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Humble Weekly Bundle: cats! Cats! CATS!

Diese Woche gibt es im Humble Weekly Bundle extrem viel „Cat Content“, da jedes Spiel in irgendeiner Art und Weise mit den kleinen, haarigen Fellknäuel zu tun hat. Immerhin fünf der sechs Spiele sind für Linux erhältlich, davon aber nur drei DRM-frei. Jeder kann den Preis selbst bestimmen und in variablen Anteilen auf die Entwicklerstudios, die Humble-Anbieter und die Chariy-Organisationen World Land Trust und AbleGamers verteilen.

Humble Weekly Bundle: cats! Cats! CATS!

Die Spiele im Detail

Schrödinger's Cat and the Raiders of the Lost Quark ist, wie man am Titel erkennt, ein unernstes Jump'n'Run-Puzzle-Spiel, bei der man sich als Schrödingers Katze in der Physik-Welt bewegt. Das Spiel gibt es nur für Steam.

Pix the Cat erinnert ein bisschen an Pac-Man, wenn man sich das Video anschaut. Eier einsammeln und Entenküken produzieren, die man dann ... hm, wieder abschießt? Naja, immerhin sieht es süß aus. Der Nostalagie-Modus im Stile der 20er Jahre Comic hat auch was. Das Spiel gibt es nur für Steam.

Den Unterwasser-Arcade-Shooter Aqua Kitty - Milk Mine Defender gibt es nur für Windows.

Wer mehr als den aktuellen Durchschnitt (derzeit ca. 4 US-Dollar) bezahlt, erhält das sehr gute Action-Rollenspiel Torchlight II von Runic Games. Im Diablo-Stil klickt man sich durch Horden an Monstern und Gegner in Wäldern, Dungeons und Tälern. Dort erfüllt man verschiedene Aufträge für NPCs und ist dabei nicht auf die Standard-Klassen aus anderen Action-RPGs angewiesen, sondern kann auch als Ingenieur den (recht großen= Schraubenschlüssel schwingen. Die Grafik des Spiels sieht sehr gut aus, die deutsche Sprachausgabe und die deutschen Texte sind ebenfalls gut. Das Spiel gibt es für 32- und 64-Bit.

Daneben gibt es noch das Puzzle-Spiel Mousecraft. Als Wissenschaftler-Katze Schrödinger versucht man seine Labormäuse durch teilweise gefährliche Level zu manövrieren, damit diese an den Käse kommen. Der Spiel erinnert natürlich an Lemmings, wobei man hier eher das Level mit Tetris-Steinen verändert anstatt den Mäusen besondere Fähigkeiten zu geben. Es sind eben Mäuse und keine Lemminge!

Torchlight II
Torchlight II
MouseCraft
MouseCraft

Ab 10 US-Dollar gibt es das Spiel Hot Tin Roof: The Cat That Wore A Fedora dazu. Der Titel ist angelehnt an den Film Die Katze auf dem heißen Blechdach, im Spiel übernimmt man die Rolle von Investigator Jones (bzw. Investigatorin, um genau zu sein), die zusammen mit ihrer Katze Franky im Adventure-Stil einen Kriminalfall lösen soll.

Zum Schluss gibt es noch ab 25-US-Dollar ein Katzenshirt dazu.

Hot Tin Roof
Hot Tin Roof

Zu allen Spielen außer Schrödinger's Cat and the Raiders of the Lost Quark gibt es den Soundtrack als MP3 und als verlustloses FLAC-Format zum Download.

Bundle erwerben

Die Spiele stehen nach dem Kauf für Linux teilweise als Direkt-Download oder BitTorrent-Link zur Verfügung. Ebenso gibt es für alle Spiele Steam-Keys.

Bezahlen kann man wie immer über Kreditkarte, Paypal, Amazon Payments oder Bitcoin. Das Angebot besteht noch bis zum 25. Juni 2015.

Achtung: Vor dem Kauf sollte man zu allen Spielen die Systemvoraussetzung für Linux lesen.

Meine Meinung

Das beste Spiel aus dem Bundle ist für mich Torchlight II, welches aber bereits im Humble Indie Bundle 14 enthalten war. So gesehen gibt es für Linux-Spieler, die DRM-freie Spiele mögen, nur zwei neue Spiele.

