Skip to content

Update zum Humble Indie Bundle 11

Wie gewohnt wurden einer Woche nach Veröffentlichung weitere Spiele dem Humble Indie Bundle 11 hinzugefügt. Wer mehr als den aktuellen Durchschnitt zahlt oder schon gezahlt hat, erhält folgende Spiele dazu.

In FEZ übernimmt man die Rolle von Gomez, der ohne Sorgen in seiner 2D-Welt lebt, bis eines Tages ein goldener Kubus erscheint und ihm die dritte Dimension zeigt, bevor der Kubus in tausend Stücke zerspringt. So macht man sich in diesem Puzzlespiel auf, alle Teile des Kubus wieder zu finden und dabei die Eigenheiten der 2D-Welt in der dritten Dimension auszunutzen. Die Spielidee ist dabei recht neu, weswegen FEZ bisher auch sehr erfolgreich verkauft wurde.

Beatbuddy muss die Welt bzw. Symphonia retten. Dafür schwimmt er durch das Meer und bekämpft zahlreiche Kreaturen mit verschiedenen Beats. Von der Spielidee erinnert Beatbuddy etwas an Aquaria, stellt die Musik noch mehr in den Vordergrund, die Story dafür etwas hinten an.

In Starseed Pilgrim übernimmt man die Rolle eines Gärtners, der musikalisch und farbenfroh seinen Garten pflegen will. Die Pixelgrafik erfreut Linux-Spieler leider wenig, weil es auf Adobe Air setzt und nur damit gestartet werden kann (daher auch kein Screenshot).

Beatbuddy
Beatbuddy
FEZ
FEZ

FEZ und Beatbuddy sind mehrsprachig, u.a. wird auch Deutsch angeboten.

Film: 47 Ronin

Titel 47 Ronin
Genre Asia-Action, 2013
Darsteller Keanu Reeves, Hiroyuki Sanada, Ko Shibasaki, Rinko Kikuchi
Regisseur Carl Rinsch
Länge 118 min
Trailer Trailer

Kai (Keanu Reeves) ist als Halb-Englänger/Halb-Japaner ein Ausgestoßener im alten Japan. Als Baby ausgesetzt und von Dämonen aufgezogen, flieht er in die Menschenwelt und wird dort von Lord Asano aufgenommen. Dessen Tochter Mika (Ko Shibasaki) verliebt sich in ihn, aufgrund des Standesunterschiedes gibt es aber keine Zukunft für beide.

Durch eine List von Lord Kira verurteilt der Shogun Lord Asano zum Tod. Seine Samurai werden fortan zu Ronin und Kai wird versklavt. Doch alle sinnen darauf, sich an Lord Kira zu rächen, zumal dieser Mika zu seiner Frau nehmen will.

Der Trailer versprach einen schönen und fantastischen, japanischen Action-Film und der Film hat das im Endeffekt auch ganz gut umgesetzt. Es gibt einige Kämpfe zwischen den Samurai/Ronin, eine Hexe tritt auf, ein Drache und andere Fantasie-Kreaturen. Gute Unterhaltung also.

Leider passt es nicht an allen Stellen. Die Liebesgeschichte zwischen Kai und Mika ist etwas zu detailliert und lang geschildert. Die Kampfkünste von Kai, die er bei den Dämonen gelernt hat, kommen kaum zum Einsatz, obwohl er damit allen Gegnern überlegen wäre. Und auch wenn es japanische Tradition ist, finde ich einen „ehrenvollen“ Massenselbstmord in einem Film irgendwie nicht attraktiv. Gefallen hat mir Rinko Kikuchi in der Rolle als Hexe. Sie ist ja bereits bei Pacific Rim positiv aufgefallen.

Insgesamt kann man sich den Film anschauen, aber es gibt bessere Asia-Action-Filme, wie ich finde, z.B. A Chinese Ghost Story oder Tiger & Dragon.

Wochenrückblick 08/2014

Der Wochenrückblick lässt das Geschehen der vergangenen Woche rund um Ubuntu, Linux und Open Source Revue passieren.

Rund um Ubuntu

Lokal integrierte Menüs in Ubuntu 14.04

Das Unity-Dektop-Team hat bekannt gegeben, dass in Ubuntu 14.04 ein Feature aufgegriffen wird, das vor zwei Jahren schon angedacht war: lokal integrierte Menüs.

Da Unity auch auf Mobilgeräten verwendet wird, werden aus Platzgründen die Menüs nicht in den offenen Programmfenstern angezeigt, sondern im Panel. Da der Weg bis zum oberen Bildschirmrand aber vor allem bei großen Bildschirmen sehr weit ist, gibt es aber Ubuntu 14.04 „Trusty Tahr“ die Möglich, das Menü wieder im Fenster einzublenden.

Besonderheit ist, dass das Menü nicht wie bei anderen Fenstermanagern unter dem Fensterrahmen (wo normalerweise der Anwendungstitel zu finden ist) liegt, sondern im Fensterrahmen selbst. Fährt man mit der Maus über den Rahmen, wird das Menü eingeblendet.

Weitere Quellen: OMG! Ubuntu!, heise open, Golem

Neues rund um Linux

Univention vergibt Preis für Abschlussarbeiten

Wer kürzlich mit seiner Abschlussarbeit beschäftigt war und dabei auch noch das Thema Open Source behandelt hat, kann sich bei Univention für einen Absolventenpreis bewerben. Das Unternehmen prämiert Hochschul-Abschlussarbeiten der Jahre 2012 bis 2014. Die Fachrichtung ist dabei egal, nur der Bezug zu Open-Source-Software muss gegeben sein.

Quellen: Pro-Linux, heise open, Linux-Magazin

Linux-Kenntnisse immer wichtiger

Laut einer Studie der Linux Foundation ist Linux-Wissen nach wie vor sehr gefragt bei heutigen Stellenangeboten. Firmen suchen immer mehr Linux-Fachkräfte, was der Arbeitsmarkt aktuell nicht befriedigen kann.

Quellen: Pro-Linux, heise open, Linux-Magazin

Spielen unter Linux

Humble Indie Bundle 11

Noch bis zum 4. März kann das aktuelle Humble Indie Bundle 11 mit sechs Spielen für Linux erstanden werden, wobei eines erst im Laufe des Jahres erscheinen soll. Den Preis für das Spielepaket kann man wie immer selbst bestimmen.

Mehr Informationen gibt es im Blog-Artikel.

Weitere Quellen: OMG! Ubuntu!, Pro-Linux, heise open

Jagged Alliance-Fortsetzung auch für Linux

„Jagged Alliance: Back in Action“ ist ein Echtzeit-Strategiespiel, das einige rundenbasierende Elemente aus den Vorgängern mitnimmt. Das Spiel ist nun auch für Linux über Steam erhältlich.

