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Vorstellung einer deutschsprachigen Bewerbungsvorlage

Motivation

Meine Motivation für die Erstellung der Bewerbungsvorlage war ursprünglich nur, dass Anschreiben, Lebenslauf und alle weiteren Seiten zusammengehörig aussehen sollten. Sehr viele der vorhandenen Lebenslauf-Pakete auf CTAN lieferten oft nur den Lebenslauf-Teil. Für das Anschreiben in der gleichen Schriftart und -größe sowie Anpassung der Kopf- und Fußzeile musste weitere Arbeit investiert werden. Zusätzlich enthält meine Vorlage noch eine eigene „Meine Seite“ und eine „Motivationsseite”. Ob diese nach heutigem Bewerbungsstandard noch notwendig oder gewünscht sind, soll hier nicht diskutiert werden.

Im Laufe der Jahre kam noch eine zweite Motivation dazu: Weil andere Benutzer die Vorlage rege nutzten, sollte sie so einfach wie möglich gestaltet sein. Insbesondere wollte ich auch Leute ansprechen, die nicht so viel TeX-Erfahrung haben. Aus diesem Grund besteht die Vorlage nur aus einer einzigen Datei, die der Schreiber editieren muss. Über entsprechende Kommentare wird im Dokument genau erklärt, an welchen Stellen ein Bewerber Daten anpassen muss. Da das Zielpublikum dabei immer deutschsprachige Anwender waren, sind alle Makros und Befehle ebenfalls deutschsprachig verfasst.

Aufbau der Dateien

Die Bewerbungsvorlage stelle ich auf GitHub zur Verfügung. Darüber hinaus biete ich den Archiv-Download auf meiner Webseite an. Die Vorlage unterliegt der Creative-Commons-Lizenz CC-BY-SA 4.0 und darf damit geändert und verteilt werden, solange man den Urheber nennt und die Lizenz beibehält. Das aus der Vorlage erstellte PDF unterliegt natürlich keinerlei Lizenzbeschränkungen.

Das Archiv der Bewerbungsvorlage enthält vier Dateien:

  • bewerbung.tex – Die eigentliche Bewerbungsvorlage. Nur hierin werden Daten geändert.
  • bewerbung-latex.sty – Die Style-Datei mit den benötigten Befehlen und Paketen. Diese Datei nicht anfassen!
  • foto-bewerber.png – Das (optionales) Bewerberfoto.
  • signatur-bewerber.png – Die (optionale) eingescannte Unterschrift.

Aufbau der Bewerbung

Die Bewerbung gliedert sich in fünf Teile:

  • Anschreiben
  • Seite mit persönlichen Daten
  • Lebenslauf
  • Motivationsseite
  • Anlagenverzeichnis

Im Folgenden erkläre ich den Aufbau der Vorlage anhand dieser Teile und des zugehörigen LaTeX-Codes. Die Beschreibung ist dabei meistens der Kommentierung in der Vorlage selbst entnommen.

Präambel

In der Präambel (also alles vor der Umgebung document) sind vor allem die persönlichen Daten und die Daten des Adressaten festgelegt, die dann später im Anschreiben und der persönlichen Seite benutzt werden.

Schrift festlegen

Das Makro \SetzeSchrift legt die Schrift fest, was man nur ändern sollte, wenn man die korrekten Namen kennt:

\SetzeSchrift{tgpagella}{TeX Gyre Pagella}

Das erste Argument ist der Paketname für pdfTeX, das zweite Argument der Schriftname für XeTeX und LuaTeX. Als Standardschrift wird TeX Gyre Pagella benutzt, die mir optisch gut gefällt. Hierfür ist das Paket tex-gyre notwendig.

