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Südostasien und Umgebung 2018 – Auf den Malediven

Malediven allgemein

Wer an die Malediven denkt, hat sicherlich traumhafte Strände mit türkisblauem Wasser, romantische Sonnenuntergänge und Krabben vor den Augen … Krabben? Ja, und zwar viele, viele Krabben. ;)

Die Atolle beim Anflug lassen auf einen tollen Urlaub hoffen.
Die Atolle beim Anflug lassen auf einen tollen Urlaub hoffen.

Auf unserer Reise durch Südostasien bot es sich an, auch den Malediven einen Besuch abzustatten. Von Bangkok aus gab es einen Direktflug und in etwas mehr als vier Stunden landeten wir auf Hulhulé, der Flughafeninsel der Malediven. Bei der Ankunft erhielten wir als deutsche Touristen ein 30-tägiges Visum, nachdem der nette Immigration-Polizist für uns die Immigration-Card ausgefüllt hatte, was man normalerweise als Tourist selbst machen sollte.

Als wir am Ende Januar das Terminal verließen und das Boot betraten, welches uns zur Hauptstadt Malé bringen sollte, waren wir sofort vom Meer begeistert. In so einer Klarheit und türkisblauen Tönen hatte ich noch nie Wasser gesehen. Die Überfahrt kostete gerade einmal 5,50 Rufiyaa (ca. 30 Euro-Cent). Im Vorfeld hatte ich gelesen, unter anderem auf Wikipedia, dass man auf den Malediven als Tourist meist mit US-Dollar zahlt und nicht mit der eigenen maledivischen Währung Rufiyaa. In den Hotels und bei Attraktionen trifft das sicher zu, in kleinen Einkaufsläden ist die Bezahlung mit Rufiyaa aber nicht ungewöhnlich.

Der erste Sonnenuntergang beeindruckte schon sehr.
Der erste Sonnenuntergang beeindruckte schon sehr.

Und auch wenn man vielleicht nicht damit rechnet, auch auf den Malediven gibt es Moskitos. Die Erfahrung machte ich, denn die einzigen Moskito-Stiche unserer gesamten Reise (neben einem in Sri Lanka) hatte ich trotz Vorsorge auf den Malediven. Und dann hatte ich gleich fünfmal die Ehre, Gast eines kleinen Blutsaugers zu sein. Passiert ist nichts, aber dennoch sollte man aufpassen.

Einheimischeninsel Dhiffushi

Wir waren etwas zu früh am Hafen und entspannten etwas im Green Garden Restaurant. Um 16 Uhr waren wir dann am Bootsanleger 6, an dem sehr viele Boote zu den unterschiedlichen Inseln angelegt hatten. Es war alles etwas konfus aber nach einigem Durchfragen und Warten sahen wir dann auch schon den Namen unserer Zielinsel auf der Seite einer der Boote nach Dhiffushi. Sehr komisch kam mir ein „hilfreicher“ Mann vor, der die Touristen einwies und von einigen das Fährgeld direkt haben wollte. Nach einigen Gesprächen mit dem Schiffspersonal gab er das Geld zurück bzw. an den Kapitän des Schiffs. Hier sollte man also etwas aufpassen und gesunde Vorsicht walten lassen.

Willkommen in Dhiffushi.
Willkommen in Dhiffushi.

Dhiffushi gehört zum Nord-Male-Atoll und liegt ca. 35 Kilometer nördlich von der Hauptinsel Male. Die Insel ist keine Resort-, sondern eine Einheimischen-Insel. Das heißt, dass man sich an entsprechende Rechte und Gesetze des muslimischen Landes halten muss. So sollte man in der Öffentlichkeit nicht zu freizügig herumlaufen und Alkohol gab es auf der ganzen Insel keinen. Beides störte uns nicht und für uns war eine Einheimischen-Insel ein guter Kompromiss zwischen paradiesischem Strandurlaub und Kosten.

Die Häuser sind teils aus Korallen gebaut …
Die Häuser sind teils aus Korallen gebaut …

… und haben eine interessante Farbgebung.
… und haben eine interessante Farbgebung.

Mit dem Schnellboot, was 375 Rufiyaa (ca. 20 Euro) pro Person kostete, waren wir in einer Stunde auf der Insel und liefen gemütlich zu unserem Hotel, dem Rashu Hiyaa. Das Hotel war ganz gut, wenn auch etwas teuer. Etwas schade war, dass man uns ein Zimmer mit Meerblick versprochen hatte, aber vom Erdgeschoss aus durch die Palmen das Meer zu sehen, war schon eine Kunst. Dann war auch die Klimaanlage defekt, die am Folgetag repariert wurde. Immerhin konnten wir nach drei Tagen in ein anderes Zimmer umziehen.

Unsere Unterkunft, das Rashu Hiyaa.
Unsere Unterkunft, das Rashu Hiyaa.

Dhiffushi selbst hat wenig zu bieten. Es gibt im Norden neben dem Hotel einen Touristenstrand, an dem man auch in Badeanzug und Bikini herumlaufen und schwimmen darf. Der südliche Strand ist eher zum Entspannen gedacht. Die Insel selbst konnten wir innerhalb von 30 Minuten umrunden (ca. 2 km Fußweg). Empfehlen kann ich die kleinen Einkaufsläden auf der Insel, in denen das Wasser preiswerter ist als im Hotel.

Die Nachbarinsel mit dem Meeru Resort Island.
Die Nachbarinsel mit dem Meeru Resort Island.

Da es sich um keine Resort-Insel handelt, gibt es auch Stellen, die weniger schön sind. Der Nordstrand ist sehr sauber, direkt neben dem Südstrand ist aber die Müllverbrennungsdeponie. Je nach Windrichtung spielten die Beachvolleyballer auch schon mal in schwarzen Rauchschwaden. Und an den abseits gelegenen Stellen sieht man, was das Meer alles anspült und nicht sonderlich schön aussieht. Aber so ist das Leben dort nun einmal.

Postkartenfoto mit Reiher …
Postkartenfoto mit Reiher …

… verbirgt als Ausschnitt das Müllproblem.
… verbirgt als Ausschnitt das Müllproblem.

Tagestrip auf dem Meer

Für den zweiten, vollen Tag auf den Malediven wollten wir natürlich auch etwas vom Meer und den Korallen sehen. Hier zeigte sich, dass die Preispolitik des Hotels etwa seltsam ist. Ein Einzelausflug á 2 Stunden (Schnorcheln, Delfine beobachten etc.) kostet 25 US-Dollar. Man bot uns ein Gesamtpaket für 125 US-Dollar pro Person an. Direkt am Strand gab es aber ein (das einzige) Wassersportzentrum, was eine ähnliche Tagestour für 95 US-Dollar pro Person anbot – nur war deren Boot defekt. Zurück im Hotel bot man uns auf Nachfrage nun das gleiche Paket ebenfalls für 95 US-Dollar pro Person an.

Als wir die Reise dann antraten, erfuhren wir von den anderen, dass diese nur 25 Dollar pro Person zahlten für einen Halbtagesausflug. Auf unser Nachfragen bekamen wir den Ausflug dann ebenfalls für 25 US-Dollar pro Person. Irgendwie hinterließ das bei mir ein komisches Gefühl, aber sollte unsere restliche Zeit nicht weiter trüben, denn der Halbtagesausflug war einfach sehr schön.

Zuerst konnten wir im offenen Meer an den Korallenriffen tauchen, die leider aufgrund der Korallenbleiche größtenteils abgestorben waren. Dennoch konnten wir viele bunte Fische, Rochen und sogar Meeresschildkröten sehen. Schnorcheln gestaltete sich für mich mit Brille etwas schwierig, war aber dennoch möglich.

Danach ging es auf eine Sandbank, wo schon einige andere Touristen die Sonne und das Wasser genossen. Dann stand noch Delfinbeobachtung auf dem Programm, was sogar sehr gut klappte. Und zum Schluss gingen wir noch einmal zum Schnorcheln ins Meer.

Kurzer Stopp auf einer Sandbank.
Kurzer Stopp auf einer Sandbank.

Delfine begleiteten unser Boot.
Delfine begleiteten unser Boot.

Mir hat der Ausflug sehr gut gefallen. Im offenen Meer zu schwimmen hat wirklich etwas, aber insgesamt fand ich auch 4-5 Stunden genug Zeit für die Aktivitäten. Ein Tagesausflug wäre zu viel des Guten gewesen.

Eingespielter Tagesablauf

Neben dem Halbtagestrip sah unser Tagesablauf immer sehr ähnlich aus: ausschlafen, frühstücken, von 10 bis 13 Uhr an den Strand, im Hotel kurz entspannen, dann zu Fuß zum Südstrand und dort in der Hängematte entspannen und Krabben beobachten, dabei ein Eis genießen, dann weiter laufen und ab 17 Uhr in der Strandliege auf den Sonnenuntergang warten, danach wieder zum Hotel ausruhen, Abends etwas Essen und nach Einbruch der Dunkelheit an den Strand, um Rochen und Haie zu beobachten, die dort gefüttert werden.

Entspannen in der Hängematte.
Entspannen in der Hängematte.

Ein Einsiedlerkrebs.
Ein Einsiedlerkrebs.

Auch Echsen gehören zu den einheimischen Tieren.
Auch Echsen gehören zu den einheimischen Tieren.

Dieses Nichtstun fiel mir anfangs sehr schwer, aber nach zwei, drei Tagen kamen wir doch ganz gut hinein. Ich hatte nicht mehr das Gefühl etwas zu verpassen, weil es nichts zum Verpassen gab. So schön die Malediven bzw. Dhiffushi aber auch war, eine Woche Aufenthalt genügten mir wirklich. Ich glaube, zwei Wochen wären zu viel gewesen.

Auf die Seeigel mussten wir ein bisschen aufpassen.
Auf die Seeigel mussten wir ein bisschen aufpassen.

Rochen konnten wir vor allem am Abend beobachten.
Rochen konnten wir vor allem am Abend beobachten.

Zum Essen kann man in Dhiffushi an der ein oder anderen Stelle gehen, es gibt aber keine 20 Restaurants auf der Insel. Am häufigsten haben wir das Abendbuffet in unserem Hotel genossen, was wirklich sehr gut war. Besonders hervorheben muss ich aber das Faruma Restaurant, denn hier lernten wir Kothu Roshi kennen. Gebratenes Gemüse mit Fleisch und gehacktem (Kothu) Fladenbrot (Roshi). Das Gericht begegnete uns später in Sri Lanka noch sehr oft und wurde von uns nach Deutschland importiert, wo wir es sehr gerne von Zeit zu Zeit selbst machen.

Kothu Roshi – mein Lieblingsessen Südostasiens.
Kothu Roshi – mein Lieblingsessen Südostasiens.

Zwischenstopp in Hulhulmalé

Weil wir sichergehen wollten, dass mit dem Rückflug nichts schief geht, fuhren wir bereits einen Tag vor dem Flug nach Malé zurück. Den Check-out im Hotel erledigten wir bereits am Vortag. Wir planten eigentlich die Unterkunft in Bar in Euro zu zahlen. Nachdem das Computersystem dort aber einen Wechselkurs von 0,91 EUR pro US-Dollar anzeigte, was dem Wert von 2015 entsprach (aktuell wäre 0,80 EUR gewesen), bezahlten wir lieber per Kreditkarte in US-Dollar.

Für 22 Rufiyaa pro Person (ca. 1,20 €) legte eine Fähre am 3. Februar um 6:30 Uhr ab. Wir waren damit zwar 3 1/2 Stunden unterwegs, aber das Preis-/Leistungsverhältnis im Gegensatz zu dem Schnellboot ist dennoch unschlagbar. Und auf dem Weg begegnet man noch interessanten Sachen, wie beispielsweise der Coca-Cola-Insel Thulusdhoo, wo der Softdrink aus entsalztem Meerwasser hergestellt wird. Vom Hotel gab es auch noch ein kleines Frühstückspaket.

Gegen 10 Uhr kamen wir in Malé an. Dummerweise am Südhafen im Villingi-Terminal, denn zu unserer Unterkunft auf Hulhulmalé mussten wir erneut ein Boot nehmen. Vor der Durchquerung der Stadt wurde vom Auswärtigen Amt gewarnt, da es am Vortag Demonstrationen und Ausschreitungen gab. Am 5. Februar (also zwei Tage nach unserem Abflug) wurden sogar der oberste Richter und der Ex-Präsident verhaftet. Wir liefen deswegen auch nicht gerade durch die Innenstadt von Malé, sondern machten einen kleinen Bogen. Auffälligkeiten gab es aver keine.

Mit der Fähre ging es dann wie gesagt nach Hulhulmalé, einer künstlichen Insel, die zahlreiche Hotels aber auch Wohnungen beherbergt. Untergekommen sind wir im Planktons Beach Hotel. Die Unterkunft war ganz okay, rundherum wurde noch viel gebaut und stellenweise war es dreckiger als in Dhiffushi. Als Zwischenstopp nach der Landung oder vor dem Abflug liegt die Insel aber großartig, da wir am Folgetag um 12 Uhr den Airport Shuttle Bus für 20 Rufiyaa (ca. 1,10 Euro) pro Person nehmen konnten.

Frühstück am Strand von Hulhumalé.
Frühstück am Strand von Hulhumalé.

Und so verließen wir die Malediven nach sechs bzw. sieben Tagen wieder. Trotz einiger Ungereimtheiten war der Urlaub dort sehr schön. Das Meer werde ich sicherlich nie wieder vergessen und ich fürchte, kein Strand der Welt wird jetzt mit dem auf den Malediven mithalten können.

Weitere Krabbenbilder und Sonnenuntergänge

Als „Bonus“ hier noch mehr Krabbenbilder und Sonnenuntergänge, weil's so schön war …

Eine Albino-Krabbe.
Eine Albino-Krabbe.

Eine feuerrote Krabbe.
Eine feuerrote Krabbe.

Krabben im Dreiergespann.
Krabben im Dreiergespann.

Krabbe Nummer 134.
Krabbe Nummer 134.

Warten auf den Sonnenuntergang.
Warten auf den Sonnenuntergang.

Und noch ein schöner Sonnenuntergang.
Und noch ein schöner Sonnenuntergang.

Reiher bei Sonnenuntergang.
Reiher bei Sonnenuntergang.