Quelle: Pro-Linux

Hardware und Mobiles

Partner für Ubuntu Smartphone gefunden

Canonical gab bekannt, dass es mit den Unternehmen Meizu (aus China) und bq (aus Spanien) Verträge eingegangen ist, sodass diese beiden Unternehmen die ersten Ubuntu-Smartphones auf den Markt bringen sollen. Wann genau die Geräte veröffentlicht werden, in welchen Regionen sie erhältlich sind und wie teuer sie sein werden, blieb noch offen.

Mehr Informationen gibt es im Ikhaya-Artikel.

Weitere Quellen: OMG! Ubuntu!, Pro-Linux, heise open, Golem, Linux-Magazin

Mehr Apps für Ubuntu-Smartphones

Smartphones mit Ubuntu sind unterwegs (siehe oben) und so hat Canonical mit verschiedenen Anbietern neue Apps erstellt, um das Portfolio zu verbessern. Zu den Angeboten gehören einige Musik-Dienste (Grooveshark, 8Tracks und Spinlet), der News-Kanal Euronews, Mediaplayer VLC, Passwortmanager LastPass und mehr.

Neue Firefox-OS-Smartphones von ZTE

Mobilgeräte-Hersteller ZTE hat auf der Mobile World Congress mehrere neue Geräte angekündigt. Darunter das Phablet (wegen der Größe eine Mischung aus Phone und Tablet) Grand Memo II LTE mit Android und das Smartphone Open C mit Firefox OS. Die Geräte sollen auch auf dem europäischen Markt verfügbar sein.

Quelle: heise open

Indie Royale Debut 10 Bundle

Das aktuelle Indie Royale Debut 10 Bundle enthält acht Spiele, davon immerhin vier auch für Linux. Für den Erwerb muss man mehr als den Durchschnittspreis zahlen (aktuell 3,35 Euro).

Doom and Destiny ist ein Rollenspiel mit rundenbasierenden Kämpfen. Zumindest in der Theorie. In der Praxis lässt sich das Menü und die Spielfigur nicht richtig bedienen und nach einer kurzen Zeit stürzt das Spiel mit einer Ausnahmebehandlung ab. Effektiv also unspielbar.

Crater Maker ist ein Weltraumspiel, bei dem man seine Raumkapsel von Planet zu Planet fliegen und sauber landen muss.

Doom and Destiny
Doom and Destiny
Crater Maker
Crater Maker

In You still won't make it (kurz YSWMI) ist ein Jump'n'Run-Spiel, bei dem man durch gefährliche Level hüpfen und nicht sterben darf. Der Schwierigkeitsgrad ist extrem hoch, was aber Absicht ist.

Spirited Heart ist eine Visual Novel mit Rollenspielanleihen und Socializing-Simulation. Man übernimmt die Rolle eines weiblichen Menschen, Elfen oder Dämon und versucht sich mit kleinen Jobs über Wasser zu halten.

You still won't make it
You still won't make it
Spirited Heart
Spirited Heart

Meine Meinung

Sorry, aber das Bundle gefällt mir gar nicht. Nur vier Spiele für Linux und eins funktioniert nicht bzw. stürzt ab und lässt sich auch nicht ordentlich bedienen. Jede Cursorbewegung in Doom and Destiny lässt den Charakter immer bis gegen die nächste Wand laufen.

Bei YSWMI funktionieren die Installations-/Startskripte nicht und können auch gar nicht funktionieren, wenn man sich das Bashskript anschaut. Ich glaube nicht, dass das irgendwer mal getestet hat. Zusätzlich sollte chinesische Schriftzeichen in Ordnernamen ein Tabu sein – wobei, Linux kann ja damit umgehen. Zusätzlich sieht es eher wie ein (schlechter) Abklatsch von Super Meat Boy aus, was grafisch und storytechnisch wesentlich besser ist.

Crater Maker funktioniert zwar, das Clipping und die Grafik sind aber sehr bescheiden, ebenso wie die restliche Spielmechanik.

Und „Spirited Heart“ könnte gut sein, wenn es nicht zu repetitiv wäre. Ein Job besteht darin, Würfelaugen auszuwählen und nicht über eine bestimmte Punktzahl zu kommen. Es ist also absoluter Zufall, wie gut man einen Job macht und ob man bezahlt wird. Daneben passiert einfach viel zu wenig. Ich habe zwei Jahre gespielt und nur drei weitere Charaktere getroffen.

Alles in allem kein gutes Zeugnis für die Spiele. Ich glaube, das war mein erstes und letztes Indie Royale Bundle bzw. werde ich in Zukunft wesentlich genauer vor einem Kauf hinschauen.

Kollaboratives Arbeiten mit ShareLaTeX

ShareLaTeX ist ein Dienst, um gemeinsam online LaTeX-Dokumente zu editieren und zu übersetzen. Bisher war ShareLaTeX proprietär, in der Standardversion aber kostenlos nutzbar, wobei der Speicherplatz arg beschränkt war, ebenso wie die Versionshistorie.

In ihrem Blog haben die Entwickler bekannt gegeben, dass ShareLaTeX nun Open Source ist. Der Quellcode ist auf Github verfügbar und somit kann sich jeder seinen eigenen Server aufsetzen.

Für freiesMagazin wäre das System sicherlich interessant, zumal es dann kein Problem gäbe mit den unterschiedlichen TeX-Versionen bei den Bearbeitern. Aber eine Evaluierung, ob wirklich alles klappt, dauert wohl etwas Zeit. Zusätzlich kann man mit ShareLaTeX scheinbar nicht offline arbeiten, was das Konzept zumindest erst einmal hinfällig macht.

Humble Indie Bundle 11

Der Februar will gut genutzt werden. Auch wenn das Wetter zu sonnig ist, um drin vor dem Computer zu sitzen und Spiele zu spielen, ist eines neues Humble Bundle wie immer eine schöne Abwechslung.

Humble Indie Bundle 11
Humble Indie Bundle 11

Das neue Humble Bundle bietet sechs Spiele für Linux, MacOS X und Windows und wie bei fast allen Humble Bundles sind die Spiele DRM-frei. Jeder kann den Preis selbst bestimmen und in variablen Anteilen auf die Entwicklerstudios, die Humble-Anbieter, die Electronic Frontier Foundation und die Charity-Organisationen Child's Play verteilen.

Für Linux nur 5 1/2

In Guacamelee! übernimmt man die Rolle von Juan Aquacate, einem Agaven-Farmer, der sich in einer mexikanischen Wrestler mit übermenschlichen Kräften verwandelt. So ausgestattet zieht man in dem Action-Plattformer von Level zu Level und prügelt sich durch eine Schar von Gegnern.

