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Buch: Die Sketchnote Starthilfe

Titel Die Sketchnote Starthilfe
Autor Tanja Wehr
Sprache Deutsch
Genre Sachbuch
Verlag mit, 2017
Seitenanzahl 262 Seiten

Sketchnoter findet man auf so gut wie jeder Konferenz, die etwas auf sich hält. Die fleißigen Zeichner halten das Gesprochene und das Gezeigte auf einem großen Stück Papier fest. Aber auch als Arbeitsvorbereitung, Prozessbeschreibung oder Urlaubsplanung kann man Sketchnotes nutzen – was wesentlich unhektischer ist. Wer selbst Sketchnotes zeichnen will, weiß oft nicht, wo er anfangen soll. Für alle diese Leute ist das Buch „Die Sketchnote Starthilfe“ gedacht.

Inhalt

Auf 262 Seiten zeigt Tanja Wehr, wie man Sketchnotes erstellen kann. Wobei, ganz korrekt ist das nicht. So etwas zeigt eher Mike Rohde in seinen Büchern „Das Sketchnote-Handbuch“ und „Das Sketchnote-Arbeitsbuch“ (auch aus dem mitp-Verlag), auf welches die Autorin ebenfalls verweist. Anstatt die Grundlagen einer Sketchnote im Detail zu erklären, soll „Die Sketchnote Starthilfe“ vor allem ein gutes Repertoire an Symbolen liefern, welche man in seinen Sketchnotes einsetzen kann.

Und dieses Ziel erreicht das Buch problemlos. Über 200 Strich-für-Strich-Anleitungen (laut Cover, ich habe nicht nachgezählt) findet man in dem Buch, welche man nachzeichnen kann. Dabei geht es dann auch weniger darum, dass man den Stil von Tanja Wehr kopiert, sondern die Informationen eines realen Objekts so reduziert darstellt, dass man es noch erkennen kann. Dies ist also ein kleiner Unterschied zur Bikablo-Technik, bei der tatsächlich der Zeichenstil gelernt wird. (Auch hierauf wird im Buch verwiesen.)

Neben den eigentlichen Symbolen gibt es auch noch kürzere Abschnitte zu Bannern und Containern, zu Schriften und zu Personen und Emotionen.

Insgesamt ist das Buch ist sehr humoristisch geschrieben, wodurch es sich entsprechend leicht lesen lässt – zumindest da, wo Text statt Bildern zu finden ist.

Meinung

Die Strich-für-Strich-Anleitungen sind wirklich hilfreich. Oft fehlt einem einfach die Idee, wie ein Objekt vereinfacht dargestellt werden kann. Sehr gut ist, dass Tanja Wehr nicht nur die Symbole zeigt, sondern auch deren Bedeutung erklärt, um abstrakte Begriffe wie Erfolg oder Gefahr darstellen zu können.

Etwas zu kurz geraten ist mir der Abschnitt zu Personen und Emotionen mit acht Seiten. Der Grund ist, dass Gegenstände für viele recht leicht zu zeichnen sind. Aber Personen und vor allem Gesichter sind oft wesentlich schwerer. Natürlich kann man Emotionen auch ohne Gesichter ausdrücken, wie Randall Munroe mit xkcd jeden Tag zeigt.

Ebenfalls etwas unglücklich fand ich die Beispiele zu Schriften. Auf den ca. 20 Seiten wird jeder Buchstabe des Alphabets als Großbuchstabe in unterschiedlichen Stilen dargestellt. Hierbei hat man dann zwar eine große Auswahl, aber es fehlt die Zusammenhängigkeit. Wenn man also das Wort „APFEL“ schreiben will, muss man sich die Buchstaben einzeln zusammensuchen und merkt dann, dass nicht jeder Buchstabe in den gleichen Schreibstilen abgedruckt wurde. Hilfreicher wäre es vermutlich, wenn das Alphabet (in Groß- und Kleinbuchstaben samt Zahlen) für zwei, drei Schriftarten komplett dargestellt werden würde.

Ansonsten enthält das Buch viele Tipps und Tricks (vor allem am Ende in einem extra Kapitel), welche die Erfahrungen der Autorin gut widerspiegeln. Man merkt, dass hier jemand am Werk ist, der bereits seit vielen Jahren in diesem Metier arbeitet und das Wissen auch gut vermitteln kann. Sogar einen kleinen Test mit Empfehlung zu untschiedlichen Stiften und Papierarten gibt es am Anfang des Buches. (Und tatsächlich macht beides viel aus, wie die Sketchnote am Ende aussieht.)

Fazit

Das Fazit ist einfach: „Die Sketchnote Starthilfe“ hilft einem tatsächlich bei der Erstellung von Sketchnotes. Aber nur, wenn man bereits ein grundlegendes Verständnis für Sketchnotes besitzt. Falls das noch fehlt, wirkt das Buch wie ein Zeichenlernbuch – was es ja auch ist. Das heißt, wer ganz neu mit Sketchnotes anfangen will, sollte sich die Sketchnote-Bücher von Mike Rohe besorgen. Für die eigene Repertoire-Erweiterung von Symbolen und Stilen ist Tanja Wehrs Buch aber allemal empfehlenswert.

Gewinnspiel

Was ich mich immer gefragt habe, ist, wie die Sketchnote-Bücher gedruckt werden. Jeder Buchstabe sieht aus wie gemalt, aber der jeweils gleiche Buchstabe sieht nicht immer identisch aus.

Wer das Buch „Die Sketchnote Starthilfe“ gewinnen möchte, kann einfach in den Kommentaren einen Tipp abgeben. Ich verlose das Buch dann unter denen, die geantwortet haben.