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Balkan-Tour 2019 – Teil 4: Pristina und Abschluss

Auf Wiedersehen in Pristina

Nach der Wandertour wollten wir vor dem Heimflug noch Kosovos Hauptstadt Pristina anschauen. Damit hatten wir dann auch nach Albaniens Tirana und Nordmazedoniens Skopje alle Hauptstädte der Region besucht. (Okay, Podgorica in Montenegro hatten wir letztes Jahr ausgelassen.)

Mit dem Taxi ging es am letzten Maitag von Radomirë aus mit Zwischenstopp und Autowechsel in Kukës über die Grenze nach Pristina. Als Unterkunft buchte Adriatik uns das Hotel „Old Town“, was ganz gut in der Stadt gelegen war. Nach einem kurzen Stopp in einem Café schlug eine Freundin in der Gruppe vor, in das Bear Sanctuary zu gehen. Das Areal liegt etwas außerhalb von Pristina und beherbergt ca. 20 Braunbären. Diese wurden früher privat unter meist schrecklichen Bedingungen in Restaurants zur Belustigung der Gäste gehalten. In dem Reservat sollen die Tiere wieder ihre normalen Verhaltensweisen erlernen, was bei vielen der Bären auch funktionierte. Bei einigen sah ich aber immer noch, dass sie trotz eines riesigen Gebietes lethargisch an der gleichen Stelle immer wieder auf und ab laufen.

Suchbild: Wo ist der dritte Bär?
Suchbild: Wo ist der dritte Bär?

Da ist er!
Da ist er!

Nach einer Stunde waren wir schon fertig und Adriatik wählte das Renaissance-Restaurant zum Abendessen aus, was eine sehr gute Wahl war. Von außen erkennt man nirgends, dass es sich um ein Restaurant handelt. Innen ist es super gestaltet und das Essen erstklassig. Nach all den Suppen, Brot und Käse in den Bergen war zart gebratenes Fleisch und gebackene Auberginen einen sehr willkommene Abwechslung.

Mutter-Teresa-Kathedrale.
Mutter-Teresa-Kathedrale.

Christ-Erlöser-Kirche.
Christ-Erlöser-Kirche.

Am nächsten Tag verabschiedeten wir uns von unseren beiden Freunden und von Adriatik. Da unser Flug erst am Nachmittag ging, konnten wir so noch etwas durch die Stadt laufen. Pristina ist dabei aber eher eine Stadt zum Leben und weniger zum Sightseeing. Der Turm der Mutter-Teresa-Kathedrale war leider nicht offen, sonst hätten wir eine tolle Aussicht über die Stadt gehabt. Die Nationalbibliothek besticht durch seine eigenwillige Architektur. Das bekannteste Denkmal ist das Newborn, welches jedes Jahr seine Gestalt ändert und neu bemalt wird. In 2019 war das Thema „Umweltschutz“.

Die Nationalbibliothek.
Die Nationalbibliothek.

Kosovo: Newborn.
Kosovo: Newborn.

Schlussbemerkungen

Wieder einmal hat es mir sehr gut gefallen. Während der Peaks of the Balkans-Trail infrastrukturtechnisch wesentlich besser ausgebaut ist, konnten wir auf dieser Reise Pfade betreten, die nicht einmal als Pfade zu erkennen waren. Ohne unseren Guide Adriatik hätten wir das in dieser Form aber vermutlich nicht gemacht – was schade wäre, denn es lohnt sich. Auch wenn die Gästehäuser und das Essen mitunter eher einfach waren, waren die paar Tage eine sehr schöne Erfahrung. Das Wetter hat leider nicht immer mitgespielt, aber so ist das nun einmal in den Bergen.

Und auch die Hauptstädte von Nordmazedonien und Kosovo sind interessant. Vor allem Pristina wirkt dabei wie jede andere große Stadt auch. Und diese Erkenntnis fand ich auch wieder das Positive an der Reise: Der Balkan ist ein ganz normales Urlaubsgebiet, welches zu erkunden sich wirklich lohnt. Sicherlich muss an der ein oder anderen Stelle noch investiert werden, aber für Wanderfreudige und Wissbegierige bietet sich die Chance, einige aufstrebende und interessante europäische Völker kennenzulernen, mit denen man vermutlich nicht oft zu tun hat.

Ich werde den Kosovo und die Wanderung in den Sharr-Mountains jedenfalls in guter Erinnerung behalten!

190601_balkan2019_2.png Copyright: OpenStreetMap-Mitwirkende, Lizenz: CC-BY-SA 2.0
Strecke 57,8 km (nur Wanderung)
Höchster Punkt 2751 m (Korab)
Höhenmeter 3680 m auf, 4765 m ab

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Übersicht

Balkan-Tour 2019 – Teil 3: Wandern in Albanien

Zurück in Albanien

Mit dem spannenden Cliffhanger auf dem Kallabak aus dem letzten Teil überquerten wir die Grenze von Kosovo nach Albanien. Auch hier trafen wir natürlich keinerlei Grenzpolizisten an, die unsere Einreisegenehmigung sehen wollten. Dennoch sei gesagt, dass man diese auf alle Fälle vorher beantragen und mitnehmen sollte, falls man doch einmal danach gefragt wird. Dann kann man auch leichter erklären, wieso man später zwei Einreisestempel von Kosovo, aber nur einen Ausreisestempel in seinem Reisepass hat (mit dem Auto von Nordmazedonien nach Kosovo, dann zu Fuß von Kosovo nach Albanien, von Albanien wieder mit dem Auto nach Kosovo und dann von Kosovo mit dem Flugzeug heim). Für uns hat Adriatik glücklicherweise die Organisation der Genehmigungen übernommen, sodass wir uns um nichts kümmern mussten.