In The Swapper regiert die Klonarmee. In der ferne des Weltraums bahnt man sich seinen Weg durch durch ein Höhlensystem und muss verschiedene Puzzle lösen, in dem man sich selbst klont und die Rollen wechselt.

Guacamelee!
Guacamelee!
The Swapper
The Swapper

Als zweiter Action-Plattformer mit Rollenspiel-Elementen kommt Dust: An Elysian Tail daher. Das grafisch extrem gut-aussehende Spiel führt einen durch Wälder, schneebedeckte Berge, zerfallene Ruinen und darüber hinaus. Die Zwischensequenzen werden durch Zeichentrick dargestellt und lassen einen noch weiter in das Spiel eintauchen.

Extrem viel Spaß macht das Jump'n'Run Giana Sisters: Twisted Dreams. Im inoffiziellen Nachfolger von Giana Sisters schlüpft man in die Rolle von Giana, die ihre Schwester Maria befreien muss. Mit einem Knopfdruck kann man sowohl die Welt, als auch die Fähigkeiten von Giana ändern, was sich in ihrem Aussehen widerspiegelt. Zusätzlich zum Spiel gibt es auch noch einen digitalen Comic dazu.

Achtung: Giana Sister gibt es aktuell nur für Windows, die Linux-Version soll erst im Laufe des Jahres folgen!

Dust: An Elysian Tail
Dust: An Elysian Tail
Giana Sisters Comicbook
Giana Sisters Comicbook

Wer mehr als den Durchschnitt zahlt (aktuell 4,50 US-Dollar), bekommt mit Antichamber ein Erkundungsspiel dazu, bei dem es hauptsächlich darum geht, den Weg durch ein sehr seltsamen und sich ständig veränderndes Labyrinth zu finden.

Eine weitere Dreingabe ist Monaco: What's Yours Is Mine, wenn man mehr als den Durchschnitt zahlt. In dem Spiel muss man eine Truppe von Einbrechern um sich scharen, um dann gekonnt mit den verschiedenen Personen irgendwo einzubrechen und wieder zu entkommen. Die Onliner-Multiplayer-Teil funktioniert dabei nur unter Steam.

Antichamber
Antichamber
Monaco
Monaco

Zusätzlich gibt es zu allen Spielen den Soundtrack als MP3 und verlustloses FLAC-Format zum Download.

Guacamelee und Giana Sisters liegen dabei in deutscher Sprache vor. Dist ist Englisch, hat aber ein deutschsprachiges Menü und Untertitel. Die anderen Spiele sind nur in englischer Sprache vorhanden.

Bundle erwerben

Die Spiele stehen nach dem Kauf für Linux als Direkt-Download oder BitTorrent-Link zur Verfügung. Ebenso gibt es für alle Spiele Steam-Keys.

Bezahlen kann man wie immer über Kreditkarte, Paypal, Google Wallet, Amazon Payments oderBitcoin. Das Angebot besteht noch bis zum 4. März 2014.

Achtung: Vor dem Kauf sollte man zu allen Spielen die Systemvoraussetzung für Linux lesen. Einige Spiele haben ihr Linux-Debut, andere wie Reus sind noch als Beta deklariert.

Meine Meinung

Ein sehr gutes Bundle wieder einmal. Vor allem „Dust“ wollte ich schon länger spielen. Die ersten 30 Minuten waren sehr gut. Sprachlich klasse und extrem witzig! Und die Grafik ist einfach nur Wow!

Dass es Giana Sister dagegen nur für Windows gibt, ist ärgerlich. Ich habe das Spiel damals über Kickstarter gekauft und es inzwischen auf der PS3 auch angespielt. Es ist sehr schwer, macht aber auch sehr viel Spaß. Schade, dass ich unter Linux noch damit warten muss.

Überrascht hat mich „The Swapper“. Sehr packende Atmosphäre auf dem Planeten und der Raumstation. Diverse Aufzeichnungen und Sprachnachrichten, seltsame Steine, die zu seinem sprechen und natürlich der Klongenerator. Das macht Lust, mehr zu erfahren!

Buch: Wien wartet auf Dich! – Produktive Projekte und Teams

Titel Wien wartet auf Dich! (3. Auflage)
Autor Tom DeMarco, Timothy Lister
Sprache Deutsch
Genre Fachbuch
Herausgeber Carl Hanser Verlag, 2014
Seitenanzahl 274 Seiten

Immer öfter werden Menschen in der IT-Branche als Ware angesehen. Der Name „Human Resources“ für die Personalabteilung macht das klar. Dass es sich bei den Entwicklern aber um Menschen handelt, soll das Buch „Wien wartet auf Dich!“ von Tom DeMarco und Timothy Lister zeigen.

Inhalt

Die Kernaussage des Buches „Wien wartet auf Dich!“ ist: Menschen sind Individuen und keine austauschbaren Teile wie bei einer Maschine. Auf diese Art wollen DeMarco und Lister zeigen, wie man bessere Teams schaffen und Projekte besser voranbringen kann.

Aufgeteilt ist das Buch in sechs Teile, die sich mit Management, der Arbeitsumgebung, den Menschen und dem Team beschäftigt. Alle Details können im Inhaltsverzeichnis auf der Webseite nachgelesen werden.

Einige der Inhalte wird man mitunter als Angestellter in einer (größeren) IT-Firma sofort wiedererkennen. Der Aha-Effekt „Ja, das machen wir genauso (falsch)!“ tritt beim Lesen des Öfteren auf. So kennen viele das Phänomen der verschenkten Arbeitszeit in unnötigen Meetings, das Sträuben gegen Änderungen (was aber ein bisschen in der Natur des Menschen liegt) oder das nervige Telefon, dass einen keine fünf Minuten in Ruhe arbeiten lässt.

Hierzu passt auch das Thema „Flow“,was im Buch angesprochen wird und die meisten Programmierer zur Genüge kennen. Man fängt an in die Tasten zu hauen und als man das nächste Mal auf die Uhr schaut, sind vier Stunden vergangen. In der heutigen Zeit kommt aber wegen der häufigen Unterbrechungen durch Kollegen, E-Mails oder Telefonate oft gar kein Flow mehr zustande.

Erwähnt werden auch einige bekannte Gegebenheiten, wie das Parkinsonsche Gesetz, dass aussagt, dass Arbeit sich genau in dem Maß ausdehnt, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht. Oder der Hawthorne-Effekt, der (abstrahiert auf das Thema) aussagt, dass Mitarbeiter besser arbeiten, wenn sie an etwas Neuem (oder unter neuen Bedingungen) arbeiten.

Zwischen den einzelnen Abschnitten gibt es immer wieder kleinere Anekdoten von Tom DeMarco und Timothy Lister, die aus ihren jahrelangen Erfahrungen mit anderen Projekten berichten. Mitunter sind diese heiter, manchmal zum Kopf schütteln und oft erkennt man sich oder seine Firma vielleicht sogar wieder.

