Samstag, 27. April 2013Happy Birthday: Full Circle Magazine 72 erschienenGestern ist die neue Ausgabe des englischsprachigen Magazins Full Circle Magazine erschienen. Es handelt sich dabei um die Geburtstagsausgabe 72, was bedeutet, dass Full Circle nun schon 6 Jahre existiert (also nicht ganz so lange wie freiesMagazin, aber dennoch recht ordentlich). Ich wünsche Ronnie und seinem Team alles Gute für die Zukunft! Themen der 72. Ausgabe sind unter anderem
Links: Webseite, Forum und Wiki Sehr interessant ist diesmal die Umfrage, die jährlich durchgeführt wird. Vor allem interessiert mich bei der Auswertung, wie FCM gelesen wird, also ob z.B. Issuu oft genutzt wird. Sonntag, 21. April 2013ubuntuusers.de-Teamtreffen in EssenDas Teamtreffen ist zwar noch nicht ganz vorbei, aber es herrscht kurz vor 12 doch eine gewisse Aufbrauchstimmung. Seit Freitag Nachmittag sitzen ca. 30 Teammitglieder und Ehemalige von ubuntuusers.de im Linux-Hotel in Essen und unterhalten sich sehr ausgiebig über alle möglichen Themen, die natürlich auch mit ubuntuusers.de zu tun haben, aber auch abseits davon gab es interessante Gespräche über Root und die Welt. Extrem Spaß haben die zwei Brettspielabende gemacht mit Pandemie, Last Night on Earth, Panic Station und Jäger der Nacht. Toll, wenn es noch mehr Spielverrückte gibt. Ebenso Spaß gemacht hat das Fußballspiel nach dem Grillen, auch wenn mir heute noch alles weh tut. Lustigerweise bin ich nun auch wieder ins Ikhaya-Team eingetreten, weil ich sonst nichts Besseres zu tun hatte. ;) Ich bin gespannt, wie die Zusammenarbeit mit den neuen/alten Kollegen wird und was ich beitragen kann, um das Newsportal von ubuntuusers.de und ggf. auch die Seite an sich zu verbessern. Hoffentlich übernehme ich mich mit meinen anderen Aufgaben nicht, aber ich denke, das wird schon. Insgesamt war es ein tolles Wochenende und ich kann nur jedem, der in irgendeiner Open-Source-Community aktiv ist, empfehlen, sich auch mal in Real Life zu treffen. Die digitale (und unpersönliche) Kommunikation wirkt danach wesentlich anders, wenn man die Person zum Nickname kennt. Samstag, 20. April 2013Poster zur Ubucon 2013Letztes Jahr wurde es leider etwas verschlafen, aber dieses Jahr gibt es Poster und Flyer, die die Ubucon 2013 ankündigen und bewerben sollen. Auf der Webseite sieht man die Poster und Flyer und – ganz neu – Visitenkarten. Ich finde sie ganz gut gelungen, was wohl auch daran liegt, dass ich sie etwas mitgestaltet habe. ;) Die Hauptarbeit hat aber Maren Hachmann mit dem Design übernommen, wofür ich mich hier noch einmal bedanken will. Auch wenn die Organisation vorangeht, sieht es bei den Vorträgen bisher nicht so toll aus. Bisher sind 0 – in Worten Null – Beiträge eingegangen. Nicht einmal unverbindliche Angebote gibt es. Es ist zwar noch viel Zeit bis zum Einsendeschluss Ende August und in den letzten Jahren kamen die meisten Beiträge erst kurz vor Ende, aber dennoch wäre es schön, wenn die Resonanz größer wäre. Ich habe die Hoffnung, dass das mit dem LinuxTag in Berlin mit etwas Werbung besser wird … Sonntag, 7. April 2013sudo ist böse!Die Aussage im Titel stimmt so natürlich nicht! Weil ich aber immer wieder sehe, dass in Blog-Einträgen sudo in der Form
benutzt wird, will ich hier noch einmal darauf hinweisen, was auch schon an anderen Stellen steht. Führt man nur sudo aus, öffnet man ein Programm als Root mit Root-Rechten. Als Homeverzeichnis wird aber immer noch das normale Benutzerverzeichnis /home/BENUTZER/ benutzt und nicht /root/, wie man annehmen könnte. Sollte das Programm auf die Idee kommen, etwas in $HOME zu speichern (ggf. ohne das eigene Wissen), wird mit Root-Rechten im eigenen Home-Verzeichnis geschrieben. Das kann dazu führen, dass beim nächsten Start mit normalen Rechten man eben nicht mehr auf diese Dateien zugreifen kann (Lesen würde gehen, Schreiben eher nicht). Aus dem Grund sollte man, wenn möglich