Buch: arc42 in Aktion

Titel arc42 in Aktion
Autor Gernot Starke, Peter Hruschka
Sprache Deutsch
Genre Sachbuch
Verlag Hanser Verlag, 2016
Seitenanzahl 190

In vielen Software-Projekten, die länger als ein Jahr leben, gibt es eine Software-Architektur. Nicht immer sieht man sie sofort im Code, nicht immer entspricht die Realität dem Angedachten und sehr oft ist rein gar nichts dazu dokumentiert. Vor allem der letzte Punkt soll sich durch das Buch „arc42 in Aktion – Praktische Tipps zur Architekturdokumentation“ von Gernot Starke und Peter Hruschka bessern.

arc42-Template

Wer es nicht kennt: arc42 ist eine Vorlage für die Entwicklung, Dokumentation und Kommunikation von Software-Architekturen. Mit Template ist dabei keine Vorlage gemeint, die man strikt befolgt und ausfüllt, sondern es gibt eine Gliederung und Hinweise, welche Inhalte eine Architektur-Dokumentation haben kann und sollte.

Das Buch setzt genau dort an und stellt jedes Kapitel des Templates im Detail vor, welches Ziel damit verfolgt wird und wem es etwas nützt. Das Ganze an einem kleinen Beispiel, damit man die Vorlage auch einmal ausgefüllt sieht. Dabei muss man natürlich vor allem als Dokumentschreiber selbst abwägen, welche Teile man übernimmt und welche nicht. Das können die Autoren des Buches einem nicht abnehmen, aber sie geben wie gesagt Hinweise, was sinnvoll sein könnte.

Ich zähle hier nicht auf, wie das arc42-Template aufgebaut ist und welche Teile es enthält. Das kann man auf der Webseite nachschlagen. Positiv erwähnen will ich die Lizenz, denn das Template steht unter der Creative Commons Attribution Lizenz und darf damit von jeder Person frei benutzt, abgeändert und weiterverteilt werden. Nur die Originalquelle muss man angeben, wenn man sich darauf abstützt, was aber kein großes Problem sein sollte. Der Download steht für verschiedene Formate wie Office, LaTeX, Markdown oder HTML zur Verfügung.

Auch für Nicht-arc42-Nutzer

Besonders gefallen hat mir an dem Buch, dass der Sinn hinter der einzelnen Kapitel des arc42-Templates erklärt wird. Damit versteht man nämlich die Hintergründe, auch wenn man nicht arc42 als Template benutzt. So kann man sich sehr leicht einzelne Elemente, die einem zusagen, für die eigene Vorlage übernehmen.

Aus dem Grund fand ich vor allem Kapitel III „Grundregeln effektiver Dokumentation“ so wertvoll. Hier geht es wirklich um die Fallstricke für gute – und damit ist wertschöpfend gemeint – Dokumentation und wie man mit Problemen umgehen kann.

Aber natürlich kochen auch die Autoren bzw. die Entwickler des arc42-Templates nur mit Wasser. Nicht alles, was ich in dem Buch gelesen habe, halte ich für richtig. Nicht alles, was in der arc42-Vorlage steht, für sinnvoll. Alles in allem hat das Buch aber einen Mehrwert für jeden, der Architektur-Dokumente schreibt.

Nachtrag: Für mich sind die Grenzen zwischen Design und Architektur fließend. Aus dem Grund unterscheide ich nicht zwischen Architektur- und Design-Dokumenten. Deswegen können alle Tipps aus dem Buch fast eins zu eins für Design-Dokumente – oder allgemein fast jede Art von Dokumentation – übernommen werden.

Südostasien und Umgebung 2018 – Willkommen in Thailand

Thailand allgemein

Wenn ich erzähle, dass wir in Thailand waren, kommt es mir so vor, als würde ich lügen, denn genau genommen waren wir nur vier Tage in Bangkok inklusive eines Tagesausflugs nach Ayutthaya. Insofern kann ich wenig zu dem Land und den Menschen schreiben, was über die Hauptstadt hinausgeht. Interessant war die Reise natürlich trotzdem.

Im Vorfeld haben wir uns über die Seite des Auswärtigen Amtes über die Einreisebestimmungen informiert, die glücklicherweise für deutsche Urlauber sehr einfach sind, da wir direkt bei der Ankunft in Bangkok eine 30-Tages-Aufenthaltserlaubnis erhielten.

Landeanflug nach Bangkok.
Landeanflug nach Bangkok.

Essen in Bangkok

Von Siem Reap flogen wir am 24. Januar 2018 mittags gen Westen nach Bangkok. Mit dem Bus A4 fuhren wir von Don Mueang Airport bis in in die Innenstadt. Eigentlich wollten wir am Democracy Monument aussteigen, wussten aber nicht, dass man dem Busfahrer extra Bescheid hätte geben müssen. So hielt der Bus erst in der Khao San Road, sodass wir zwei Kilometer zu Fuß zurücklegen mussten.

Das Democracy Monument.
Das Democracy Monument.

Gegen 16 Uhr kamen wir im Hostel Chingcha Bangkok an, welches dem Namen passend neben der Großen Schaukel (Sao Ching Cha) liegt. Die Hotelzimmer waren sehr interessant, da sie rund und komplett mit Glasfenstern ausgestattet waren. Von der Größe passte genau ein Bett hinein, mehr nicht. Aufgrund der Fenster hätten wir eine tolle Aussicht gehabt – wenn wir nicht das mittlere Zimmer gehabt hätten und so nur die beiden angrenzenden Räume sehen konnten. Daher hatten wir die Vorhänge meistens geschlossen.

Die große Schaukel (dahinter unser Hotel).
Die große Schaukel (dahinter unser Hotel).

Unser Hotelzimmer.
Unser Hotelzimmer.

Für den ersten Abend wurde uns das Restaurant Thipsamai empfohlen, welches vor allem Pad Thai serviert. Da die Schlange sehr lang war, setzten wir uns lieber ein Ecke weiter in einen Street Food Corner, wo das Essen ganz okay war. Wir versuchten an einem der anderen Abende noch einmal im Thipsamai unser Glück. Das Restaurant öffnet um 17 Uhr, bereits um 16:30 Uhr standen die Leute schon in der Schlange. Als das Restaurant dann öffnete, bekamen wir als eine der letzten gerade noch so einen Platz. Das Pad Thai, was zwischen 60 und 200 Baht kostet (ca. 1,60 - 5,30 Euro) war ganz gut, ist aber keine Wartezeit in einer langen Schlange wert.

Street Food Corner.
Street Food Corner.

Pad Thai (vorne) und Tom Yam (hinten).
Pad Thai (vorne) und Tom Yam (hinten).

Anstehen vorm Thipsamai.
Anstehen vorm Thipsamai.

Pad Thai im Thipsamai.
Pad Thai im Thipsamai.

Bereits bei der Ankunft hatten wir für einen der anderen Abende über unser Hotel einen Tisch im Bangkok Sky Restaurant reserviert. Das Restaurant befindet sich im Baiyoke Skytower 2, dem derzeit zweithöchsten Gebäude Thailands. Der Preis ist mit 950 Baht (ca. 25 Euro) pro Person zwar nicht sonderlich niedrig, aber das Essen war sehr gut und wir hatten im 76. Stock einen tollen Fensterplatz und konnten so bei schönster Aussicht mit Sonnenuntergang das Buffet genießen. Es gab Italienisch (Pizza, Pasta), Japanisch (Sushi, Miso), Amerikanisch (Steak, Pommes), Indisch und vieles mehr. Alles in allem war es eine tolle Erfahrung, vor allem waren wir davor noch auf dem Observation Deck bzw. nach dem Essen auf der rotierenden Aussichtsplattform (die in unserem Fall leider nicht rotierte).

Der Baiyoke Skytower 2.
Der Baiyoke Skytower 2.

Blick auf Bangkok bei Tag …
Blick auf Bangkok bei Tag …

… und bei Nacht.
… und bei Nacht.

Der Nachtisch (rechts: bunter Sticky Reis mit Mango).
Der Nachtisch (rechts: bunter Sticky Reis mit Mango).

Am letzten Tag hing ein Zettel an unserer Zimmertür, dass wir die Vorhänge zugezogen lassen sollten und auch den Balkon nicht betreten dürften. Grund war das Thai-Boxing-Event, welches direkt vor unserem Hotel am Abend stattfinden sollte. Es wurde nämlich Besuch der königlichen Familie erwartet, sodass aus Sicherheitsgründen bestimmte Vorsichtsmaßnahmen gewahrt werden mussten. Glücklicherweise beeinflusste uns das (bis auf die recht dröhnende Musik für die Proben) wenig, da wir uns am Abend mit Freunden im ShabuGo trafen. Shabu ist eine japanische Variante von Fondue bzw. Hotpot, welche in Thailand eigentlich „Mu kratha“ heißt (laut Wikipedia-Artikel). Ich kannte die Zubereitungsart bereits aus deutschen China-Restaurants bzw. hatten wir in Siem Reap mit dem Hot-Pot-Grill bereits etwas Ähnliches.

Nach der Rückkehr ins Hotel konnten wir von dem Thai-Boxing-Match sogar noch ein bisschen von der Straße aus zuschauen. Königliche Familienmitglieder habe ich aber nicht erblicken können.

Palast und Tempel

Wenn man schon einmal Bangkok ist, dann führt kein Weg am Großen Palast vorbei, womit wir unsere Sightseeing-Tour in Bangkok starteten. Für 500 Baht (ca. 13,40 €) erhielten wir Zutritt zu dem riesigen Gelände. Da es eines der wichtigsten Attraktionen ist, sind auch entsprechend viele Touristen vor Ort. Vor allem bei dem Besuch des Wat Phra Kaeo, des Tempels des Smaragd-Buddhas, war mir aufgrund der Menschenmassen eher unwohl. Da es sich bei dem Smaragd-Buddha um das National-Heiligtum Thailands handelt, ist der Andrang keine Verwunderung. Wesentlich leerer, aber auch interessant, fand ich das Museum, welches vor allem im zweiten Stock einige interessante Ausstellungsstücke hat. Der Palast ist insgesamt sehr beeindruckend, aber eben auch sehr voll.

Wächter des großen Palasts.
Wächter des großen Palasts.

Goldene Tempel.
Goldene Tempel.

Goldene Treppen.
Goldene Treppen.

Goldene Garuda.
Goldene Garuda.

Ein nachgebautes Mini-Angkor-Wat (ähnlich wie das in Siem Reap).
Ein nachgebautes Mini-Angkor-Wat (ähnlich wie das in Siem Reap).

Der große Palast.
Der große Palast.

Mit dem Boot fuhren wir für 4 Baht (ca. 10 Cent) über den Chao Phraya zum Wat Arun. Sowohl von der Ferne fand ich den Tempel beeindruckend als auch von der Nähe, von wo aus wir die vielen Details überhaupt erst erkennen konnten. Vor allem die Bedeutung des mittleren Turms mit all seinen Ebenen fand ich sehr interessant (siehe Wikipedia-Artikel). Die 50 Baht (ca. 1,35 Euro) Eintritt sind auf alle Fälle ihr Geld wert.

Wat Arun vom Schiff aus.
Wat Arun vom Schiff aus.

Aus der Nähe erkennt man mehr Details.
Aus der Nähe erkennt man mehr Details.

Auch zurück ging es wieder mit dem Boot, zum Wat Pho. Der Tempel ist vor allem durch seinen riesigen, 46 Meter langen liegenden Buddha bekannt, aber auch so ist das Gelände sehr schön mit seinen Türmchen, Verzierungen und Höfen. Auch hier sind die 100 Baht (ca. 2,70 Euro) gut angelegtes Geld.

Eine Reihe Buddhas in Wat Pho.
Eine Reihe Buddhas in Wat Pho.

Kopf des liegenden Buddhas.
Kopf des liegenden Buddhas.

Der liegende Buddha in Wat Pho.
Der liegende Buddha in Wat Pho.

Viele kleine Türmchen.
Viele kleine Türmchen.

In der Gegend um den Großen Palast gibt es noch viele weitere, auch kleinere Wats, die man sich ruhig anschauen kann, wenn man noch etwas Zeit hat.

Am letzten Tag haben wir auch noch dem Goldenen Tempel (Wat Saket) einen Besuch abgestattet, da dieser in Fußreichweite unseres Hotels lag und vor allem der große weiße Berg mit seiner goldenen Kuppel von der Ferne sehr interessant aussah. An den Auf- und Abgängen gibt es verschiedene Sachen zu sehen, beispielsweise verschiedene Buddhas, Glocken zum Läuten oder eine Szene aus dem 19. Jahrhundert, wo Geier sich über die an Cholera Verstorbenen hermachen („The Vultures of Sraket Temple“).

Ein Happy Buddha am Wat Saket.
Ein Happy Buddha am Wat Saket.

Die Glocken kann man läuten.
Die Glocken kann man läuten.

„The Vultures of Sraket Temple“.
„The Vultures of Sraket Temple“.

Besuch in Ayutthaya

Wie oben geschrieben, machten wir auch eines Tagesausflug nach Ayutthaya. Die Stadt bietet sehr viele Tempel in ihrer nahen Umgebung. Für 700 Baht (ca. 18,70 Euro) pro Person wurden wir in Kleingruppen á 12 Personen wurden wir sehr früh um 6:45 Uhr am Hostel abgeholt. In Ayutthaya kümmerte sich dann ein Guide um vier solcher Kleinbusse. Deshalb war es in der großen Gruppe von 50 Leuten nicht immer leicht, den Ausführungen zu folgen, was die Tempel aber nicht weniger interessant machte.

Gestartet haben wir mit dem Wat Yai Chai Mongkon. Zwei riesige, sitzende Buddhas bewachen den Chedi. Auch auf der Rückseite befindet sich ein Buddha, vor dem andere Geistliche beten. Etwas versteckt befindet sich auch noch ein liegender Buddha auf dem Gelände, links vom Eingang, den wir beim ersten Durchlaufen übersehen hatten.

Viele Buddhas in Wat Yai Chai Mongkon.
Viele Buddhas in Wat Yai Chai Mongkon.

Wat Yai Chai Mongkon.
Wat Yai Chai Mongkon.

Ein liegender Buddha.
Ein liegender Buddha.

Die zweite Tempelanlage, Wat Phra Mahathat. Die zahlreichen Backsteinbauten, eingerahmt vom rot-grünen Laub der Bäume lieferten eine großartige Stimmung. Vor allem das Buddha-Gesicht, welches von einem Baum umschlossen wurde, wirkt sehr mystisch. Mir hat der Ort deswegen sehr gefallen.