MouseCraft ist ganz nett, aber mir fehlt die Besonderheit und der Witz. Lemmings mit Tetris zu mischen ist für mich nicht so innovativ, dass ich das Spiel lange spielen würde. Und Hot Tin Roof spielte sich erst einmal ganz gut, nach einer halben Stunde merkte man dann aber kleinere Nervigkeiten wie z.B. dass Dialogoptionen immer wieder aufs Neue angeboten werden ohne Mehrwert zu haben. Zusätzlich gibt es bei mir im Spiel an bestimmten Stellen seltsame Geräusche, wo ich nicht weiß, ob das gewollt oder ein Bug ist.

Zu den anderen Spielen kann ich ohne Steam und ohne Windows nichts sagen, mit hätte vom Video her aber maximal noch Schrödinger's Cat and the Raiders of the Lost Quark gefallen.

Film: Kung Fury

Titel Kung Fury
Genre Action, 2015
Darsteller David Sandberg, Jorma Taccone
Regisseur David Sandberg
Länge 31 min
Trailer Trailer

Polizist Kung Fury, der seine Kung-Fu-Superkräfte durch einen Blitzschlag und einen gleichzeitigen Kobra-Biss erhalten hat, reist 1985 zurück in die Vergangenheit, um Adolf Hitler (aka „Kung Führer“) zu töten. Bei der Zeitreise geht aber etwas schief und Kung Fury landet zur Zeit der Wikinger … als es Dinosaurier gab … die Laser aus ihren Augen schießen können … Ja, äh …

Kung Fury war ein Kickstarter-Projekt, hinter dem David Sandberg steckt, der neben der Hauptrolle auch Regie geführt und das Drehbuch beigesteuert hat. Von den gewünschten 200.000 US-Dollar wurden 630.000 US-Dollar eingenommen. Der Film soll ein Hommage an die 1980er Jahre sein und entsprechend viele Referenzen findet man auch darin. Wer genau hinschaut (und auch ab und an Pause drückt), wird Einiges aus den 80er wiederfinden – soweit er sich daran erinnern kann. Entdeckt habe ich Anspielungen auf „Die Nackte Kanone“, „Zurück in die Zukunft“, „Tron“, „Prinzessin Mononoke“ (obwohl das 90er ist), „Terminator“, „Knight Rider“, „2001“ und noch einige andere Filme.

„Kung Fury“ ist Trash und spielt damit in einer Liga wie Iron Sky. Das Budget ist sicherlich etwas kleiner und der FIlm kürzer, aber bei so viel Unsinn, die der Film hergibt, würde man dies wohl auch keine 90 Minuten lang ertragen. ;) Dennoch ist es witzig und dank der deutschen Untertitel versteht man auch alles.

Den Film kann man kostenlos auf YouTube anschauen. Passend dazu gibt es auch ein extra Musikvideo von und mit David Hasselhoff.

Spiel: Cookie Clicker

Mal wieder einen „Trend“ um ein paar Jahre verschlafen … Erst letzte Woche bin ich auf Cookie Clicker gestoßen. Das Flash-Spiel wurde 2013 von Julien „Orteil“ Thiennot veröffentlicht und fällt in die Kategorie der „Idle Games“.

Cookie Clicker

In Cookie Clicker muss man nicht viel machen. Einfach nur mit der Maus auf den Keks auf der linken Seite klicken und schon hat man einen Cookie gebacken. Wenn man genügend Kekse beisammen hat, kann man sich auf der rechte Seite Boni kaufen. Am Anfang sind das noch einfache Dinge wie Cursor, die automatisch auf den Keks klicken. Aber auch Großmütter helfen beim Backen der Kekse mit. Später gibt es dann Cookie-Farmen, -Fabriken oder gar -Minen. Noch viel später kann man dann auch Kekse von fremden Planeten importieren, per Zeitmaschine aus der Vergangenheit herholen oder einfach Kekse aus Licht machen.

Nicht nur, dass die einzelnen Objekte immer teurer werden, je mehr Cookies sie pro Sekunde produzieren können. Auch der Kauf in einer Kategorie macht das Objekt der gleichen Kategorie teurer. Konnte man sich so seinen ersten Cursor noch für eine Handvoll Kekse leisten, kostet der 161. Cursor bereits rund 77 Milliarden Cookies. Wie bei Idle Games üblich, kann man sich so eine Cookie Maschinerie aufbauen, die einfach im Hintergrund läuft. Ab und zu kann man mal reinschauen, ob man sich ggf. wieder etwas Neues leisten kann.