Blick auf den Korab.
Blick auf den Korab.

Direkt hinter der Kosovo-Albanien-Grenze trafen wir auf weitere Bunker, die wir bereits letztes Jahr in Albanien gesehen hatten. Zusammen mit den Schützengräben rief es mir wieder in Erinnerung, dass die Kämpfe in dieser Region noch gar nicht so lange her sind (ca. 20 Jahre).

Schützengraben in Albanien.
Schützengraben in Albanien.

Bunker aus Zeit von Hoxha.
Bunker aus Zeit von Hoxha.

Gegen 18 Uhr kamen wir dann im Dorf Caje bzw. in Vau in einem Gästehaus unter. Nach ca. 17 Kilometern und 5 Stunden Wanderung freuten wir uns alle auf etwas Warmes zu essen. Das Gästehaus war sehr einfach gehalten. Unser Zimmer bestand nur aus zwei Einzelbetten und einem Teppich. Aber zum Schlafen reichte das auch. Interessanter war dafür die Räumlichkeit zum Essen, da wir in einer klassisch eingerichteten, albanischen Wohnung auf Schaffellen um einen Kamin saßen. Zum Essen gab es Bohnensuppe und viele Milchprodukte wie Käse oder Joghurt, von denen ich bereits letztes Jahr nicht ganz so angetan war.

Unsere Unterkunft in Vau.
Unsere Unterkunft in Vau.

Gemütliches Wohnen.
Gemütliches Wohnen.

Viele Milchprodukte beim Abendessen.
Viele Milchprodukte beim Abendessen.

190528_caje.png Copyright: OpenStreetMap-Mitwirkende, Lizenz: CC-BY-SA 2.0
Strecke 17,6 km
Höchster Punkt 2117 m
Höhenmeter 620 m auf, 1260 m ab

Die Übernachtung war ganz okay, das Zimmer nur etwas feucht. Die Feuchtigkeit setzte sich draußen fort, denn es regnete sehr stark. Die Berge waren verhangen und so entschieden wir uns nicht über den Pass zu laufen, sondern lieber „gemütlich“ mit dem Auto nach Radomirë zu fahren. Gemütlich steht mit Absicht in Anführungszeichen, da wir für die per Luftlinie gerade einmal 7 Kilometer lange Strecke etwas mehr als anderthalb Stunden mit dem Auto brauchten. Zum einen ist die Gesamtstrecke ca. 25 Kilometer und dazu sind die Straßenverhältnisse größtenteils nur Schotterpisten mit vielen Schlaglöchern. Dementsprechend wurden wir auch gut durchgerüttelt.

Einfache Zimmer.
Einfache Zimmer.

Auch Albanien hat ein Müllproblem.
Auch Albanien hat ein Müllproblem.

Rundgang durch Radomirë

Radomirë ist ein kleiner Ort auf 1200 Metern Höhe, der von Wanderern gerne als Startpunkt für eine Tour auf den Korab genutzt wird – was wir am Folgetag auch geplant hatten. Wir schauten uns dafür gemütlich den Ort an. Die Infrastruktur, vor allem die Straßen, ist nicht sehr gut ausgebaut. Die Häuser aus Wellblech sind in einer sehr einfachen Bauweise. Gegenüber den einfachen Häusern stach die sehr moderne Moschee extrem heraus. Unser Hotel war glücklicherweise aus Stein. Gegenüber der Unterkunft war eine Käsefabrik, in die wir Dank Adriatik auch einen Blick werfen konnten. Ansonsten verbrachten wir die Zeit mit Sonne tanken und Ausruhen vor dem großen Trip am Folgetag.

Die neue Moschee in Radomirë.
Die neue Moschee in Radomirë.

Standardstraße und Wellblechhütten.
Standardstraße und Wellblechhütten.

Abendessen mit Bohnensuppe, Reis, Pommes und Salat.
Abendessen mit Bohnensuppe, Reis, Pommes und Salat.

Blick in die Käserei.
Blick in die Käserei.

Zum Korab und zurück

Um 6 Uhr ging es schon sehr früh los. Die Sonne schien etwas zwischen den Wolken hervor, der Berggipfel war noch eingehüllt. Je höher wir kamen, desto besser wurde das Wetter, sodass wir bald bei strahlendem Sonnenschein über die grünen Wiesen laufen konnten. Wie bereits am ersten Tag lag ab ca. 2000 Meter nur noch Schnee und ich fand mich diesmal schneller damit ab, dass die Schuhe nass wurden.

