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Wochenrückblick 04/2015

Der Wochenrückblick lässt das Geschehen der vergangenen Woche rund um Ubuntu, Linux und Open Source Revue passieren.

Rund um Ubuntu

Zweite Alpha-Version von Ubuntu 15.04 erschienen

Auch wenn es für Ubuntu selbst keine Alpha-Versionen gibt, da jeden Tag neue Versionen zur Verfügung gestellt werden, wurde die zweite Alpha der Ubuntu-Flavor Kubuntu, Lubuntu, Ubuntu GNOME, Ubuntu Kylin und Ubuntu Cloud veröffentlicht. Wie immer der Hinweis, dass Alpha-Versionen nur für Entwickler und Tester und nicht für den täglichen Einsatz gedacht sind.

Quellen: Ubuntu Fridge, OMG!Ubuntu!

Ubuntu Core „Snappy“

Mit Ubuntu Core, einem abgespeckten Ubuntu-System für Embedded Systeme mit ARM- oder x86-Chipsatz will Canonical auch im Internet der Dinge Fuß fassen. Eine Besonderheit ist das Paketsystem, welches ein Rollback installierter Komponenten zulässt.

Mehr Informationen gibt es im Ikhaya-Artikel.

Weitere Quellen: Ubuntu Insights, Mark Shuttleworths Blog, Pro-Linux, Golem

Ergebnisse des Ubuntu Scope Showdown

Beim Ubuntu Scope Showdown Ende 2014 sollten die Teilnehmer innerhalb von sechs Wochen ein Scope für Ubuntu inkl. Anzeige in der Dash entwickelen. Den ersten Preis hat Daniele Laudani mit seinem „Cinema Scope“ gewonnen.

Quelle: Ubuntu Developer Blog, OMG! Ubuntu!

Aggregated Scopes vorgestellt

Canonical hat die zweite Ubuntu-Phone-News veröffentlicht, in der die Aggregated Scopes vorgestellt werden, die per Standard auf dem Ubuntu Phone installiert sein sollen. So gibt es ein „Today Scope“, welches die wichtigsten aktuellen Daten anzeigt. Das „Nearby Scope“ zeigt Informationen rund um den aktuellen Standort an, z.B. Restaurants oder Events. Es wird auch ein „Music Scope“ und ein „Video Scope“ geben, die die entsprechenden Medien und Angebote aus verschiedenen Quellen zusammenfassen.

Quellen: Riccardo Padovanis Blog, OMG!Ubuntu!

Access Points mit Ubuntu für Schulen

Intels Bildungsprogramm wird weiter ausgebaut, sodass der Chiphersteller nun auch Access Points für Schulen bereitstellt. Auf den Rechnern ist Ubuntu 12.04 mit extra Software installiert, die es Lehrern erleichtern soll, ihren Unterricht vorzubereiten.

Quelle: Golem

Neues rund um Linux

Paris stellt auf Krita um

Weil die Universität in Paris nicht mit Adobes Support für Photoshop zufrieden ist, wird dieses Jahr auf die freie Software Krita umgestellt. Das Bildbearbeitungsprogramm enthält zahlreiche Effekte und Modi, um Bildinhalte zu manipulieren. Andere Bildungseinrichtungen in Frankreich beobachten die Umstellung mit Interesse.

Quelle: Pro-Linux

Spielen unter Linux

Valve umgeht Steam-Bug

Letzte Woche wurde ein Bug in der Steam-Deinstallationsroutine bekannt, die bei einer nicht gesetzten Variable das gesamte Homeverzeichnis und alle Daten, auf die der angemeldete Benutzer Zugriff hat, löscht. Der Fehler im Deinstallationsskript wurde behoben bzw. umgangen, in dem die Variable darauf geprüft wurde, dass sie nicht leer ist. Kritik gibt es weiterhin, weil in der Variablen dennoch ein willkürlicher Pfad stehen könnte, der immer noch andere Benutzerdaten außer Steam löscht.