Neben den eigentlichen Kauf-Objekten, die direkt Cookies erstellen, gibt es auch noch Upgrades, sodass die Minen beispielsweise mehr Kekse produzieren. Als weiterer Anreiz für das Spiel gibt es Errungenschaften (Achievements), wenn man beispielsweise von jedem Objekt eins gekauft hat oder wenn man 100 Farmen gekauft hat oder wenn man etwas anderes anstellt. Hier muss man Forscherdrang beweisen und alles austesten.

Cookie Clicker hat kein Ziel und nur den Rechner laufen lassen, um Kekse zu produzieren, ist etwas irrsinng. Auf der anderen Seite fällt es schwer, den Rechner zu verlassen, wenn man sich in wenigen Sekunden ein neue Zeitmaschine leisten kann, die wieder 3 Millionen neue Cookies pro Sekunde erzeugt …

Humble School's Out Book Bundle

Nach dem Humble Brainiac Book Bundle im Februar gibt es nun ein weiteres Humble Book Bundle, bei dem Jung und Alt etwas lernen können. Das Humble School's Out Book Bundle enthält interessante Werke wie „Teach Your Kids to Code“, „Arduino Workshop“, „The Linux Command Line“, „JavaScript for Kids“ oder „Automate the Boring Stuff with Python“. Daneben sind aktuell auch noch ein paar LEGO-Bücher, zwei Scratch-Bücher und noch einiges mehr im Bundle enthalten.

Die Bücher sind leider alle in Englisch und liegen als PDF und EPUB zum Download bereit. Den Preis kann man selbst bestimmen, wobei man mehr als der Durchschnitt (derzeit 11,92 US-Dollar) bzw. mindestens 17 US-Dollar bezahlen muss, um an alle Werke zu kommen. Das Geld kann man auf den Buchverlag „No Starch Press“, die Humble-Macher, die Electronic Frontier Foundation oder Freedom of the Press Foundation verteilen.

Das Angebot besteht noch bis zum 1. Juli 2015. Weitere Bücher werden wie üblich kommende Woche ergänzt.

Verlosung: SoftMaker Office 2016

In meiner Eigenschaft als Chefredakteur bei freiesMagazin erhalte ich auch mitunter kleine Überraschungen in der Post. Gestern lag ein Schreiben von SoftMaker in meinem Briefkasten, welche mir die neue SoftMaker Office 2016-Version vorstellen wollte.

Warum der Blogbeitrag dann unter „Allgemein“ steht? Weil es die Professional-Version für Windows ist, mit der ich leider ohne Windows-Rechner gar nichts anfangen kann, so gerne ich das Programm auch testen würde. Neben Textprogramm, Tabellenkalkulation und Präsentationswerkzeug liegt der DVD auch noch Thunderbird als E-Mail-Programm und die Duden-Rechtschreibprüfung bei.

Wer Interesse hat, SoftMaker Office 2016 einzusetzen, kann einfach einen Kommentar unter dem Beitrag hinterlassen. Es wäre schade, wenn die DVD bei mir nur herumliegt. Unter allen Kommentare lose ich in einer Woche dann aus, wer die DVD gewonnen hat. Eine gute Begründung, wieso man das Programm haben möchte, könnte die Chancen auf den Gewinn erhöhen. :)

Buch: The Art of Unit Testing

Titel The Art of Unit Testing
Autor Roy Osherove
Sprache Deutsch
Genre Sachbuch
Herausgeber mitp, 2015
Seitenanzahl 312

In den meisten größeren Software-Projekten stößt man irgendwann auf das Problem, den Code testen zu müssen. In der Regel kommt einem der Gedanken, wenn man den hundersten Bug-Report erhält, der eine ganze triviale Funktion betrifft. Hier können Unit-Tests helfen, die Qualität zu verbessern. Das Buch „The Art of Unit Testing“ von Roy Osherove soll beim Einstieg in das Thema helfen.

Über den Autor

Roy Osherove ist ein bekannter Software-Entwickler und tritt seit mehreren Jahren als Trainer für Unit-Testing und testgetriebene Entwicklung (TDD) auf. Ich lernte ihn auf einem Kurs zum Thema TDD kennen. Das Buch behandelt viele Themen, die er auch in seinen Kursen vermittelt.