Wat Phra Mahathat.
Wat Phra Mahathat.

Das von Bäumen eingeschlossene Gesicht.
Das von Bäumen eingeschlossene Gesicht.

Herbststimmung.
Herbststimmung.

In Wat Lokaya Sutha gibt es nicht viel mehr als einen großen, liegende Buddha, in Wat Phu Khao Thong einen großen weißen Chedi, um den wir einmal gelaufen sind.

Der liegende Buddha in Wat Lokaya Sutha.
Der liegende Buddha in Wat Lokaya Sutha.

Wat Phu Khao Thong.
Wat Phu Khao Thong.

Am Nachmittag schauten wir uns noch Wat Phra Si Sanphet an, welches vor allem viele Ruinen zeigt. Ähnlich wie in Angkor hatte ich inzwischen auch genügend Wats gesehen. Dafür liefen wir eher gemütlich durch die Anlage und beobachten Echsen beim Schwimmen. Vom Tempel aus sind wir auch noch zum Wat Phra Ram gelaufen, der aber extra Eintritt gekostet hätte und den wir uns damit gespart haben.

Die Chedi in Wat Phra Si Sanphet.
Die Chedi in Wat Phra Si Sanphet.

Blick auf Wat Phra Ram.
Blick auf Wat Phra Ram.

Nach all den Tempeln war die etwas frühere Rückfahrt ganz gut, sodass wir bereits kurz nach 14 Uhr wieder in Bangkok waren. Entlassen wurden wir erneut an der Khao San Road, obwohl die meisten Touristen eher südlich davon in den Bus eingestiegen waren. So konnten wir immerhin der berühmten Straße noch einen entspannten Besuch abstatten. Ich gebe aber zu, dass ich die Straße nicht zwingend gesehen haben müsste, da es für mich wenig Interessantes gab.

Verwirrend fand ich einen Hinweis in unserem Reiseführer, dass man bei den Taxis auf alle Fälle darauf bestehen sollte, dass das Taximeter angeworfen wird. Wir standen vielleicht an den falschen Straßenecken (wie z.B. der Khao San Road), aber in Bangkok wollte kein Taxifahrer das Taximeter anmachen, sondern uns immer nur zu Pauschalpreisen durch die Gegend fahren. Und natürlich sagten wir irgendwann einmal zu, auch wenn der Preis übertrieben ist, denn schließlich wollten wir auch irgendwohin kommen. Hier empfehlen sich Fahr-Dienste wie Uber oder Grab, wobei vor allem der letzte im asiatischen Raum weit verbreitet ist.

Auf Wiedersehen

Bangkok hat mir sehr gefallen. Die Stadt ist groß und der Verkehr ist echt ein Graus, ansonsten hat Bangkok vor allem kulturell sehr viel zu bieten. Auch das Shoppen in den großen Einkaufszentren wie beispielsweise dem MBK Center ist interessant und abwechslungsreich. Mit Ayutthaya hat man in der Nähe viele weitere, interessante Tempel und Denkmäler, die man anschauen kann.

Bei meinem nächsten Besuch sehe ich hoffentlich mehr von Thailand und den Menschen. Und natürlich komme ich auch gerne wegen der Massagen zurück. Bereits in Vietnam hatten wir jeden zweiten Tag eine Massage. In Bangkok hatten wir logischerweise auch Thai-Massagen, wobei ich die Nicht-Thai-Version bevorzuge, die es in Thailand glücklicherweise auch gibt. ;)

Buch: Das Theorem des Papageis

Titel Das Theorem des Papageis
Autor Denis Guedj
Sprache Deutsch
Genre Roman
Verlag Bastei Lübbe, 1999
Seitenanzahl 745

Nach dem letzten Mathebuch folgt gleich ein weiteres: Das Theorem des Papageis. Darin geht es um eine Familie, die in der Rue Ravignan in Montmatre, Paris lebt. Der 84-jährige Buchhändler Pierre Roche wohnt dort mit seiner Angestellte Perrette und dessen drei Kindern zusammen. Jonathan und Lea sind Zwillinge, der jüngere Max ist adoptiert und taub. Eines Tages kommt Max ein Papagei zugeflogen und Monsieur Roche erhält Post von einem alten Studienfreund. Dieser schickt ihm einen Abschiedsbrief und damit gleich seine ganze Bücherei an historischen Mathebüchern, die er in Manaus im Amazonas gesammelt hat. Und damit beginnt der Krimi, denn es gilt den Tod von Pierres Freund aufzudecken, der Spuren in den Mathebüchern versteckt hat.

Ich fürchte, wer kein Faible für Mathematik hat, wird das Buch schnell beiseite legen. Die Hintergrundgeschichte ist ganz okay, auch wenn bis zum Ende nicht alles erklärt wird. Aber die sehr langen Passagen über die verschiedenen Mathematiker seit der Antike in Griechenland oder Arabien bis hin zu den Europäern sind mitunter doch sehr trocken. Ich selbst fand Einiges davon sehr interessant, es waren auch neue Erkenntnisse dabei. Aber ich kann verstehen, wenn das nicht jeden fesselt.

So interessant die Passagen waren, so anstrengend war der Roman teilweise dazwischen zu lesen. Ich weiß nicht, ob es an der Übersetzung lag, aber die Emotionen bzw. Gefühle der Personen wurden nicht wirklich gut transportiert. Die Charaktere schreien auf, sind verärgert oder zieren sich. Auf einer Bühne wären dies die richtigen Worte und Emotionen, aber von einer Pariser Familie erwartet man nicht so viel Theatralik. Das ganze Buch über konnte ich jedenfalls keine Beziehung zu irgendeinem der Charaktere aufbauen, was sehr schade ist. Ein bisschen hat mich der teils philosophische Stil an Umberto Ecos „Das Foucaultsche Pendel“ erinnert, welches ähnlich unverständlich für mich daherkam.

Sehr schlecht sind natürlich die mathematischen Fehler in einem Mathebuch. So wurden an einer Stelle bei einem Bruch Zähler und Nenner vertauscht. An zwei Stellen im Buch ist nicht von Fermat, sondern von Fernrat die Rede. Da könnte man fast meinen, das Buch wurde von einer nicht ganz sauber gedruckten Vorlage eingescannt und weiter bearbeitet. Bei Fermat's Vermutung wurde in der Formel (x^4 + y^4 + z^4 = w^4) ein Ist-Gleich anstelle eines Plus gesetzt. Und der größte Fauxpas, den es in meinen Augen geben kann, war die Gleichung: π² / 6 = Σ (π=1,…,∞) 1/π², was natürlich Unsinn ist. π (Pi, ca. 3,14) ist ein definierter Wert, den man nicht als Laufvariable nutzt. Selbst wenn man dies aber täte, dann nicht mit der gleichen Variable auf beiden Seiten der Gleichung. Im Text selbst wird dann korrekt von „n“ als Laufvariable gesprochen, aber das ist ein Fehler, der nicht passieren darf.

Alles in allem habe ich mich durch das Buch gekämpft und auch wenn der mathematisch historische Anteil gut war, war es der Rest des Buches eher nicht. Und eine Frage hatte ich bis zum Ende: Wie kann ein tauber Junge, der bei Menschen von den Lippen abliest, einen Papagei sprechen hören?

Südostasien und Umgebung 2018 – City of Angkor

Kambodscha allgemein

In Kambodscha wollten wir uns unbedingt Angkor nahe der Stadt Siem Reap anschauen. Die Tempelanlage gehört zu den beeindruckendsten der Welt und es wäre schade gewesen, wenn wir es nicht angeschaut hätten, wenn wir einmal „in der Nähe“ waren. Anfangs hatte ich noch überlegt der Stadt Battambang und den Fledermaushöhlen einen Besuch abzustatten. Aber die Reise mit dem Schiff/Bus nach Battambang und dann entweder zurück nach Siem Reap oder weiter über die Grenze nach Thailand hätte viel mehr Zeit gekostet als der direkte Flug von Siem Reap weiter nach Bangkok. So entschieden wir uns, „nur“ zwei volle Tage in Siem Reap zu bleiben.

Die Vorbereitung lief auch schnell. Dank der Seite des Auswärtigen Amts wussten wir, dass wir ein Touristen-Visum online über www.evisa.gov.kh erhalten konnten. Wichtig ist, dass die Einreise mit diesem Visum nur über bestimmte Grenzübergänge erlaubt ist. Am 21. Januar 2018 ging es dann von Da Nang nach Siem Reap.

Ankunft in Siem Reap, Kambodscha.
Ankunft in Siem Reap, Kambodscha.

Siem Reap

Mit einem Tuk-Tuk wurden wir vom Flughafen abgeholt und kamen gegen 17:00 Uhr in unserem Hotel, dem Chayra Angkor Hotel, an. Von dort hatten wir einen kurzen Weg in das Pub-Street-Viertel, wo es sehr viele Restaurants und Massage-Salons gibt. Die Massage-Salons sind mitunter sehr preiswert (nur 2 oder 3 US-Dollar pro Stunde), die Qualität variiert aber auch. Selbst in einem Salon kann man an eine gute oder eine weniger gute Masseuse gelangen, obwohl man das gleiche zahlt.

Mit dem Tuk-Tuk zum Hotel.
Mit dem Tuk-Tuk zum Hotel.

In der Pub Street gibt es viele Bars und Restaurants.
In der Pub Street gibt es viele Bars und Restaurants.

An Restaurants gibt es eine riesige Auswahl. Mir hat das Tradiotional Khmer Food Restaurant am besten gefallen. Hier gibt es lokale Gerichte wie das sehr gute Amok, welches als Nationalgericht gilt. Am zweiten Abend testeten wir noch eines der zahlreichen Barbecue-/Hot-Pot-Grill-Restaurants, bei denen auf einem kleinen Grill in der Tischmitte das Fleisch gebraten wird. Um den Grill gibt es noch eine Rinne für die Brühe, in der man das Gemüse kochen kann. Ich fand das Essen ganz okay, aber es dauerte recht lange, ehe wir wirklich zum Essen gekommen sind und das Fett spritzt ohne Ende, sodass wir die Kleidung inklusive uns selbst danach noch einmal waschen mussten.

Traditionelles Khmer-Essen.
Traditionelles Khmer-Essen.

Hot-Pot-Grill essen in Siem Reap.
Hot-Pot-Grill essen in Siem Reap.

Wer in Siem Reap Halt macht, muss wenig lokales Geld (kambodschanische Riel) mitnehmen, da alles in Dollar bezahlt werden kann. Bei einem Wechselkurs von ca. 4000 Riel = 1 US-Dollar gibt es bei einem Kaufpreis von 6000 Riel (also 1,50 USD), wo man 5 US-Dollar hingibt, interessanterweise 3 US-Dollar und 2000 Riel zurück. Grund ist vermutlich, dass nur mit Scheinen gehandelt wird und nicht mit Cent-Münzen.

Am ersten Tag in Siem Reap besuchten wir das Angkor National Museum, das ich nur jedem ans Herz legen kann bevor man Angkor Wat besucht. Es gibt hier so viele Hintergrundinformationen, sodass man danach sehr gut für den Besuch der Tempelanlage gerüstet ist und dort keinen Guide mehr benötigt. Der Eintritt kostet 12 US-Dollar plus 5 USD für den Audio-Guide, den ich auf alle Fälle empfehle. Insgesamt haben wir uns circa 3 1/2 Stunden in dem Museum aufgehalten, wobei wir uns Zeit gelassen haben, alles anzuschauen. Am interessantesten fand ich die Halle der großen Khmer-Könige, welche Angkor aufgebaut haben und zu der Attraktion machten, die sie heute ist. Aber auch die Hintergründe zu den religiösen Einflüssen aus Buddhismus und Hinduismus fand ich interessant.

Das Angkor National Museum.
Das Angkor National Museum.

Auf dem Rückweg zum Hotel sahen wir auf der Karte, dass es um die Ecke ein Miniatur-Angkor geben soll. Mit etwas Suchen fanden wir auch den Eingang, wo uns ein älterer Herr begrüßte. Wer ein Museum oder so etwas wie das Miniatur-Wunderland erwartet, wird vermutlich enttäuscht werden. Für 1,50 USD führt Herr Dy Proeung die Besucher in seinen Garten und zeigt die Miniaturtempel, die er selbst in früheren Jahren aufgebaut hat. Dabei zeigt er voller Stolz seine Konzeptzeichnungen und Details, welche er in den 1970er-Jahren für seine Restaurationsarbeiten an der echten Tempelanlage anfertigte. Für seine Arbeit wurde er 1995 vom damaligen König auch ausgezeichnet. Die Geschichte von Dy Proeung ist interessant, aber man sollte von den Miniaturen keine Wunder erwarten. Drei Tempel (Angkor Wat, Banteay Srey und Bayon) stehen in seinem Garten, alle sind verwittert und teilweise etwas eingefallen – was dem ganzen aber einen gewissen Charme verleiht.

Dy Proeung zeigt stolz seine Miniaturbauten.
Dy Proeung zeigt stolz seine Miniaturbauten.

Miniatur-Angkor-Wat.
Miniatur-Angkor-Wat.

Am Nachmittag waren wir noch in der Produktionsstätte von Senteurs d'Angkor. In der Innenstadt von Siem Reap gibt es einen kleinen Laden, wo wir uns kostenlos ein Tuk-Tuk kommen lassen konnten, was uns etwas außerhalb der Stadt in einen Workshop brachte. Dort bekamen wir erklärt, wie die Boxen, Seifen und Gewürze hergestellt werden. Leider sahen wir oft nur das fertige Produkt, aber nicht den Produktionsprozess, der mich mehr interessiert hätte. Abgeschlossen wurde die kurze Führung mit einer Teeverköstigung und einem Besuch im Einkaufsladen. Preislich waren die Produkte aber alle sehr gehoben (auch für deutsche Verhältnisse).

Tempelanlage Angkor

Wer Angkor Wat und die umliegenden Tempel besuchen will, hat zahlreiche Möglichkeiten, den Trip zu gestalten. Ob per Tuk-Tuk, Auto oder Fahrrad, zuerst sollte man wissen, wie viele Tage man die Anlage besuchen will. Ein Tagesticket kostet 37 US-Dollar pro Person, ein Drei-Tage-Tickets 62 USD und eine Woche 72 USD. Alle wichtigen Informationen hierzu findet man im Blog Trip Angkor. Da wir nur zwei Tage in Siem Reap waren, entschieden wir uns für das Tagesticket.