Quellen: heise open, Golem

Humble Weekly Bundle

Das neue Humble Weekly Bundle bringt drei Spiele für Linux mit: das Typographie-Geschicklichkeitsspiel Type:Rider, den Adventure-Puzzler Finding Teddy und das Unterwasserabenteuer Far Sky. Zusätzlich gibt es auch noch das Hörbuch Homeland von Cory Doctorow, gelesen von Wil Wheaton. Der gesamte Erlös geht dieses Mal an die Freedom of the Press Foundation.

Hardware und Mobiles

Wettrennen um erstes Ubuntu Phone?

Der spanischer Smartphone-Hersteller bq hat für Mitte Februar ein erstes Ubuntu Phone angekündigt. Der zweite Vertragspartner von Canonical, der chinesische Hersteller Meizu, will dieses Datum ggf. toppen. So gibt es Gerüchte, dass in China das Meizu M1 Mini das erste Smartphone mit Ubuntu werden könnte.

Quelle: Pro-Linux

Review: To The Moon – Reise zum Mond

Die meisten Menschen haben Träume, die sie in ihrem Leben verwirklichen wollen. Als Kind möchte man Astronaut, Feuerwehrmann oder Superheld werden. Je nachdem, wie man die Jugend verlebt hat, festigt sich dieser Wunsch oder man schlägt eine ganze andere Richtung ein. Manchmal spielt das Leben aber anders als man es gerne hätte und so bedauert man auf dem Sterbebett, was man alles nicht erreicht hat. Wäre es nicht schön, wenn man zurück reisen und sein Leben ändern könnte, um seine Träume zu verwirklichen?

John schaute als Kind schon gerne die Sterne und den Mond an.
John schaute als Kind schon gerne die Sterne und den Mond an.

Zurück in die Vergangenheit

Dr. Neil Watts und Dr. Eva Rosalene sind zwei bei Sigmund Corp angestellte Wissenschaftler, die genau dies leisten sollen. Auch wenn sie nicht in die Vergangenheit reisen können, können sie sich zumindest in die Gedanken einer Person einschalten und bis in deren Kindheit zurück reisen, um dort Änderungen an deren Erinnerungen vorzunehmen.

John Wyles ist ein solche Person. Er liegt im Sterben und hat nur noch wenige Stunden zu leben, als Dr. Watts und Dr. Rosalene in seinem Haus, neben einem riesigen Leuchtturm eintreffen. Sie wurden einige Wochen zuvor von John Wyles beauftragt, seinen sehnlichsten Wunsch zu erfüllen – zum Mond zu reisen.

Dr. Rosalene und Dr. Watts haben eher unglücklich geparkt.
Dr. Rosalene und Dr. Watts haben eher unglücklich geparkt.

Den beiden Wissenschaftlern stellt sich nur das Problem, dass sie Beweggründe für Johns Wunsch nicht kennen. Und ohne den können sie auch keine Veränderungen in seinen Erinnerungen vornehmen, da der Wunsch, den eigenen Traum umzusetzen, immer noch vom Kunden selbst kommen muss.

Also reisen Dr. Watts und Dr. Rosalene in kleinen Schritten in Johns Erinnerungen zurück. Dabei lernen sie John und seine Frau River, die bereits einige Jahr zuvor verstorben ist, immer mehr kennen und bauen eine Beziehung zu ihm auf, auch wenn sie normalerweise die Distanz zu einem Kunden wahren sollten.

Am Ende finden beide heraus, wie sie Johns Wunsch erfüllen können. Die Änderung der Erinnerung hat aber einen hohen Preis …

In der Zeitleiste am oberen Rand sieht man, wo man sich in Johns Erinnerungen befindet.
In der Zeitleiste am oberen Rand sieht man, wo man sich in Johns Erinnerungen befindet.

Spielgefühl

Noch nie hat das Wort „Spielgefühl“ so gut auf einen Titel gepasst wie bei „To The Moon“, denn genau darum geht es in dem Spiel – um Gefühle. Träume, Wünsche, Hoffnungen, Tod, Trauer, Enttäuschung, Liebe, Krankheit, Schmerz … „To The Moon“ bietet dem „Spieler“ all das.