Zielgruppe

Die Zielgruppe für dieses Buch sind Manager oder Teamleiter jeder Art. Dies muss nicht zwingend in einer großen Firma der Fall sein, auch diverse Open-Source-Projekte sind hierarchisch angeordnet und werden von einem Kopf angeleitet, der hieraus etwas mitnehmen kann.

Für die Mitarbeiter in einem Team ist das Buch eher deprimierend, da man mitunter sieht, wie gutes Management aussehen kann. Vergleicht man dann die eigene Arbeit damit, kommen einem vielleicht die Tränen. Nicht ganz so pessimistisch betrachtet, kann man aber auch als Mitarbeiter ein paar Dinge lernen, die im eigenen Team vielleicht nicht optimal laufen und von einem selbst beeinflusst werden können.

Wer noch kein Geburtstagsgeschenk für seinen Vorgesetzten hat, sollte überlegen, ihm dieses Buch zu schenken. Wie bei verschenktem Parfüm könnte es aber auch sein, dass dieses Geschenk missinterpretiert wird. Also bitte sehr vorsichtig dieses Thema auf den Tisch bringen – es sollte aber auf den Tisch gebracht werden.

Ein guter Teamleiter würde das Buch auf alle Fälle durchlesen und zumindest versuchen, einiges davon umzusetzen. Denn viele Tipps von DeMarco und Lister sind wirklich sinnvoll und hilfreich, um ein Team zu stärken und das Projekt zu fördern – was in der Regel auch immer Ziel des Teamleiters sein sollte.

Fazit

Auch wenn das Buch eher für Manager ist, kann wohl jeder etwas mitnehmen. Beide Autoren schreiben mit einem lockeren und unterhaltsamen Stil, der öfters – vor allem bei den Anekdoten – zum Schmunzeln anregt. Und selbst wenn man nur einen Bruchteil braucht, ist es keine vertane Zeit, das Buch zu lesen.

Einige Aussagen von DeMarco und Lister haben mir sehr gut gefallen. So zum Beispiel, dass man einem Team grundsätzlich erlauben sollte, Fehler zu machen, um daraus zu lernen. Ohne die Möglichkeit dazu gibt es keinerlei Versuche und Experimente und auch keine Innovationen. Auch hängen geblieben ist der Satz, dass Menschen unter Zeitdruck nicht besser arbeiten, nur schneller – etwas, was man an der eigenen Arbeit vielleicht auch sieht.

Das beste Zitat des Buches ist aber (S.34):

Die Aufgabe eines Managers besteht nicht darin, seine Mitarbeiter zur Arbeit anzuhalten, sondern ihnen die Arbeit zu ermöglichen.

Mehr muss man dazu nicht sagen …

Wochenrückblick 07/2014

Der Wochenrückblick lässt das Geschehen der vergangenen Woche rund um Ubuntu, Linux und Open Source Revue passieren.

Rund um Ubuntu

Ubuntu Developer Summit 14.03

Der nächste Ubuntu Developer Summit findet Mitte März vom 11.-13.03.2014 statt. Bisher gibt es noch keine Informationen, welche Vorträge es genau geben wird. Bis zum 21.02. haben Referenten Zeit Vorträge und Vorschläge einzureichen.

Quellen: Ubuntu Fridge, Linux-Magazin

Diskussion um Canonicals Paketlizenzen

Anfang Dezember berichtete Distrowatch darüber, dass Canonicals Rechtsabteilung sich an Linux Mint gewendet hat, damit diese die Verwendung der Binärpakete lizenzieren. Linux Mint basiert auf Ubuntu und nutzt dessen Paketquellen mit.

Der Ubuntu Community Council hat dazu jetzt Stellung genommen, sagt aber wenig Neues. Effektiv heißt es im Text, dass es okay ist, was Canonical tut, und die Firma nichts Böses will.

Erfolg von Ubuntu Kylin

Laut einer Meldung von Canonical ist das offizielle Ubuntu-Derivat Ubuntu Kylin ein voller Erfolg. Die Distribution zielt vor allem auf chinesische Benutzer ab und wurde in den letzten sechs Monaten über 1,3 Millionen Mal heruntergeladen. Die Entwicklung von Ubuntu Kylin wird dabei auch offiziell von der chinesischen Regierung unterstützt.

Ubuntu Documentation Day 2014

Am 2. März findet der der Ubuntu Documentation Day 2014 statt. Ab 17 Uhr (mitteleuropäische Winterzeit) wird in den IRC-Räumen #ubuntu-classroom und #ubuntu-classroom-chat auf irc.freenode.net in mehreren Sitzung in das Dokumentationssystem von Ubuntu eingeführt. Neben Desktop- und Server-Dokumentation spielt natürlich auch das Ubuntu Wiki eine Rolle.

Ubuntu SDK wird verbessert

Jono Bacon gibt in seinem Blog einen kurzen Einblick in die aktuellen Arbeiten am Ubuntu SDK. Das SDK dient als Werkzeugkasten und stellt die Schnittstelle für beispielsweise Ubuntu Apps für Ubuntu Touch dar.

Weitere Quellen: Golem

Ubuntu Wallpaper Contest startet

Ubuntu 14.04 steht schon fast vor der Tür und wie bei jeder Version gibt es auch diesmal einen Wettbewerb für das beste Hintergrundbild. Bis zum 05.03.2014 können Künstler ihre Werke noch bei Flickr einstellen.

Quelle: Ubuntu!

Planungen für fünftes Pointrelease von Ubuntu 12.04

Damit nach der Veröffentlichung von Ubuntu 14.04 „Trusty Tahr“ die letzte LTS-Version Ubuntu 12.04 auch in Zukunft noch aktuelle Hardware unterstützt, wird überlegt, ob es ein eigentlich ungeplantes fünftes Pointrelease 12.04.5 geben soll, welches den Trsuty-Kernel einsetzt. Angedacht ist die Veröffentlichung für September 2014.

Mehr kann man im Ikhaya-Artikel lesen.

Weitere Quellen: Pro-Linux, Linux-Magazin

Ubuntu wechselt auf systemd

Seit 2006 nutzt Ubuntu Upstart als Nachfolger für das alte Init-System SysVinit. Nachdem immer mehr Distributionen auf das alternative systemd wechselten, entschied sich auch Debians Technischer Ausschuss für einen Wechsel zu systemd. Mark Shuttleworth schlug deswegen vor, auch in Ubuntu auf systemd zu wechseln.

Mehr Informationen gibt es im Blog-Artikel.