Die Hotels und andere Agenturen bieten verschiedene Trips an. In unserem Hotel gab es eine kleine Tour mit den wichtigsten Tempeln für 20 US-Dollar und eine große Tour mit den restlichen Tempeln (angedacht für einen zweiten Tag) für 23 US-Dollar. Daneben gab es noch Angebote für die etwas weiter entfernt liegenden Tempel. Wir entschieden uns erst einmal für die kleine Tour. Zusätzlich buchten wir noch den Sonnenaufgang, der über Angkor Wat besonders schön sein soll.

Um 4:30 Uhr ging es dann mit dem Tuk-Tuk los. Zuerst fuhren wir zum Ticketcenter, welches um 5 Uhr aufmacht. Dort wurde schnell ein Foto von uns gemacht und wir erhielten unsere personalisierten Eintrittstickets. Dann ging es weiter in der Dunkelheit bis zum Westeingang von Angkor Wat, wo uns unser Fahrer absetzte. Obwohl der Weg komplett dunkel war, war es leicht den Weg zu finden, indem wir einfach den anderen Menschen folgten. Gegen 5:30 Uhr standen wir dann in Angkor Wat am Seerosenteich – und warteten. Die Sonne ging am Horizont ungefähr gegen 6:30 Uhr auf, gegen 7:30 Uhr ist die Sonne aber erst über den Türmen von Angkor Wat zu sehen. Wer also lieber etwas länger schläft, hat nichts verpasst, wenn er erst um 7 Uhr am Tempel ist.

Sonnenaufgang in Angkor Wat.
Sonnenaufgang in Angkor Wat.

Ein „paar“ Zuschauer warten mit uns auf die Sonne.
Ein „paar“ Zuschauer warten mit uns auf die Sonne.

Zu Angkor Wat kann ich wenig schreiben, außer dass der Tempel sehr beeindruckend ist. Er ist einfach riesig groß und wird auch heute noch für religiöse Zeremonien genutzt. In der Zeit ist der Turm – der höchsten Punkt des Tempels – für die Öffentlichkeit gesperrt. An den anderen Tagen dürfen die Besucher auf den Turm, müssen sich dafür aber eine halbe Stunde anstellen, da nur 100 Menschen gleichzeitig dort erlaubt sind.

In Angkor Wat.
In Angkor Wat.

Apsara in Angkor Wat.
Apsara in Angkor Wat.

Die Löwen wirken fast schon ägyptisch.
Die Löwen wirken fast schon ägyptisch.

Warteschlange für den Turm.
Warteschlange für den Turm.

Ausblick auf Angkor Wat.
Ausblick auf Angkor Wat.

Nach Angkor Wat ging es nach nach Angkor Thom, dessen Mittelpunkt der Bayon ist. Hier starrten uns 1000 Gesichter an, die bis zu 7 Meter hoch in Stein gehauen sind. Für mich war Bayon der beeindruckendste Tempel. Die Gesichter, die einen überall beobachten, und die kleinen verwinkelten Gassen ließen ein sehr schönes Indiana-Jones-Feeling aufkommen.

Das Südtor von Angkor Thom.
Das Südtor von Angkor Thom.

Götter des Schöpfungsmythos „Quirlen des Milchozeans“.
Götter des Schöpfungsmythos „Quirlen des Milchozeans“.

Die Gesichter begrüßen einen in Bayon.
Die Gesichter begrüßen einen in Bayon.

Ein weiterer, bekannter Tempel ist Ta Phrom. Die Anlage ist eher zerfallen und wird an zahlreichen Stellen durch Stahlträger gestützt, was ein bisschen baustellenartig wirkt. Dahinter konnten wir aber auch eindrucksvoll sehen, wie die Natur sich die verlassenen Tempel wieder zurückholt, weshalb es wohl auch als Kulisse für den Film „Tomb Raider“ benutzt wurde.

Bäume und Tempel in Ta Phrom.
Bäume und Tempel in Ta Phrom.

Noch mehr Bäume und Tempel.
Noch mehr Bäume und Tempel.

Die Natur holt sich die Tempel zurück.
Die Natur holt sich die Tempel zurück.

Bis zum Mittag besuchten wir auch noch den Tempelberg Baphuon (ebenfalls in Angkor Thom), die Terrasse der Elefanten sowie die kleineren Thommanon, Chau Say Tevoda, Ta Keo und Banteay Kdei.

Die Terrasse der Elefanten.
Die Terrasse der Elefanten.

Relief an der Terrasse der Elefanten.
Relief an der Terrasse der Elefanten.

Auf die Empfehlung unseres Fahrers Tora machten wir mittags im Banana Hut Restaurant halt. Das Essen war sehr gut (Curry aus einer Kokosnuss und das traditionelle Khmer Lok Lak) und das Entspannen auf den Matratzen direkt über einem Fischteich war so angenehm, dass wir nach dem Essen kaum noch hoch wollten.

Leckeres Essen aus einer Kokosnuss.
Leckeres Essen aus einer Kokosnuss.

Dennoch bot unser Fahrer uns an, für weitere 10 US-Dollar die große Runde zu machen (die normalerweise 23 US-Dollar kostet). Wir sagten zu und schauten noch zahlreiche weitere Tempel an: an einem See, in einem Wald, zerfallen und restauriert und so viel mehr, dass ich es gar nicht alles beschreiben kann. Offen gestanden waren es mir für einen Tag auch zu viele Tempel. Die kleineren sind zwar auch sehr nett anzuschauen, aber mit den drei großen oben hat man das Wichtigste von Angkor gesehen. Besser ist es wohl wirklich, sich die kleineren Tempel für einen eigenen Tag aufzuheben.

See mit Bäumen.
See mit Bäumen.

Kopflose Wächter bewachen den Eingang.
Kopflose Wächter bewachen den Eingang.

Erinnerungen an My Son: Linga und Yoni vereint.
Erinnerungen an My Son: Linga und Yoni vereint.

Gegen 16:30 Uhr ging es wieder zurück ins Hotel. Nach 12 Tempeln waren wir auch recht fertig. Dennoch war es eine wunderschöne Erfahrung. Wer in Kambodscha (oder der Nähe) ist, sollte unbedingt in Siem Reap Halt machen, um sich Angkor anzuschauen. Es ist absolut verständlich, dass die Tempel in der Region zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen.

Buch: Math Girls

Titel Math Girls
Autor Hiroshi Yuki
Sprache Englisch
Genre Sachbuch (?)
Verlag Bento Books, 2012
Seitenanzahl 288

„Math Girls“ erzählt die Geschichte des namenlosen Erzählers, der zusammen mit zwei Mädchen in die Oberstufe geht. Dort gibt ihnen ihr Lehrer immer wieder Aufgaben, die sie knacken sollen. Tetra ist gerade erst dabei, Mathematik richtig zu verstehen und der Erzähler hilft ihr bei den Aufgaben. Miruka dagegen übertrifft das Wissen des Erzählers bei Weitem und kann diesen – und die Leser – leicht abhängen.

Und so ist „Math Girls“ ein Buch über drei Schüler, die Matheaufgaben lösen. Das klingt nach Spaß – wenn man Mathe mag zumindest. Die Gespräche zwischen den dreien lesen sich sehr angenehm, dazwischen findet man immer wieder zahlreiche Formeln, Definition und – was ich besonders gut finde – Beweise. Das Buch bringt einem mit einer steilen Lernkurve bei, wie man Beweise führt und vor allem, welche Hebel es gibt, um zum Ziel zu kommen. Das ist etwas, was vor allem Mathestudenten im ersten Semester sehr helfen kann.

Thematisch beschäftigt sich der Inhalt nicht gerade mit Matheproblemen der Grundschule. Genau genommen geht es hauptsächlich um Analysis des Mathe-Grundstudiums. Primzahlen und Fibonacci-Zahlen kennt man ggf. auch bereits so, aber harmomische Zahlen und Reihen, „partition numbers“, Taylorreihen, Differentialgleichungen, Primfaktorzerlegung und dergleichen läuft man eher selten über den Weg.

Und so kann ich das Buch für alle empfehlen, die höhere Mathematik studieren oder studiert haben und sich für das Thema interessieren. Für andere Menschen könnten die Inhalte einfach zu herausfordernd und unverständlich sein, weil Hiroshi Yuki nicht bei den Grundlagen anfängt. Mir selbst hat es sehr gut gefallen – sowohl die mathematische Probleme und Beweise als auch die Hintergrundgeschichte um den Erzähler und die beiden Mädchen.

Von „Math Girls“ gibt es noch zwei weitere Teile sowie Bücher mit konkreten Themen wie Trigonometrie, Gleichungen und Graphen oder Algebra. Vor allem die letzten sollen dann eher als Einführung in die jeweiligen Themen dienen. Ich weiß noch nicht, ob ich mehr von der Reihe lesen werde, aber es wäre nicht ungewöhnlich, wenn ich mich dazu entscheide.

Neues Blog-Layout

Was Updates meiner Blogsoftware Serendipity angeht, bin ich nicht immer ganz up-to-date. Grund ist hauptsächlich, dass es mir zu viel Arbeit ist, erst alle Files und die Datenbank zu sichern. Aber und zu komme ich aber auch dazu …

Heute war es soweit und ich habe von Version 1.6.2 auf die neueste 2.1.2 aktualisiert. Ein paar Problemchen gibt es noch (das Creative-Commons-Logo ist verschwunden), aber sonst ging das Update gut.

Ich habe dabei auch gleich noch das Theme ausgetauscht, weil das zuletzt benutzt „Joshua“ alles andere als für Mobilgeräte gemacht war. Der Text war viel zu klein, vor allem Bildunterschriften konnte man ohne Zoom nicht lesen. Jetzt mit dem Theme „2K11“ sieht der Blog auch auf Mobilgeräten gut lesbar aus. :)

Danke auf diesem Weg an Garvin (unbekannterweise), Bernd, Dirk, Onli und alle anderen für die Arbeit an der Blogsoftware.

Südostasien und Umgebung 2018 – Südlich des Hai-Van-Passes

Kochen in Hoi An

Für den nächsten Morgen hatten wir eine Eco Cooking Tour bei Bay Mau gebucht. Bei schönstem Wetter wurden wir vom Hotel abgeholt und gingen zuerst auf den Markt, um unser Gemüse und Fleisch für den Kochkurs zu besorgen. Unsere Reiseleiterin und Köchin (ihr Name wird wie „Nie“ ausgesprochen, soviel weiß ich noch) erklärte uns die Besonderheiten der verschiedenen Zutaten und wofür sie alles benutzt werden können. Danach ging es mit einem Boot auf dem Fluss Thu Bon zum Bay Mau Coconut Forest, wo wir in kleinen Kokosnussschalen-Booten von Einheimischen durch den Wald gepaddelt wurden. Das „Fischen“ – ein Holzstab mit einem kleinen Stück Fleisch, welches aber partout keinen Fisch anziehen wollte – war ein netter Gag, insgesamt war es eine schöne Fahrt auf dem Wasserweg bis zur Kochschule.

Auf dem Markt.
Auf dem Markt.

Frisches Fleisch.
Frisches Fleisch.

Ein Fischer holt den Fang ein.
Ein Fischer holt den Fang ein.

Einsam im Boot.
Einsam im Boot.

Zuerst zeigte uns die Reiseleiterin, wie man Reis stampft, um ihn von der Schale zu befreien, ihn dann mit Wasser mahlt, um Reismehlbrei zu bekommen und diesen dann dämpft, um so das Reispapier für die Sommerrollen herzustellen. Wir haben tatsächlich im Laufe unserer Vietnamreise am Straßenrand oder in den Gärten der Häuser des öfters solche Reispapierfladen zum Trocken hängen sehen. Insofern fand ich es sehr interessant, den Herstellungsprozess kennenzulernen. Danach wurden uns die einzelnen Gerichte samt der Zutaten vorgestellt und in vier Gängen konnten wir Hilfsköche lernen, wie man vietnamesische Crepes (Banh Xeo), fritierte Nudeln (Mi Xao Hai San), Rindfleischsuppe (Pho Bo) und Sommerrollen (Goi Cuon) macht. Das Viergänge-Menü war sehr lecker und dank des kleinen Kochbuchs können wir die Gerichte daheim nachkochen.

In der Kokosnussschale durch den Wald.
In der Kokosnussschale durch den Wald.

Unser Arbeitsgerät beim Kochkurs.
Unser Arbeitsgerät beim Kochkurs.

Reiseleiterin und Köchin in einem.
Reiseleiterin und Köchin in einem.

Und so sehen echt gute Sommerrollen aus (zwei Arten).
Und so sehen echt gute Sommerrollen aus (zwei Arten).

Für 690.000 Dong (ca. 25 Euro) pro Person hatten wir einen halben Tage ein sehr schönes Unterhaltungsprogramm und lernten etwas von der lokalen Esskultur kennen, die wir danach mit nach Hause tragen konnten. Die Bay May Eco Cooking Tour kann ich also nur empfehlen.

Allgemein war das Essen in Hoi An durchgängig gut. Auf die Empfehlung von Hang (siehe oben) statteten wir an einem Tag dem Restaurant Banh My Phuong einen Besuch ab. Hier bekommt man sehr leckere Baguette-Sandwiches (Banh mi genannt) in verschiedenen Variationen. Von der Schlange vor dem kleinen Lokal sollte man sich nicht abschrecken lassen, im Inneren findet man noch einen Platz.

Eine weitere Spezialität in Hoi An sind die „White Roses Dumplings“ (Banh Bao Vac), ebenfalls von Hang empfohlen. Wir hatten die Dumplings im gleichnamigen Restaurant (White Rose Restaurant).

Von allen Restaurants war für mich aber das Sakura Restaurant (Hoa Anh Dao) das beste. Die Preise sind dort sehr gehoben – also für vietnamesische Verhältnisse. Wir bezahlten am Ende 685.000 Dong, was umgerechnet ca. 25 Euro sind, für zwei Personen. Neben dem sehr guten Essen hatten wir noch einen wunderschönen Ausblick auf die An-Hoi-Brücke (siehe unten). Einen Tisch auf der Terrasse sollte man sich aber reservieren.

Banh mi.
Banh mi.

White Roses Dumplings.
White Roses Dumplings.