oder das für grafische Anwendungen gedachte gksudo bzw. kdesudo nutzen. Update: Als Ergänzung: Die grafischen Pendants zu sudo setzen das Benutzerverzeichnis korrekt auf /root/ um. Update2: Das ist nicht in allen Linux-Distributionen so. Bei Ubuntu wird $HOME nicht neu gesetzt, bei Fedora udn Arch Linux dagegen schon. Man kann dies bei sich selbst testen, indem man mit sudo ein neues Terminal öffnet und dort die $HOME-Variable ausgibt. Bei mir unter Xfce ist das:
#echo $HOME Sollte man die Linux-Distributionen öfters wechseln, sollte man sich dennoch besser an die Option -H gewöhnen. PNG-Bilder (automatisch) optimierenEine Frage, die man sich bei der Überschrift stellen könnte, ist „Sind meine Bilder nicht optimal?“ Die Antwort ist, dass alles eine Frage der Definition ist. Mit „optimal“ ist in diesem Fall die Dateigröße des PNG-Bildes in Relation zur Qualität gemeint. In dem Beitrag sollen ein paar Werkzeuge vorgestellt werden, wie man PNG-Bilder ohne großen Qualitätsverlust verkleinern kann. Dabei fasse ich den Artikel aus freiesMagazin etwas zusammen. Technischer Hintergrund
Das Grafikformat PNG (kurz für „Portable Network Graphics“) ist neben JPG (die Komprimierung heißt im übrigen JPEG). das wohl am weitesten verbreitetste Bildformat im Internet. Es unterstützt die drei Farbkanäle Rot, Grün und Blau und kann insgesamt bis zu 16,7 Millionen Farben in einem Bild darstellen. Aber auch die Darstellung als Graustufenbild ist möglich. Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit das Bild mit einer Farbpalette mit bis zu 256 Einträge zu speichern, was weiter unten eine Rolle spielen wird. Gegenüber JPG gibt es einige Vorteile. So besitzt PNG einen Alpha-Kanal für Transparenz. Sogar semi-transparente Pixel sind in einem Bild möglich, d.h. Bildpunkte die eben nicht ganz durchsichtig sind, sondern einen sichtbaren Farbanteil besitzen. Daneben werden PNGs anders komprimiert gespeichert, was in manchen Fällen zu einem wesentlich kleinerem und gleichzeitig qualitativ besserem Bild als bei der JPEG-Komprimierung führt. Oft sagt man auch, PNG komprimiert ohne Qualitätsverluste. Eine gute (englische) Erklärung zur Kompressionstechnik findet man auf der Webseite von OptiPNG. Gute Bilder, schlechte Bilder
Aufgrund der Kompressionstechnik ist PNG nicht für alle Bilder gleich gut geeignet. Das heißt man kann das Bild natürlich im PNG-Format speichern, aber die Dateigröße ist dann mitunter um Einiges größer als bei anderen Formaten (speziell dem JPG-Format). PNG hat vor allem da Stärken, wo große gleichfarbige Flächen zu sehen sind, z.B. bei Bildschirmfotos („Screenshots“ in Neudeutsch). Speichert man beispielsweise ein Bildschirmfoto eines Texteditors, wird dies als PNG in der Regel kleiner sein als ein vergleichbares JPG. Selbst mit einer sehr hohen JPEG-Komprimierung erreicht man oft nicht die Größe der PNG-Datei – und wenn, dann ist die Qualität nicht mehr annehmbar. Zum Vergleich: Ein Bildschirmfoto des Texteditors Geany mit der Bildgröße von 708x707 Pixel hat als PNG (ohne Transparenz) eine Größe von 132 kb. Als JPEG mit einer Qualität von 100% sind dies dagegen 380 kb. Setzt man die Qualität auf 72% herunter, erreicht man in etwa die gleiche Dateigröße, das Bild wirkt aber sehr kriselig, was manchen Menschen sofort auffällt. Das waren die Stärken von PNG. Wo liegen jetzt die Schwächen? Genau beim Gegenteil, d.h. bei Bildern mit eine sehr hohen Anzahl von verschiedenfarbigen Pixel – kurz gesagt: bei Fotos oder Bildern mit Farbverläufen. Wieder ein Vergleich: Als Beispiel soll ein Foto vom Bodensee in der Bildgröße 1000x750 Pixel dienen. Als JPG mit einer leichten Qualitätseinschränkung von 90% ergibt eine Datei der Größe 139 kb. Die Qualitätseinschränkung ist nicht so gravierend, da man die Verpixelung, die sich dadurch ergibt, vor allem bei Fotos so gut wie nicht wahrnimmt. Speichert man dies als PNG ab, ist das Bild dagegen 906 kb groß. Jetzt könnte man das auf die Qualitätseinschränkung bei JPG beziehen, aber selbst bei 100% Qualität ist das JPG-Bild weniger als halb so groß wie das PNG. Optimierungsmöglichkeiten