Persönliche Daten

Der nächste Block legt die einzelnen persönlichen Daten fest:

\VollerName{Eva Mustermann}
\AbsenderStrasse{Musterstraße 42}
\AbsenderPLZOrt{12345 Berlin}
\Telefon{Tel.: 0172 567890}
\EMail{eva.mustermann@musterstadt.de}
\OrtDatum{Berlin, \HeutigerTag}
\Geburtstag{1. Januar 1985}
\Geburtsort{Berlin}
\Details{ledig, ortsungebunden}
\Ausbildungsgrad{Promovierte Veterinärmedizinerin}

Bis auf den Ausbildungsgrad und die Details sind alle Angaben zwingend notwendig, damit Anschreiben und die persönliche Seite korrekt dargestellt werden.

Bei der E-Mail ist es möglich, optional eine Farbe anzugeben, mit der die E-Mailadresse dargestellt werden soll. Als Standard ist schwarz eingestellt.

\EMail[orange]{eva.mustermann@musterstadt.de} 

Unterschrift und Foto

Die Unterschrift ist optional und sollte als Bilddatei oder PDF vorliegen. Als Option kann man die Breite der Unterschrift angeben, wobei 5 cm der Standard ist.

\UnterschriftenDatei[5cm]{signatur-bewerber.png}

Auch das Bewerberfoto ist optional. Über die Dateiangabe wird auf der persönlichen Seite das Foto dargestellt. Ein optionales Argument steuert die Höhe des Bildes. Größere Werte als 10,5 cm sind nicht sinnvoll, da das Bild sonst nicht mehr auf die Seite passt.

\BewerberFoto[6cm]{foto-bewerber.jpg}

Adressat

Bei der Angabe der Daten des Adressaten gibt es einige Variationsmöglichkeiten:

\Firma{Hell AG}
\Abteilung{Personalabteilung}
\AdressatVorname{Christina}
\AdressatNachname{Funkel}
\AnschriftStrasse{Route 66}
\AnschriftPLZOrt{00000 Havenfürst}
\AdressatTitel[Prof. Dr.]{Professorin}
\Anrede{Frau}

Bis auf die Firma sowie Straße und Ort sind alle Angaben optional. Wird beispielsweise kein Adressat angegeben bzw. die Anrede weggelassen, wird das Anschreiben automatisch mit „Sehr geehrte Damen und Herren” eingeleitet. Valide Anreden sind „Frau“, „Herr“ oder ein leerer Eintrag. Das Makro \AdressatTitel besitzt zusätzlich ein optionales Argument, welches nur im Briefkopf benutzt wird.

Auch ein zweiter Adressat ist möglich, die Angaben sind alle optional:

\ZweiterAdressatVorname{Pitti}
\ZweiterAdressatNachname{Platsch}
\ZweiterAdressatTitel[Dr.]{Doktor}
\ZweiterAdressatAnrede{Herr}

Bewerberstelle

Nicht zu vergessen ist natürlich die Stelle, auf die man sich bewerben möchte:

\Bewerberstelle{Veterinär-Mediziner (m/w)}

Hier endet die Präambel und der eigentliche Inhalt folgt.

Anschreiben

Abstandsreglung

Für das Anschreiben gibt es zahlreiche Abstandsparameter, die verändert werden können, wenn es erforderlich ist. Somit kann man je nach Menge des Anschreibentextes die Position der einzelnen Elemente (Absender, Adressat, Anschreibentext) steuern, auch wenn man damit gegebenenfalls gegen die Geschäftsbriefnorm DIN 5008 verstößt.

\AbstandZwischenAdressen{0}

Dies ist der Abstand zwischen dem Absender und dem Adressat im Anschreiben. Gemessen wird in Zeilen, d.\,h. der Wert 1.5 steht für anderthalb Zeilen. Der Standard-Wert ist 0.

\AbstandVorAnschreiben{3}

Dies ist der Abstand vor dem eigentlichen Anschreiben (inklusive Ort und Datum). Gemessen wird in Zeilen, d.\,h. der Wert 1.5 steht für anderthalb Zeilen. Der Standard-Wert ist 1.