Abstecher nach My Son

Was sich auf den ersten Blick wie die englische Bezeichnung für „mein Sohn“ liest, ist eine Tempelstadt in der Mitte von Vietnam: My Son. Wahlweise als Bus/Bus- oder Bus/Boot-Tour entschieden wir uns für die zweite Option und statteten den restaurierten Tempeln am 17. Januar einen Besuch ab. Die Tempelstadt wurde im 2. und 3. Jahrhundert während der Cham-Kultur erbaut, geriet dann in Vergessenheit, wurde im 19. Jahrhundert von Franzosen wieder entdeckt und leider im Krieg von us-amerikanischen Bombern fast völlig zerstört. Sehr eindrucksvoll konnten wir sogar noch einige Bombenkrater sehen.

My Son.
My Son.

Die Bombenkrater sind noch zu sehen.
Die Bombenkrater sind noch zu sehen.

Einige der früheren 70 Gebäude wurden restauriert und vor allem die Bauweise ist eindrucksvoll, da komplett ohne Mörtel gearbeitet wurden. Dies erschwert den Wiederaufbau, weil man diese Art der Konstruktion immer noch nicht komplett nachstellen kann, wie unser Reiseleiter immer wieder betonte. Dieser war sehr unterhaltsam und erklärte viel zu den Hintergründen von My Son. Man kann die Tour durch die Anlage auch ohne Guide durchführen, aber in meinen Augen war es interessanter, wenn jemand einem die ganze Geschichte der Tempelstadt erzählt.

Eingelassene Statuen und Verzierungen.
Eingelassene Statuen und Verzierungen.

Der Reiseleiter erklärt die besondere Bauweise.
Der Reiseleiter erklärt die besondere Bauweise.

Die Führung dauerte ungefähr drei Stunden, danach ging es mit dem Boot von Nam Phuoc auf dem Fluss Song Thu zurück nach Hoi An. Auch wenn die Führung mit 50 Teilnehmern – zwei Busse wurden zusammengelegt – recht belebt war, fand ich es für 9 US-Dollar (Bus und Boot) plus 150.00 VND (ca. 55 Cent) einen sehr schönen und lehrreichen Ausflug in die vietnamesische Geschichte.

Ein Linga, welches die drei Gottheiten Brahma, Vishnu und Shiva repräsentiert …
Ein Linga, welches die drei Gottheiten Brahma, Vishnu und Shiva repräsentiert …

… und die zugehörige Yoni.
… und die zugehörige Yoni.

Nach der Rückkehr entschieden wir uns noch einen Tag länger in Hoi An zu bleiben. Einmal, um den Strand bei dem schönen Wetter einen Besuch abzustatten, und dann, weil uns die Stadt einfach so toll gefallen hat.

Wunderschönes Hoi An

Hoi An sticht aber nicht nur wegen seiner Kochkurse oder der Nähe zu My Son hervor, auch die Innenstadt ist sehr schön. Es gibt eine sehr große Fußgängerzone, in der sich viele Restaurants und Souvenirläden befinden, aber vor allem für seine Stoffe und Schneiderei ist Hoi An bekannt. In bestimmten Straßen reiht sich ein Schneidergeschäft an das andere. Wir selbst haben uns nichts schneidern lassen, weil wir keine weiteren fünf Wochen ein gutes Hemd oder Hose in einem Rucksack gestopft durch die Gegend tragen wollten. In dem Blog von Julius und Sarah erfährt man aber sehr viel über die Schneiderei in Hoi An.

Willkommen in Hoi An.
Willkommen in Hoi An.

Schneiderei und Lampions – zwei Besonderheiten Hoi Ans.
Schneiderei und Lampions – zwei Besonderheiten Hoi Ans.

Ebenfalls bekannt ist Hoi An für seine Lampions, welche die Straßen der Fußgängerzone schmücken. Vor allem nach Einbruch der Dunkelheit ist es ein tolles Erlebnis, durch die Stadt zu laufen. Am Fluss ist abends dann auch entsprechend viel los. Zahlreiche Restaurants bieten vor allem im zweiten Stock einen wunderschönen Blick auf den Fluss (siehe z.B. das Sakura oben) und die beleuchtete An-Hoi-Brücke. Und wer will, kann sich eine Laterne kaufen und diese ins Wasser setzen oder mietet gleich ein ganzes Boot, um zwischen den Laternen über den Fluss zu fahren.

Auf dem Fluss fahren Boote mit Laternen.
Auf dem Fluss fahren Boote mit Laternen.

Abends ist alles schön erleuchtet.
Abends ist alles schön erleuchtet.

In Hoi An macht es einfach Spaß durch die Straßen der Altstadt zu schlendern und die diversen Tempel oder Gemeinschaftshallen anzuschauen. Es gibt ein Besucher-Ticket, die man an mehreren Ecken für 120.000 Dong (ca. 4,30 Euro) bekommt und die einen zum Besuch der Altstadt berechtigen. An verschiedenen Stellen wird das Ticket auch geprüft. Zusätzlich ist auch der Eintritt in sechs Sehenswürdigkeiten enthalten, was wir natürlich auch nutzen.

Eingangstor zu einem Tempel.
Eingangstor zu einem Tempel.

Drachenbrunnen.
Drachenbrunnen.

Am bekanntesten ist sicherlich die Japanische Brücke (Chua Cau), das Wahrzeichen von Hoi An. Sie verbindet das chinesische und das japanische Viertel, welche von vielen Handels- und Wohnhäusern rechts und links umrandet werden, die man auch teilweise besuchen kann. In einem der Wohnhäuser fanden wir auch eindrucksvolle Markierungen der verschiedenen Hochwasser-Pegel der letzten Jahre. Und so stellten wir fest, dass erst am 5. November 2017, also zweieinhalb Monate vor unserem Besuch, einen Teil der Altstadt über einen Meter unter Wasser lag (hier als Video). Von der Überschwemmung war bei unserem Besuch aber nichts mehr zu sehen.

Die japanische Brücke.
Die japanische Brücke.

Hochwasser im Laufe der Jahre.
Hochwasser im Laufe der Jahre.

In der Mitte der Stadt liegt das Folklore Museum, in dem auf die Geschichte von Hoi An und Umgebung eingegangen wird. Zahlreiche Berufe und Werkzeuge soweit traditionelle Kostüme werden dargestellt. Das Museum war ganz okay, wesentlich beeindruckender fand ich aber das Precious Heritage Art Gallery Museum des französischen Fotografen Réhahn, welches erst seit Januar 2017 besteht. Réhan reiste mit seinem Motorrad durch ganz Vietnam und dokumentierte die Lebensweise der zahlreichen ethnischen Minderheiten. Im Museum, welches kostenfrei besucht werden kann, werden neben den Fotografien sehr viele Kostüme – teilweise im Originalzustand – der vietnamesischen Volksgruppen mit entsprechenden Hintergrundinformationen ausgestellt. Sowohl die Bilder, aber vor allem die Arbeit, die in dem Museum steckt, beeindruckten mich sehr und wer in Hoi An ist, sollte das Museum unbedingt gesehen haben.

Das Precious Heritage Art Gallery Museum.
Das Precious Heritage Art Gallery Museum.

Die Kleidung zahlreicher ethnischer Gruppen werden hier ausgestellt.
Die Kleidung zahlreicher ethnischer Gruppen werden hier ausgestellt.

Am dritten Tag in Hoi An besuchten wir auch den Strand, weswegen wir wie oben geschrieben sogar noch einen Tag länger in Hoi An geblieben sind. Mit den Leihrädern vom Hotel ging es für ca. drei Kilometer an der Straße entlang. Die Strecke ist sehr flach und hat einen breiten Standstreifen, dennoch sollte man nicht erschrecken, wenn irgend ein Motorroller hupend an einem vorbeifährt. Am Strand gibt es zahlreiche Fahrrad-Stellplätze, die aber alle Geld kosten. Bei manchen bezahlt man aber nur 10.000 Dong (ca. 40 Cent) und bekommt dafür noch einen Liter Wasser dazu. Am Strand angekommen gingen wir nicht nach links, wo die meisten Menschen waren, sondern nach rechts. Hier fanden wir ein nettes Plätzchen mit kostenlosen Sonnenliegen, wobei man aber zumindest ein Getränk nehmen muss. Die Verständigung mit der netten Dame war zwar etwas herausfordernd, aber am Ende hatten wir beide ein kühles Getränk und lagen im Schatten. Ich bin bei dem schönen Wetter auch einmal in das Wasser gesprungen, was sehr angenehm – wenn auch etwas sandig – war. Auf dem Rückweg fuhren wir nicht direkt in die Stadt zurück, sondern durchquerten ein paar Reisfelder und fuhren am Fluss entlang, was sehr schön war.

Alles in allem hat mir Hoi An von allen vietnamesischen Orten am besten gefallen. Ich gebe zu, dass die Sonne einen gewissen Teil dazu beigetragen hat. Alles sieht schöner aus, wenn man zuvor drei Wochen Regenwetter hatte. Aber allgemein war Hoi An einfach eine Stadt, die vielleicht nicht die allerbesten Sehenswürdigkeiten hat, aber einfach als Stadt als solches beeindruckt und entspannen lässt. Vor allem abends entfaltet die Stadt für mich ihren ganzen Charme, als wir durch die kleinen Gassen liefen und auch mal Einblicke in die offenstehenden Küchen und Wohnzimmer der Anwohner hatten.

Der Strand von Hoi An.
Der Strand von Hoi An.

Transport auf dem Wasserweg.
Transport auf dem Wasserweg.

Fahrt durch die Reisfelder …
Fahrt durch die Reisfelder …

… und am Fluss entlang.
… und am Fluss entlang.

Drachen in Da Nang

Durch Da Nang sind wir auf der Fahrt von Hue nach Hoi An bereits durchgefahren. Für uns war es aber sinnvoller, Da Nang am Ende unserer Vietnamreise zu machen, da unser Flugzeug von dort nach Kambodscha flog. Und so verließen wir Hoi An mit etwas Wehmut und leichtem Nieselregen am 19. Januar. Untergekommen sind wir im D&C Hotel, dessen Inhaber uns zufälligerweise bei der Ankunft im Fahrstuhl begegnete und sehr gut Deutsch spricht. Vor allem die Aussicht von der Dachterrasse, wo es auch Frühstück gibt, ist sehr schön.

Eine Mischung aus Fisch und Drache.
Eine Mischung aus Fisch und Drache.

Da Nang ist eine recht junge und moderne Stadt, was auch die verschiedenen Bauwerke und vor allem Brücken zeigen. Zum einen gibt es die Drachenbrücke (Cau Rong), welche 666 Meter lang ist und in der Form eines Drachen gebaut wurde. Dem nicht genug, kann man am Wochenende für fünf Minuten den Drachen Feuer und Wasser spucken sehen, was ein kurzes, aber ganz nettes Schauspiel ist. Die zweite Brücke, die wir überquerten (unser Hotel lag genau zwischen den beiden), war die Han-Fluss-Brücke (Cau song Han), welche nachts leuchtet und ein schönes Farbspiel zeigt. Zusätzlich handelt es sich um eine Drehbrücke, die nachts für den Verkehr gesperrt und gedreht wird, damit die Schiffe passieren können. Aber auch um 1 Uhr Nachts konnte ich nichts davon vom Hotelzimmer aus sehen, obwohl ich extra wach geblieben bin.

Die Drachenbrücke …
Die Drachenbrücke …

… erstreckt sich über 666 Meter.
… erstreckt sich über 666 Meter.

Die Han-Fluss-Brücke bei Nacht.
Die Han-Fluss-Brücke bei Nacht.

Am ersten Tag liefen wir einfach nur durch die Stadt und schauten uns etwas um. Als es etwas regnete, setzten wir uns auf die Plastikstühlchen am Straßenrand und probierten die Fischkuchen-Nudelsuppe (Bun cha ca), was eine Spezialität von Da Nang ist – und gar nicht so schlecht war. Abends gingen wir noch ins Kino, was dank englischer Originalsprache der Filme kein Problem war.

Markthalle in Da Nang.
Markthalle in Da Nang.

Hier gibt es Fischkuchen-Nudelsuppe.
Hier gibt es Fischkuchen-Nudelsuppe.

Am zweiten Tag gingen wir ins Art in Paradise, einem 3D-Kunstmuseum. Die wunderschönen Bilder sind auf Wand und Boden gezeichnet und durch die richtige Perspektive kann man sich dazu in Szene setzen, so als wäre man ein Teil davon. Für mich war es der erste Ausflug in solch ein Museum und es war sehr spaßig. Schade war nur, dass so wenig Besucher da waren, da wir so kaum gemeinsame Bilder von uns machen konnte, da es auch kaum Selbstauslöser-Auflageflächen gab. Aber für 200.000 Dong (ca. 7 Euro) macht man wenig verkehrt.

Art in Paradise – 3D-Kunstmuseum.
Art in Paradise – 3D-Kunstmuseum.

Die Mumie steigt aus ihrem Grab.
Die Mumie steigt aus ihrem Grab.

In das Museum wollten wir eigentlich mit dem Taxi fahren. Da dies aber mit 400.000 Dong (ca. 14 Euro) aber zu teuer war, suchten wir einfach eine Busverbindung heraus, die uns vom Hotel in die Nähe des Museums brachte. Das kostete uns dann 5.000 Dong, also ca. 20 Cent pro Person und war etwas preiswerter. Auch später sind wir wieder mit dem Bus gefahren und es ist wirklich eine preiswerte Alternative, wenn man in Da Nang herumkommen will.

Vom 3D-Kunstmuseum fuhren wir dann mit dem Taxi zur Linh-Ung-Pagode auf der Halbinsel Son Tra. Auf dem Gelände steht eine Bodhisattva-Quan-Am-Statue, die wir mit ihren 67 Metern Höhe bereits von der Stadt aus sehen konnten. Es war leider etwas bewölkt, dennoch ist die Anlage um die Statue herum recht schön. Vor allem der Blick auf Da Nang – und die Berge dahinter, wenn man gutes Wetter hat – ist toll.

Eingangstor zur Pagode.
Eingangstor zur Pagode.

Linh-Ung-Pagode.
Linh-Ung-Pagode.

Die größte Bodhisattva-Quan-Am-Statue Vietnams.
Die größte Bodhisattva-Quan-Am-Statue Vietnams.

