. November 2012 bis zum 2. Dezember 2012 werden in den Innenstadtkinos verschiedene, hauptsächlich inländische Filme gezeigt.

Zur Auswahl gehören diverse Spielfilme wie „Bissige Hunde„ oder „3 Zimmer/Küche/Bad, die ersten zwei Folgen der zweiten Staffel der Serie „Game of Thrones“ (sogar kostenlos), eine Folge Tatort, diverse Dokumentarfilme sowie Kurz- und Animationsfilme.

Ich weiß noch nicht, ob ich hingehe, auch wenn mich „The Big Black“ und „Finn und der Weg zum Himmel“ interessieren. „3 Zimmer/Küche/Bad“ läuft ja sowieso schon aktuell in den Kinos.

Film: Hotel Transsilvanien

Titel Hotel Transsilvanien
Genre Animation, 2012
Regisseur Genndy Tartakovsky
Länge 91 min
Trailer Trailer

Seit 118 Jahren bietet Graf Dracula in Transsilvanien ein Hotel für Monster an. Das umgebaute Schloss dient als Zufluchtsstätte vor den mörderischen und gefährlichen Menschen. Doch alles wird durcheinander gebracht, als ein junger Mensch per Zufall in das Hotel stolpert. Dracula ist klar: Niemand darf davon erfahren und so tarnt er Jonathan als Monster. Dummerweise verliebt sich seine Tochter in den ausgeflippten Jungen und die Dinge nehmen ihren Lauf.

„Hotel Transsilvanien“ ist eine Coming-of-Age-Komödie mit Vater-Tochter-Beziehung. Die junge Mavis (also jung in Vampirjahren, schließlich ist sie schon 118) will endlich die weite Welt sehen und Abenteuer erleben, wogegen ihr Vater sie vor allem Übel (vor allen den bösen Menschen) beschützen will und dazu auch zu drastischen Mitteln greift. Und Jonathan ist ein lebenslustiger junger Mann, der Monster geil findet anstatt gruselig.

Die Story ist damit sicherlich nicht neu, aber zumindest sehr witzig aufbereitet. Die Musikstücke und einige Slapstickeinlagen zeigen zwar auch, dass der Film für Kinder gemacht wurde, aber auch erwachsene Menschen können ihren Spaß an einigen witzigen und ironischen Bemerkungen haben.

Die deutschen Sprecher sind gut. Für das deutsche Publikum wurden sogar die Liedtexte übersetzt, was etwas seltsam klingt, aber zumindest auch das junge Publikum anspricht. Alles in allem ein sehenswerter Film für die ganze Familie.

Und: Ich hätte nicht gedacht, dass jemand den Blick des Katers aus Shrek toppen kann, aber eine Fledermaus hat es geschafft.

Humble Bundle for Android 4

Es gibt ein neues Humble Bundle: Humble Bundle for Android 4, welches Spiele für Android, Linux, Mac und Windows bereithält.

Splice ist ein Puzzle-Spiel, bei dem man Zellen verschieben, teilen oder mutieren muss. Das Spiel selbst sieht nicht so interessant aus, aber die Programmierer von Cipher Prime sind für ihre sehr guten Musikintegration bekannt, sodass die Spielmusik großartig klingt.

Auf den Linux-Port von Eufloria warte ich schon seit Jahren. Es ist ein simples Strategiespiel, bei dem man fremde Planeten erobert und mit Samen bepflanzt. Ein einfaches Mehrheitenprinzip entscheidet über Sieg oder Niederlage bei der Eroberung. Grafisch und musikalisch sieht das Spiel sehr gut aus.

Waking Mars spielt, wie der Name sagt, auf dem Mars. Mit seinem Raumanzug fliegt man durch das marsianisches Höhlensystem und entdeckt neue Lebensformen.

Bei Crayon Physics Deluxe handelt es sich um ein Physik-Puzzler, bei dem man mit Wachsmalstiften Objekte und Linien auf dem Bildschirm zeichnet, um einen Ball ins Ziel rollen zu lassen. Das Spiel war erstmals im Humble Indie Bundle 3 enthalten und wurde später auch noch zum Humble Introversion Bundle und Humble Indie Bundle 4 hinzugefügt.

Auch Superbrothers: Sword & Sworcery EP war bereits in einem Humble Indie Bundle enthalten, erscheint jetzt aber erstmals als Beta für Android. Das Adventure besticht durch seine detaillierte Pixel-Grafik und die musikalische Untermalung.

Den meisten bereits bekannt ist das Adventure Machinarium, bei dem man als kleiner Roboter seine verschwundene Freundin in der großen Stadt suchen muss. Das Spiel war bereits im Humble Indie Bundle 2, im Humble Indie Bundle 3 und im Humble Botanicula Bundle enthalten. Das Spiel gibt es aber nur, wenn man mehr als den aktuellen Durchschnitt von derzeit 5,96 US-Dollar zahlt.

Die Besonderheit des Bundles ist wieder, dass alle Spiele auf Android, aber auch auf Linux, Mac und Windows laufen. Bezahlen kann man wieder das, was man für richtig empfindet. Das Geld kann man dann in variablen Anteilen auf die Spieleentwicker, die Humble-Anbieter, die Electronic Frontier Foundation und die Charity-Organisation Child's Play verteilen.

Die Spiele sind per Direktdownload und BitTorrent, über Steam oder das Ubuntu Software Center verfügbar. Man sollte ggf. vor dem Kauf die Systemanforderungen durchlesen. Das Angebot besteht noch bis zum 12. November 2012.

Ich habe mir das Bundle vor allem wegen Eufloria gekauft, welches ich schon immer haben wollte. Aber auch Waking Mars sieht interessant aus. Splice interessiert mich weniger und die restlichen Spiele gab es für Linux ja schon in früheren Bundles.

freiesMagazin 11/2012 erschienen

freiesMagazin 11/2012 Titelseite

Heute ist die Novemberausgabe von freiesMagazin erschienen und bringt viele spannende Artikel aus den Bereichen Linux und Open Source mit.

Inhalt der Ausgabe 11/2012

  • Der freie Audio-Codec Opus
  • systemd – Das Init-System
  • Die GNU Source Release Collection
  • Der September und der Oktober im Kernelrückblick
  • LanguageTool – Tutorial Teil II: Komplexere XML-Regeln
  • E-Book-Erstellung aus LaTeX und HTML
  • Wayland: Der König ist tot – es lebe der König
  • Taskwarrior – What's next? (Teil 4)
  • Bericht von der Ubucon 2012
  • Rezension: LPIC-2 – Sicher zur erfolgreichen Linux-Zertifizierung
  • Rezension: NoSQL Distilled
  • Leserbriefe und Veranstaltungen

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