\AnschreibenSeiteVergroessern{0}

Hierüber kann man die Anschreibenseite vergrößern, d.\,h. es ist damit möglich, über den eigentlichen unteren Rand zu schreiben, falls das Anschreiben etwas länger geworden ist. Gemessen wird in Zeilen, d.\,h. der Wert 1.5 steht für anderthalb Zeilen. Der Standard-Wert ist 0. Als Maximalwert sollte man 3 einstellen, ansonsten wirkt das Anschreiben vom Aufbau sehr unausgeglichen und unschön.

\AbstandVorAnlagen{2}

Die letzte Angabe regelt den Abstand zwischen Unterschrift und den Anlagen im Anschreiben. Gemessen wird in Zeilen, d.\,h. der Wert 1.5 steht für anderthalb Zeilen. Der Standard-Wert ist 1.

Anlagen

Im Anschreiben kann ein optionaler Hinweis auf die Anlagen erscheinen:

\AnschreibenAnlage{Anlagen}

Die Anlagen selbst werden im Anlagenverzeichnis am Ende näher aufgeschlüsselt.

Anschreiben

Die Umgebung Anschreiben enthält den eigentlichen Bewerbungstext.

\begin{Anschreiben}
hier steht mein Bewerbungstext. [...]
\end{Anschreiben}

Anschreiben
Anschreiben

Persönliche Seite

Für die persönliche Seite hat man alle Angaben bereits in der Präambel getätigt, sodass nur das Makro

\MeineSeite

angegeben werden muss.

Darstellung der persönlichen Seite
Darstellung der persönlichen Seite

Lebenslauf

Überschrift einstellen

Die Überschriften des Lebenslaufs und der weiteren Kapitel wie Motivationsseite und Anlagenverzeichnis können über unterschiedliche Makros eingestellt werden. Prinzipiell kann man die Einstellung vor jedem Kapitel ändern. Einheitlicher ist es, wenn die Definition nur einmal am Anfang des Lebenslaufes geschieht.

Die Ausrichtung gibt an, wo die Überschrift steht:

\UeberschriftAusrichtung{links}

Mögliche Angaben sind: links, rechts und mittig. Per Standard ist rechts eingestellt.

\UeberschriftGroesse{\LARGE}

stellt die Schriftgröße der Überschrift ein. Erlaubt sind alle bekannten LaTeX-Schriftgrößenangaben. Sinnvoll sind LARGE, huge oder Huge. Standard ist LARGE.

Zum Schluss kann man noch den Überschrifttext verändern – aber nur für den Lebenslauf. Per Standard wird „Lebenslauf“ ausgegeben. Beispielsweise ist auch ein „Curriculum Vitae“ möglich.

\UeberschriftLebenslauf{Lebenslauf}

Lebenslauf und Abschnitte

Der Lebenslauf beginnt mit der Umgebung Lebenslauf:

\begin{Lebenslauf}
...
\end{Lebenslauf}

Das Makro \EinschubCV definiert den Einschub, wie weit die einzelnen Einträge am linken Rand eingerückt werden. Standard ist 8 pt.

\EinschubCV[buendig]{8pt}

Das optionale Argument buendig gibt an, dass die Abschnittsüberschrift zusätzlich noch bündig zur Tabelle sein soll und nicht linksbündig per Standard.

Der Lebenslauf ist in Abschnitte AbschnittCV unterteilt. Jeder Abschnitt hat dabei einen Titel. Innerhalb des Abschnitts legt \EintragCV einen neuen Eintrag an. In der Textgestaltung ist man ansonsten frei.

\begin{AbschnittCV}{Promotion}
\EintragCV{Mai 2015}{Doktor der Veterinärmedizin \newline
                     Doktorarbeit an der Uni Berlin}
}
\end{AbschnittCV}

Wichtig ist, dass mehreren Zeilen über \newline umgebrochen werden und nicht mit \\, weil intern eine Tabelle benutzt wird und zwei Backslashes das Ende der Tabellenzeile bedeuten.