Weitere Quellen: Golem, heise open, Linux-Magazin

Ubuntu-Communities weltweit im Rückgang

Nach einem veröffentlichtem Zwischenbericht des Ubuntu LoCo Council zum aktuellen laufenden Ubuntu LoCo Census Effort 2014 konnten gerade einmal 33% der weltweit 161 bekannten Ubuntu Local Communities erreicht werden. Ein Teil von diesen meldete dabei nur, dass keine Aktivitäten laufen. Der Abschlussbericht steht noch aus.

Neues rund um Linux

Vortragsprogramm für Chemnitzer Linux-Tage 2014 steht

Am 15. und 16. März 2014 finden in Chemnitz wieder die alljährlichen Chemnitzer Linux-Tage statt. Das Vortragsprogramm wurde nun vorgestellt und bietet zahlreiche Vorträge und Workshops zu den verschiedensten Themen.

Mehr Informationen gibt es im Ikhaya-Artikel.

Weitere Quellen: Pro-Linux, Linux-Magazin

Spielen unter Linux

Spiele-Engine Godot nun Open Source

Der argentinische Spielehersteller OKAM Studio hat seine Engine Godot unter der MIT-Lizenz veröffentlicht. Die Engine kann dabei für 2-D- und 3-D-Spiele genutzt werden, deren Ergebnis dann auf Linux, MacOS X, Windows, Android und iOS verfügbar gemacht werden kann.

Quelle: Pro-Linux

Hardware und Mobiles

Geeksphone „Revolution“ Ende Februar

Mit einem Einstiegspreis von 289 Euro soll ab dem 20. Februar das Geeksphone „Revolution“ in den Online-Shop kommen. Besonderheit des Mobilgerätes ist die Wahlfreiheit zwischen Android und Firefox OS, wobei Firefox OS aus rechtlichen Gründen Boot2Gecko heißt.

Quellen: Pro-Linux, heise open

Debian setzt auf systemd – und Ubuntu zieht mit

Der Streit um das „richtige“ Init-System ist schon so alt, dass nur die ältesten Ubuntu-Nutzer sich noch daran erinnern können. Mit Debian entscheidet sich ein weitere Projekt für systemd – und Ubuntu wird deswegen Upstart wohl aufgeben.

Geschichtliches

Vor langer Zeit, als Ubuntu noch in den Kinderschuhen steckte, wurde SysVinit als Init-System eingesetzt. Der Nachteil des Init-Systems war die eher bescheidene Geschwindigkeit, da der Systemstart sequentiell durchgeführt wurde. Bootvorgänge konnten deswegen länger dauern.

2006 führte Ubuntu-Entwickler Scott James Remnant Upstart ein, welches auf SysVinit basiert, den Bootvorgang aber durch ein ereignisgesteuertes System beschleunigt. Upstart war seit Ubuntu 6.10: „Edgy Eft“ in der Distribution enthalten, seit Ubuntu 9.10 „Karmic Koala“ sind die meisten Init-Skript umgestellt gewesen. Im März 20011 erschien Version 1.0.

Auch wenn es bereits im Juli 2009 Diskussionen mit Debian-Entwicklern gab, den Bootvorgang zu beschleunigen und auszubauen, hat Debian nie auf Upstart gewechselt. Einzig Red Hat Enterprise Linux und ChromeOS nutzen noch Upstart – wobei RHEL demnächst auch auf systemd wechseln wird.

Mit systemd wurde im April 2010 von Lennart Poettering eine Alternative zu Upstart vorgestellt, die ebenfalls abwärtskompatibel zu SysVinit ist. Das Init-System hatte mehr Erfolg als Upstart und so wurde SysVinit in Fedora, openSUSE, Mandriva und Arch Linux durch systemd abgelöst. Ubuntu hielt weiter an Upstart fest.

Debians Entscheidung

Mitte 2013 und vor allem im Oktober startete bei Debian die Diskussion, ob das zukünftige Init-System systemd oder Upstart werden solle. Canonical beobachtete die Diskussion, wollte aber bei Upstart bleiben.

Nach sehr langen und hitzigen Diskussionen unter den Debian-Entwicklern sollte Debians Technischer Ausschuss eine Entscheidung fällen, die Abstimmung ging aber unentschieden aus. Aufgrund dessen beschloss der Vorsitzende Bdale Garbee, dass Debian 8 „Jessie“ mit systemd ausgeliefert werden soll. Ob die Entscheidung final ist, ist noch nicht sicher, da ggf. die rund tausend Debian-Entwickler noch in einer „General Resolution“ für ein anderes Init-System stimmen können.

Ubuntus Reaktion

Nach der Bekanntgabe von Debians Entscheidung, meldet sich Mark Shuttleworth in seinem Blog zu Wort. Er dankte den Debian-Entwicklern für die Diskussion und will nun auch einen Wechsel in Ubuntu von Upstart zu systemd anregen. Debian ist die Codebasis für Ubuntu und somit solle man auf ein gemeinsames Init-System zugreifen.

Für die kommende Ubuntu-Version 14.04 „Trusty Tahr“, die eine LTS-Version ist, steht natürlich noch kein Wechsel an. Ubuntu will systemd in den Paketquellen anbieten, sobald es möglich ist.

Wenn es eine stabile Version in Debian gibt, die aus Sicht von Ubuntu die gleichen Möglichkeiten wie Upstart bietet, will man systemd als Standard übernehmen. Wann das der Fall ist, ist aber unklar, da es noch keinen Termin für Debian 8 gibt.

Links

Im Test: PocketBook Touch 622

Die Welt wird immer digitaler. Auch in Deutschland erfreuen sich elektronische Lesegeräte für Bücher (E-Book-Reader genannt) immer größerer Beliebtheit. Neben dem bekannten Produkt eines großen Internet-Versandhandels gibt es auch viele andere Hersteller. In dem Artikel soll das PocketBook Touch 622 vorgestellt werden.

Besonderheiten von E-Books und E-Book-Readern

Bevor das PocketBook vorgestellt wird, soll zuerst noch erklärt werden, was ein E-Book-Reader im Allgemeinen ausmacht und was dessen Unterschiede zu einem herkömmlichen gedruckten Buch sind.

Modernes Layout

Eine klassische Buchseite besteht normalerweise aus einem Textkörper, einer Kopf- und Fußzeile. Das Layout ist fest vorgegeben und jedes Buch, was gedruckt wird, sieht gleich aus. Es gibt zwar oft verschiedene Editionen, bei denen die Schrift- oder Seitengröße anders ist, aber der Herausgeber weiß immer, wie der Leser später jede einzelne Seite des Buches sieht.

Die Anzeige eines E-Books auf dem E-Book-Reader funktioniert anders. Es gibt kein festes Layout, ebenso wenig wie eine Kopf- und Fußzeile. Viele E-Book-Reader lassen die Schriftgröße und den -stil anpassen. Oft kann man den E-Book-Reader auch drehen und im Querformat lesen. Das alles sorgt dafür, dass der Herausgeber des E-Books keinerlei Annahmen treffen kann, wie seine Seiten aufgebaut sind.