Was steht drin?

Hauptaugenmerk des Buches ist natürlich das Unit-Testing. Auch wenn die testgetriebene Entwicklung artverwandt ist und Roy Osherove sich auch hierin auskennt, betont der Autor immer wieder, dass das Buch sich nur wenig damit auseinandersetzen will. So nimmt TDD auch nur einen kurzen Abschnitt am Anfang des Buches ein.

Der größte Teil der Seiten beschäftigt sich also mit dem Thema Unit-Testing. Roy Osherove erklärt anfangs, was man unter Unit-Tests versteht und was die Abgrenzung zu Integrationstest ist. Danach darf man auch gleich seinen ersten Unit-Test schreiben. Für die Umsetzung des Unit-Tests hat sich Roy Osherove für die Sprache C# in Microsoft Visual Studio und das Testframework NUnit entschieden.

Der zweite Teil des Buches geht dann etwas mehr in die Tiefe. So wird sich mit Stubs, Mocks und Fakes beschäftigt, der Unterschied zwischen ihnen erklärt und auch darauf eingegangen, wie man diese korrekt verwendet. Einen großen Teil (35 Seiten) nehmen dabei die Hinweise und Beschreibung von Isolation-Frameworks ein. Konkrete Beispiele gibt es aber nur für .NET.

Teil 3 behandelt den Testcode an sich. So wird erklärt, was einen guten Unit-Test ausmacht, wie beispielsweise Vertrauenswürdigkeit, Wartbarkeit oder Lesbarkeit. Aber auch auf außenstehende Eigenschaften wie Automatisierung und Versionsverwaltung wird eingegangen.

Der letzte Teil 4 behandelt dann einige besondere Themen, die ggf. nicht für jeden Leser gleich relevant sind. Ein Kapitel beschäftigt sich mit der Integration von Unit-Tests in der Organisation und liefert Argumente, wieso Unit-Tests wichtig sein können. Ein anderes Kapitel behandelt Legacy Code, das heißt meist alten, teils verwaisten und mitunter nicht gut strukturierten Code, den man testen möchte. Hier verweist Osherove auch auf das sehr gute Buch „Effektives Arbeiten mit Legacy Code“ von Michael Feathers. Das letzte Kapitel in dem Teil beschäftigt sich mit dem Thema „Design und Testbarkeit“ (Design for Testability), was es leichter machen soll, seinen Code zu testen.

Im Anhang findet man eine Auflistung verschiedener Test- und Isolation-Frameworks, die meisten behandeln davon aber nur .NET als Sprache.

Am Anfang jedes Kapitels findet man eine kurze Beschreibung, was der Text auf den nachfolgenden Seiten erreichen soll. Am Ende eines Kapitels gibt es entsprechend eine Zusammenfassung, die das Gelernte noch einmal kurz beschreibt.

Für wen ist das Buch geeignet?

Laut Osherove ist die Zielgruppe des Buches jede Art von Code-Schreiber, seien es Entwickler, Architekten oder eben Tester. Auf den Wissensstand geht der Autor nicht gesondert ein und hat Recht damit, da das Buch sowohl für Anfänger als auch Fortgeschrittene geeignet ist.

Die Einführung in Unit-Test geht sehr sanft voran und auch zum Ende des Buches hin sind die Beispiele noch übersichtlich und leicht verständlich. Fortgeschrittene können vor allem durch die erweiterten Kapitel bzgl. Legacy Code oder Design for Testability noch etwas lernen.

Schade ist, dass Roy Osherove sich auf C#, Visual Studio und NUnit versteift. Für .NET-Entwickler ist das natürlich praktisch, für alle andere etwas hinderlich. Zwar kann man als C++- oder Java-Entwickler die meisten Beispiele abstrahieren, aber sehr oft wird auf exklusive Features von NUnit eingegangen, die es in anderen Frameworks oder Sprachen nicht gibt. Das macht es schwer, die Beispiele nachzuvollziehen.

Zwingende Voraussetzung für das Verständnis der Beispiele ist aber die objektorientierte Programmierung. Vor allem Stubs und Mocks leben davon, dass man Interfaces und Klassen ableiten und Methoden überschreiben bzw. realisieren kann. Wer keine objektorientierte Sprache nutzt, wird sich schwer tun, den Code zu verstehen bzw. diesen im eigenen Projekt anzuwenden.