Das Wort „Spieler“ steht mit Absicht in Anführungszeichen, denn sehr oft ist man eher Zuschauer als aktiver Teilnehmer. Man kann Dr. Rosalene und Dr. Watts zwar durch die Level bewegen, Gegenstände aufheben und auf die Art kleinere Rätsel lösen, aber die stehen gar nicht im Vordergrund. Auch die kleinen Puzzlespiele, die zwischen jeder Erinnerungsebene auftauchen, sind keine Herausforderung, wirken manchmal sogar etwas deplatziert.

Es gibt auch ein ausgeklügeltes Kampfsystem. ;)
Es gibt auch ein ausgeklügeltes Kampfsystem. ;)

Das Herz von „To The Moon“ ist vor allem die Geschichte um John und seine Frau River. Man begleitet die beiden vom Sterbebett rückwärts durch die Johns Erinnerungen bis zu Johns Kindheit. So ergeben sich beim Spielen sehr oft Fragen, was einige Gespräche oder Ereignisse in Johns Erinnerungen bedeuten, da man deren Ursache noch nicht kennt. Und genau das reißt den Spieler mit, weil man unbedingt erfahren möchte, wie die Geschichte ausgeht – oder besser gesagt, wie sie anfing.

Und obwohl John und River nur zwei kleine Pixelpersonen sind, kann man sich in sie hinein versetzen und mitfühlen, wenn man ihre Erinnerungen teilt. Auch die beiden Wissenschaftler sind keinen weißen Blätter, sondern Menschen mit Persönlichkeiten und eigenen Problemen. In zahlreichen Zwischensequenzen und Dialogen erhält man somit nicht nur über die Hauptperson John Wyles mehr Informationen, sondern auch über die beiden Doktoren, was einem später im Spiel noch mehr leiden lässt.

Schade ist, dass es keine echten Entscheidungen gibt. So hat man keine Wahl,wie das Spiel ausgeht. Das heißt, auch wenn man als Spieler bzw. als Menschgerne anders handeln würde, lässt dies das Spiel nicht zu.

John und River an „ihrem“ Leuchtturm.
John und River an „ihrem“ Leuchtturm.

Etwas Technik

„To The Moon“ stammt vom Indie-Entwicklungsstudio Freebird Games und hat zahlreiche Preise erhalten, vor allem eben für die erzählte Geschichte. Das Spiel wurde 2011 für Windows veröffentlicht und schaffte es Anfang 2014 in das zehnte Humble Bundle und war damit auch für Linux erhältlich. Inzwischen ist das Spiel für Linux nur auf Steam erhältlich.

Wer das Spiel herunterlädt und installiert, erhält normalerweise die englische Version. Es gibt aber eine offizielle Übersetzung, die man im Freebird-Games-Forum findet. Effektiv muss man die Datei Deutsch.zip nur herunterladen, entpacken und die beiden Ordner Data und Graphics im Spiele-Installationsverzeichnis ersetzen. Danach sind alle Dialoge und Anzeigen im Spiel in Deutsch.

Haushälterin Lily begrüßt die beiden Doktoren.
Haushälterin Lily begrüßt die beiden Doktoren.

Wichtig ist, dass das ganze Spiel über nicht gesprochen wird. Alle Dialoge gibt es nur als Texte zum Durchklicken, sodass „To The Moon“ für manch einen eher wie ein interaktives Buch wirkt. Die Texte sind dafür aber immer passend zur aktuellen Situation; mal traurig, mal witzig, mal ernst. Und wie bei einem Buch, ist man nach ca. 4 bis 5 Stunden fertig. Was sehr kurz klingt, bietet dafür aber auch ein intensives Spielgefühl.

Was das Spiel trägt, ist dabei aber die Musik von Kan R. Gao, der das Spiel auch entwickelt hat. Das Hauptthema, welches in verschiedenen Variationen immer wieder im Spiel zu hören ist, untermalt die träumerische und teilweise traurige Stimmung der Geschichte sehr. Aber auch alle anderen Titel unterstreichen die einzelnen Passagen im Spiel sehr gut. Die 31 Titel kann man auf Bandcamp anhören und für 5 US-Dollar oder mehr als Digital-Download kaufen. Die Besonderheit ist, dass 50% der Einnahmen für wohltätige Zwecke gespendet werden.