Der Korab in den Wolken.
Der Korab in den Wolken.

Über diese Brücke mussten wir.
Über diese Brücke mussten wir.

Ein kleiner Wasserfall im Gebirge.
Ein kleiner Wasserfall im Gebirge.

iel Schnee um uns herum.
iel Schnee um uns herum.

Auf dem Grat zwischen Albanien und Nordmazedonien ging es dann hoch zum Gipfel. Der Korab ist mit 2764 Metern der höchste Berg Albaniens und gleichzeitig Nordmazedoniens, da er genau auf der Grenze liegt. Der Blick über den Grat auf die nordmazedonische Seite war einfach atemberaubend. Viel Zeit konnten wir auf dem Gipfel leider nicht genießen, da die Wolken bereits nach wenigen Minuten zuzogen und alles in Nebel hüllten. Wir hatten also großes Glück, dass wir es gerade noch rechtzeitig auf den Gipfel geschafft hatten.

Die Aussicht ist toll.
Die Aussicht ist toll.

Hinter uns ziehen Wolken heran.
Hinter uns ziehen Wolken heran.

Das Gras ist von Wind und Kälte gefroren.
Das Gras ist von Wind und Kälte gefroren.

Auf dem Korab auf 2764 Metern Höhe.
Auf dem Korab auf 2764 Metern Höhe.

Blick auf die nordmazedonische Seite.
Blick auf die nordmazedonische Seite.

Der Abstieg im Schnee war dann etwas beschwerlich. Um die Sache einfacher zu machen, legte sich Adriatik einfach auf den Rücken in den Schnee und rutsche den Berghang abwärts. Wir folgten ihm, teilweise nutzen wir unsere Rucksäcke als Schlitten. Einige der schneebedeckten Strecken legten wir so zurück und hatten dabei einen Riesenspaß, auch wenn von der Hose bis zur Jacke und dem Rucksack alles nass geworden ist.

Auch hier gibt es Krokus-Felder.
Auch hier gibt es Krokus-Felder.

Die Sonne kommt heraus.
Die Sonne kommt heraus.

Etwas tiefer im Tal wurde es dann wieder sonnig, sodass unsere Kleidung trocknen konnte. Auf dem Rückweg nahmen wir einen leicht anderen Weg am Flusslauf entlang. Um 17 Uhr nach 11 Stunden Wanderung (reine Geh- und Rutschzeit waren es aber nur 6,5 Stunden) und ca. 17 Kilometern waren wir zurück im Hotel. Laut Navi hatten wir ca. 1600 Meter hoch und natürlich wieder hinab zurückgelegt und es war eine echt großartige Erfahrung. Das Abendessen mit Kartoffelsuppe, Nudeln, Salat und Fleisch schmeckte umso mehr. Leider war es auch schon der letzte Tag in den Bergen.

Radomirë.
Radomirë.

Sonnenuntergang.
Sonnenuntergang.

Abendessen mit Kartoffelsuppe, Salat, Nudeln und Fleisch.
Abendessen mit Kartoffelsuppe, Salat, Nudeln und Fleisch.

190530_korab.png Copyright: OpenStreetMap-Mitwirkende, Lizenz: CC-BY-SA 2.0
Strecke 16,8 km
Höchster Punkt 2751 m
Höhenmeter 1600 m auf, 1600 m ab

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Balkan-Tour 2019 – Teil 2: Wandern in Kosovo

Kosovo im Schnee

Mit dem Auto wurden wir 6:30 Uhr am Hotel in Skopje abgeholt und überquerten kurz danach die Grenze nach Kosovo, was keinerlei Problem darstellte. Um 8 Uhr kamen wir in Prevallë im Süden Kosovos an und starteten unsere Tour.

Das Wetter war anfangs noch recht gut. Über grüne Wiesen ging es los, vor uns lagen die schneebedeckten Berge. Diesen kamen wir auch immer näher und schließlich war es so weit: Wir mussten durch den Schnee stapfen. Prinzipiell ist das nicht so schlimm, meine Schuhe waren aber leider nicht komplett wasserabweisend und mitunter sank ich bis zum Knie in den Schnee ein, sodass auch bald die Hose nass war. Meinen Mitwanderern ging es aber nicht viel anders, was natürlich nur ein geringer Trost war.

Startpunkt der Wanderung mit der Aussicht, was kommt.
Startpunkt der Wanderung mit der Aussicht, was kommt.

Überall Schnee.
Überall Schnee.

Unsere Mittagspause machten wir ungefähr auf der Grenze von Kosovo und Nordmazedonien. Über den Grenzgrat liefen wir weiter gen Süden und das Wetter schwang langsam um. Es zogen Wolken bzw. Nebel auf und mitunter konnte ich gerade noch so schemenhaft meine Freunde vor oder hinter mir erkennen. Wir liefen also etwas näher zusammen, sodass niemand verloren ging. Dass der Nebel, vor allem bei Schnee, einem Streiche spielen kann, stellte ich auch bald fest. Denn plötzlich bewegte sich vor uns im Nebel etwas Großes ganz langsam. Da wir zuvor Bärenspuren gesehen hatten, befürchte ich schon das Schlimmste. Der „Bär“ entfernte sich aber keinen Meter, auch als wir näher kamen nicht. Der Grund war einfach: Es handelte sich nur um einen großen Stein, der aus der Ferne mit den vorbeiziehenden Nebelschwaden so aussah, als würde er sich bewegen.