Wie liest es sich?

Roy Osherove hat einen guten Schreibstil und auch die Übersetzung von Olaf Neuendorf ist sehr gut gelungen. Toll ist, dass Roy Osherove sein Buch nicht als Dogma auffassen möchte, sondern selbst schreibt, dass sich seine Meinung in einigen Gebieten bis zur nächsten Auflage ändern kann. So empfiehlt er in der zweiten Auflage andere Frameworks als im ersten Versuch und auch einige Programmierparadigmen haben sich geändert. Diese Ehrlichkeit ist gut und als Leser weiß man so von vornherein, dass man sich aus dem Buch nicht alles herauspicken muss, sondern auch nur eine Auswahl treffen kann, was auf das eigene Projekt am besten passt.

Die Beispiele sind fast alle sehr kurz und übersichtlich, sodass man sie leicht verstehen kann. Auch als Nicht-C#-Entwickler kann man mit einem objektorientierten Hintergrund folgen und den Code auf die eingesetzte Sprache der eigenen Wahl anpassen.

Fazit

Insgesamt ist das Buch „The Art of Unit Testing“ sehr empfehlenswert. Es bietet eine sehr gute Einführung in Unit-Tests und bündelt die gesammelten Erfahrungen des Autors. Viele Aussagen sind dabei als Hinweis oder Leitlinie zu verstehen und nicht als Dogma.

Negativ ist die Versteifung auf .NET und NUnit. Beispielsweise kennt nicht jedes Testframework Test-Cases. Da Logik wie Schleifen in einem Unit-Test aber eigentlich auch nicht erlaubt sind, steht man als Entwickler hier vor einem Problem. Auch die Vorstellung der Isolation-Frameworks bzw. Testframeworks im Anhang kann man als Nicht-C#-Entwickler überspringen. Einzig die Erklärung, wie sich Isolation-Frameworks klassifizieren lassen und welche Eigenschaften die verschiedenen Werkzeuge haben, hilft unter Umständen dabei, ein Framework für die eigene, eingesetzte Sprache zu finden.

Sehr gut haben die Kapitel bzgl. Integration in der Organisation und Design for Testability gefallen. Ohne diese wäre da Buch zwar auch nutzbar, aber sie geben wichtige Argumente und Hinweise an die Hand, um Unit-Tests noch besser schreiben bzw. überhaupt erst einmal einsetzen zu können. Das Kapitel zu Legacy Code ist dagegen etwas zu kurz. Hier empfiehlt sich eher das Buch von Michael Feathers „Effektives Arbeiten mit Legacy Code“.

Humble Weekly Bundkle: Retroism

Das Humble Weekly Bundkle: Retroism enthält acht Retro-Spiele, die von der Firma Retroism angepasst wurden, darunter Klassiker wie Pirates! oder Colonization. Da alle Spiele unter Linux leider nur über Steam spielbar sind, kann ich wenig zu ihnen sagen. Unter Windows gibt es auch DRM-freie Versionen.

Jeder kann den Preis selbst bestimmen und in variablen Anteilen auf die Spiele-Entwickler, die Humble-Anbieter und die Charity-Organisationen Direct Relief und Oxfam verteilen. Das Angebot besteht noch bis zum 18. Juni 2015.

Humble Indie Bundle: All-Stars

Es gibt ein neues Humble Indie Bundle: All-Stars, welches die erfolgreichsten Spiele der letzten Humble-Jahre umfasst. Acht Spiele gibt es für Linux, MacOS X und Windows und wie bei fast allen Humble Bundles sind die Spiele DRM-frei. Jeder kann den Preis selbst bestimmen und in variablen Anteilen auf die Entwicklerstudios, die Humble-Anbieter und die Charity-Organisationen Watsi und Child's Play Charity verteilen.

Die Spiele im Detail

In World of Goo (aus dem ersten Bundle) übernimmt man die Rolle kleiner Goo-Bälle, die versuchen, den Ausgang aus einem Level zu finden. Die Goo-Bälle gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen (vor allem die grünen scheinen lecker zu sein) und habe verschiedene Eigenschaften. Man baut mit diesen also Türme oder Brücken oder versucht an einem bestimmten Punkt zu schweben. Dabei versucht man natürlich (ähnlich wie bei Lemmings) möglichst viele der putzigen Bälle zu retten.