Mit dem Taxi ging es dann wieder zurück, wobei wir uns am Strand absetzen ließen. Hier probierten wir ein lokales Restaurant, in dem auch viele Einheimische saßen. Die Karte gab es zwar nicht auf Englisch, aber dank Übersetzungsapp auf dem Handy konnte uns der Kellner zumindest sagen, ob wir Hühnchen, Rind oder Tintenfisch bestellt haben. Der Tintenfisch wurde dann einheimischentypisch noch mit Rückgrat und Innereien geliefert, was beim Essen etwas in Arbeit ausartet, aber angeblich gut schmeckte (ich hatte das Rindergericht).

Strand von Da Nang.
Strand von Da Nang.

Sicherheit gilt auch im Flussverkehr.
Sicherheit gilt auch im Flussverkehr.

Mit dem Bus ließen wir uns dann wieder für 5000 Dong durch die gesamte Stadt fahren, packten im Hotel unsere Sachen für den Abflug und schauten uns abends noch die Drachenshow an (siehe oben).

Der Drache spuckt Feuer …
Der Drache spuckt Feuer …

… und Wasser.
… und Wasser.

Südostasien und Umgebung 2018 – In der Mitte Vietnams

Phong Nha-Ke Bang Nationalpark

Am 10. Januar ging es von Hanoi wieder mit einem Sleeper Bus Richtung Süden. Unser nächster Stopp war in Son Trach, direkt neben dem Phong Nah-Ke Bang Nationalpark, der vor allem für seine zahlreichen Höhlen bekannt ist. Unser Bus kam um kurz nach 4 Uhr in Son Trach an, wo uns nach einem kurzen Weg zum Hotel Thuong Hai bereits ein Zimmer zur Verfügung stand, wo wir weiterschlafen konnten.

Nach ausreichend Schlaf und Frühstück schauten wir uns die Stadt an. Son Trach besteht hauptsächlich aus einer langen Straße, an der sich Hotels, Restaurants und ein paar Shops angesiedelt haben. Man merkt also, dass die Stadt sehr auf den Nationalpark-Tourismus ausgerichtet ist. Anfang/Mitte Januar war es aber definitiv nicht überlaufen, was auch am Wetter lag. Es waren circa 14 Grad und in den Hotelzimmern gibt es keine Heizung. Das Hotel stellte uns deswegen am zweiten Tag freundlicherweise ein paar weitere Decken zur Verfügung.

Willkommen im Phong Nha-Ke Bang Nationalpark.
Willkommen im Phong Nha-Ke Bang Nationalpark.

Land unter Wasser – der Blick aus unserem Hotelzimmer.
Land unter Wasser – der Blick aus unserem Hotelzimmer.

Die Hauptstraße in Son Trach – genau genommen die einzige Straße.
Die Hauptstraße in Son Trach – genau genommen die einzige Straße.

Die Höhlen besuchten wir nicht als vorab geplante Gruppentour, sondern individuell. Am ersten Tag wollten wir die nahe gelegene Phong Nha Cave anschauen. Der Start ist in Son Trach an einem kleinen Bootsanleger. Hier schlossen wir uns mit einigen anderen Besuchern zusammen – zufälligerweise viele auch aus Deutschland –, sodass der Preis bei 190.000 Dong (ca. 6,80 €) pro Person lag (360.000 Dong für das Boot aufgeteilt auf 9 Personen und 150.000 Dong Eintritt pro Person). Auf dem Fluss Song Son fuhren wir bis zur Höhle Dong Thien Duron – und dann weiter mit dem Boot in die Höhle hinein, was sehr eindrucksvoll ist. Stellenweise befindet sich die Höhlendecke wenige Zentimeter über dem Boot, im Inneren ist die Höhle dann wieder haushoch. Hier konnten wir aussteigen und uns die einzelnen Formationen aus der Nähe anschauen. In der Nähe gibt es auch noch einen kleinen Tempel und eine weitere Höhle, die wir aber nicht besucht haben.

Bootsanleger zur Phong-Nah-Höhle.
Bootsanleger zur Phong-Nah-Höhle.

Mit dem Boot geht es in die Höhle, …
Mit dem Boot geht es in die Höhle, …

… die wirklich riesig ist.
… die wirklich riesig ist.

Ein wunderschöner gefrorener Wasserfall.
Ein wunderschöner gefrorener Wasserfall.

Für den Trip zur Höhle und zurück – wieder mit dem Boot – muss man circa 2 Stunden einrechnen. Wir haben an dem Tag nicht viel mehr gemacht, als durch die Stadt zu schlendern, etwas zu Essen zu suchen und unter der warmen Bettdecke zu verkriechen, weil es draußen zu kalt war.

Für den 12. Januar haben wir uns über das Hotel ein Auto gemietet. Von vielen Touristen haben wir gehört, dass man auch sehr gut alleine mit dem Motorrad bzw. Motorroller den Nationalpark erkunden kann. Aber zum einen war es nicht so warm, zum anderen bevorzuge ich vier Räder unter mir, wenn diese schneller als 40 km/h fahren bzw. schwerer als 15 kg sind (das heißt kein Fahrrad sind). Für 800.000 Dong (ca. 28,50 Euro) fuhr uns unser Fahrer Viet einmal durch den Nationalpark. Da die 65-Kilometer-lange Strecke nicht übermäßig ansteigend und fast durchgehend geteert ist, kann ich mir auch gut vorstellen, dass eine Tagestour mit dem Rad ganz interessant ist.

Der erste Stopp war am Botanischen Garten. Für 40.000 Dong (ca. 1,40 Euro) erhielten wir Eintritt in ein kleines Waldstück, in welchem wir zahlreiche Bäume unterschiedlicher Herkunft sahen. Es gibt einige Rundwege mit Abstechern zu einem Wasserfall, einem Pfauengehege – in denen aber nur ein einzelner Pfau zu sehen war – und einem kleinen Tümpel. Insgesamt ist es aber nur ein Stück Wald, durch dass man läuft, und war für uns nicht ganz so interessant.

Dichter Dschungel im Nationalpark.
Dichter Dschungel im Nationalpark.

Wasserfall im botanischen Garten.
Wasserfall im botanischen Garten.

Interessanter fanden wir da schon die Paradise Cave bzw. Thien-Duong-Höhle im Vietnamesischen. Vom Parkplatz mussten wir noch einmal etwas mehr als anderthalb Kilometer bis zum Höhleneingang laufen, wovon die letzten 500 Meter bergauf gehen. Vom Höhleneingang ging es dann beeindruckend wieder nach unten in einen riesigen Bereich. Insgesamt hat die Höhle eine Länge von 31 Kilometern, davon ist etwas mehr als ein Kilometer für die Öffentlichkeit zugänglich und durch Lampen entsprechend ausgeleuchtet. Ich fand die Größe einfach beeindruckend und die Tropfsteinformationen umwerfend. Vor allem die Spiegelung in den zahlreichen Sinterbecken mit glasklarem Wasser ist großartig. Die 250.000 Dong (ca. 8,90 Euro) sollte man auf alle Fälle investieren, wenn man im Nationalpark ist.

Am Anfang der Paradise Cave.
Am Anfang der Paradise Cave.

Spiegelungen in einem Sinterbecken.
Spiegelungen in einem Sinterbecken.

Sehr eigentümlich gewachsener Stalagmit.
Sehr eigentümlich gewachsener Stalagmit.

Die Höhle weiß durch ihre zahlreichen Formationen zu begeistern.
Die Höhle weiß durch ihre zahlreichen Formationen zu begeistern.

Wieder etwas weniger beeindruckend empfanden wir den Nuoc Moc Eco Trail. Für 80.000 Dong (ca. 2,90 Euro) wurde uns ein Aufpasser an die Seite gestellt, der uns durch den Wald bis zu einem Badefluss führte. Für etwas mehr Geld hätten wir auch in dem blau-grünem Wasser baden können, aber dafür war es uns doch etwas zu kalt. Die Wege und die Bäume rund um den Fluss sind ganz nett, aber man muss es nicht zwingend gesehen haben.

Der Nuoc Moc Eco Trail.
Der Nuoc Moc Eco Trail.

Der Nuoc Moc Eco Trail (andere Seite).
Der Nuoc Moc Eco Trail (andere Seite).

Zum Abschluss der Tour gingen wir in die Dark Cave (Hang-Toi-Höhle). Die Höhle ist nicht wegen seiner tollen Tropfsteine so beliebt, sondern wegen des Spaßfaktors. Zuerst setzten wir mit einer Zipline über den Fluss über. Danach kann man entweder in die Höhle hineinschwimmen oder man nutzt wie wir den kleinen Fußweg. In der Höhle benötigten wir dann die zuvor umgeschnallte Stirnlampe am Helm, denn die matschigen Gänge sind nicht beleuchtet. Am Ende der teils schmalen Gänge wartet ein Schlammbad auf einen – was wir aber dankend ablehnten. Zurück kommt man dann entweder schwimmend durch den Fluss oder man paddelt wie wir mit einem kleinen Kajak zurück an das andere Ufer. Es war wirklich eine andere Art der Höhlenbesichtigung und für mich war es eine schöne Erfahrung, alleine – mit Ausnahme von ein paar Fledermäusen – im Dunkeln durch eine Höhle zu laufen. Aber man muss gut überlegen, ob man dafür 450.000 Dong (ca. 16 Euro) pro Person ausgeben will.

Die alte Kaiserstadt Hue

Am 13. Januar ging es für uns weiter Richtung Süden. 7 Uhr in der Früh holte uns ein Bus ab, was für das Hotelpersonal etwas hektisch wurde, da es erst ab 6:30 Uhr Frühstück gab und sich alle etwas beeilen mussten. Wir fuhren wieder mit einem Sleeper Bus und trafen dort lustigerweise zwei Finninnen aus Sapa wieder.

Ziel der Busfahrt war für uns Hue, welches von 1802 bis 1945 Hauptstadt Vietnams war und den vietnamesischen Kaiser der Nguyen-Dynastie stellte. Entsprechend gibt es in der Stadt zahlreiche Sehenswürdigkeiten zu sehen. Aus dem Grund buchten wir nach der Ankunft im Hotel für den Folgetag auch eine Stadtführung, da wir an den historischen Hintergründen interessiert waren.

Am Abend waren wir noch im Hanh Restaurant, welches uns sowohl vom Hotel als auch vom Lonely-Planet-Reiseführer empfohlen wurde. Im Hanhs bekommt jeder Gast lokale Gerichte aus Hue, die vom Kellner – in unserem Fall sogar auf Deutsch – erklärt werden. Wir entschieden uns für ein Probiermenü, welches unter anderem aus einer Art vietnamesischen Tako/Pfannkuchen (Banh khoai), einem Hackfleischspieß um Zitronengras (Nem lui), einem Shrimp-Dumpling in einem Bananenblatt (Banh Bot Loc La), gedämpftem Reismehl mit Krabben (Banh beo) und einigem mehr bestand. Die Erfahrung war interessant und gab einen guten Einstieg in die vietnamesische Traditionsküche, aber ich brauchte danach keine Wiederholung dieser Art.

Lokale Spezialitäten in Hanhs Restaurant.
Lokale Spezialitäten in Hanhs Restaurant.

Am Folgetag wurden wir gegen 8 Uhr zu unserer Städtetour abgeholt. Der Start war am Wahrzeichen Hues: der Thien Mu Pagode. Unsere Reiseleiterin Hang erklärte uns hier den historischen Hintergrund, wie Hue entstanden ist und was es mit der Pagode am Parfüm-Fluss (Song Huong) auf sich hat.

Die Thien-Mu-Pagode.
Die Thien-Mu-Pagode.

Eine heilige Schildkröte mit Tafel.
Eine heilige Schildkröte mit Tafel.

Mit einem Drachenboot ging es dann flussaufwärts zum Cho Dong Ba – dem größten Markt in Hue. Wie auf anderen Märkten in Vietnam wurde hier so gut wie alles angeboten von Obst, Gemüse über Fleisch und Fisch bis hin zu Taschen, Schuhen und Kleidung.

Mit einem Drachenboot ging es über den Fluss.
Mit einem Drachenboot ging es über den Fluss.

Eingang zum Dong-Ba-Markt.
Eingang zum Dong-Ba-Markt.

Auf dem Markt gibt es viel Gemüse …
Auf dem Markt gibt es viel Gemüse …

… und frische Hühnchen.
… und frische Hühnchen.

Nächster Halt war an der Imperialen Zitadelle. Leider regnete es mal wieder, dennoch konnten wir viel sehen. Beeindruckend war das Eingangstor, an dem man noch die Einschusslöcher des letzten Krieges sehen konnte. Interessant fand ich auch Hangs Erklärung zu den vier heiligen Tieren Vietnams: der Schildkröte, der Phönix, der Drache und das Einhorn – welches zwei Hörner hat und sich damit von unserem westlichen Einhorn sehr stark unterscheidet (nur das Baby-Einhorn hat ein Horn, wie sie betonte). Die Zitadelle beherbergt ein großes Gelände, nur leider wurden so gut wie alle Gebäude im us-amerikanischen Krieg durch Bomben zerstört. Inzwischen wurde aber einige Tore und Gebäude restauriert und zeigen wieder ein bisschen den Glanz der verbotenen purpurfarbenen Stadt.

Eingang zur Imperialen Zitadelle.
Eingang zur Imperialen Zitadelle.

Einschlusslöcher des letzten Krieges am Eingangstor.
Einschlusslöcher des letzten Krieges am Eingangstor.

Eine besondere Art der Regenrinne.
Eine besondere Art der Regenrinne.

Überall in Vietnam findet man Bonsai-Bäume.
Überall in Vietnam findet man Bonsai-Bäume.

Ein Einhorn mit zwei Hörnern.
Ein Einhorn mit zwei Hörnern.

Langer Gang.
Langer Gang.

Pflanzliche Schildkröten vor einem goldenem Drachen.
Pflanzliche Schildkröten vor einem goldenem Drachen.

Mir gefielen vor allem die Drachentreppen.
Mir gefielen vor allem die Drachentreppen.

Die Türen stehen offen.
Die Türen stehen offen.

Reich verziertes Tor.
Reich verziertes Tor.

Nach dem Mittagessen schauten wir uns noch zwei Grabmäler vergangener Kaiser an. Das erste gehörte Ming Mang, dem zweiten Kaiser Vietnams in der Nguyen-Dynastie. Durch zahlreiche Tore und Gebäude kamen wir bis zum Grab, welches in einem Hügel versteckt liegt. Imposanter war das Grab von Khai Dinh, dem vorletzten Kaiser Vietnams. Dieser regierte bis 1926 und setzte sich mit seinem Grab noch zu Lebzeiten ein echtes Denkmal, in welchem man zahlreiche westliche Einflüsse wiederfindet.