John Wyles liegt im Sterben und will noch einmal zum Mond.
John Wyles liegt im Sterben und will noch einmal zum Mond.

Zu „To The Moon“ erschien Ende Dezember 2013 noch eine kleine Mini-Episode, die man kostenlos bei FreeBird-Games herunterladen kann. Daneben ist mit „A Bird Story“ Ende 2014 auch eine Nachfolge-Geschichte erschienen, die aber fast ohne Dialoge auskommt und auch nur eine Stunde Spielzeit hat.

Fazit

„To The Moon“ ist vielleicht kein perfektes Adventure, da die Rätsel viel zu simpel sind, aber das Spiel besticht durch eine großartige Geschichte, die ebenso großartig umgesetzt wurde. Handlungen, Dialoge, Personen, Musik – es stimmt einfach alles – und reißt den Spieler wirklich in allen Belangen mit.

Auch wenn man keine eigenen Entscheidungen treffen kann, ist es interessant, dass man sich dennoch Gedanken darüber macht, wie man selbst handeln würde. Allein die Entscheidung, die Erinnerungen einer Person zu beeinflussen, um deren Wünsche wahr werden zu lassen, wirft zahlreiche moralische Fragen auf. Sollte jemand wirklich diese Macht haben, das Leben derart zu beeinflussen? Auch wenn es der letzte Wunsch des Patienten ist? Macht einen Menschen nicht gerade dessen Erfahrungen und Erinnerungen aus? Was bleibt, wenn man ihm diese nimmt und durch etwas anderes ersetzt?

Wer „To The Moon“ spielt, wird das Spiel vermutlich nicht mehr vergessen und an zahlreiche schöne, aber auch traurige Momente im Spiel erinnern.

Hasen sind sehr wichtig …
Hasen sind sehr wichtig …

Film: Die Entdeckung der Unendlichkeit

Titel Die Entdeckung der Unendlichkeit
Genre Bio-Drama, 2014
Darsteller Eddie Redmayne, Felicity Jones
Regisseur James Marsh
Länge 123 min
Trailer Trailer

Im Jahr 1962 fängt Stephen Hawking mit 20 Jahren in Cambridge seine Promotion an. Dort lernt er Sprachstudentin Jane Wilde kennen. Die zwei verliebten sich und heiraten später. In der Zeit seiner Promotion verstärkte sich Hawkings Krankheit, Amyotrophe Lateralsklerose, soweit, dass er nicht mehr richtig gehen und sprechen kann. Der Film „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ erzählt von dieser Zeit und den Jahren danach.

„Die Entdeckung der Unendlichkeit“ basiert auf der Autobiographie „Travelling to Infinity – My Life with Stephen“, die Stephen Hawkings erste Frau Jane geschrieben hatte. So konzentriert sich der Film auch mehr auf die Beziehung zwischen beiden Personen als auf Hawkings wissenschaftliche Arbeit, wobei diese natürlich dennoch einen großen Stellenwert einnimmt.

Eddie Redmayne ist als Stephen Hawking einfach großartig. Mimik, Gestik und sein ganzes Verhalten spiegeln die Person wider, wie sie die Menschen heute kennen. Redmayne ist in meinen Augen zurecht auch für den Oscar als bester Schauspieler nominiert worden. Aber auch Felicity Jones, die Jane Hawking spielt, kann absolut überzeugen.

Insgesamt ist es ein eher ruhiger Film, aber er erzählt das ungewöhnliche Leben eines großartigen Wissenschaftlers aus einer anderen Perspektive. Dabei ist es eben wichtig, dass der Wissenschaftler eine sehr starke Frau an seiner Seite hatte, mit der er drei Kinder hat. Mir hat der Film so gut gefallen, dass ich mir die Autobiographie, auf die der Film basierte, auch gleich gekauft habe – auch um einen Vergleich zwischen Film und Wirklichkeit ziehen zu können. Hier leiden Biographie-Filme wie „A Beautiful Mind“ (über John Nash) oder „The Imitation Game“ (über Alan Turing, läuft ebenfalls gerade im Kino) daran, dass sie die Wahrheit etwas vereinfachen und mitunter schön färben.