Wie kann man PNG-Bilder nun optimieren? Da PNG vor allem bei Bildschirmfotos seine Stärken hat, nutzen diese in der Regel nicht die volle Farbpalette von 16,7 Millionen Farben. Meist sind es sogar weniger als 256. Und genau hierfür gibt es bei PNGs die Möglichkeit, das Bild mit einer eigenen Farbpalette mit maximal 256 Farben zu indizieren. Die Erstellung der Farbplatte läuft normalerweise automatisch ab. Es werden im Bild die Anzahl der Farben gezählt und nach einem bestimmten Automatismus eine Farbplatte erstellt, sodass auch bei mehr als 256 Farben in einem Bild möglichst wenig Farbveränderungen vorgenommen werden müssen. Auf die Art muss man nicht mehr jeden der drei Farbkanäle einzeln mit 8 Bit speichern, sondern kommt im ganzen Bild mit 8 Bit aus. Das kann also eine Ersparnis von rund 66% ergeben. Durch verschiedene Indizierungsalgorithmen (also wie die Farbpalette erstellt wird), ist es sogar möglich Fotos und Farbverläufe einigermaßen gut zu indizieren. Natürlich erhält man hier immer einen Qualitätsverlust gegenüber einem JPG in bester Qualität bzw. dem PNG ohne Indizierung. Als Beispiel für den Artikel sollen drei Bilder optimiert werden:
Hinweis: In dem Artikel werden nur ausgewählte Konvertierungen explizit gezeigt, andere nur beschrieben. Wenn man aber die Anleitung befolgt, sollte man auf die identischen Ergebnisse kommen. Es gibt noch andere Optimierungsmöglichkeiten, wie z.B. den Alphakanal, d.h. die Transparenz, zu entfernen, wenn diese nicht benötigt wird. Auch dies verkleinert das Bild ja nach Anteil des transparenten Bereichs. Manuelle Optimierung GIMP
Das Bildbearbeitungsprogramm GIMP besitzt die Möglichkeit, Bilder zu indizieren. Nach dem Öffnen des Bildes wählt man „Bild -> Modus -> Indiziert“. Die Standardeinstellung „Optimale Palette erzeugen“ mit 256 Farben liefert in der Regel die besten Ergebnisse. Wendet man dies auf die drei Bilder an, erhält man folgende Ergebnisse (in Klammern steht die Prozentzahl der Ersparnis):
Was fällt bei den geänderten Bildern auf? Der Texteditor-Screenshot sieht sehr ähnlich zum Original aus, hat aber einen leichten Gelbstich, da das Weiß nicht mehr ganz Weiß ist, sondern leichte Blau- und Rotanteile enthält. Der Farbverlauf bei dem Desktop sieht sehr bescheiden aus. Nimmt man eine andere Farbrasterung bei der Indizierung, wie z.B. Floyd-Steinberg, wird das Ergebnis qualitativ zwar etwas besser, aber es sieht immer noch nicht richtig gut aus. Prinzipiell sollte man mit GIMP 2.6 also keine Farbverläufe indizieren. Für das Foto gilt eine ähnliche Aussage wie für den Farbverlauf. Ohne Farbrasterung sieht man bei den Wolken sehr harte Übergänge, was unschön aussieht. Setzt man im Indizierungsdialog die „Farbrasterung“ aber auf „Floyd-Steinberg“ oder „Positioniert“, ist das Bild zwar nicht perfekt, aber zumindest annehmbar. Das Bild ist dadurch aber etwas größer als ohne Farbrasterung. Prinzipiell problematisch sind semi-transparente Bereiche. Zumindest in GIMP 2.6 werden diese nicht semi-transparent indiziert, sondern die Transparenz entfernt, wodurch z.B. bei einem abgestuften Schlagschatten einfach nur ein schwarzer Balken bleibt. Auch mit der Option „Rasterung für Transparent aktivieren“ erhält man sehr bescheidene (unbrauchbare) Ergebnisse. Auch mit anderen Programmen (siehe unten) indizierte Bilder mit Semi-Transparenz zeigt GIMP 2.6 nicht korrekt an. In anderen Anzeigeprogrammen (z.B. gthumb oder dem Browser) werden die Bilder korrekt dargestellt. Automatische Optimierung