Blick vom Gipfel aus.
Blick vom Gipfel aus.

Bärenspuren im Schnee.
Bärenspuren im Schnee.

Krokusse im Nebel.
Krokusse im Nebel.

Adriatik kannte sich glücklicherweise in der Gegend aus und wir hatten zwei Navigationsgeräte dabei (ich natürlich mein Garmin), sodass wir diesen nicht ganz so schönen Teil im Schnee bei schlechter Sicht gefahrlos hinter uns lassen konnten. Ziemlich durchnässt kamen wir gegen 19 Uhr nach einer langen Wanderung von 15 Kilometern an einer kleinen Berghütte an. Diese hatten deutsche KFOR-Soldaten Anfang der 2000er dort gebaut. Sicherlich war es keine Luxusunterkunft, aber dank des Kamins war es sehr warm im Gegensatz zu draußen. Wir konnten uns zum Abendessen ein paar Würstchen braten und hatten Brot, Wurst und Käse dabei. Einzig die Toilette im Außenbereich mit Freiluftblick nach unten war doch etwas gewöhnungsbedürftig, zumal es keine Tür gab und es so von der Seite reinregnete.

Unsere Hütte.
Unsere Hütte.

Die Schuhe hängen zum Trocknen über dem Ofen.
Die Schuhe hängen zum Trocknen über dem Ofen.

190526_prevalle.png Copyright: OpenStreetMap-Mitwirkende, Lizenz: CC-BY-SA 2.0
Strecke 15,1 km
Höchster Punkt 2546 m
Höhenmeter 1375 m auf, 1095 m ab

Zwischenstopp in Prizren

Am nächsten Morgen schliefen wir etwas länger, da die Wettervorhersage nicht so toll aussah. Es bestätigte sich auch: Es regnete, die Berge lagen im Nebel und wir konnten keine 10 Meter richtig sehen. Wir warteten noch bis 12 Uhr ab, entschieden uns aber dann, dass es sicherer ist, nicht über die Berge nach Zaplluzhë zu wandern. Stattdessen ging es bergab durch das sehr schöne Sieben-Bären-Tal, auch wenn wir keinen einzigen Bären, dafür aber über 10 Feuersalamander gesehen haben.

Der Flusslauf in der Nähe der Hütte.
Der Flusslauf in der Nähe der Hütte.

Einer der zahlreichen Feuersalamander.
Einer der zahlreichen Feuersalamander.

Das wunderschöne Tal.
Das wunderschöne Tal.

In Gornje Ljubinje organisierte Adriatik uns einen Wagen. Und so waren wir an dem Tag gerade einmal 8 Kilometer bei ca. drei Stunden Wanderung unterwegs. Da wir noch Zeit hatten, machten wir mit dem Auto einen kurzen Stopp in Prizren. Die zweitgrößte Stadt Kosovos (nach der Hauptstadt Pristina) hat eine schöne Altstadt, die zum Schlendern einlädt. Hätte das Wetter noch etwas mehr mitgespielt, wäre der Weg am Fluss Bistrica entlang mit Blick auf die Festung sicherlich noch etwas schöner gewesen.

Prizren mit Festung im Hintergrund.
Prizren mit Festung im Hintergrund.

190527_ljubinje.png Copyright: OpenStreetMap-Mitwirkende, Lizenz: CC-BY-SA 2.0
Strecke 8,3 km
Höchster Punkt 1721 m
Höhenmeter 85 m auf, 810 m ab

Eine Unterkunft hatte Adriatik für uns im Städtchen Dragash gebucht. Über einem Einkaufszentrum lag das Meka Hotel mitsamt Restaurant. Das Abendessen, aber vor allem das Frühstück waren sehr gut. Adriatik entschuldigte sich zwar im Vorfeld, dass wir auch in Hotels unterkommen müssten und nicht nur in Gästehäusern, aber ich fand das gar nicht so schlimm.

Das sehr gute Frühstück im Meka Hotel.
Das sehr gute Frühstück im Meka Hotel.

Über die Grenze nach Albanien

Am nächsten Morgen starteten wir wieder mit einer Autofahrt. Das Taxi brachte uns in die Nähe der Dreiländereck-Grenze, wo Kosovo, Nordmazedonien und Albanien aufeinanderstoßen. Auf dem Weg zum Startpunkt sahen wir auch eine der unschönen Seiten Kosovos, auch wenn das in Albanien nicht viel anders war, wie ich später merkte. Dadurch, dass es in den entlegenen Dörfern keine Müllabfuhr und auch kein Recycling gibt, wird der Müll mehr oder weniger achtlos in die Natur bzw. in den Fluss geworfen. Für Essensabfälle mag dies noch ein verständlicher Umgang sein, aber auch Plastiktüten, Verpackungen und Flaschen landen dort und verschmutzen die Umwelt entsprechend. Aus dem Grund sammelten wir ab sofort auch unseren Plastikmüll und ließen ihn nicht in den Gästehäusern, sondern nahmen ihn bis nach Pristina mit.