Die Eigenschaften des E-Book-Readers sind dabei gleichzeitig Vor- und Nachteil. Nachteil, weil es eben nicht immer sichergestellt ist, dass z.B. eine große Tabelle überhaupt vollständig abgebildet werden kann. Auch spezielle Layoutmechanismen (z.B. der Abdruck eines Gedichts in einer Rautenform) müssen nicht unbedingt vom Reader eingehalten werden. Der Vorteil wiederum ist, dass der Leser den Text seinen Bedürfnissen anpassen kann. Vor allem für ältere Menschen ist die Zoomfunktion extrem praktisch, um die Buchstaben größer darzustellen.

Lesen im Hellen und Dunkeln

Die meisten E-Book-Reader nutzen ein E-Ink-Display. Von der Technik ist es natürlich kein echtes Papier, hat aber, was die Leseeigenschaften angeht, Ähnlichkeiten dazu.

Konkret heißt dass, dass man mit einem E-Ink-Display auch bei strahlendem Sonnenschein im Freien lesen kann, ohne dass das Gerät einen blendet, wie man das von manchen Laptops mit glänzendem Bildschirm kennt. Ganz im Gegenteil ist mehr Helligkeit sogar besser, um gut lesen zu können – wie bei einem echten Buch.

Und wie bei einem Buch kann man normalerweise im Dunkeln nicht lesen, da E-Ink per se keinerlei Beleuchtung hat. Es gibt inzwischen aber schon Geräte, die eine Lichtquelle zuschalten lassen, sodass die Seite auch bei Dunkelheit beleuchtet wird und lesbar bleibt.

Ein weiterer Nachteil der herkömmlichen E-Ink-Displays ist die geringe Reaktionszeit. Das heißt, wenn man eine Seite umblättert, erscheint nicht sofort der neue Text, sondern es dauert etwas, ehe der Text sichtbar ist. Heutige Geräte sind dabei aber so schnell, dass das Umschalten in etwa genauso lange dauert wie das Umblättern einer Buchseite.

Ein großer Vorteil von E-Ink ist dessen Energiesparsamkeit. Für die reine Anzeige des Textes muss so gut wie keine Energie aufgewendet werden. Nur für den Aufbau einer neue Seite benötigt man Strom. Das führt dazu, dass Gerätehersteller die Akkuleistung nicht in Stunden angeben, sondern in Seiten, die man betrachten kann. Wie ein echtes Buch kann man einen E-Book-Reader offen auf den Nachtisch legen und ohne Energieverbrauch am nächsten Abend weiterlesen (auch wenn die meisten Reader sich dann von selbst ausschalten).

Ein kleiner Nachteil ist die Anzahl an dargestellter Farben. Heutige, moderne Geräte können auch schon einige geringe Anzahl an Farben darstellen, es ist aber kein Vergleich zu den 16,7 Millionen Farben eines Tablets. Viele der verfügbaren Geräte zeigen dagegen nur Graustufen an und dann auch nur 16 Grauwerte. In der Regel stört das aber nicht, da die meisten Bücher sowieso in Schwarz-Weiß gedruckt sind. Somit fallen die fehlenden Farben nicht auf.

Vom Schriftbild her können heutige E-Book-Reader mit einem Taschenbuch locker mithalten. Die Ansicht wirkt dann wie gedruckt und liest sich sehr angenehm.

Ich leih Dir mein Buch – nicht

Verleiht jemand heute noch Bücher an Freunde? In Zeiten von DVD und Blu-ray ist es eher wahrscheinlicher, dass man den neuesten Kinofilm an seine Freunde gibt.

Dennoch ist der große Vorteil eines herkömmlichen Buches, dass man es verleihen kann. Vor allem für Büchereien ist es essentiell, dass die Bücher von den Lesern ausgeliehen und daheim gelesen werden können. Diverse Buchtauschbörsen im Netz deuten ebenfalls darauf hin, dass das Interesse, Bücher weiterzugeben, noch besteht. (An dieser Stelle soll auf BookCrossing verwiesen werden, das eine sehr nette Idee für die Buchweitergabe gefunden hat.)

E-Books haben den „Nachteil“, dass sie nur digital vorliegen. Und weil sich digitale Medien schnell kopieren lassen, verkaufen die meisten Verlage ihre Bücher nur mit DRM-Schutz (Digitales Rechtemanagement). Dieser sorgt dafür, dass die Bücher oft personalisiert sind und nur auf dem einen Gerät des Käufers lesbar sind. Ein Verleih und ein Verkauf sind dann so gut wie ausgeschlossen.

Sonstige Merkmale

E-Book-Reader und E-Books haben aber noch weitere Vorteile. So kann man in E-Books Inhalte verlinken, wodurch die Auffinden und vor allem das direkte Springen zu einer bestimmten Textstelle mit einem Index oder über das Inhaltsverzeichnis sehr schnell geht. Und wenn man etwas nicht findet, kann man Dank der Suchfunktion, die eigentlich alle E-Book-Reader haben, sehr einfach das gesamte Buch nach bestimmten Begriffen durchforsten. Ebenso ist das Markieren und manchmal auch Kommentieren von Inhalten im Buch selbst möglich, ohne dass man das Buch dadurch mit einem Stift „verschandeln“ muss.

Die Datenübertragung von Inhalten geschieht meist per USB-Anschluss über den heimischen Computer. Neuere Geräte haben aber auch WLAN integriert, sodass man sie leicht in das Heimnetzwerk einbinden kann.

Das PocketBook Touch 622.
Das PocketBook Touch 622.

Das PocketBook Touch 622 im Detail

Hardware und Daten

PocketBooks werden von der PocketBook International S.A. hergestellt, die anfangs hauptsächlich auf den russisch-sprachigen Raum ausgerichtet war. Inzwischen gibt es aber im ganzen europäischen Raum Niederlassungen, die die Geräte vertreiben.

Das PocketBook Touch 622 erschien im März 2012 und war das erste Gerät der PocketBook-Reihe mit Touch-Screen. Ein Umblättern der Seiten ist durch das Berühren des Bildschirms möglich. Zusätzlich gibt es aber auch noch zwei Tasten an der unteren Vorderseite, womit man ebenfalls Vor- und Zurückblättern kann.

Intern verbaut sind 2 GB Speicher, die das Betriebssystem und etwaige Medien beherbergen müssen. Über einen MicroSD-Slot kann man die Speicherkapazität um bis zu 32 GB erhöhen. Die Daten selbst werden entweder per WLAN oder per Micro-USB-Anschluss, der sich an der Unterseite des Gerätes befindet, übertragen. Ebenfalls an der Unterseite befindet sich ein Kopfhöreranschluss (3,5-mm-Klinkenstecker).