Für die automatische Optimierung von PNG-Bildern gibt es zahlreiche Programme und sogar einen Webdienst, die kurz vorgestellt werden sollen. Hinweis: Die Konsolenprogramme können in der Regel auch alle mit make install bzw. checkinstall fest ins System installiert werden. Ich selbst bevorzuge die Ausführung aus dem Verzeichnis heraus, wo das Programm erstellt wurde. (Vor allem, wenn ich Programme nur teste, wie für diesen Artikel.) Im Browser
TinyPNG ist ein sehr leicht zu bedienender Webdienst. Auf der Webseite klickt man einfach auf die Fläche „Drop your .png files here!“. Nun kann man bis zu 20 Bilder auf einmal selektieren. Diese werden hochgeladen und optimiert. Ein kleiner Panda teilt dann mit, wie viel man durch die Optimierung gespart hat. Und natürlich kann man die Bilder dort auch herunterladen. Die Optimierung anhand der drei Beispielbilder:
Positiv fällt auf, dass beim Indizieren die Farben nicht verfälscht werden. Bei GIMP (siehe oben) wurde das Weiß eher zu einem sehr hellem Gelb. Bei TinyPNG bleibt Weiß aber echt Weiß. Auch positiv sind ist die Qualität des Fotos und des Farbverlaufs. Sicherlich erkennt man Unterschiede und Qualitätseinbußen gegenüber dem Original-Bild. Gegenüber GIMP ist dies aber dennoch eine enorme Verbesserung. Dazu werden die Bilder sogar noch kleiner indiziert als dies mit GIMP möglich ist. Wer keine Sicherheitsbedenken hat, was das Nutzen von Fremdanbietern angeht, dem bietet TinyPNG eine sehr bequeme und qualitativ gute Möglichkeit, Bilder schnell und einfach zu indizieren. Eine Alternative hierzu soll Compress PNG, das aber nicht getestet wurde. In der Konsole
Wer gegebenenfalls Bilder auf der Konsole automatisch optimieren und weiterverarbeiten will, dem bietet pngquant eine sehr gute Möglichkeit. Das Programm befindet sich in aktiver Entwicklung und kann ganz einfach von der Webseite heruntergeladen werden. Derzeit (Anfang März 2013) ist Version 1.8.3 aktuell, die hier vorgestellt werden soll. Wer sich das Programm selbst neu bauen will, weil die Paketverwaltung nur eine veraltete Version enthält, kann sich freuen, denn dies geht sehr einfach. Zuerst entpackt man das Quellcode-Archiv nach dem Download: $ tar -xjf pngquant-1.8.3-src.tar.bz2 $ cd pngquant-1.8.3/
Zum Kompilieren benötigt man das Paket build-essential (bzw. einen C++-Compiler) sowie die Entwicklungspakete libpng12-dev und zlib1g-dev (Paketnamen stammen von Ubuntu) Diese wenigen Abhängigkeiten reichen bereits aus, um das Programm mit make zu übersetzen. Danach gibt man auf der Konsole einfach nach dem Namen die zu optimierenden Bilder an, z.B. $ ./pngquant farbverlauf.png
Gespeichert wird das Ergebnis als "farbverlauf-fs8.png" dort, wo auch das Originalbild liegt. Der Bildfortsatz kann mit der Option "--ext" verändert werden. Die Ergebnisse mit pngquant:
Qualitativ steigert sich das Ergebnis noch einmal gegenüber TinyPNG. Vor allem der Farbverlauf sieht noch etwas „runder“ aus. Als Preis sind die Dateien etwas größer als bei TinyPNG. Man kann mit der Option --nofs das Floyd-Steinberg-Dithering abschalten, was beispielsweise bei dem Bodensee-Foto keinen sichtbaren Qualitätsverlust bringt, die Dateigröße aber auf 288,7 kb drückt. Der Farbverlauf sieht ohne Floyd-Steinberg-Dithering aber nicht mehr gut aus. Zu pngquant gibt es zahlreiche Alternativen wie pngnq, pngcrush oder OptiPNG. Die Programme komprimieren aber entweder wesentlich schlechter als pngquant oder sind qualitativ nicht so gut. Fazit