Müllproblem im Kosovo.
Müllproblem im Kosovo.

Ausgeladen wurden wir auf einer Hochebene, sodass wir das umliegenden Šar-Planina-Gebirge (auch Scharr Mountains genannt) sehr bewundern konnten. In der Ferne blickte uns auch schon der Korab entgegen, den wir am übernächsten Tag besteigen wollten. Von allen Tagen hat mir dieser am besten gefallen, da einmal das Wetter sehr gut war (nicht zu warm und nicht kalt), aber auch die Landschaft mich beeindruckte. Über weite Wiesen ging es hinaus bis auf kleinere Berge und wieder hinab bis zur Grenze nach Albanien.

Start der Wanderung.
Start der Wanderung.

Der Gipfel des Kallabak.
Der Gipfel des Kallabak.

Als höchsten Punkt wanderten wir auf den Kallabak mit 2174 Metern Höhe. Wir starteten auf der Hochebene zwar auf ca. 2000 Metern, mussten aber ein kleines Flüsschen auf 1745 Metern Höhe überqueren. Daher waren es doch ein paar Höhenmeter, die wir an diesem Tag geklettert sind. Vom Kallabak aus hatten wir eine noch bessere Sicht auf das umliegende Gebirge. Und wir sahen, dass sich langsam etwas Regen näherte … (Fortsetzung folgt)

Überquerung eines kleinen Flusses.
Überquerung eines kleinen Flusses.

Ich. :)
Ich. :)

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Balkan-Tour 2019 – Teil 1: Einleitung und Skopje

Einleitung

Es ist noch kein Jahr her, da waren wir in Montenegro und Albanien den „Peaks of the Balkans“ wandern. Ein bisschen per Zufall und ein klein wenig durch Absicht hat es sich ergeben, dass wir Ende Mai 2019 erneut in den Balkan konnten. Dieses Mal wollten wir auch Kosovo und Nordmazedonien sehen.

Seit letztem Jahr standen wir mit Adriatik Gacaferi, unserem Reiseführer bei „Peaks of the Balkans“ in Kontakt. Und so fragten wir, ob er für uns vier Wanderer nicht eine kleine Route an der Dreiländereck-Grenze von Kosovo, Nordmazedonien und Albanien planen könnte. Ein bisschen orientierte er sich an dem neuen High Scardus Trail, der erst letztes Jahr eingeweiht wurde. Und so packten wir Ende Mai wieder unsere Sachen, um fünf Tage in den Bergen wandern zu gehen.

WizzAir bringt uns nach Nordmazedonien.
WizzAir bringt uns nach Nordmazedonien.

Ankunft in Skopje

Erster Stopp für uns war in Nordmazedoniens Hauptstadt Skopje. Da wir abends ankamen, suchten wir uns nach dem Hotel erst einmal etwas zu Essen. Der Balkan is(s)t sehr fleischlastig, wie wir bereits aus dem letzten Jahr wussten. In Skopje ist vor allem Cebap, das bei uns als Cevapcici bekannt ist, ein häufig anzufindendes Essen. Wer Cebap pur haben will, der sollte im „Destan“ vorbeischauen. Daneben gibt es Cebap auch noch auf gebackenen Bohnen, was mir ebenfalls sehr gut schmeckte.

Cebap ist Nationalspeise.
Cebap ist Nationalspeise.

Das erleuchtete Staatsarchiv (links) und Außenministerium (rechts).
Das erleuchtete Staatsarchiv (links) und Außenministerium (rechts).

Am nächsten Tag erkundeten wir Skopje. Dominiert wird die Stadt durch den „Mazedonischen Platz“ mit der Reiterstatue Alexanders des Großen. Von 2008 bis 2014 wurde der Innenstadtkern Skopjes komplett neu gestaltet (siehe Skopje 2014), unter anderem mit monumentalen, teils historisch aussehenden Bauten rund um den Mazedonischen Platz. Ein entsprechendes Wow-Gefühl hatte ich auch, als ich das erste Mal den Platz betrat. Als wir aber hinter die Kulissen schauten, das heißt zum Beispiel von der Festung aus auf Skopje, sahen wir, dass außerhalb des kleinen Innenstadtbereichs die Stadt „normal“ aussieht und nicht ganz so pompös ist, wie sie anfangs wirkt.

Das Porta Macedonia.
Das Porta Macedonia.

Im Park of The Woman Freedom-Fighter.
Im Park of The Woman Freedom-Fighter.

Mazedonischer Platz mit Statue Alexanders des Großen.
Mazedonischer Platz mit Statue Alexanders des Großen.

Direkt hinter der Altstadt, in der sich auch der Basar mit vielen kleinen Läden befindet, liegt die Festung Kale. Die Ruine ist ohne Eintritt frei besuchbar. Bis auf die tolle Aussicht in alle Richtungen gibt es leider nicht so viel zu sehen. Es wirkte auf mich, als hätte die Stadt die Festung für Besucher ausbauen wollen, das Projekt aber nicht zu Ende gebracht.