Abschnitte im Lebenslauf
Abschnitte im Lebenslauf

AbschnittCV und \EintragCV haben beide noch ein optionales Argument, über das man den Abstand unter dem jeweiligen Abschnitt/Eintrag regeln kann. Angegeben wird der Wert in Zeilen, per Standard wird ein Abstand von 0,5 Zeilen benutzt. Beispiel:

\begin{AbschnittCV}[0]{Studium}%
\EintragCV[1]{September 2012}{Abschluss als Diplom-Veterinärmedizinerin}
\EintragCV{2006 – 2012}{Studium Diplom-Veterinärmedizin}
\end{AbschnittCV}

Über die Angabe

\NeueSeiteAbschnittCV

ist ein expliziter Umbruch des Lebenslaufs möglich, sodass mit dem nächsten Eintrag eine neue Seite begonnen wird. Das ist zum Beispiel dann sinnvoll, wenn ein Abschnitt nicht mehr ganz auf die Seite passt und unschön umgebrochen wird.

Die Farbe der Abschnitte und der darunter befindlichen Linien lassen sich über

\AbschnittFarbe{Blue}
\AbschnittLinienFarbe{Blue}

am Anfang des Lebenslaufs ändern, wenn man will. Als Farbnamen werden die herkömmlichen klein geschriebenen LaTeX-Namen verstanden als auch die dvips-Namen.

Über \UnterabschnittCV sind noch feinere Gliederungen möglich:

\begin{AbschnittCV}{Praktische Tätigkeiten}%
\EintragCV{2006 – 2012}{Tierarzt-Praxis Dr. Hauser, Berlin}
\UnterabschnittCV{Kernarbeitsgebiete}{%
    \punkt Hunden die Pfötchen halten
    \punkt Katzen kraulen
}
\UnterabschnittCV{Weitere Aufgaben}{%
    \punkt Wasser besorgen
}
\end{AbschnittCV}

Die Unterabschnitte haben dabei auch Überschriften und danach eine simple Auflistung mit den einzelnen Punkten.

Lebenslauf mit Unterabschnitten
Lebenslauf mit Unterabschnitten

Motivationsseite

Die Motivationsseite ist optional. Wer sie nicht benötigt, kommentiert die Umgebung Motivation einfach aus. Ansonsten kann man dort ein bisschen was über sich selbst erzählen und wieso man zu der beworbenen Stelle

passt.

\begin{Motivation}
Hier steht mein Motivationstext. [...]
\end{Motivation}

Motivationsseite
Motivationsseite

Anlagenverzeichnis

Das Anlagenverzeichnis startet über die gleichnamige Umgebung:

\begin{Anlagenverzeichnis}
    \AbschnittAnlage{Arbeitszeugnisse}
    \begin{Auflistung}
        \Anlage{Tierarzt-Praxis Dr. Hauser}
        \Anlage{FSJ, Malteser-Krankenhaus Berlin}
    \end{Auflistung}

    \AbschnittAnlage{Zeugnisse}
    \begin{Auflistung}
        \Anlage{Doktorurkunde}
        \Anlage[diplomurkunde.pdf]{Diplomurkunde}
        \Anlage{Diplomzeugnis}
        \Anlage{Abiturzeugnis}
    \end{Auflistung}
\end{Anlagenverzeichnis}

\AbschnittAnlage leitet jeweils eine neue Anlage ein. Die Auflistung-Umgebung enthält dann die eigentlichen Anlagen. \Anlage besitzt ein optionales Argument, über welches man einen Dateinamen mit angeben kann. Geschieht das, wird die Seite im Verzeichnis entsprechend verlinkt und der Eintrag unterstrichen.

Anlagenverzeichnis
Anlagenverzeichnis

\AnlageEinfuegen ermöglicht das direkte Einbinden von PDF-Dokumenten:

\AnlageEinfuegen{diplomurkunde.pdf}
\AnlageEinfuegen[quer]{doktorurkunde.pdf}

Das optionale Argument quer gibt an, dass die Anlage im Querformat eingebunden wird. Wenn der Dateiname der Anlage identisch zum optionalen Dateinamen oben bei \Anlage ist, wird die Anlage auch korrekt im PDF verlinkt.