Je nach Anwendungsfall gibt es verschiedene Programme, die mehr oder weniger geeignet sind. Wenn man eh GIMP offen hat, kann man dessen Indizierung nutzen, wenn möglicherweise damit einhergehenden Qualitätsverlust verschmerzen kann. Möchte man die Optimierung komfortabel mit der Maus durchführen, ist die Webseite TinyPNG eine gute Wahl. Für die Konsole gibt es zahlreiche Optimierungsprogramme, aber vor allem die scheinbar mächtigsten sind unter Umständen nicht so leicht zu bedienen, sodass die Ergebnisse entweder von der Qualität (pngnq verfälscht Farben) oder von der Dateigröße (pngcrush vergößert Bilder) nicht überzeugen können. Der Gewinner heißt hier ganz klar pngquant. Und auch insgesamt über alle Optimierungsprogramme hinweg zeigt pngquant die besten Ergebnisse. freiesMagazin 04/2013 erschienenHeute ist die Aprilausgabe von freiesMagazin erschienen und bringt viele spannende Artikel aus den Bereichen Linux und Open Source mit. Inhalt der Ausgabe 04/2013
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Wer jeden Monat an die neue Ausgabe erinnert werden will, kann auch den RSS-Feed abonnieren. Leserbriefe mit Lob, Kritik, Anregungen oder Fragen und neue Artikelvorschläge können an die Redaktion geschickt werden. Sonntag, 31. März 2013ParanoiaWeil ich einen Gutschein hatte, wollte ich bei Audible.de ein kostenloses Hörbuch ergattern. Anmeldung und Auswahl ging schnell, problematisch war der Download. Klickt man auf den Download-Button, erhält man nur die Meldung „Hoppla, die gewünschte Seite konnte nicht gefunden werde.“ Grund hierfür ist, dass die Amazon-Tochter Audible.de eine installierte Software, den Audible-Assistent, verlangt, mit der man zum einen einstellt, welche Art von Abspielgerät man hat und zum anderen den Download anstößt. Die Hörbücher liegen per Standard nämlich nicht als MP3 vor, wie man denken könnte, sondern als ein eigenes, proprietäres Format. Immerhin ist Audible ehrlich, wenn es um die Gründe geht. Auch wenn es nur als dritter Punkt genannt wird, ist der Grund der Kopierschutz. Das eigene Format ist DRM-geschützt, sodass man das Hörbuch nicht weiterverbreiten oder gar wieder verkaufen kann. Interessanterweise steht auf der Seite: „Da unser Format einen eingebauten Kopierschutz hat, vertrauen uns die Verlage und Autoren viele Hörbücher an, die es woanders nicht zu kaufen gibt.“ Dumm nur, wenn man die Hörbücher dann nicht herunterladen kann. Damit haben die Verlage nicht sehr viel gewonnen. Eine Frage beim Kundendienst oder ein Blick in die FAQ erklärt das Problem dann aber auch: „Linux-Liebhaber können wir leider noch nicht bedienen.“ Inzwischen bin ich unsicher, ob ich das Angebot annehmen würde, selbst wenn es unter Linux ginge. Dann lieber doch auf CD, die ich dann zumindest wieder verkaufen kann. Denn ehrlich: Wie oft hört man ein Hörbuch wiederholt an? Samstag, 30. März 2013Full Circle Magazine 71 erschienenGestern ist die neue Ausgabe des englischsprachigen Magazins Full Circle Magazine erschienen. Themen der 71. Ausgabe sind unter anderem
Links: Webseite, Forum und Wiki Interessant für TeX-Nutzer ist ein Teil im Inkscape-Tutorial, bei dem es ums Kerning geht, also um die Abstände zwischen einzelnen Buchstaben. Ein beliebtes Beispiel ist Vater, bei dem das "a" etwas näher ans V rücken müsste, damit ein gleichmäßiger Grauwert entsteht. Inkscape kann tatsächlich für Buchstabengruppen das Kerning einstellen. Ich frage mich natürlich, ob sich jemand wirklich diese Arbeit macht. Donnerstag, 28. März 2013Rückblick: DANTE-Tagung 2013 in GießenAuch dieses Jahr fand eine Frühjahrstagung des DANTE e.V. statt, bei der sich zahlreiche TeX-Anwender trafen, um sich über das Textsatzsystem und dessen Unterarten auszutauschen. Ich war sowohl als Zuhörer als auch als Teilnehmer dabei und auch wenn der Veranstaltungsort Gießen nicht zu den schönsten Orten Deutschlands zählt („Die Stadt ist abscheulich … eine hohle Mittelmäßigkeit in allem.“, Georg Büchner), habe ich dort studiert und mich auf ein Wiedersehen gefreut. Mittwoch, 6. März 2013