Buch: Two Hearts

Titel Two Hearts
Autor Peter S. Beagle
Sprache Englisch
Genre Fantasy
Herausgeber 2006
Seitenanzahl 36 Seiten, EPUB

In den Wäldern neben dem Dorf, in dem die neunjährige Sooz wohnt, haust ein Greif, der Angst und Schrecken verbreitet, weil er nicht nur die Tiere der Bauern anfällt, sondern auch kleine Kinder frisst. Als Sooz' beste Freundin verschwindet, macht sich das Mädchen zum König auf, um diesen persönlich um Hilfe zu bitten. Auf dem Weg zum Schloss begegnet sie dem Zauberer Schmendrick und seiner Gefährtin Molly Grue.

„Two Hearts“ ist eine Art Nachfolger von „Das letzte Einhorn“ von Peter S. Beagle. Die Geschichte spielt ca. 50 Jahre nach den Ereignissen. König Lir ist alt und auch etwas senil, Schmendrick und Molly Grue reisen aber immer noch gemeinsam durch die Welt. Sie begleiten Sooz zum König und bestehen mit ihm das Abenteuer gegen den Greif. Die Kurzgeschichte funktioniert dabei auch für sich allein, wobei es sehr viele Anspielungen auf „Das letzte Einhorn“ gibt, sodass es sinnvoll ist, dieses vorher zu lesen.

„Two Hearts“ ist nur ein kurzes Nachwort zur größeren Geschichte, bereitet aber auf den echten Nachfolger vor, in der Sooz erwachsen ist und ggf. auf das Einhorn trifft. Das Interview mit Peter S. Beagle am Ende des Buches verrät so viel, aber nicht mehr.

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Die Erzählung aus der Sicht eines neunjährigen Mädchens ist sehr erfrischend, da auch die Gedankengänge und Sichtweise dem Alter entsprechen. So kann man nur hoffen, dass man irgendwann die weiteren Abenteuer von Sooz lesen kann.

Wochenrückblick 03/2015

Der Wochenrückblick lässt das Geschehen der vergangenen Woche rund um Ubuntu, Linux und Open Source Revue passieren.

Rund um Ubuntu

Ubuntu Find-A-Task

Für die englischsprachige Community wurde mit Ubuntu Find-A-Task ein neuer Service eingerichtet, über den potentielle Helfer ein paar

Fragen je nach ihren Fähigkeiten beantworten müssen und so mögliche Tätigkeitsfelder kennenlernen können. Die Tätigkeitsfelder sind dabei Support, Schreiben, Befürworter, Entwicklung sowie Qualität und Design.

Quelle: Ian's TechBlog

Community Leadership Summit 2015 im Juli

Am 18. und 19. Juli 2015 findet in Portland, Oregon, USA das Community Leadership Summit 2015 statt. Es treffen sich dort verschiedene Vertreter aus den diversen, weltweiten Communitys, um sich miteinander auszutauschen.

Quelle: Jono Bacons Blog

Ubuntu Scopes statt Apps

Letzte Woche verschickte Canonical an ausgewählte Personen einen kleinen Newsletter, welcher die Begriffe „Aggregation scopes“ und „Branded scopes“ für das kommende Ubuntu Phone einführte. Aus dem Newsletter wurde leider nicht ganz klar, was es mit beiden Begriffen auf sich hat bzw. in wie weit diese dem Benutzer, der heute nur Apps kennt, helfen werden. Es bleibt die Veröffentlichung des Ubuntu-Smartphones von bq im Februar abzuwarten.

Quelle: OMG!Ubuntu!

systemd in Ubuntu 15.04

Nur noch drei Monate sind es bis zu Veröffentlichung von Ubuntu 15.04 „Vivid Vervet“. Die neue Ubuntu-Version soll dann auch die Integration des Init-Systems systemd beendet haben, nachdem die Mutterdistribution Debian im Februar 2014 entschieden hatte, auf das System zu wechseln, womit Canonicals eigenes Init-System Upstart fallen gelassen wurde.