Fazit

In dem Artikel habe ich meine Bewerbungsvorlage vorgestellt, indem ich in den einzelnen Kapiteln die unterschiedlichen Makros und Umgebungen erklärt habe. Die Vorlage wird bei Kommentaren in meinem Blog regelmäßig gepflegt, wie man am CHANGELOG der vergangenen Jahre sieht. Auch durch die Vorstellungen auf der DANTE-Frühjahrstagung 2015 im wunderschönen Stralsund und der DANTE-Frühjahrstagung 2016 in Wuppertal gab es wertvolle Rückmeldungen, die in die Vorlage eingeflossen sind.

Derzeit (März 2018) liegt die Bewerbungsvorlage nur in GitHub und in meinem Blog zum Download bereit und ist nicht auf CTAN verfügbar. Vielleicht findet sich nach dem Lesen des Artikels jemand, der sich an die Paketierung wagt.

Herausforderungen bei der EPUB-Erstellung mit tex4ebook

In freiesMagazin 07/2015 und in der DTK 4/2015 habe ich verschiedene E-Book-Konverter gezeigt, die aus einem LaTeX-Dokument eine HTML-Seite bzw. gleich ein EPUB erzeugen.

Auf Basis dessen erreichte mich vor zwei Wochen eine Anfrage, ob ich bei der Konvertierung eines Buches, welches mit TeX gesetzt wurde, helfen könne. Das Buch umfasst ca. 500 Seiten, enthält ca. 70 Abbildungen und 4000 mathematische Formeln. Es werden 32 LaTeX-Pakete eingebunden, wovon ich maximal drei Viertel kenne – was aber auch kein Wunder ist bei der Masse an Paketen, die es gibt.

Unterstützen sollte ich bei der Konvertierung des Buches mittels tex4ebook, was Herbert Voss kurz in der DTK 4/2015 anriss, da ich es in meinem Test damals nicht mit einbezogen hatte. Nach ein bisschen Handarbeit lief tex4ebook in der neuesten Version dann bei mir auch. Schade ist, dass man schon Einiges an Linux- und TeX-Wissen braucht, um das Programm überhaupt zum Kompilieren und Installieren zu bekommen.

Leider übersetzte aber die TeX4ht-Engine – welche zum Konvertieren nach HTML benutzt wird – das Dokument nicht sofort. Folgende Änderungen musste ich manuell vornehmen:

  • PDF-Bilder, die mit \includegraphics ohne Dateiendung eingebunden wurden, wurden nicht gefunden. Hier musste ich das .pdf ergänzen, was dazu führt, dass pdflatex das Dokument nicht mehr übersetzt. \includepdf wäre wohl die richtige Wahl.
  • Bei einer description, itemize oder enumerate muss der erste Eintrag ein \item sein. Im Buch stand dort des öfteren ein Hyperref-Linkziel mit \hypertarget.
  • Das Paket subfig erzeugt ein fehlendes \fi und musste daher entfernt werden. Die entsprechenden Benutzungen von \subfloat habe ich durch simple Tabellen ersetzt. Wie ich gelesen habe, könnte das Paket subfigure auch helfen.
  • Das Paket arydshln erzeugt ebenfalls ein Problem mit einem „Undefined control sequence“. Das Paket musste ich entfernen, ebenso wie die genutzten \hdashline durch \hline ersetzen.
  • Ganz tödlich waren Fußnoten \footnote bzw. \footnotemark oder Indexverweise mit \index in Überschriften. Das erzeugte regelmäßig ein „Tex capacity exceeded, sorry [input stack size = 5000]“. Grund war weniger die Fußnote oder der Index, sondern der Fehler trat bei einem darauf folgenden \label auf, weil vermutlich das Label dann ebenso die Fußnote/Index enthielt, was zu viel des Guten war.

Nach diesen Anpassungen lief zumindest tex4ebook durch und erzeugte ein PDF. Zu einem großen Teil sah das auch ganz okay aus. Es fehlten aber auch einige Abbildungen, Formeln und vieles mehr. Ich denke, dass man hier einige Stunden bzw. realistischer Tage und Wochen Arbeit vor sich hat, um ein ansehnliches E-Book zu erzeugen.