Nach dem Vorabendtreff am Dienstag (siehe unten) wurden alle Teilnehmer um 9 Uhr am Interdisziplinären Forschungszentrum in Gießen vom lokalen Organisator Günter Partosch, dem Vorsitzenden des DANTE e.V. Martin Sievers und dem Direktor des HRZ Dr. Michael Kost begrüßt. Dr. Kost erzählte in seiner Einleitung, dass man sich im Gegensatz zu anderen Dokumentenausgabeprogrammen bei TeX nicht um das Layout kümmern muss, sondern sich auf den Inhalt konzentrieren kann. Die Aussage war eine sehr gute Überleitung zum ersten Vortrag, den ich zum Thema „Bilder bei der Magazingestaltung“ hielt. In dem Workshop ging es nämlich gerade um das Gegenteil, das heißt, dass man bei freiesMagazin selbst bestimmen muss, wo Bilder bei einem mehrspaltigen Layout positioniert werden. Auf das Gezeigte gab es viel Rückmeldungen, sodass ich so viele Ideen mitnehmen konnte, um mindestens ein Jahr gut beschäftigt zu sein. Danach gab es eine sehr gute Einführung in MetaPost von Walter Entenmann. Sehr anschaulich stellte er anhand der Arbeit des Malers Wassily Kandisky „Punkt und Linie zu Fläche“ das MetaPost-Paket vor, mit dem man grafische Elemente wie Punkte, Linien und Flächen in LaTeX zeichnen kann. Er ging dabei auch auf die Interna der mathematischen Berechnungen und Approximation mittels Bézier-Kurven ein, was den einen oder anderen ggf. etwas erschreckte. Auch ist die Anwendung mit pdflateX nicht ohne weiteres möglich, ebenso wie es mit Unicode-Zeichen und Umlauten Probleme gibt. Hier bieten sich alternative Pakete wie PSTricks oder TikZ an. Nach dem Mittagessen in der Uni-Mensa ging es mit MetaPost weiter. Mari Voipio zeigte eine kleine Einführung zum Zeichnen von Linien und komplexeren Mustern, was dann später in die Erstellung von Strickmustern mündete. Nach ihrer Aussage, fördere MetaPost die Kreativität, da es für sie nun viel einfacher sei, schnell ein Muster am PC zu testen als dies langwierig auf Papier zu zeichnen. Eine Aussage gefiel mir besonders: Als (LaTeX-)Anfänger sucht man sich verschiedenen Code aus dem Netz zusammen und bastelt so lange daran herum, bis er tut, was man erwartet. Man versteht anfangs nicht, wieso er funktioniert, aber im Laufe der Zeit lernt man immer mehr über die Hintergründe. Genauso geht es den meisten Programmierern in jeder Sprache. MetaPost trifft auf Kandinsky. (C) Uwe Ziegenhagen, Lizenz: CC-BY-SA Bernd Militzer hielt einen extrem spannenden Vortrag, der am Anfang ziemlich wenig mit TeX zu tun hatte. Es ging darum, dass er ein Ahnenbuch mit ConTeXt schreiben wollte und berichtete über seine Forschungsergebnisse. Dabei lernte man interessanterweise viel über Geschichtsschreibung und Aufzeichnungen, die im Laufe der Jahre schwer zu interpretieren sind. Am Ende kam ein dickes Buch mit allen Verwandten von Bernd Militzers Großmutter, die in den Jahren 1650 bis 1900 gelebt haben, heraus. Ebenso spannend ging es mit Leo Arnolds UniFlow-Vortrag weiter. Effektiv ging es darum, wie man mittels des write18-Befehls aus einem LaTeX-Dokument heraus wieder eine LaTeX-Übersetzung anstoßen kann. Durch diese Rekursion ist es möglich, mit einem normalen pdflatex und ohne zusätzliche Dateien (wie Skripte oder Makefiles) mehrere Dokumente zu erzeugen. Dafür gibt es viele sinnvolle Anwendungszwecke, auch wenn write18 ein Sicherheitsrisiko darstellt und daher per Standard nicht aktiviert ist. Zum Abschluss des Tages zeigte Martin Schröder den aktuellen Stand von TeX im 21. Jahrhundert. Wer letztes Jahr bereits auf der DANTE-Frühjahrstagung 2012 war, hatte sicherlich ein Déjà-vu, aber für die neuen Teilnehmer auf der Tagung gaben seine Folien einen sehr guten Überblick über den aktuellen Stand bei LaTeX, LuaTeX, ConTeXt und Co. Donnerstag, 7. März 2013