Quelle: Pro-Linux

Neues rund um Linux

Stadt München tritt Document Foundation bei

The Document Foundation kümmert sich um die Verbreitung offener Standards und offener Programme. Der unabhängigen Stiftung ist mit Florian Haftmann nun auch ein Vertreter der Stadt München beigetreten, der vor allem seine Erfahrungen bei der Migration von Windows auf LiMux einbringen soll.

Quellen: Golem, Linux-Magazin, heise open, Pro-Linux, OMG!Ubuntu!

Builder: Entwicklungsumgebung für GNOME

Builder ist eine IDE, mit der sich grafische Anwendungen für die GNOME-Oberfläche leichter erstellen lassen sollen. Das Projekt befindet sich aber noch in der Entwicklung, hat die Crowdfunding-Phase aber gut überstanden.

Quellen: Golem, heise open, Pro-Linux

Wikipedia erhält Erasmus-Preis

Die Wikipedia bzw. die Wikipedia-Community wurde von der niederländische Stiftung Praemium Erasmianum mit dem Erasmus-Preis ausgezeichnet. Die Verleihung findet im Herbst statt und kommt mit einem Preisgeld von 150.000 Euro daher.

Quelle: heise open, Pro-Linux

Spielen unter Linux

Shadowrun: Hong Kong für Linux

Die Kickstarter-Phase ist noch nicht abgeschlossen, aber das Projekt bereits finanziert. Und laut Entwickler HSB soll es das Spiel auch für Linux geben und ab August 2015 als DRM-freie Version zur Verfügung stehen.

Quelle: Pro-Linux

Steam löscht Nutzerdaten

Ein kleiner Fehler in einem Skript hat dazu geführt, das beim Ausführen von Steam das gesamte Nutzerverzeichnis und alle Daten, auf die der Nutzer Zugriff hatte, gelöscht wurden. Grund für diesen Fauxpas war eine nicht gesetzte Variable, die nicht überprüft wurde und dann den Befehl rm -rf "$STEAMROOT/"* absetzte, was alle zugreifbaren Daten auf dem System löschte.

Quelle: Golem

Hardware und Mobiles

Tizen-Smartphone in Indien

Das erste Smartphone mit dem mobilen Linux-Betriebssystem Tizen kommt von Samsung in Indien auf den Markt. Das Einsteiger-Smartphone soll sich dort gegen die Konkurrenz von Googles Android und Mozillas Firefox OS durchsetzen.

Quellen: Pro-Linux, OMG!Ubuntu!

Mini-Rechner mit Linux Mint

Clement Lefebvre, Entwickler von Linux Mint, hat diese Woche in Zusammenarbeit mit CompuLab einen Linux-Mint-Rechner angekündigt. Die „Mintbox Mini“ soll ab dem zweiten Quartal 2015 für rund 300 US-Dollar verfügbar sein.

Quellen: Pro-Linux, Linux-Magazin, OMG!Ubuntu!

Sonstiges

Die Gefahren der Cloud

Das Linux-Magazin hat eine Erhebung der EU-Statistikbehörde Eurostat veröffentlicht, nach der nur jeder fünfte Deutsche seinen Daten in der Cloud lagere. Bei den jüngeren Nutzern liegt die Quote deutlich höher.

Die Gefahren der Ablage in der Cloud sollten aber jedem bekannt sein und das law blog hat diese Woche erst wieder darauf hingewiesen: Ausländische, d.h. vor allem us-amerikanische Cloudanbieter wie Google oder Microsoft durchsuchen aktiv den Speicher ihrer Kunden nach (ihren Maßstäben) illegalen Inhalten, was dann ggf. zu einem Durchsuchungsbefehl in Deutschland führen kann.

Deutsche Gerichte und WoW

Man glaubt es kaum, aber auch deutsche Gerichte beschäftigen sich mit MMORPGs. Es ist extrem witzig, in einem Gerichtsurteil vom Sammeln von Kräutern wie Frost Lotus, Icethorn, Lichbloom oder Adder’s Tongue oder den Zonen Dragonblight, Icecrown und Storm Peaks zu lesen. Daran erkennt man, dass Computerspiele Teil unserer Kultur geworden sind.