Mir hat das reale Beispiel (meine Beispieldatei entspricht nicht ganz der Realität und freiesMagazin wurde fast von Anfang an darauf getrimmt) aber wieder einmal mehr gezeigt, dass für die Konvertierung einer TeX-Datei in PDF, HTML und EPUB einige Punkte wichtig sind:

  • Trennen von Paketinkludierung, von Befehlsdefinitionen und vom eigentlichen Inhalt. So kann man nämlich wesentlich leichter eine spezielle EPUB-Version mit eigenen Befehlsdefinitionen oder anderen Paketen einbinden.
  • Möglichst eigene Befehlsdefinitionen verwenden und keine reinen LaTeX-Befehle. Klingt erst einmal komisch, hilft aber enorm, wenn man für die EPUB-Version eigene Befehlsdefinitionen schreiben muss.
  • Fußnoten möglichst spärlich einsetzen, das Konzept passt einfach nicht in ein E-Book.

Ich bin jedenfalls gespannt, wie es mit dem Buch weitergeht und ob es der Ersteller schafft, daraus ein E-Book zu generieren. Ich drücke ihm natürlich die Daumen, es bleibt ein spannendes Unterfangen.

Ubucon 2017 im Oktober in Wolfsburg

Wie man bei Ikhaya nachlesen kann, kommt die Ubucon 2017 nach Wolfsburg. Das größte Treffen der deutschsprachigen Ubuntu-Community lebt also noch und hat sich dieses mal in der Autostadt angesiedelt. Die zentrale Lage sollte hoffentlich für genügend Besucher sorgen.

Die Veranstaltung findet vom 13. bis 15. Oktober statt. Der Call for Papers ist noch bis zum 31. August offen. Es wird sportlich, in drei Wochen ein gutes Programm erstellen zu können. Da die meisten Einreichungen aber eh erst kurz vor Schluss kommen, wie ich aus Erfahrung weiß, könnte das ggf. reichen.

Ich bin gespannt, welche Vorträge es geben wird und vielleicht schaue ich dieses Jahr wieder vorbei, nachdem ich die Ubucon Europe in Essen letztes Jahr nicht besuchen konnte.

Update2: OSM-Radkarten selbst erstellt

Viel hat sich seit 2017 nicht an der Radkarte geändert, mit dem man automatisiert aus den OpenStreetMap-Karten ein Garmin-File für das eigene Navi erstellen kann. Ich freue mich aber, dass das Skript immer noch weiter entwickelt wird. Auf Basis der letzten Änderungen folgt hier ein kleines Update.

Die Installation und Benutzung ist erst einmal identisch wie im Originalartikel bzw. ersten Update beschrieben. Geändert hat sich nur:

Benötigte Pakete

Neben den Paketen ant und ant-contrib wird nun auch ant-optional für die Unit-Tests benötigt, sonst erhält man eine Fehlermeldung der Art:

run.tests:

[mkdir] Created dir: /home/dee/bin/radkarte/bin/splitter/trunk/tmp/report

BUILD FAILED

/home/dee/bin/radkarte/build.xml:102: The following error occurred while executing this line:

/home/dee/bin/radkarte/bin/splitter/trunk/build.xml:239: Problem: failed to create task or type junit

Cause: the class org.apache.tools.ant.taskdefs.optional.junit.JUnitTask was not found.

This looks like one of Ant's optional components.

Humble Book Bundle Linux & Open Source

Das aktuelle Humble Book Bundle liefert einige Linux- und Open-Source-Bücher für den kleinen Geldbeutel. Zu beachten ist, dass alle Bücher nur auf Englisch erhältlich sind. Enthalten sind:

Ab 1 US-Dollar:

  • Pro Git (Second Edition)
  • Ansible: From Beginner to Pro
  • Certified OpenStack Administrator Study Guide

Ab 8 US-Dollar:

  • Pro Vim
  • Practical LPIC-1 Linux Certification Study Guide
  • Beginning Ubuntu for Windows and Mac Users
  • Introduction to Linux Distros
  • Nginx: From Beginner to Pro

Ab 15 US-Dollar:

  • Pro Linux High Availability Clustering
  • Practical Linux Topics
  • Pro Docker
  • Introducing Ethereum and Solidity

Wie immer kann über Paypal, Amazon oder Kreditkarte bezahlt werden. Das Geld kann aufgeteilt werden auf den Verlag Apress, auf die Humble-Macher und auf die beiden Hilfsorganisationen Electronic Frontier Foundation und International Rescue Committee.