Der Donnerstagvormittag war durch die Mitgliederversammlung des DANTE e.V. geprägt. Es wurden die aktuellen Geschäfts- und Mitgliederzahlen vorgestellt, sowie aktuelle Förderprojekte. Daneben wurde aber auch ein Problem diskutiert, was viele andere Open-Source-Communitys auch trifft: die sinkende Bereitschaft, etwas beizutragen. Bei TeX kommt zwar noch das Alter der Software hinzu, die dazu führt, dass der Altersdurchschnitt sehr hoch ist, dennoch kommen zu wenig junge Leute nach. Die Arbeit, die in der Community getan wird, verteilt sich oft auf sehr wenige und vor allem immer auf die gleichen Schultern. Leider gibt es hierzu keine allgemeingültige Lösung. Nach dem Mittagessen plauderte Herbert Voß etwas aus seiner TeX-Sprechstunde, die er an der Uni Berlin hält. Er zeigte ein paar interessante Probleme, mit denen Studenten zu ihm kommen. Ebenfalls interessant ist der Einsatz von TeX am Centrum für bessere Übergänge und Studienbedingungen der FH Stralsund. Christina Möller erzählte über ihre Tätigkeit dort und wie man den Studierenden LaTeX näher bringen will. Vor allem der Einsatz von Formeln auf der eingesetzten e-Learning-Plattform ist ein problematischer Punkt, auch wenn es verschiedene Lösungen (jsMath, tth, MathJax) gibt. Christina Möller berichtet von ihrer Arbeit an der FH Stralsund. (C) Uwe Ziegenhagen, Lizenz: CC-BY-SA Arno Trautmann zeigte dann ein extrem interessantes Thema, was man beim Titel „Randausgleich in TeX“ nicht unbedingt vermuten würde. So zeigte er die verschiedenen Absatztypen (Flattersatz, Blocksatz, Rauhsatz) im Laufe der Jahrtausende der menschlichen Geschichte. Als Beispiel wurden unter anderem Auszüge aus der Gutenberg-Bibel gezeigt und wie Gutenberg vor über 500 Jahren einen einheitlichen Blocksatz zustande brachte. Weiter ging es bis ins Hebräische, bei dem die Wortabstände fest sind, dafür aber einige Buchstaben gedehnt werden können, um einen Blocksatz zu erreichen. Mit Hilfe des Pakates chickenize kann man sehr viele der vorgestellten Absatzprobleme nachstellen. Der Vortragstag wurde von Uwe Ziegenhagen beendet, der das Programm Sphinx vorstellte. Es handelt sich dabei um ein Open-Source-Werkzeug, mit dem man mit Hilfe einer eigene Metasprache viele verschiedene Dokumente (z.B. als HTML, LaTeX, Manpages etc.) erstellen kann. Der Anwendungsfall von Sphinx ist eigentlich die Dokumentation für verschiedene Plattformen, aber da es LaTeX als Ausgabe beherrscht kann man damit auch einfache LaTeX-Dokumente erstellen. Uwe Ziegenhagen hilft LaTeX-Neueinsteigern. (C) Linda Prüß, Lizenz: CC-BY-SA Freitag, 8. März 2013
Der letzte Tag wurde wieder von Uwe Ziegenhagen eingeläutet, der ein paar LaTeX-Pakete vorstellte, die auf CTAN (Comprehensive TeX Archive Network) herumschwirren. Dabei waren einige interessante Pakete, um z.B. Tasten und Menü-Befehle besonders darzustellen oder um Gantt-Diagramme zu zeichnen. Es gab aber auch Kurioses zu sehen, z.B. ein Paket, mit dem man Bäume zeichnen kann (die biologischen, mit Stamm und Blättern und was so dazu gehört). Danach zeigt Martin Sievers eine LaTeX-Klasse, mit der man Bewerbungsanschreiben gestalten kann, die sich optisch gut mit moderncvvertragen. Die Dokumentenklasse war leider eine Auftragsarbeit und steht daher nicht öffentlich zur Verfügung. Eine Alternative (Anschreiben und Lebenslauf in einem) habe ich vor längerer Zeit selbst einmal erstellt, aber es gibt auch sonst zahlreiche Pakete, die versuchen, einen guten Lebenslauf darzustellen. In der Regel ist der Inhalt aber wichtiger als das Aussehen … Die Pause und die zwei Vorträge danach habe ich genutzt, um mich eingehend mit Freunden und anwesenden Bekannten zu unterhalten, sodass ich nichts zu den Vorträgen von Jena-Michsel Hufflen und Herbert Voß sagen kann. Da Günther Partosch am Sonntag krank war, fiel