Galileo Press heißt nun Rheinwerk Verlag

In der Open-Source-Szene sind Galileo Press keine Unbekannten. Sie haben zahlreiche Bücher zu Linux-Themen im Angebot und unterstützen die Community, wann immer es möglich ist (z.B. durch Buchpreise und -spenden). Aus markenrechtlichen Gründen musste sich der Verlag leider umbenennen und heißt nun Rheinwerk Verlag. Ansonsten ändert sich aber nichts, die Qualität der Bücher bleibt sicherlich gleich hoch.

Quelle: Pro-Linux

Wochenrückblick 02/2015

Der Wochenrückblick lässt das Geschehen der vergangenen Woche rund um Ubuntu, Linux und Open Source Revue passieren.

Rund um Ubuntu

Ubuntu Online Summit im Mai 2015

Sehr früh und sehr kurz gab es die Ankündigung zum nächsten Ubuntu Online Summit. Nach dem Erscheinen von Ubuntu 15.04 „Vivid Vervet“ am 23. April 2015 soll vom 5. bis 7. Mai ein neuer Online-Summit stattfinden, bei dem sich Benutzer und Entwickler gemeinsam im IRC und über Videochat austauschen können.

Neues rund um Linux

EFF auch weiterhin ohne iOS-Unterstützung

Die Electronic Frontier Foundation setzt sich für Freiheit in der digitalen Welt ein. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass die EFF-Apps nur für Android und nicht für Apples iOS veröffentlicht werden. Die EFF begründet dies unter anderem mit den restriktiven Bedingungen und gravierenden Einschränkungen, die Apple den App-Entwicklern in ihrem App-Store zumute.

Quelle: heise open

XOR.DDoS-Trojaner greift Linux-Rechner an

Per Brute-Force-Angriff, um schwache SSH-Passwörter, herauszufinden greift der Trojaner XOR.DDoS Linux-Rechner an und installiert ein Rootkit, wodurch der Rechner in ein Botnetz hinzugefügt wird und für DDoS-Attacken missbraucht werden kann. Laut Antivirenhersteller Avast ist die Malware aber nicht sonderlich verbreitet.

Quelle: Linux-Magazin

Spielen unter Linux

Abstract Bundle mit 10 Linux-Spielen

Das Abstract Bundle von Bundle Stars bietet 10 abstrakte Spiele für Linux, Mac und Windows. Die Spiele sind dabei aber nicht DRM-frei, sondern man erhält nur Keys, um die Spiele bei Steam zu aktivieren.

Quelle: OMG!Ubuntu!

Hardware und Mobiles

Intel Compute Stick mit Ubuntu

Auf der CES 2015 hat Intel seinen Intel Compute Stick vorgestellt. Auf dem Stick läuft ein komplettes Betriebssystem (Windows oder Ubuntu) und über den HDMI-Ausgang kann man den Stick schnell an jeden Monitor oder Fernseher anschließen.

Quellen: OMG!Ubuntu!, Pro-Linux, heise open

freiesMagazin 01/2015 erschienen

freiesMagazin 01/2015 Titelseite

Heute ist die Januarausgabe von freiesMagazin erschienen und bringt viele spannende Artikel aus den Bereichen Linux und Open Source mit.

Inhalt der Ausgabe 01/2015

  • Der Dezember im Kernelrückblick
  • Bildbearbeitung mit GIMP – Teil 1: Bildteile entfernen
  • Git Tutorium – Teil 2
  • Spacewalk – Teil 4: Verwaltung von Solaris-Systemen
  • Kurztipp: tmux mit Byobu nutzen
  • Tiny Tiny RSS – Ein web-basierter Feed-Aggregator
  • Calibre – Teil 1: Installation und Erst-Konfiguration
  • Fuchs in Flammen: Mozilla Flame im Test
  • Rezension: Programmieren lernen mit Python
  • Rezension: Wireshark 101 - Einführung in die Protokollanalyse
  • freiesMagazin-Index 2014
  • Leserbriefe und Veranstaltungen

Downloads

Unter der Adresse http://freiesmagazin.de/mobil/ findet man immer die aktuelle und alle bisher erschienenen HTML- und EPUB-Ausgaben. Auf der Magazin-Seite können die letzten drei Ausgaben von freiesMagazin abgerufen werden, ältere Ausgaben findet man im Archiv.