Super Meat Boy (aus dem vierten Bundle) ist ein Jump'n'Run, bei dem man als Super Meat Boy durch die Levels springen muss ohne dabei umzukommen. Der Schwierigkeitsgrad ist recht hoch und das Spiel fordern, macht aber dennoch Spaß.

Stilistisch interessant wirkt Dustforce (aus dem sechsten Bundle). In diesem „Aufräumspiel“ übernimmt man die Rolle von – nicht lachen – Hausmeistern, die sehr akrobatisch alle Arten von Müll entfernen müssen. Ob Staub, Laubblätter oder Biomüll, alles wird sehr sprungintensiv weggefegt.

Dungeon Defenders (aus dem siebten Bundle) ist eine Mischung aus Action-Rollenspiel und Tower Defense. Die Cell-Shading-Grafik verleiht dem Spiel einen großartigen Comic-Look.

World of Goo
World of Goo
Dustforce
Dustforce

In Limbo (aus dem fünften Bundle) spielt man einen kleinen Jungen, der eigentlich nur nicht sterben darf. Die Welt ist dabei in Grau/Schwarz gehalten und besticht einfach durch die visuelle Umsetzung. Limbo hat beim IGF 2010 die Preise für „Excellence in Visual Art“ und „Technical Excellence“ gewonnen.

Braid (aus dem zweiten Bundle ist ein Jump'n'Run-Puzzlespiel mit Zeitreiselement. Man kann die Zeit manchmal zurückdrehen, wobei nicht alle Elemente darauf reagieren. Dadurch entstehen interessante und anspruchsvolle Rätsel.

Antichamber (aus dem elften Bundle) ist ein Erkundungsspiel, bei dem es hauptsächlich darum geht, den Weg durch ein sehr seltsamen und sich ständig veränderndes Labyrinth zu finden.

Risk of Rain scheint das einzige, komplett neue Spiel zu sein (zumindest habe ich es in keinem Bundle gefunden). Das Spiel passt in die Kategorie Action-Plattformer mit Pixelgrafik.

Bis auf Super Meat Boy und Risk of Rain gibt es zu allen Spielen auch noch den Soundtrack zum Download dazu.

Bundle erwerben

Die Spiele stehen nach dem Kauf für Linux als Direkt-Download oder BitTorrent-Link zur Verfügung. Ebenso gibt es für alle Spiele Steam-Keys.

Bezahlen kann man wie immer über Kreditkarte, Paypal, Amazon Payments oder Bitcoin. Das Angebot besteht noch bis zum 16. Juni 2015.

Achtung: Vor dem Kauf sollte man zu allen Spielen die Systemvoraussetzung für Linux lesen.

Meine Meinung

Wer die vorherigen Bundles nicht mitgemacht hat, findet mit dem All-Stars-Bundle einige wirklich großartige Spiele. World of Goo und Limbo habe ich durchgespielt, Braid, Super Meat Boy und Dustforce zumindest begonnen. Insgesamt ist es eine sehr gut Auswahl, die man für einen geringen Preis erstehen kann.

Buch: Die letzten Wächter

Titel Die letzten Wächter
Autor Sergej Lukianenko
Sprache Deutsch
Genre Fantasy
Herausgeber Heyne, 2015
Seitenanzahl 447

Anton Gorodezki, Mitarbeiter der Nachtwache in Moskau, scheint von einem alten Feind gerufen zu werden. Reihenweise werden Menschen in der Stadt von Vampiren angegriffen und es scheint kein Muster zu geben. Einzig, dass sich die Vornamen der Opfer zu ANTONGO zusammenfügen lassen, lässt auf eine Verbindung zu Anton schließen. Deswegen wird er auf die Vorfälle angesetzt und hat es alsbald mit einem stärkeren Gegner als je zuvor zu tun.

Das Buch „Die letzten Wächter“ ist die Fortsetzung von Wächter des Morgen und der sechste und letzte Teil der „Wächter der Nacht“-Reihe. Über das neue Buch bin ich eher zufällig in der Bahnhofsbücherei gestolpert und konnte es auch wie bei den Teilen zuvor innerhalb von zwei Zugfahrten durchlesen.