Das Ende von freiesMagazin

Mir fällt ein, dass ich gar nichts zum Ende von freiesMagazin geschrieben habe. Ich war fast durchgängig die 10 Jahre an Bord, die größte Zeit als verantwortlicher Redakteur. Wenn ich auf die Download-Statistiken und die Artikel-Einsendungen schaue, zeigte sich die letzten Jahre aber eine langsame Stagnation. Das Interesse wurde sowohl bei den Lesern als auch bei den Autoren geringer. Und so fällt es natürlich schwer, dauerhaft eine monatliche Ausgabe zu veröffentlichen.

Zusätzlich hat sich bei mir auch privat und beruflich viel verändert, sodass ich kaum noch zu vielen anderen Dingen komme (wie man an den Blogbeiträgen etwas sieht). Die Konsequenz war, das Magazin einzustellen, da sich niemand aus dem Team gefunden hat, der es weiterführen wollte. Spaß hat es auf alle Fälle gemacht und ich versuche irgendwie weiterhin einen Blick in die TeX-Welt zu werfen, wo mir doch mein einziges Anwendungsgebiet mit dem Magazin weggefallen ist.

Die Archivierung ging im Übrigen relativ einfach. Zuerst habe ich die Original-Webseite mit wget lokal gespeichert. Danach habe ich mit einem TCL-Skript alle HTML-Seiten durchforstet und unerwünschte Elemente herausgeworfen (wie z.B. Formular oder Kommentarfunktionen). Zusätzlich musste ich auch noch ein paar Korrekturen vornehmen, da nicht alle Links korrekt ersetzt wurde. Am Ende habe ich alles auf meine Seite http://deesaster.org/freiesMagazin/ hochgeladen, wo alle Inhalte dauerhaft archiviert werden. Die URL http://freiesmagazin.de/ zeigt natürlich auf den neuen Ort.

Allen Teamkollegen, Autoren und Lesern natürlich noch einmal einen herzlichen Dank. Ich habe viel gelernt in den zehn Jahren und kann sogar einiges davon im Berufsleben anwenden.

Humble Book Bundle Unix und weitere freie E-Books

Noch drei Tage lang gibt es im aktuellen Humble Book Bundle 17 E-Books zum Thema Unix von O'Reilly. Die Bücher sind unter anderem zu den Themen Unix, sed & awk, lex & yaxx, Bash, Emacs, Vi & Vim und einige Netzwerkthemen.

Die Bücher stehen nur auf Englisch zur Verfügung, dafür kann man aber wie immer den Preis selbst festlegen. Die Bücher gibt es ab 1 US-Dollar bzw. 8 US-Dollar und 15 US-Dollar. Das Geld kann man unter O'Reilly, den Humble-Machern oder der Charity-Organisation Code for America aufteilen.

Wem die Bücher nicht reichen, der kann auch gleich noch weiter bei den kostenlosen O'Reilly-E-Books vorbeischauen. Dort findet man unter anderem Bücher zu den Programmiersprachen Java, Python, C++, Rust, Swift und Ruby oder allgemeine Bücher zu Open Source und Software-Architektur.

Letzte Ausgabe freiesMagazin 12/2016 erschienen

freiesMagazin 12/2016 Titelseite

Heute ist die neue, aber auch letzte Dezemberausgabe von freiesMagazin erschienen und bringt viele spannende Artikel aus den Bereichen Linux und Open Source mit.

