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Reise nach Japan – Nikkō am 30.06./01.07.2017

Im Zug nach Nikkō

Am 30. Juni war wieder ein Zugtag angesagt. Um 10 Uhr ging es von Higashi-Muroran über Hakodate, Sendai und Utsunomiya bis nach Nikkō, wo wir gegen 18 Uhr ankamen. Unser Gästehaus Sumica lag in der Nähe des JR-Bahnhofs.

Wir liefen noch kurz durch die Stadt, welche hauptsächlich aus einer langen Straße besteht, die direkt zum Tempelkomplex führt. Da es nach 18 Uhr war, hatten die meisten Geschäfte schon zu und es waren nur noch wenige Menschen unterwegs. Wir suchten uns daher im Supermarkt ein preiswertes Essen. Als wir ins Gästehaus zurückkamen, luden die Besitzer uns an ihren Esstisch ein, sodass wir gemeinsam zu Abend essen konnten.

Regenzeit in Japan

Juni/Juli ist in dieser Region von Japan gerade der Übergang von der Regenzeit in die Trockenperiode. Deshalb war es klar, dass wir nicht drei Wochen lang immer nur Sonnenschein haben würden. Unser Regentag fiel auf Nikkō. Als der Regen auch am späteren Vormittag nicht aufhörte, machten wir uns mit Regenschirm zum Tempel auf.

Als erstes stießen wir auf die Kreuzung mit der Shinkyo-Brücke. Diese heilige Brücke soll Glück bringen, wenn man sie überquert – und dann wieder zurückkehrt, weil die gegenüberliegende Seite abgesperrt ist. Wir haben uns die 300 Yen gespart und haben auf der normalen Fußgänger-Brücke den Fluss Daiya überquert.

Die heilige Shinkyo-Brücke.
Die heilige Shinkyo-Brücke.
Der Fluss Daiya in Nikkō.
Der Fluss Daiya in Nikkō.

Schreine im Regen

Die größte und bekannteste Anlage in Nikkō ist der Tōshō-gū Schrein, welches aus zahlreichen Gebäuden und Toren besteht. Da es noch sehr stark regnete und die Schlange an den Kassen so lang war, gingen wir linker Hand am Schrein vorbei in Richtung Futurasan-Schrein. Aber auch hier wollten wir uns aufgrund des Wetters nicht lange aufhalten und nahmen lieber die Treppe, die unbekannterweise in den verregneten Wald führte.

Es regnet sehr stark.
Es regnet sehr stark.

Durch zahlreiche Pfützen bergauf und bergab kamen wir irgendwann zum Gyōjadō-Schrein. Weiter ging es zu den Shiraito Falls, die man nicht mit den Shiraito Falls bei Mount Fuji verwechseln sollte. Der Wasserfall ist ganz nett, aber nicht wirklich spektakulär.

Interessanter war der Takinoo-Schrein mit seinen Fuchsfiguren und einem geheimnisvollen Loch in einem Stein, in welches man vermutlich Münzen werfen sollte. Leider war die Anleitung auf den Schildern nur auf Japanisch, sodass wir nicht genau wussten, was von uns verlangt wurde. Dennoch war es sehr schön und angenehm ruhig da. Vermutlich verirren sich eher selten Touristen in diese Gegend, das Wetter trug sein Übriges dazu bei.

Rettung in die Baustelle

Den Rückweg liefen wir über die Straße und besuchten weniger die Anlagen rechts und links. Das lag zum einen daran, dass meine Schuhe inzwischen voll Wasser gelaufen waren und langsam auseinander fielen. Zum anderen aber auch am Yamabiru, dem japanischen Bergegel. Ich hätte es nicht vermutet, aber zahlreiche dieser kleinen Viecher krabbeln auf Blättern und den Wegen herum und versuchen sich an Schuhen und Kleidung Richtung Bein hochzuziehen.

Wir bevorzugten daher den strikteren Weg zurück und kamen schlussendlich wieder relativ am Anfang am Rinnōji-Tempel an. Das Hauptgebäude, der Sanbutsu-dō wird gerade restauriert, aber gerade das war das spannende. Um das Gebäude wurde eine Halle erstellt, die wir bis zum vierten Stock begehen konnten. In den Gängen sahen wir einige der Ausstellungsstücke des Tempels, aber interessanter fand ich die Informationstafeln mit den Hintergründen zur Restaurierung, welche seit 2011 in Gange ist und noch bis 2019 dauern soll.