Blick auf Skopje von der Festung aus.
Blick auf Skopje von der Festung aus.

Eckturm der Festung Kale.
Eckturm der Festung Kale.

Die Festung Kale.
Die Festung Kale.

An einem halben Tag hatten wir den interessanten Teil Skopjes bereits gesehen, weswegen wir in zwei der zahlreichen Museen gingen. Zuerst wollten wir mehr über die Geschichte Nordmazedoniens in dem „Museum of the Macedonian Struggle“ erfahren. Das Museum enthält sehr viele Gemälde und Wachsfiguren, die wichtige, geschichtliche Szenen dar- bzw. nachstellen. Zu den einzelnen Ausstellungen gab es auch immer eine Infotafel mit etwas englischem Text, aber ohne Guide fand ich es teils schwer verständlich, alle Informationen in den richtigen Kontext zu rücken.

Interessanter fand ich das „Holocaust Memorial Center“, welches sehr informativ die Geschichte der Juden im Balkan der letzten 2000 Jahre darstellt. Ein Fokus liegt dabei vor allem auf dem Holocaust des Zweiten Weltkriegs und der Geschichte bis 1950. Wir konnten ohne Probleme zwei Stunden in dem Museum verbringen und ich fand es sehr gut.

Alles in allem kann man sich Skopje ruhig einmal anschauen, wenn man in der Nähe ist. Vor allem die Innenstadt ist sehr sehenswert, aber uns reichte ein Tag, um alles für uns relevante zu sehen. Schließlich waren wir auch eher zum Wandern in den Balkan gekommen …

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Neue gespielte Brettspiele im Juli 2019 (Nachtrag)

Aus dem Juli muss ich noch zwei Brettspiele nachtragen.

Star Wars: Outer Rim (Fantasy Flight, 2019)

In „Star Wars: Outer Rim“ stehen die Spieler nicht direkt auf der Seite des Imperiums oder der Rebellen, sondern wir sind Schmuggler, Diebe oder Kopfgeldjäger. Wir fliegen von einem Ende der Galaxie zum anderen und erfüllen dabei Aufträge, liefern Waren ab, jagen Köpfe für Geld oder erfüllen sonstige kleine Gefallen. Im Laufe der Zeit kann man sich durch das verdiente Geld bessere Schiffe leisten, Crew anheuern und mehr Ausrüstung kaufen.

„Star Wars: Outer Rim“ lebt von seinem Thema. Die Planetennamen sind alle bekannt, jeden Charakter hat man bereits in einem Film oder Buch angetroffen und auch die Personen, die man unterwegs trifft oder anheuern kann, hat man schon gehört … wenn man eingefleischter Star-Wars-Fan ist. Wenn man, so wie ich, nur die Filme gesehen hat – und das vor langer, langer Zeit – dann könnten die Charaktere auch Hugo und Peter oder Picard und Data heißen und wir könnten von Planet Blah auf Planet Blub fliegen, es würde rein gar nichts am Spielgefühl ändern. Teilweise ist es sogar hinderlich, wenn auf „bekannte“ Symbolik gesetzt wird. Die Logos von Imperium und Rebellen kann ich dank X-Wing gerade noch so auseinanderhalten. Aber Syndikat und Hutts? Ich bin froh, wenn mir überhaupt nur ein Hutt einfällt. Und so sucht man mitunter auf dem Plan oder dem Tableau das richtige Symbol. Das passiert auch bei den Namen: So muss man sehr oft Dinge von irgendwo nach Planet XY bringen. Dadurch, dass das Universum bei jedem Spiel neu zusammengesetzt wird (und ich mich frage, wie das wissenschaftlich geht), muss man jedes Mal von vorne suchen, wo jetzt der Planet XY liegt. Und da mir die Namen auch nichts sagen, hab ich es meist zwei Runden später wieder vergessen.

Ich starte mit Jyn Erzo in Ord Mantell, das Imperium ist mir auf den Fersen.
Ich starte mit Jyn Erzo in Ord Mantell, das Imperium ist mir auf den Fersen.

Und so negativ das klingt, das Thema „Kopfgeldjagd und Aufträge erfüllen im Weltraum“ schwingt dennoch mit. So jagte ich einen Typen, konnte ihn auch im Bodenkampf überwältigen (durch einen simplen Würfelwurf) und konnte wählen, ihn direkt vor Ort zu lynchen oder auszuliefern. Da der Auslieferungsort aber so weit weg war und ich keine Lust auf den Umweg hatte, machte ich kurzen Prozess mit ihm. Als ich dann aber eines meiner Schiffsziele erfüllen wollte, hieß es: „Wenn du einen Gefangenen auslieferst …“. Von lebendig stand da aber nichts. Wir stellten uns beide bildlich vor, wie ich dann mit dem Kopf in der einen und dem Körper in der anderen Hand bei der Auslieferung stehe und die Schultern zucke und sage, dass das bestimmt wieder genäht werden kann. Das war einer der lustigen und erinnerungswürdigen Momente im Spiel.