Inhalt der Ausgabe 12/2016

  • Ubuntu und Kubuntu 16.10
  • Automatisierung mit Jenkins 2.0
  • openSUSE Leap 42.2
  • Freie Software im Bereich Android
  • Diashow beim Booten mit Plymouth
  • Der November im letzten Kernelrückblick
  • Xfce-Desktop individuell anpassen
  • Mit Ansible eine WSGI-Applikation auf entfernten Rechnern aufsetzen
  • Scribus in der Praxis – Teil 2
  • Skripten mit Emacs
  • Große Dateien flink übers Netzwerk kopieren
  • Test: Tyranny – Wie gut spielt sich das Böse?
  • Test: Master of Orion – Conquer the Stars
  • Test: Superhot – Wirklich der „most innovative Shooter“?
  • Gaming-Maus im Linux-Test: Roccat Kova 2016
  • Rezension: NODE.js – Professionell hochperformante Software entwickeln
  • Rezension: Ubuntu 16.04 – Praxiswissen für Ein- und Umsteiger
  • Leserbriefe und Veranstaltungen

Downloads

Unter der Adresse http://freiesmagazin.de/mobil/ findet man immer die aktuelle und alle bisher erschienenen HTML- und EPUB-Ausgaben. Auf der Magazin-Seite können die letzten drei Ausgaben von freiesMagazin abgerufen werden, ältere Ausgaben findet man im Archiv.

Kontakt

Wer jeden Monat an die neue Ausgabe erinnert werden will, kann auch den RSS-Feed abonnieren. Leserbriefe mit Lob, Kritik, Anregungen oder Fragen und neue Artikelvorschläge können an die Redaktion geschickt werden.

freiesMagazin 11/2016 erschienen

freiesMagazin 11/2016 Titelseite

Letzten Sonntag ist die Novemberausgabe von freiesMagazin erschienen und bringt viele spannende Artikel aus den Bereichen Linux und Open Source mit.

Inhalt der Ausgabe 11/2016

  • Der Oktober im Kernelrückblick
  • Verschlüsselte Server-Backups mit Duply und Duplicity
  • Scribus in der Praxis
  • KeeWeb: Passwörter sicher speichern
  • Test: Life is Strange – Emotionale Zeitreise
  • Spieltipp: Don't take it personally, babe, it just ain't your story
  • Test: The Curious Expedition – ein Roguelike-Abenteuer für Forscher und Entdecker
  • Rezension: Scrum
  • Veranstaltungen

Downloads

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freiesMagazin schließt die Seiten

Gerade habe ich es bei freiesMagazin geschrieben: Die Dezemberausgabe wird die letzte des Magazins sein. Damit gehen 10 Jahre Linux-Geschichte zu Ende.

Ja, es ist natürlich schade, vor allem wenn man das Magazin seit 10 Jahren mitgestaltet. Aber wie ich im Editorial schrieb, ändern sich Prioritäten, d.h. auch meine. Vor allem sehe ich aber, dass das Interesse schwindet. Und wieso (viel) Arbeit in etwas investieren, was auf kein Interesse mehr stößt? Da ich keine guten Ideen habe, wie man das Magazin modernisieren kann ohne sich gleich untreu zu werden, war die Einstellung die logische und richtige Konsequenz.

Es hat sehr viel Spaß gemacht mit so vielen Menschen zu arbeiten. Zum einen die Autoren und Leser, aber natürlich auch die Teammitglieder, die ich immer versucht habe zu motivieren und animieren, eine großartige Ausgabe Monat für Monat zu erstellen – was wir auch geschafft haben, wie ich finde. Indirekt hat DANTE e.V. immer sehr schön von LaTeX-Vorträgen über Magazingestaltung und Registerhaltigkeit profitiert, was nun natürlich auch aufhört. (Ich höre aus dem Norden ein erleichterndes Aufatmen. ;)) Es war jedenfalls eine schöne Zeit, an die ich mich sehr gerne zurück erinnern werde.

Ein ganz persönlicher Dank geht an dieser Stelle an Eva. Durch Dich bin ich zum Magazin gekommen und wegen Dir hatte ich eine schöne Zeit.