Im Garten des königlichen Antikmuseums.
Im Garten des königlichen Antikmuseums.

Das Mausoleum von außen.
Das Mausoleum von außen.

Die Offiziere des damaligen Kaisers.
Die Offiziere des damaligen Kaisers.

Thron mit wunderschönem Deckengemälde.
Thron mit wunderschönem Deckengemälde.

Gegen 17 Uhr waren wir wieder im Hotel und ich kann die Tour mit Hue Vacations nur empfehlen. Hue hält als Kaiserstadt so viel Geschichte parat, dass man diese nicht alleine erkunden sollte, um die Hintergründe besser zu verstehen. Für 885.000 Dong pro Person (ca. 32 Euro) erhält man sehr viele Informationen – in unserem Fall war Hang sogar so nett und hat uns für unsere zwei nächsten Aufenthalte in Hoi An und Da Nang zahlreiche Tipps fürs Sehenswürdigkeiten und Essen gegeben, was echt toll war.

Reise von Hue nach Hoi An

Für die Strecke von Hue nach Hoi An nahmen wir nicht den Bus, sondern buchten uns für die 130 Kilometer Strecke für 60 US-Dollar ein Taxi. Dies hatte vor allem den Grund, weil wir unterwegs an verschiedenen Sehenswürdigkeiten Halt machen wollten und so unabhängiger mit unserer Planung waren.

Unser erster Stopp war die Lap-An-Lagune. Der Aussichtspunkt direkt an der Straße ist touristisch sehr gut erschlossen – um es positiv zu formulieren. Auf einer kleinen Sandzunge konnten wir in die Lagune laufen und die Eingeschlossenheit der umliegenden Hügel genießen. Der Shop am Straßenrand verkauft dazu noch Perlen, die sowohl preislich aber auch von der Güte nicht an die in der Halong-Bucht heranreichten. Dann ging es ein paar Meter weiter zur Lang-Co-Bucht, an dessen Strand wir die Füße ins Wasser stecken konnten. Hier war schon wesentlich weniger los und wir waren die einzigen Menschen am Strand.

Boot in der Lap-An-Lagune.
Boot in der Lap-An-Lagune.

Der Strand an der Lan-Co-Bucht.
Der Strand an der Lan-Co-Bucht.

Bereits im Vorfeld hatten wir gelesen, dass, sobald man den Hai-Van-Pass (auch Wolkenpass genannt) überquert, sofort die Sonne herauskommt. Das konnten wir nicht glauben, bis wir es mit eigenen Augen sehen konnten. Der Pass bildet eine natürliche Wettergrenze zwischen dem Norden und dem Süden Vietnams. Und so waren für uns die Regentage vorerst vorbei. Auf dem Hai-Van-Pass machten wir einen kurzen Stopp, um uns den alten Bunker anzuschauen. In der engen Kurve am höchsten Punkt halten sehr viele Touristenbusse. Die Menschen können dann in einem der zahlreichen und identisch aussehenden Perlenläden etwas kaufen, in die sie vor allem mit einem „Free WC“-Angebot gelockt werden.

Bunker am Hai-Van-Pass.
Bunker am Hai-Van-Pass.

Es ist viel los am Pass.
Es ist viel los am Pass.

Auch wenn der Pass recht schön war, mein liebstes Zwischenziel auf der Reise waren die Marble Mountains in der Nähe von Da Nang. Die fünf kleinen Hügel, die zwischen den Häusern der umliegenden Stadt emporragen, stehen für die fünf Elemente. Die meisten Touristen besuchen den Wasserberg Mt. Thuy – so auch wir. Der Eintritt kostet 40.000 Dong (1,45 Euro), ein Fahrstuhl brachte uns vom Parkplatz für weitere 15.000 Dong (ca. 50 Cent) nach oben. Über zahlreiche Wege konnten wir unterschiedliche Pagoden anschauen, die wunderschöne Aussicht vom höchsten Punkt des Berges genießen, viele Tempel anschauen und zahlreichen Höhlen besuchen, in denen man Buddha-Statuen sitzen und stehen sieht. Am Fuße des Berges gibt es noch eine separate Höhle, die wir für 20.000 Dong (ca. 72 Cent) besucht haben. In der Am-Phu-Höhle geht es sowohl tief nach unten als auch weit nach oben. Im unteren Teil begegneten wir verschiedenen Höllentaten und Teufeln mit Folter und Tod. Eine andere Treppe führt nach oben ins Licht, wo dagegen Engel, heilige Tiere und Buddhas zu finden sind. Dies war wirklich eine andere Art von Höhle.

Ein Teil der Marble Mountains.
Ein Teil der Marble Mountains.

Pagoda auf dem Water Mountain.
Pagoda auf dem Water Mountain.

Kleiner Tempel mit Lady-Buddha-Statue.
Kleiner Tempel mit Lady-Buddha-Statue.

Buddha-Statue in einem Höhlentempel.
Buddha-Statue in einem Höhlentempel.

Die Drachen sind aus Marmor aus dem Berg gehauen.
Die Drachen sind aus Marmor aus dem Berg gehauen.

Einer von vielen Tempeln.
Einer von vielen Tempeln.

Eine weitere, große Lady-Buddha-Statue.
Eine weitere, große Lady-Buddha-Statue.

Unten herrscht der Tod …
Unten herrscht der Tod …

… und oben gibt es Engel.
… und oben gibt es Engel.

Abstieg vom Himmel in die Hölle.
Abstieg vom Himmel in die Hölle.

Gut zwei Stunden waren wir unterwegs und die Zeit sollte man sich auch nehmen, um es nicht in Stress ausarten zu lassen. Am Parkplatz gibt es entsprechend des Namens „Marble Mountains“ sehr viele Geschäfte, die sich mit Marmorarbeiten ihr Brot verdienen. Ich habe mich gefragt, wer alle diese riesigen Marmor-Statuen kaufen will … In der Zeit des Rundgangs hat unser Taxifahrer am Parkplatz gewartet, um uns danach weiter nach Hoi An zu fahren, wo wir gegen 17 Uhr im Green Apple Hotel untergekommen sind. Das Hotel liegt etwas außerhalb der Fußgängerzone, welche für uns fußläufig immer noch gut erreichbar war.

Südostasien und Umgebung 2018 – Nord-Vietnam

Vietnam

Am 3. Januar 2018 ging es mit dem Flugzeug von Singapur nach Hanoi, Vietnam. Wir hatten im Vorfeld lange überlegt, welche Reiseroute wir nehmen würde, also ob von Norden nach Süden oder umgekehrt und wie weit. Wir wussten, dass wir circa drei Wochen in dem Land bleiben wollen, das heißt den größten Teil unserer zweimonatigen Auszeit.

Am Ende hatten wir uns dafür entschieden, hauptsächlich den Norden und die Mitte Vietnams anzuschauen. Den Süden und damit auch die Hauptstadt Vietnams Ho-Chi-Minh-Stadt (früher Saigon) ließen wir also aus. Der Grund war, dass wir uns etwas mehr Zeit für das Land nehmen wollten als bei unserer Japanreise. Auch dort waren wir drei Wochen unterwegs, hatten aber alle Übernachtungen vorgebucht und sehr detailliert geplant. Für Vietnam hatten wir nur die erste Unterkunft in Hanoi gebucht und wir wussten das Weiterflugdatum. Dazwischen waren wir unverplant.

Sprachlich kommt man in Vietnam an den meisten Stellen mit rudimentärem Englisch zurecht, auch wenn der Gegenüber gegebenenfalls nicht immer alles versteht. Ich versuchte erst gar nicht Vietnamesisch zu lernen, denn auch wenn die Buchstaben lateinisch sind, gibt es zahlreiche Akzente, welche die Aussprache minimal in der Tonlage verändern. Das Wort „Dong“ kann je nach Akzenten und Aussprache also für die Währung „Đồng“, den Winter „Đông“ oder eine Höhle „Động“ stehen. Aus dem Grund benutze ich auch hier in dem Blog immer die Schreibweise ohne Akzente, da ich dann nicht aus Versehen etwas Falsches schreibe.

Erster Eindruck: Hanoi

In Hanoi kamen wir im Hanoi Focus Hotel im Altstadtviertel Old Quarter unter. Das Stadtviertel besteht aus 36 Straßen und Gassen, die bereits seit der imperialen Zeit bestehen und auch einen entsprechenden Flair verbreiten.

Wer das erste Mal nach Vietnam kommt, wird vermutlich erstaunt sein über die Verkehrssituation. Autos gibt es wenige, hauptsächlich fahren Motorroller über die Straßen, mit denen neben kiloweise Fracht auch vierköpfige Familien transportiert werden. Ampeln sind dagegen Mangelware oder scheinen nur eine Empfehlung zu sein. Durch viel Hupen macht man auch so auf sich aufmerksam. Und so hatte ich sehr großen Respekt, die Straße als Fußgänger zu überqueren. Aber einmal Mut gefasst und den vorbeifahrenden Strom an Vehikeln im Blick haltend, gewöhnte ich mich recht schnell daran. Es kam in unserer Zeit in Vietnam jedenfalls zu keinem Unfall.

Hanoi heißt uns herzlich willkommen.
Hanoi heißt uns herzlich willkommen.

Ein Marktstand am Straßenrand.
Ein Marktstand am Straßenrand.

Motorroller, wohin das Auge auch blickt.
Motorroller, wohin das Auge auch blickt.

Als Stadt ist Hanoi ganz nett, aber in meinen Augen muss man sie nicht zwingend gesehen haben. Auf dem berühmten Hoan-Kiem-See steht der Schildkrötenturm Thap Rua, der Teil einer Legende ist. Leider regnete es während unseres Aufenthalts in Hanoi sehr oft, sodass wir kein schönes Bild machen konnten. Auf dem See erreicht man über die The-Huc-Brücke den Jadeberg-Tempel, in dem die heilige Schildkröte ausgestellt ist. Das Eintrittsgeld von 30.000 Dong (ca. 1,10 Euro) haben wir gerne ausgegeben.

Am Abend machten wir noch einen Abstecher auf den Nachtmarkt, den ich aber nicht sonderlich spektakulär fand. Es werden die gleichen Dinge zum Kauf angeboten wie tagsüber in den Geschäften – hauptsächlich sehr preiswerte und vermutlich nachgemachte Markenkleidung. Das Interessanteste am Markt war ein Gericht, bei dem eine Banane in Reis gebacken und dann mit Kokosmilchsauce angeboten wird.

Die The-Huc-Brücke führt zum Jadebergtempel auf dem Hoan-Kiem-See.
Die The-Huc-Brücke führt zum Jadebergtempel auf dem Hoan-Kiem-See.

Thap Rua – das Wahrzeichen Hanois.
Thap Rua – das Wahrzeichen Hanois.

Essen auf dem Nachtmarkt.
Essen auf dem Nachtmarkt.

Leckere Banane in Reis gebacken mit Kokosmilchsauce.
Leckere Banane in Reis gebacken mit Kokosmilchsauce.

Nach zwei Ausflügen in die Halong-Bucht und nach Sapa (siehe unten) verbrachten wir noch einen weiteren Tag in Hanoi, bevor wir am 10. Januar weiter Richtung Süden fuhren. Im nördlichen Teil der Stadt gibt es einen großen See, der selbst nicht so schön ist, aber eine gute Aussicht auf umliegenden Gebäude bietet. Im See steht die Tran-Quoc-Pagode, die wir aber nur von außen betrachtet haben.

Zahlreiche Gebäude am westlichen See.
Zahlreiche Gebäude am westlichen See.

Die Tran-Quoc-Pagode.
Die Tran-Quoc-Pagode.

Interessanter war die Imperiale Zitadelle Thang Long. Das recht große Gelände lädt zum Herumschlendern ein. Leider regnete es bei uns wieder. Gegenüber von der Zitadelle liegt noch eine von mehreren Ausgrabungsstätten, die wir auch besichtigt haben. Am interessantesten fand ich die zahlreichen Zeitzeugenaussagen zum Vietnamkriegs bzw. zum „Amerikanischen Krieg“ aus vietnamesischer Sicht. Wir suchten eigentlich nie absichtlich nach Informationen zu dieser Epoche Vietnams, aber wir merkten überall im Land, dass man sich dem Thema nicht entziehen kann. Und so wurden in der Zitadelle auch die Bunker gezeigt, in dem Funksprüche abgefangen und ausgewertet wurden, um die Bombardierung durch die US-amerikanischen B52-Bomber zu verhindern bzw. abzuschwächen. Insgesamt erfuhren wir im Laufe unserer Reise, dass Vietnam sehr stark unter diversen Kriegen – mit Frankreich, China, Japan oder den USA – gelitten hat.

Doan Mon – das Haupttor der Imperialen Zitadelle.
Doan Mon – das Haupttor der Imperialen Zitadelle.

Restauration eines Bunkers in der Imperialen Zitadelle.
Restauration eines Bunkers in der Imperialen Zitadelle.

Flaggenturm der Zitadelle.
Flaggenturm der Zitadelle.

Lenin als Zeitzeuge des Kommunismus.
Lenin als Zeitzeuge des Kommunismus.

Gegenüber der Zitadelle liefen wir noch am Ho-Chi-Minh-Mausoleum vorbei, in deren Nähe die Einsäulen-Pagode recht hübsch anzusehen ist. Gleich daneben gab es einige sehr anschaulich illustrierte Info-Tafeln zum Tranh Nhan Qua, die zeigten, was man tun muss bzw. nicht tun darf, wenn man Erleuchtung finden will. Sehr schön haben mir auch die vielen Drachen-Treppen gefallen.

Das Ho-Chi-Minh-Mausoleum.
Das Ho-Chi-Minh-Mausoleum.

Das Parlamentsgebäude der Regierung.
Das Parlamentsgebäude der Regierung.

Die Einsäulen-Pagode.
Die Einsäulen-Pagode.

Tranh Nhan Qua – buddhistisch, moralische Regeln des Lebens.
Tranh Nhan Qua – buddhistisch, moralische Regeln des Lebens.

Südlich von der Zitadelle liegt der Literaturtempel, in dem man viel über die Lehren des Konfuzius lernen kann. Der Aufbau des Tempels mit seinen vielen Höfen ist sehr schön, auch wenn wir mit einer Führung sowohl in der Zitadelle als auch im Literaturtempel die Hintergründe noch besser verstanden hätten. Sowohl die Imperiale Zitadelle als auch der Literaturtempel kosten jeweils nur 30.000 Dong (ca. 1,10 Euro) und somit ihr Geld wert.