Sehr positiv fand ich die Gesinnung bzw. Zugehörigkeit der Charaktere. So startet man zwar mit einer gewissen Vorliebe für eine der vier Fraktionen Rebellen, Imperium, Syndikat und Hutts. Im Laufe des Spiels kann man aber für die einen oder gegen die anderen Aufträge erfüllen und steigt bzw. sinkt so in der Gunst. Ich war am Ende des Spiels mit allen Fraktionen außer den Rebellen BFF („Best Friends Forever“, wer kein Jugendslang kann), was mein Leben etwas einfacher machte, denn so stoppten mich die umherfliegenden Schiffe auf dem Spielplan nicht mehr. Auch positiv ist, dass man bei Kämpfen nicht sterben bzw. das eigenen Raumschiff nicht zerstört werden kann. Wenn die Schadensmarker die Grenze erreichen, muss man sich nur am Spielanfang des nächsten Zuges regenerieren, was bedeutet, dass man sich nicht bewegen darf. Ansonsten kann man den Zug ganz normal ausführen. Es stört also ein klein bisschen, sodass man es nicht drauf anlegt, zu sterben, aber es bringt einen auch nicht um … (Nach dem Wortwitz musste ich selbst erstmal 'ne Weile nachdenken …)

Dank meiner Firespray-31 kann ich schnell entkommen. Schaden musste ich dennoch in einem Bodenkampf nehmen.
Dank meiner Firespray-31 kann ich schnell entkommen. Schaden musste ich dennoch in einem Bodenkampf nehmen.

Ein Punkt, auf den ich zuletzt verstärkt bei Spielen achte, ist die Spannungskurve. Sprich, wie entwickelt sich das Spiel im Laufe der Zeit. Baue ich eine Engine auf, die immer mehr Fahrt aufnimmt? Werde ich immer stärker, damit es nicht eintönig wird? Werden die Gegner immer stärker, damit es nicht zu einfach wird? „Star Wars: Outer Rim“ würde ich mit einer relativen flach steigenden Spannungskurve beschreiben. Im Laufe der Zeit bekomme ich bessere Schiffe, Crewmitglieder und Ausrüstung, sodass mir einige Aufträge leichter fallen. Aber im Prinzip mache ich in der ersten Runde das gleiche wie in der letzten: Ich suche Aufträge und fliegen von A nach B, um diese zu erfüllen. Eigentlich flacht die Kurve sogar etwas ab, da am Anfang noch viele Begegnungsmarker verdeckt auf dem Plan liegen. Diese werden nach und nach aufgedeckt, sodass dieses Überraschungselement im Laufe des Spiels wegfällt. Mit den Begegnungskarten auf den Planeten bleibt immerhin noch etwas Überraschung. Das trägt die lange Spielzeit aber nicht. Wie saßen ca. zwei Stunden am Spiel, brachen aber bei 6/10-tel des Spiels ab (der Führende hatte 6 von 10 Siegpunkten erreicht), weil neue Spieler zur Gruppe kamen. Es hätte also ggf. nochmal eine Stunde gedauert. Für das Gebotene sind mir aber drei Stunden echt zu viel.

Alles in allem: „Star Wars: Outer Rim“ war für mich ein ganz gutes Spiel. Ich würde es vermutlich noch einmal mitspielen, wäre aber nicht traurig, wenn mich keiner mehr zu einer Partie einlädt. Star-Wars-Fans können vermutlich wesentlich mehr mit dem Thema und dem Spiel anfangen.

Wertung: (6,5)

Das Universum ist ein Halbkreis – und enthält sehr viele Karten.
Das Universum ist ein Halbkreis – und enthält sehr viele Karten.

Glück auf: Das große Kartenspiel (Pegasus, 2016)

Ich habe „Glück auf“ vor vielen Jahren gespielt und fand es ein sehr gutes Arbeitereinsetzspiel. Ich hätte es mir sogar fast gekauft, aber irgendwie sagte es mir dann doch nicht zu 100% zu. Das Kartenspiel hat mit dem Brettspiel aber gefühlt sehr wenig zu tun …

In „Glück auf: Das große Kartenspiel“ hat jeder Spieler Arbeiterhandkarten mit den Werten 1-3 (im Zweipersonenspiel zumindest). Diese kann er einsetzen, um Loks, Waggons oder Loren zu kaufen. Diese muss er nach einer bestimmten Symbolik auf seinen drei Schienenfeldern anlegen. Die Kohle aus den Loren muss aber erst durch eine weitere Aktion auf die Waggons geladen werden. Danach kann man den Zug durch eine Aktion abfahren lassen, wenn man zuvor durch eine Aktion eine entsprechende Zielkarte genommen hat, deren Bedingungen man erfüllt. Eine Aktion kann nicht nur einmal genutzt werden. Ein nachfolgender Spieler muss aber mehr Arbeiter dafür ausgeben.