Nebel über dem Fluss

Nach einer kurzen Stärkung im Ramen-Shop machten wir uns wieder auf, dieses Mal am Fluss Daiya entlang, auf dessen Wasserfläche ein gespenstiger Nebel lag. Nach ca. 2 Kilometern gelangten wir zum Kanmangafuchi Abbyss, der spektakulärer klingt, als er ist. Interessanter waren da schon eher die zahlreichen Jizo-Statuen am Ufer des Flusses.

Der Kanmangafuchi Abbyss ist nicht so abgründig, wie man denkt.
Der Kanmangafuchi Abbyss ist nicht so abgründig, wie man denkt.
Zahlreiche Jizo-Statuen am Flussufer.
Zahlreiche Jizo-Statuen am Flussufer.

Inzwischen hatte es auch aufgehört zu regnen, aber da wir völlig durchnässt waren, ging es gegen 16 Uhr zurück zum Ryokan. Da ich den Tōshō-gū Schrein nicht auslassen wollte, habe ich mich kurz umgezogen, Schuhe gewechselt und bin erneut zum Schrein gespurtet, der um 17 Uhr schließt. Wenn man sich beeilt, kann man aber die ganze Tempelanlage in ca. 40 Minuten anschauen.

Interessant waren die zahlreiche Bauwerke mit ihren sehr aufwändigen Verzierungen, wie am Yōmeimon- und am Karamon-Tor zu sehen. Vor allem eine schlafende Katze, die drei Affen und ein fantasiereicher Elefant zählen zu den besonderen Schnitzereien. Dazu gibt es eine Halle (Nakiryu), in der ich einen Drachen weinen hören konnte, wenn zwei Hölzer an einer ganz besonderen Stelle zusammengeschlagen werden. Die Führung wurde zwar nur auf Japanisch angeboten, aber der Effekt wirkte auch so. Am beeindruckendsten fand ich aber die Lage des Tempels, umringt von riesigen Bäumen direkt nach dem Regen strahlte die Anlage eine schöne Ruhe aus – zumindest gegen Ende ohne die Masse an Touristen.

Elefanten an einem Haus des Tōshō-gū Schreins.
Elefanten an einem Haus des Tōshō-gū Schreins.
Das Yōmeimon-Tor ist prächtig verziert.
Das Yōmeimon-Tor ist prächtig verziert.
Die drei Affen, die nicht hören, sprechen und sehen.
Die drei Affen, die nicht hören, sprechen und sehen.
Eine schlafende Katze.
Eine schlafende Katze.
Der Schrein ist von großen Bäumen umgeben.
Der Schrein ist von großen Bäumen umgeben.

Über sieben Brücken

Zurück ging der Weg zum Ryokan am Fluss entlang, wozu ich auch einige Brücken überqueren musste. Von diesen bietet sich ein herrlicher Blick auf die Berge, die noch ganz nebelverhangen waren.

Blick auf die Nikkō umgebenden Berge.
Blick auf die Nikkō umgebenden Berge.
Die Berge am nächsten Morgen.
Die Berge am nächsten Morgen.

In der Unterkunft boten uns die Besitzer dann Karten für Lake Chūzenji an. Da die Hin- und Rückfahrt insgesamt aber 90 Minuten gedauert und wir dann nur 60 Minuten für den See gehabt hätten, mussten wir ablehnen. Dafür nahmen uns die Ryokan-Besitzer spontan Abends nach dem Essen (wieder aus dem Supermarkt) mit auf eine Glühwürmchen-Besichtigung, was sehr spannend war. Die Verabschiedung am nächsten Morgen war dann auch umso freundlicher. Das Gästehaus Sumica kann ich also nur empfehlen.

Abendessen aus dem Supermarkt.
Abendessen aus dem Supermarkt.
Auf der Suche nach den Glühwürmchen.
Auf der Suche nach den Glühwürmchen.

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