Anschlusse an der Unterseite des Gerätes.
Anschlusse an der Unterseite des Gerätes.

Der Bildschirm misst 6 Zoll und hat 600x800 Bildpunkte bei 166 dpi. Die Anzeige erfolgt in 16 Graustufen, was Farbbilder natürlich nicht so gut aussehen lässt.

Software

Als Betriebssystem wird ein angepasstes Linux mit Kernel 2.6.35 eingesetzt. Wenn man den Reader einschaltet, begrüßt einen eine Liste der zuletzt betrachteten Bücher oder direkt das zuletzt geöffnete Buch.

Vorinstalliert sind zahlreiche freie Bücher, darunter sowohl deutsche Werke von Franz Kafka, Heinrich Heine, Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller oder Theodor Fontane als auch viele englische wie Arthur Conan Doyle, Lewis Carroll, Charles Dickens, Jane Austen oder Bram Stoker. Weitere Werke gibt es in den Sprachen Russisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und zahlreiche mehr. Die Bücher können auf der Webseite auch für andere Geräte heruntergeladen werden.

Das Hauptmenü.
Das Hauptmenü.

Das Hauptmenü lässt sich durch ein Berühren des Pfeils in der rechten unteren Ecke bzw. durch das Drücken des Knopfes mit dem Haus auf der rechten unteren Seite aufklappen. Im Hauptmenü findet man dann die Bibliotheksverwaltung, kann Notizen eintragen, Musik hören, diverse Anwendungen starten oder Einstellungen ändern. Selbst kleine Spiele sind vorinstalliert wie Solitaire oder Sudoku. Aufgrund der E-Ink-Technik können natürlich keine Spiele angeboten werden, die einen ständigen Bildaufbau benötigen, da sonst der Akku sehr schnell leer wäre.

Das PocketBook unterstützt zahlreiche Dateiformate bei der Darstellung von Büchern und Texten. Natürlich auch PDF sowie den Quasi-Standard für elektronische Bücher: EPUB. Daneben kann man aber auch Microsoft-Dateien im DOC- oder DOCX-Format sowie HTML- und RTF-Dokumente anzeigen. Das OpenDocument-Format wird leider nicht unterstützt.

Als Bildformate werden die Standardformate für Bitmap-Bilder JPEG, BMP, PNG und TIFF unterstützt. Eine Darstellung von Vektorgrafiken (z.B. SVG) ist nicht möglich.

Daneben kann man mit dem Touch 622 auch MP3s abspielen – da es keinen Lautsprecher gibt, natürlich nur über Kopfhörer. Andere Audio-Formate werden nicht unterstützt.

Erfahrungen mit dem PocketBook Touch 622

Anschaffungsgründe

Das Gerät wurde aus zwei Gründen angeschafft. Der erste war, dass es auf Radreisen wesentlich praktischer ist, wenn man ein 200 g leichtes Gerät mit zig Büchern in der Tasche mitführen kann als zwei oder gar drei dicke Wälzer, die einen zwei Wochen beschäftigen sollen. Das Touch 622 ist sogar so handlich (11,4 x 17,4 cm), dass es in eine breitere Jackentasche passt und so sehr leicht transportiert werden kann.

Der zweite Grund, dass es genau dieser E-Book-Reader geworden ist, war Linux als Betriebssystem. Zusätzlich beherrscht das PocketBook sehr viele Formate (siehe oben), vor allem aber EPUB. So gut wie alle Reader können dieses Format lesen – außer das Amazon Kindle.

Formate und DRM

Das Gerät wurde im Oktober 2012 gekauft und seitdem sporadisch auf Reisen eingesetzt. Neben den freien, vorinstallierten Büchern haben vor allem die Humble E-Book-Bundles 1 und 2 für Unterhaltung gesorgt bzw. sorgen immer noch dafür.

Man kann mit dem Gerät aber auch DRM-geschützte Bücher lesen. Da diese aber grundsätzlich mit Adobe DRM geschützt sind, muss man hierfür die Software „Adobe Digital Editions“ installieren – die nicht unter Linux funktioniert. Zusätzlich sollte man sich aber eh die Frage stellen, ob man 12 Euro für ein Buch ausgeben will, das man nicht verleihen oder wieder verkaufen kann und oft nur auf einem einzigen Gerät lesen darf. Insgesamt wurde nicht getestet, wie sich Adobe-DRM-geschützte E-Books auf das Gerät übertragen oder anzeigen lassen.

Das Gerät hat nur sehr wenige Tasten.
Das Gerät hat nur sehr wenige Tasten.

Die Darstellung von EPUBs erfolgt größtenteils ohne Probleme. Es gab einige Tabellen oder Bilder, die zu groß für das 6-Zoll-Display waren und nicht komplett angezeigt werden konnten. In manchen Büchern fehlte auch das Ende von Sätzen, was aber vermutlich nicht Schuld des Readers ist, sondern des benutzten E-Books. Die Darstellung von PDF geht auch problemlos, aber durch das starre Layout von PDFs muss man hier stark mit der Zoomfunktion arbeiten bzw. scrollen.

Benutzung

Die Benutzung des Gerätes ist sehr leicht. Durch eine Berührung der Mitte eines der äußeren Ränder blättert man eine Seite vor, durch eine Berührung der unteren beiden Ecke eine Seite zurück. Alternativ kann man dafür auch die Pfeiltasten auf dem Gerät selbst nutzen, was an und ab notwendig ist, weil das Gerät die Berührung zwar erkennt, aber dennoch nicht umblättern will. Durch die Berührung der oberen linken Ecke kommt man zurück ins Hauptmenü, über die rechte obere Ecke kann man Lesezeichen setzen, die auch dort angezeigt werden.

Über die Ecken und Seiten kann man Umblättern.
Über die Ecken und Seiten kann man Umblättern.

Die Zoomfunktion lässt sich wie bei vielen anderen Geräten auch nutzen, indem man zwei Finger auf das Display legt und diese entweder auseinanderzieht oder zusammenschiebt. Die Schriftgröße und die Schriftart lassen sich aber auch als Standardeinstellung im Hauptmenü für alle Bücher gemeinsam einstellen.

Berührt man die Mitte des Bildschirms, erscheint ein Buchmenü, über das man verschiedene Funktionen wie Drehen der Ansicht, den Suchdialog, das Inhaltsverzeichnis oder den Notizblock auswählen kann.

Verschiedene Anwendungen erreicht man über das Buchmenü.
Verschiedene Anwendungen erreicht man über das Buchmenü.