Und so spielt man für sieben Runden und zählt dann die Siegpunkte für Aufträge, Loren und Bonuskarten zusammen. Und der Spannungsbogen ist – wie fast vermutet, nicht vorhanden bzw. eine flache, eher nach unten gehende Linie. In Runde 1 baute ich meine Loren und Waggons auf. In Runde 2 suchte ich mir Loks und Aufträge und ließ alles abfahren. In Runde 3 hatte ich exakt das gleiche, nämlich leere Spielertableau wie in Runde 1 vor mir liegen und der Kreislauf fing von vorne an. Es ändert sich rein gar nichts im Spielablauf über die sieben Runden.

Zu zweit kommt man sich ein bisschen in die Quere, weil plötzlich Aktionen mehr Arbeiter brauchen oder mein Gegner mir doch die eine Lok wegschnappt, die ich haben wollte. (Es gibt sie in verschiedenen Farben und durch Bonuskarten gibt das Punkte.) Aber das hält sich arg in Grenzen. Zu viert stelle ich mir das Spiel dafür sehr interaktiv ggf. sogar frustrierend vor.

Alles in allem hinterließ „Glück Auf: Das große Kartenspiel“ bei mir eher einen Eindruck von „Egal“. Ich muss es also nicht noch einmal spielen, erleide aber auch keine Qualen, wenn ich müsste.

Wertung: (6,0)

Glück Auf: Das große Kartenspiel
Glück Auf: Das große Kartenspiel

OSM-Radkarten selbst erstellt (Aktualisierung)

Seit 2009 nutze ich bereits die Radkarte von Radfahrer, welche dann bei Launchpad von Johannes Formann fortgeführt wurde. Im November 2018 hat der aktuelle Maintainer das Projekt leider eingestellt, der Code ist aber noch vorhanden und funktioniert sogar (mit kleinen Einschränkungen noch). Hier also eine aktualisierte, komplette Anleitung, wie ich derzeit Radkarten für mein Garmin erstelle.

Karte erstellen

Will man auf Basis des Radkarten-Projekts selbst eine Karte für das Garmin erstellt, geht man wie folgt vor.

Zuerst lädt man den Quellcode mit Bazaar herunter:

$ bzr branch lp:radkarte

Hier muss natürlich das Paket bzr installiert sein.

Danach wechselt man in den entstandenen Ordner:

$ cd radkarte

Theoretisch gibt man nun einfach nur

$ ant dist

ein, um die Generierung anzustoßen. Hierfür müssen die drei Pakete ant ant-contrib ant-optional installiert sein.

Zusätzlich benötigt man für andere Abhängigkeiten die Pakete m4 subversion sowie eine Java-Installation (z.B. openjdk-11-jdk).

Speicherort

Die fertigen gepackten Karten liegen am Ende unter build/dist/ als gmapsupp__singleMap.img.zip bzw. gmapsupp__full.img.zip. Es gibt in dem Ordner noch andere Dateien, die mich aber nicht interessieren. Je nach Wahl entpackt man die gewünschte zip-Datei und kopiert die entpackte Image-Datei gmapsupp*.img auf die SD-Karte des Garmins in den Ordner garmin/.

Andere Region generieren

Wenn man eine andere Karte als Deutschland generieren will (z.B. nur ein bestimmtes Bundesland), muss man den Downloadpfad und -dateiname in der build.xml anpassen (Zeile 21/22):

<property name="dl_path" value="europe/germany/"/>

<property name="dl_region" value="saarland"/>

Karten-ID ändern

Die Karten-ID steht an einer zentralen Stelle in der build.xml (Zeile 29):

<property name="family_id_base" value="5900"/>

Für eine andere Karte auf dem gleichen Garmin-Gerät muss die ID geändert werden. Hierzu einfach nur die ersten beiden Ziffern der 5900 ändern. Ich nehme im Übrigen immer die Telefonvorwahl des Landes als Kennziffer, also „4900“ für Deutschland.

Bekannte Probleme

Seekarten und Grenzen

Die Seekarten und Grenzen wurden bisher vom Server der Uni Wuppertal geholt, der aber nicht mehr aktiv zu sein scheint. Die Karten liegen nun auf dem Server von OSM-Nutzer Kukuk.

Das heißt, in der build.xml muss

<get src="http://osm2.pleiades.uni-wuppertal.de/sea/latest/sea.zip"

<get src="http://osm2.pleiades.uni-wuppertal.de/bounds/latest/bounds.zip"

durch Folgendes ersetzt werden:

<get src="http://osm.thkukuk.de/data/sea-latest.zip"

<get src="http://osm.thkukuk.de/data/bounds-latest.zip"

Patch für mkgmap funktioniert nicht

Ich weiß leider nicht genau, was der Patch machen soll (es hat etwas mit dem Garmin-MDR-Dateiformat zu tun), aber es wird bei der Generierung gemeldet:

[patch] patching file uk/me/parabola/mkgmap/combiners/FileInfo.java

[patch] Hunk #1 succeeded at 265 with fuzz 2 (offset 25 lines).

[patch] patching file uk/me/parabola/mkgmap/combiners/GmapsuppBuilder.java

[patch] Hunk #1 FAILED at 338.

Grund hierfür ist, dass der Patch sich auf eine ältere Code-Version von mkgmap bezieht und die neue sich zu stark geändert hat. Für die Erstellung der gmapsupp*.img ist dies glücklicherweise unwichtig.