Im Inneren des Literaturtempels.
Im Inneren des Literaturtempels.

Schildkröten im Literaturtempel.
Schildkröten im Literaturtempel.

Große Trommel.
Große Trommel.

Abends waren wir dann eine weitere Spezialität Hanois essen namens Bun cha. Dies ist eine Art Hackbällchen in einer eher süßlichen Suppe mit Nudeln. Es war ganz gut, wird zukünftig aber sicher nicht zu meinen Leibspeisen zählen.

Eine Spezialität Hanois: Bun cha (rechts im Bild).
Eine Spezialität Hanois: Bun cha (rechts im Bild).

In der Halong-Bucht

Im Hotel haben wir kurz nach der Ankunft eine Tour zur Halong-Bucht mit einer Übernachtung auf einem Schiff gebucht. Die Buchung über das Hotel war für uns am unkompliziertesten, auch wenn die zweitägige Tour mit 129 US-Dollar zu Buche geschlagen hat.

Am 6. Januar wurden wir morgens mit einem kleinen Reisebus abgeholt und die circa 175 km zur Bucht gefahren. Drei Stunden lang fuhren wir durch die Vororte Hanois, Felder und kleinere Städte. Am interessantesten fand ich auf der Fahrt die Bauweise der Häuser am Straßenrand, die meist nur eine Garagenbreite breit, dafür aber sehr hoch und tief waren. Zusätzlich hatten die Häuser seitlich meist keine Fenster – vermutlich, falls der Nachbar dort auch noch ein Haus direkt anbauen will.

Interessante Architektur: sehr schmale Häuser.
Interessante Architektur: sehr schmale Häuser.

Gegen Mittag setzten wir mit einem Boot zu unserem Schiff über. Das Schiff, die Kabine und das Essen waren gut, wenn auch sicherlich nicht erste Klasse. Eher trüb war dagegen das Wetter. Wo man von den Postkarten der Halong-Bucht blaues Wasser und grün-graue Felsen aus dem Meer emporsteigen sieht, hatten wir leider nur einen wolkenverhangenen Himmel, Nieselregen und Nebel. Aber auch so war die Fahrt zwischen den Felsen ein Erlebnis.

Nebel in der Halong-Bucht.
Nebel in der Halong-Bucht.

Aussicht auf die Halong-Bucht – mit ein „paar“ Schiffen.
Aussicht auf die Halong-Bucht – mit ein „paar“ Schiffen.

Die Halong-Bucht bei Nacht.
Die Halong-Bucht bei Nacht.

Unser erster Stopp war die Sung Sot Höhle, auch Surprise Cave genannt. Die Tropfsteinhöhle ist sehr schön und beeindruckend groß, aber wenig überraschend war es auch der zentrale Anlaufpunkt für fast alle Besucher der Halong-Bucht. Auch das Inselchen Ti Top Island war von zahlreichen Touristen bevölkert. Der Gipfelaufstieg über die zahlreichen Treppenstufen ist etwas anstrengender und auch gedrängter, aber oben wird man mit einer tollen Aussicht auf die Halong-Bucht belohnt – wenn das Wetter mitspielt. Aber wie bereits geschrieben ist auch bei trübem Wetter der Ausblick auf die Bucht sehenswert. Am Strand der Insel hätten wir auch noch schwimmen können, dafür war es uns aber definitiv zu kalt.

Seasun Cruise – unsere Übernachtung in der Halong-Bucht.
Seasun Cruise – unsere Übernachtung in der Halong-Bucht.

Die Sung-Sot-Höhle.
Die Sung-Sot-Höhle.

Ti Top Island – mit zahlreichen Touristen am Strand.
Ti Top Island – mit zahlreichen Touristen am Strand.

Schwimmende Verkäufer preisen ihre Waren direkt am Schiff an.
Schwimmende Verkäufer preisen ihre Waren direkt am Schiff an.

Nach der Rückkehr auf das Schiff spannten wir unser Moskitonetz auf und legten uns relativ zeitig schlafen – soweit das ging, denn auf den anderen in der Buch angelegten Schiffen war mitunter Party angesagt. Am nächsten Morgen wartete aber bereits um 7 Uhr das Frühstück auf uns, denn es ging danach zu der Perlenfarm Ha Long Pearl. Dort zeigte man uns, wie die Perlen gezüchtet werden und die Muscheln im Wasser aufwachsen. Der Schmuck vor Ort schien auch entsprechend teuer zu sein, wenn man den Aufwand bedenkt, der dahinter steckt. In der Bucht, wo die Perlenfarm lag, konnten wir dann auch eine kleine Kajaktour machen, auch wenn danach alles nass war.

„Ha Long Pearl“-Perlenfarm.
„Ha Long Pearl“-Perlenfarm.

Eine Perle wird in die Muschel eingepflanzt.
Eine Perle wird in die Muschel eingepflanzt.

„Muschelfang“ – hier wachsen die Muscheln heran.
„Muschelfang“ – hier wachsen die Muscheln heran.

Zurück auf dem Schiff gab es noch einen kleinen „Kochkurs“ mit Reiseleiter Kevin. Wir stellten die typisch vietnamesischen Springrolls (Frühlingsrollen) her, die wir danach auch gleich zum Mittag essen konnten. Vorher verabschiedeten wir uns noch von einer Gruppe Philippiner, mit denen wir die vorherigen zwei Tage meistens am Esstisch verbrachten und uns sehr gut austauschten. Wir wurden von ihnen auch zahlreiche Male auf die wunderschönen Seiten der Philippinen aufmerksam gemacht. Die Gruppe verbrachte noch eine weitere Nacht in der Halong-Bucht auf Monkey Island – kleiner Scherz, es handelt sich natürlich um eine Resort-Insel.

50 Frühlingsröllchen in mühsamer Handarbeit von uns hergestellt.
50 Frühlingsröllchen in mühsamer Handarbeit von uns hergestellt.

Am Nachmittag ging es dann zurück an Land und mit dem Bus zurück nach Hanoi. Abends aßen wir einer weitere vietnamesische Spezialität: Pho (wie „Fa“ ausgesprochen). Diese sehr leckere Nudelsuppe mit Huhn oder Rind begleitete uns durch ganz Vietnam und darüber hinaus, denn hier im Asiashop haben wir die Suppe auch entdeckt und ich esse sie immer noch sehr gerne.

Reisfelder in Sapa

Kaum angekommen in Hanoi, mussten wir auch schon umpacken für den nächsten Ausflug. Gegen 22 Uhr am 7. Januar fuhr der Nachtbus nach Sapa los, was ca. 350 Kilometer nordwestlich von Hanoi liegt. Die Sleeper-Busse sind recht gemütlich, haben aber nicht alle eine Toilette. Immerhin machte der Busfahrer zwei Stopps in der Nacht. Daneben gibt es auch nicht sonderlich viel Stauraum für Rucksack oder Tasche. Kleiner Tipp: Im hinteren Teil des Busses gibt es drei Sitze nebeneinander. Wenn der Bus nicht komplett voll ist, kann man sich dort zu zweit ausbreiten und den mittleren Sitz als Ablage nutzen.

Die gemütlichen Sleeper-Busse.
Die gemütlichen Sleeper-Busse.

Gegen 4.15 Uhr kamen wir in Sapa ab, konnten aber bis halb 7 weiterschlafen, ehe wir abgeholt wurden. Ursprünglich sagte man uns bei der Reisebuchung im Hotel, dass wir unser Gepäck zum Homestay bringen könnten und danach loslaufen. Dem war aber leider nicht so. Stattdessen brachte man uns zu einem Hotel, wo wir bis 8.30 Uhr auf den Start der Tour warten mussten. Von unseren Sachen nahmen wir das notwendigste für die Zwei-Tages-Tour mit, den Rest verstauten wir im Hotel.

Sapa liegt auf ca. 1600 Metern Höhe und ist bei Touristen vor allem für seine Reisfelder bekannt, weswegen wir auch dorthin wollten. Leider fehlten uns zwei Informationen: Zum einen wird es im Winter kalt dort, das heißt wir hatten Temperaturen um die 4 bis 10 Grad und es war sehr neblig und regnerisch. Von den Reisfeldern sahen wir also nicht viel. Wo wir sie sehen konnten, erwarteten uns zum anderen aber keine grünen, saftigen Felder, sondern brauner Matsch, denn der Reis wird Ende des Sommers geerntet und erst im Frühling wieder ausgesät. Dazwischen ist das Klima zu kalt für den Reisanbau.

Die Reisfelder, wie wir sie uns vorgestellt hatten …
Die Reisfelder, wie wir sie uns vorgestellt hatten …

… und die Realität, die uns erwartete.
… und die Realität, die uns erwartete.

Vor der Tour bot man uns noch Gummistiefel an, was wir wie viele andere aber abschlugen, weil diese nicht sonderlich gut zum Laufen aussahen. Angesichts der späteren Matschpartie und der Pfützen, die es zu durchqueren gab, wäre es aber keine schlechte Wahl gewesen. Meine Schuhe waren jedenfalls kaum wieder zu erkennen. Anderen Teilnehmern ging es ähnlich. Um zumindest die Füße trocken zu halten, banden sich einige Plastiktüten um die Socken, was auch einigermaßen half.

Wandern durch den Matsch …
Wandern durch den Matsch …

… ist nicht gut für die Schuhe.
… ist nicht gut für die Schuhe.

Seltsamerweise sang niemand im Regen.
Seltsamerweise sang niemand im Regen.

Ich durchquerte vor dem Start noch die Stadt ein klein wenig. Sapa wird nicht umsonst die „Stadt im Nebel“ genannt. Teilweise war es klar und dann zog sehr plötzlich eine große Nebelwand auf. In diesem Nebel und bei leichtem Regen starteten wir auch unsere Tour durch die Reisfelder.

Sapa – die Stadt im Nebel.
Sapa – die Stadt im Nebel.

Markt in Sapa.
Markt in Sapa.

Trotz des Wetters machte es ein wenig Spaß – vor allem die Mitreisenden in der Gruppe (unter anderem eine Niederländerin und ein US-Amerikaner) machten die Tour durch die Gespräche etwas erträglicher. Daneben waren unsere Reisebegleiterinnen – alles junge und ältere Frauen von der dortigen Bergstämmen – sehr nett, auch wenn wir uns nicht wirklich gut mit ihnen verständigen konnten. Interessant fand ich das Leben in den Bergen. Hauptsächlich lebt man vom Reis, ein bisschen Viehzucht und den Touristen. Der letzte Aspekt war vor allem bei unseren Stopps zum Mittagessen zu merken. Dann packten zahlreiche Frauen ihre Waren aus – Ringe, Armreife, Taschen und Tücher – und boten diese jedem sehr penetrant an. Vor allem, dass auch Kinder die Sachen verkauften und nicht in der Schule waren, wo ich sie erwarten würde, gefiel mir daran nicht.

Unsere lokalen Reisebegleiterinnen.
Unsere lokalen Reisebegleiterinnen.

Beim „Mittagessen“.
Beim „Mittagessen“.

Brücke im Nebel.
Brücke im Nebel.

Eine Grundschule in Lao Chai.
Eine Grundschule in Lao Chai.

Unser Homestay in Ta Van erreichten wir bereits gegen halb 3, was aber nur eine große umgebaute Hütte war. Leider lief auch unsere Buchung schief, sodass wir anfangs kein Privatzimmer hatten, sondern im Schlafsaal unterkommen sollten. Das regelte sich später, aufgrund des Dauerregens war die Bettwäsche aber sehr klamm und es war kalt. Auch die „Cooking Glass“ entsprach nicht ganz der Tourbeschreibung, denn effektiv konnten wir nur unsere Frühlingsrollen selbst machen – schon wieder. Wir machten aber das beste draus.

Unser Homestay: Green Lodge Sapa.
Unser Homestay: Green Lodge Sapa.

Der nächste Morgen ging so los, wie der Tag zuvor endete. Das heißt, mit viel Regen, Nebel und Wanderungen durch den Matsch. Vor allem der Abstieg an einem Wasserfall/Flusslauf herunter war sehr rutschig – was mir aber am meisten Spaß machte. :) Andere Mitreisende hatten weniger Freunde beim ständigen Ausrutschen. Die Reisebegleiterinnen halfen aber mitunter aus und hielten die Leute an den Händen.

Am nächsten Morgen konnten wir schon etwas weiter sehen.
Am nächsten Morgen konnten wir schon etwas weiter sehen.

Und erneut wandern wir durch den Matsch.
Und erneut wandern wir durch den Matsch.

Mitte: Wasserfall. Rechts: Rutschiger Weg.
Mitte: Wasserfall. Rechts: Rutschiger Weg.

Abwärts geht es schneller als einem lieb ist.
Abwärts geht es schneller als einem lieb ist.

Nach dem Rücktransport in das Hotel in Sapa genossen wir alle eine warme Dusche, die das Hotel freundlicherweise zur Verfügung stellte. Unsere Schuhe trockneten wir über einem kleinen Feuer. Zurück ging es wieder mit einem Nachtbus. Der Busfahrer war so nett und wies uns an einer Raststätte den Weg zum Essen. Und ein Fahrgast bezahlte für mich netterweise den Toilettengang, da ich kein Kleingeld in Dong dabei hatte. Gegen 22 Uhr waren wir wieder in Hanoi. Leider holte uns niemand vom Hotel ab und so mussten wir zurück laufen.

Gemeinsames Schuhe trocknen am Ende der Tour.
Gemeinsames Schuhe trocknen am Ende der Tour.

Ich will die Tour nicht als Reinfall bezeichnen, aber sie war ihr Geld nicht wert. Für das Wetter kann der Reiseanbieter, das heißt das Hotel in Hanoi, nichts. Aber von anderen Tour-Mitglieder erfuhren wir, dass diese nur die Hälfte von uns gezahlt haben, aber exakt die gleiche Erfahrung bekamen. Neben der Nichtabholung in Hanoi, der Fehlinformation über die Übernachtung und Gepäckabgabe, passte da einfach einiges nicht zusammen. Am Ende konnten wir den Preis für die Tour auf immer noch überzogene, aber bessere 170 US-Dollar drücken und eine kostenlose Busreise zu unserem nächsten Ziel Son Trach herausholen.