Wie zuvor gibt sich Lukianenko Mühe, auch Nichtkenner der Nachtwache in die Materie einzuführen, dennoch ist das Vorwissen der ersten fünf Teile von großem Vorteil. Und selbst wenn man diese gelesen hat (was beim ersten Teil bereits 10 Jahre her ist), fallen manche Namenseinwürfe schwer.

Anton selbst ist seit dem letzten Buch noch erwachsener und reifer geworden. Seine Tochter Nadja, eine absolute Zauberin, ist inzwischen fast 15 Jahre alt, hat ihre Kräfte aber noch nicht voll unter Kontrolle. Die neue Entwicklung der Charaktere ist sehr interessant und vergleicht man Anton aus Teil 1 mit dem jetzigen, sieht man eine enorme Wandlung, die aber nicht unglaubwürdig ist.

Mit dem sechsten Teil schließt Lukianenko die Geschichte um Anton Gorodezki ab und schließt auch sehr schön den Kreis zum ersten Buch, was mir überaus gefallen hat. Wer die bisherigen Teile gelesen hat, kommt um diesen natürlich nicht herum. Und wer die „Wächter der Nacht“-Reihe noch nicht angeschaut hat, sollte dies einmal tun. – Nur bitte nicht den Film als Referenz nehmen, dessen Umsetzung ist stark verbesserungswürdig.

Die Wächter-Reihe selbst ist im Übrigen noch nicht zu Ende. Im September soll der Roman „Die Wächter – Licht und Dunkelheit“ erscheinen, der im gleichen Universum spielt, aber in denen Anton und seine Familie (vermutlich) keine Rolle spielen.

Buch: Bleeding Violet

Titel Bleeding Violet
Autor Dia Reeves
Sprache Englisch
Genre Fantasy
Herausgeber Simon Pulse, 2010
Seitenanzahl 254 (EPUB)

Die 16-jährige Hanna Järvinen lebte ihr ganzes Leben mit ihrem Vater in Finnland. Nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters ist ihre Tante Ulla mit der Erziehung des Teenagers überfordert, da Hanna an einer bipolare affektiven Störung (manisch-depressive Störung) leidet. Wobei „leiden“ das falsche Wort ist, da Hanna sich gut damit arrangiert hat, dass sie mit ihrem toten Vater sprechen kann oder ihr Spielzeug, ein Holzschwan, sie immer beschützt. Nach einem Streit mit ihrer Tante reißt Hanna aus und sucht ihre Mutter Rosalee in Portero (USA), die sie noch nie zuvor gesehen hat. Rosalee ist alles andere als begeistert, nimmt das Mädchen aber kurzfristig bei sich auf. Portero ist dabei ein seltsamer Ort, an dem merkwürdige Dinge passieren, die Hanna sich nicht nur einbildet.

„Bleeding Violet“ war Teil des dritten Humble eBook Bundle. Das Buch spricht vielleicht kein Tabu-Thema an, aber zumindest eines, was nicht so oft in Jugendbüchern behandelt wird. Manisch-depressive Störung zusammen mit Schizophrenie und Wahnvorstellung, ebenso wie Selbstmordgedanken werden von Dia Reeve thematisiert. Problematisch ist dabei ggf. das falsche Gefühl, dass Reeve einigen Lesern mit dieser Störung geben könnte, da sich Hanna an einiger Stelle ernsthaft umbringen will und nur durch magische Einfluss „gerettet“ wird.

Das Buch startet dafür sehr gut: die problematische Mutter-Tochter-Beziehung, die Angst Hannas, nicht akzeptiert zu werden, und ihre Handlungen, um dazu zu gehören. Schade finde ich, dass die Geschichte in der Mitte umschlägt und die Handlungen Hannas zumindest teilweise nur durch ein Love Interest bestimmt werden. Dies hätte ich so nicht erwartet und war etwas enttäuscht, dass sich das recht starke Mädchen an der Akzeptanz eines einzelnen Jungen misst.

Von der Geschichte her ist „Bleeding Violet“ sehr spannend, auch wenn es nicht so viele Wendungen hat, wie man vielleicht denken könnten. Hannas Wahnsinn passt sehr gut nach Portero, in denen es Dimensionstore zu einer anderen Realität gibt und in der Monster hausen.

Wer Fantasy-Geschichten mit einem gesellschaftlichen Touch mag, sollte sich das Buch einmal anschauen. Das Buch gibt es auf Deutsch nur als E-Book unter dem gleichen Titel.