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Spiel: Myrmes

Wer wollte nicht schon immer mal eine Ameise sein? Was, niemand? Selbst nicht die, die früher SimAnt gespielt haben? Aber wenn man vom Thema absieht, steckt hinter Myrmes ein sehr gutes Strategiespiel, bei der es keinen Glücksfaktor gibt.

Das Spielprinzip von Myrmes ist sehr einfach: Das Spiel geht über drei Jahre, in denen man die Jahreszeiten Frühling, Sommer und Herbst als jeweils eine Runde durchspielt. Der Winter ist eine Besonderheit, da man hier keine Aktionen ausführt, sondern nur sein Volk ernähren muss. Schafft man dies nicht, werden Siegpunkte abgezogen. Durch den geschickten Einsatz von Ameisen erhält man dagegen Siegpunkte.

Myrmes am Ende des Spiels

Im Detail: In jeder Jahreszeit hat jeder Spieler eine gewisse Anzahl von Ammen zur Verfügung. Diese kann er einsetzen, um Larven, Arbeiter oder Soldaten zu produzieren. Zusätzlich kann man mit den Ammen auch noch seinen Bau erweitern (neue Ausgänge buddeln oder das Nest tiefer graben). Die Arbeiter kann man dann einsetzen, um die Wiese (das Spielfeld) zu bevölkern und Pheromone auszustreuen. Für diese Pheromone erhält man zur Erntezeit entweder Nahrung, Erde oder Stein als Ressource, die man anderweitig benötigt. Stößt man auf ein Insekt oder gegnerische Pheromone helfen die Soldaten, kurzen Prozess mit ihnen zu machen.

Jede Jahreszeit baut man so sein Ameisenvolk weiter aus, setzt Arbeiter ein oder kämpft gegen andere Insekten. Nach dem Herbst muss man in seiner Vorratskammer genügend Nahrung haben, um das Volk zu ernähren. Die Zahl hängt dabei nicht von der Größe des Volkes ab, sondern ist fest vorgegeben.

Im Spiel selbst gibt es (fast) keine Zufallselemente. Am Anfang des Spiels werden die Insekten auf dem Spielfeld zwar zufällig verteilt, aber sie bleiben das ganze Jahr über so liegen. Zusätzlich werden am Anfang jedes Jahres drei Würfel für die einzelnen Jahresszeiten gewürfelt, die bestimmte Boni geben. Dies ist zwar zufällig, aber für alle Spieler gleich und man weiß am Anfang des Jahres immer, was einen erwartet und kann entsprechend planen. Dementsprechend hat jeder Spieler zu jeder Zeit alle Informationen über das ganze Spiel und es entscheidet nicht der Zufall über den Sieger, sondern wirklich ein strategisches Geschick.

Das Thema ist sehr gut in die Spielmechanik eingewoben, in meinen Augen ist Myrmes sogar das Spiel mit der besten thematischen Umsetzung. Wenn man von den Siegpunkten absieht, fühlt man sich wirklich wie eine Ameisenkönigin, die ein Ameisenvolk aufbaut. Alles greift ineinander.

Einen weiteren Bonuspunkt sammelt das Spiel bei der Ikonographie. Sowohl die Reihenfolge der Phasen ist auf dem eigenen Spielertableau abgebildet, Pfeile und Formen helfen auch zu sehen, wo man welche Ameise einsetzen kann und was man dafür bekommt. Die Anleitung braucht man so gut wie nie. Wenn man sie doch braucht, findet man die Antwort ohne groß blättern zu müssen, da alles sehr gut gegliedert und bebildert ist.

Für mich ist Myrmes eines der besten Strategiespiele, die es gibt. Es ist sehr kurzweilig, die Wartezeit der Mitspieler hält sich in Grenzen, da einige Phasen gleichzeitig abgehandelt werden können, und das Thema ist sehr gut ins Spiel eingebettet.

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