sein Vortrag zum Thema „Anforderungen an wissenschaftliche Abschlussarbeiten“ leider aus. Glücklicherweise sprang Patrick Gundlach ein, der ein Problem, das bei meinem Vortrag am Donnerstag aufkam, aufgriff. Er zeigt, wie man (mit etwas Handarbeit) dafür sorgen kann, dass bei mehrspaltigem Satz die Zeilen benachbarter Spalten immer auf einer Höhe liegen. (Etwas, was bei freiesMagazin noch nicht umgesetzt ist, aber zu den Aufgaben zählt, die ich mir vorgenommen habe.) Parallel dazu hielt Uwe Ziegenhagen vor einer Gruppe von ca. 10 Studierenden eine dreistündige Einführung in LaTeX. In dem Workshops wurden einfache Fragen besprochen, wie man mit LaTeX umgeht und die sich bei der ersten Arbeit vor allem bei Neueinsteigern ergeben. Zum Schluss gab es noch etwas Biologie, denn der Gärtner des IFZ führte die Teilnehmer durch die drei hängenden Gärten des Gebäudes, die sich über mehrere Stockwerke erstrecken und verschiedene Klimazonen nachbilden. Und Rundherum
Neben den Vorträgen ist vor allem der Kontakt mit Gleichgesinnten ein wichtiger Aspekt der DANTE-Tagungen. In den ausreichend großen Pausen zwischen den Vorträgen, aber vor allem bei den Abendveranstaltungen hat man sehr viel Gelegenheit, mit anderen TeX-Nutzern zu sprechen, Probleme vorzutragen und Lösungen zu erhalten. Natürlich ist und war es keine Pflicht, den ganzen Abend über TeX zu reden. Und so kam auch die Sprache auf Linux, Google, Facebook, E-Book-Reader, Raspberry Pi und alles andere, was irgendwie interessant ist. Sehr positiv an den Abendveranstaltungen war das wechselnde Programm. So wurde an jedem Abend eine andere kulinarische Region aufgesucht – von Deutschland über Indien nach Kroatien bis hin zu Äthiopien. Von der Gemeinschaft her ist eine DANTE-Tagung sehr ähnlich zu diversen anderen Linux-Tagungen in Deutschland wie z.B. der Ubucon. Das ist aber nicht verwunderlich, schließlich ist TeX ebenfalls Open Source und die Community treibt ein ähnliches Ziel an: die Verbreitung einer guten Freien Software. Der Altersdurchschnitt ist zwar etwas höher als bei Linux-Veranstaltungen, aber es „verirren“ sich glücklicherweise auch immer wieder junge Menschen dorthin. Der Geschlechtervergleich geht klar zu Ungunsten der Damen aus, auch wenn welche vor Ort waren und sogar Vorträge hielten. Dennoch erfordert TeX immer noch einen Hang zur Programmierung, woran scheinbar eher Männer Interesse haben als Frauen. Wie man am obigen Programm sieht, muss man nicht der absolute TeX-Crack sein, um bei einer DANTE-Tagung Spaß zu haben. Es gab zahlreiche Vorträge, deren Einleitung interessanter war als so mancher Geschichtsunterricht in der Schule. Und selbst als Nicht-Profi kann man Vorträge halten. Sei es nur, um seine eigenen Erfahrungen den anderen mitzuteilen oder um wertvolles Feedback zu erhalten. Insofern sollte jeder, der mit TeX, LaTeX und Co. zu tun hat, überlegen, ob er nicht für eine der kommenden Tagungen auch etwas präsentiert. Ich bin auf alle Fälle wieder dabei! Die Vortragsfolien können zu den meisten Vorträgen auf der DANTE-Webseite heruntergeladen werden. Samstag, 23. März 2013freiesMagazin feiert 7. Geburtstag„Mein“ Projekt freiesMagazin feierte am 18. März 2013 seinen seinen 7. Geburtstag. Natürlich mache ich das nicht alleine, sondern haben 15 Kollegen, die jeden Monat mithelfen, eine neue Ausgabe auf die Beine zu stellen und zu veröffentlichen. Ich bin als Autor seit August 2006 (also fast seit Anfang) dabei, als Redakteur seit September 2007 und im April 2009 habe ich das Zepter als Chefredakteur übernommen. Seit nun vier Jahre leite ich das Magazin und mir macht es immer noch Spaß, jeden Monat freies Wissen in der Welt verbreiten zu dürfen. Auf das noch viele Ausgaben veröffentlicht werden …
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