Funktionen

Wer nicht selbst lesen möchte, findet im Buchmenü auch eine Option zum Vorlesen des Textes. Vorinstalliert sind verschiedene weibliche Stimmen für Deutsch, Englisch Französisch und Italienisch. Weitere können auf der Webseite heruntergeladen werden. Die Sprachausgabe ist dabei okay, aber natürlich kein Vergleich zu einem menschlichen Sprecher, der die Betonung der Worte und Satzteile besser hinbekommt als eine Maschine.

Die Eingabe von Notizen ist sehr umständlich, da das Gerät einen kapazitiven Touchscreen besitzt. Konkret heißt, dass sich das Gerät nicht mit Handschuhen oder einem normalen Stift bedienen lässt. Und dem Finger Notizen schreiben ist schwer bis unmöglich.

Da das PocketBook keinen Bewegungssensor besitzt, muss die Ansicht im Hoch- oder Querformat manuell eingestellt werden, was man ebenfalls im Buchmenü findet.

Nützlich für diesen Artikel war noch die vorhandene Screenshot-Funktion.

Internetverbindung und Obreey Store

Da das PocketBook Touch 622 eine WLAN-Verbindung hat, kann man über den integrierten Webbrowser auch Surfen. JavaScript wird dabei unterstützt, Flash natürlich nicht. Aufgrund der E-Ink-Technik sollte man keine Seiten besuchen, die eine ständige Aktualisierung des Bildinhaltes nach sich zieht.

"freiesMagazin"-Webseite im PocketBook-Browser.
"freiesMagazin"-Webseite im PocketBook-Browser.

Neue Bücher kann man über den Obreey Store kaufen, wenn man will. Obreey ist dabei auch der Hersteller der PocketBook-Software. Die Benutzung im Browser auf dem Reader selbst macht aber keinen Spaß, da man für Login und Suche sehr viel Zeit und Geduld braucht. Daher empfiehlt sich ein Kauf über den PC.

Die Bücher im Obreey Store sind ebenfalls DRM-geschützt. Entweder gibt es eine Zeitbeschränkung, wie lange man ein Buch herunterladen kann oder es gibt eine maximale Anzahl an Downloads.

Obwohl es auf dem PocketBook die Anwendung „ObreeySync“ gibt, wurde es nicht geschafft, diese korrekt einzurichten. Demzufolge konnte nicht getestet werden, wie der direkte Bezug von Büchern aus dem Obreey Store erfolgt. Immerhin können die Bücher auf dem PC heruntergeladen und per USB übertragen werden.

Akkuleistung

In der Zeit der Benutzung musste das Touch 622 bisher erst zweimal an die Steckdose, um geladen zu werden. Laut Hersteller hält der Akku für ca. 8000 Seiten. Ob es wirklich so viele sind, ist nicht klar, aber es dauert wirklich sehr lange, bis der Akku leer ist.

Erreicht wird das unter anderem auch dadurch, dass das Bild nicht bei jedem Blättern komplett neu aufgebaut wird, sondern nur bei jeder fünften Seite. Dadurch spart man Strom, erhält aber auch einen „Geister-Effekt“, sodass die Umrisse einzelner Buchstaben der Vorgängerseite leicht sichtbar sind. Dies stört aber nur minimal und kann in den Einstellung wahlweise auch auf 10, 3 oder jede Seite umgestellt werden. Dies kostet dann aber eben entsprechend mehr Akkuleistung.

Ebenso kostet es sehr viel Akkuleistung, wenn man WLAN aktiviert hat oder Musik hört.

An manchen Fehlerprotokollen merkt man, dass es Linux ist.
An manchen Fehlerprotokollen merkt man, dass es Linux ist.

Fazit

Insgesamt bin ich mit dem PocketBook Touch 622 sehr zufrieden. Dass die Berührung ab und an nicht erkannt wird, stört etwas, ist aber nicht so gravierend. Die Akkuleistung ist super, ebenso wie die Anzeige und das Leseempfinden. Vor allem auf Reisen, wo man nur begrenzt Gepäck mitnehmen will, ist der E-Book-Reader eine sehr gute Wahl.

Da auf dem Gerät nur DRM-freie bzw. komplett freie Bücher gelesen werden sollen, ist es nicht so schlimm, dass Adobe-DRM nicht unter Linux funktioniert. Und auch das Problem mit der Anbindung an den Obreey Store stören nicht wirklich.

Zum Surfen kann man den Reader nicht verwenden, ebenso wenig sollte man darauf längere Zeit Musik hören. Aber das Gerät ist dafür auch nicht primär gedacht, sondern für die Anzeige von elektronischen Büchern – und das kann das Touch 622 sehr gut.

Das Gerät hat darüber hinaus noch weitere Funktionen, die nicht alle im Artikel erwähnt werden konnten. Aber selbst nach zwei Jahren kann man mitunter noch die ein oder andere Neuheit entdecken, wenn man mit dem Reader herumspielt.

Das PocketBook mit Schutzhülle.
Das PocketBook mit Schutzhülle.

Einen anderen Test findet man bei e-Leseratte,der auch mit dem PocketBook Touch zufrieden war.

DRM-freie Bücher

Zum Abschluss soll noch kurz auf DRM-freie Bücher eingegangen werden. Im November 2012 ging folgende Nachricht an die Buchhändler von Bookzilla, Libri/ebook.de, Thalia/buch.de, Bücher.de, Jokers/Ciando, Hugendubel und Obreey heraus:

Guten Tag,

ich besitze seit kurzem einen E-Book-Reader (ein PocketBook Touch 622) und suche nun natürlich auch passende E-Books im EPUB-Format dafür. Ich lese bei Ihren E-Books aber, dass diese mit Adobe-DRM geschützt sind. Da ich ein Linux-Betriebssystem nutze und die Adobe-Software nicht dafür bereitgestellt wird und ich mir sowieso nichts von Adobe installieren möchte, stellt sich mir die Frage, ob es auch andere Möglichkeiten gibt. Bieten Sie zum Beispiel DRM-freie E-Books an? Oder bekomme ich die E-Books auch anders auf mein Gerät?

Ich freue mich auf Ihre Antwort!

Die meisten Händler antworteten recht schnell und verwiesen auf Wine zur Ausführung von Adobe Digital Editions. Bookzilla wies darauf hin, dass einige Verlage inzwischen auch DRM-freie Bücher anbieten. Dementsprechend können die Händler auch nichts dafür, dass die Bücher mit DRM angeboten werden, da diese Vorgabe von den Verlagen kommt.

Auf eBook-Fieber.de findet man eine kleine Liste an erhältlichen DRM-freien Büchern. Dort sind auch Buchhändler gelistet, die ausschließlich DRM-freie Bücher anbieten, u.a. EPUBbuy.com, Beam eBooks oder Ebozon.

Ebenfalls empfehlenswert ist das Gutenberg-Projekt, das zahlreiche freie Bücher anbietet, deren Urheberrecht bereits erloschen ist.