Kontakt

Wer jeden Monat an die neue Ausgabe erinnert werden will, kann auch den RSS-Feed abonnieren. Leserbriefe mit Lob, Kritik, Anregungen oder Fragen und neue Artikelvorschläge können an die Redaktion geschickt werden.

Buch: The Last Unicorn

Titel The Last Unicorn
Autor Peter S. Beagle
Sprache Englisch
Genre Fantasy
Herausgeber Barnes & Nobles, 1986
Seitenanzahl 174 Seiten, EPUB

Das letzte Einhorn auf der Welt wundert sich, wo seine ganzen Geschwister geblieben sind und macht sich auf die Suche nach ihnen. Es hört von einem König Haggard, der sich einen roten Bullen hält, der alle Einhörner der Welt gefangen hat. Auf dem Weg zum Schloss des Königs trifft das Einhorn auf den tollpatschigen Zauberer Schmendrick, der sich dem Einhorn anschließt.

Ich glaube, fast jeder hat Das letzte Einhorn schon im Fernsehen gesehen. Der Film von 1982 basiert auf dem Buch von Peter S. Beagle von 1968, welches sich einfach wundervoll liest. Thematisch könnte man es für ein Kinderbuch halten, aber dafür sind die sehr traurigen und nachdenklichen Passagen im Buch viel zu ernst. Beagle schafft es sehr schön, die Anmut des Einhorns zu beschreiben, sodass ein tolle Geschichte zurückbleibt.

„The Last Unicorn“ war Teil des zweiten Humble eBook Bundle und ich kann das Buch nur jedem empfehlen, der Einhorn-Geschichten oder den Film mag.

Buch: Little Brother

Titel Little Brother
Autor Cory Doctorow
Sprache Englisch
Genre Fiction-Thriller
Herausgeber Tor Teen Book, 2008
Seitenanzahl 296 Seiten, EPUB

Marcus spielt mit seinen Freunden ein Live-Rollenspiel in der Stadt, als ein Terroranschlag die ganze Stadt erschüttert. Marcus und seine Freunde werden von Homeland Security festgenommen, weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Marcus wird mit niederen Methoden verhört und psychologisch gefoltert, doch hat er rein gar nichts mit den Anschlägen zu tun gehabt. Als er nach einigen Tagen Haft entlassen wird, baut Homeland die Überwachung in der Stadt immer weiter aus und behandelt jeden Bürger wie einen Verdächtigen.

„Little Brother“ war Teil des zweiten Humble eBook Bundle, ich bin aber erst jetzt zum Lesen gekommen. Die Geschichte erinnert etwas an das später veröffentlichte Pirate Cinema. Junge wird wegen etwas verfolgt/angeklagt, er trifft ein Mädchen, die ihm bei allem hilft und am Ende geht alles gut aus.

Okay, ganz so simpel ist es nicht. „Little Brother“ ist zwar Fiction, aber ich habe direkt Angst davor, wie nahe es an der Realität ist. Nach all den Abhör-Affären der NSA kann die Wahrheit nicht so weit davon entfernt sein. Und „Little Brother“ ist eines der wenigen Fiction-Bücher, bei denen ich mich über die (fiktionale) Ungerechtigkeit der Welt und dass „böse“ Menschen leicht mit allem durchkommen innerlich aufrege. Man kann sich als Leser sehr gut in Marcus' Rolle hinein versetzen und hofft einfach nur, dass der Alptraum, den er erlebt, bald zu Ende ist.

Cory Doctorow ist kein Unbekannter in der Freien-Software-Szene. Er arbeitet bei der Electronic Frontier Foundation mit und hat die Open Rights Group mitgegründet. In seinem Buch fast er viele Aspekte, die sich mit Sicherheit und Verschlüsselung befassen auf, dazu zählt zum Beispiel auch eine sichere Linux-Variante und PGP-Verschlüsselung.

Da Doctorow sich auch Freien Inhalten verschrieben hat, stehen seine Bücher unter einer Creative-Commons-Lizenz. „Little Brother“ kann auf Doctorows Webseite heruntergeladen, angeschaut und im Rahmen der Lizenz weiterverbreitet werden.