KOSMOS-Kinderspiele im McDonald's Happy Meal im August/September 2026
In Kooperation mit KOSMOS gibt es vom 20. August bis zum 23. September 2026 beim McDonald's Happy Meal einige KOSMOS-Kinderspiele in einer Art Reiseedition dazu. Nachdem wir uns die ersten zwei Spiele geholt hatten, folgten noch drei weitere, die wir teils ausgiebig gespielt haben. Getestet haben wir „EXIT Kids: Monstermäßiger Rätselspaß“, „Cascadia Junior“, „Monsterfalle“, „Ubungo! Junior“ und „Catan Junior“.
EXIT Kids: Monstermäßiger Rätselspaß (McDonald's-Edition) (KOSMOS, 2026)
Das erste Spiel war „EXIT Kids: Monstermäßiger Rätselspaß“. Die Sechsjährige kannte solche Rätselspiele eigentlich nur durch „Detecteam Kids“, was ich aber sehr langweilig fand, weil es zu offensichtlich ist, was man machen muss. „EXIT Kids“ ist da ein vollwertiges Rätselspiel, wie ich es mir vorgestellt habe.
Bei „Monstermäßiger Rätselspaß“ gibt es vier Rätselkategorien mit je vier Karten. Jede Partie muss ich eine Rätselkarte jeder Kategorie lösen und erhalte Schlüssel. Diese vier Schlüssel lege ich auf sechs verdeckte Dosen. Ziel ist es, die Dose mit den Apfelschnitten zu finden – zumindest spielen wir es so. Aber eigentlich ist das Spielziel egal, die Kinder haben einfach am Rätseln Spaß.
Die Rätselschwierigkeit ist unterschiedlich. Einige Rätsel sind sehr einfach und können auch von der Vierjährigen problemlos gelöst werden. Andere sind etwas trickreicher und da knobelt auch die Sechsjährige länger dran. Aber das ist schön, dass es für diese Altersspanne unterschiedlich anspruchsvolle Rätsel gibt. Bei den ersten Partien benötigt es dennoch zwingend einen Erwachsenen, zumindest um einmal die Regeln und Aufgaben zu erklären.
Großartig finde ich, dass das Spiel so gestaltet ist, dass die Kinder es auch alleine ohne Eltern spielen können. So spielte ich nur drei Partien mit. Und auch nach den eigentlichen vier Partien nehmen sich die Kinder das Spiel heraus und wählen einfach vier zufällige Karten zum Rätseln. Das hält natürlich nicht ewig an, weil irgendwann die Lösungen auswendig gelernt sind, aber es begeistert häufiger, als ich es von den Erwachsenen-EXIT-Spielen gewohnt bin.
Die Reise-Edition aus dem Happy Meal ist dabei gegenüber der großen Version etwas abgespeckt. Es gibt weniger Schlüssel, weniger Dosen und weniger Rätselkarten. Dennoch handelt es sich um eine vollwertige Version, die mehrfach gespielt werden kann. Mir hat es gezeigt, dass die Kinder das Spielprinzip mögen, und vielleicht gibt es eine andere Ausgabe als Geschenk zu einem kommenden Anlass. (8,0)
Wertung:
#ExitKidsMonstermäßigerRätselspaß
Cascadia Junior (McDonald's-Edition) (KOSMOS, 2026)
Das zweite Spiel im McDonald's Happy Meal war „Cascadia Junior“. Es bricht das große „Cascadia“ zu einer Kindervariante herunter.
Jede Runde wähle ich aus einer Auslage mit zwei Doppel-Hexfelder-Plättchen eines aus und lege es in meine Auslage. Die Plättchen zeigen jeweils zwei Landschaften und zwei Tiere. Grenzen drei gleiche Tiere aneinander, decke ich diese mit einem Plättchen ab und erhalte einen entsprechenden Tiermarker auf mein Tableau. Wenn alle Plättchen gelegt sind, erhalte ich pro drei bzw. sechs gleiche angrenzende Landschaften noch ein oder zwei Landschaftsmarker auf mein Tableau. Die Marker werden dann alle umgedreht und zeigen ein oder zwei Tannenzapfen. Und die Person mit den meisten Zapfen gewinnt.
„Cascadia Junior“ hat uns sehr gut gefallen. Die Sechsjährige hat es gleich zu ihrem Lieblingsspiel auserkoren und wollte es ständig mit uns spielen. Das Spielprinzip ist dabei extrem simpel und leicht verständlich. Und dennoch ist es nicht trivial, wie ich meine Plättchen lege. Am besten ist natürlich, Landschaft und Tiere passen zusammen. Aber häufig muss ich mich für das eine oder andere entscheiden.
Ich finde, das große „Cascadia“ wurde sehr gut auf eine Kindervariante heruntergebrochen. Anstelle einzelner Hex-Plättchen mit mehreren Landschaften, gibt es Doppel-Hex-Plättchen mit nur zwei Landschaften. Das ist schön übersichtlich und klar. Die Idee scheint so gut angekommen zu sein, dass die Plättchenform im neuen eigenständigen Spiel „Cascadia: Bergseen“ eingesetzt wurde.
Mein einziger Kritikpunkt ist die Zufälligkeit der Punkte. Wenn zwei Spielerinnen gleich viele Marker gesammelt haben, kann die eine per Zufall mit doppelt so vielen Punkten aus der Partie herausgehen. Dieser Zufall hilft natürlich etwas, dass auch zwei nicht gleich gute Spielerinnen (also erwachsene Vielspieler gegen Kinder) ähnlich gut abschließen können. Wobei ich zumindest bei meiner Sechsjährigen gar nicht helfen muss, wie sie ihre Plättchen legt. Diese Wertung führt eher dazu, dass jemand, der großartig spielt und mit neun Markern die Partie beendet, sich um den Sieg betrogen fühlen könnte, wenn jemand anderes mit fünf Markern den Sieg davonträgt. Das passiert nicht oft, aber es fühlt sich nicht gut an, wenn es passiert. Auch auf der Gewinnerseite nicht …
Die Happy-Meal-Edition ist vom Material natürlich etwas abgespeckt, wobei zumindest die Landschaftsplättchen aus stabiler, dünner Pappe sind. Die restlichen Marker sind etwas leichter, erfüllen aber vollkommen ihren Zweck. Ein Nachteil ist, dass die Tiermarker zum Abdecken der benutzten Tiersymbole wirklich identisch aussehen wie die Tiersymbole selbst. Sprich, man sieht teils gar nicht, dass ein Marker darauf liegt. Das hat dazu geführt, dass wir die Tiersymbole gar nicht mehr abdecken. Man sieht meist auch so, ob man drei oder sechs Tiere einer Art hat.
Ansonsten ist das vollwertige „Cascadia Junior“ gut in die kleine Schachtel verpackt worden. Es gibt etwas weniger Landschaftsplättchen (34 statt 50), sodass das Spiel etwas kürzer dauert (7 statt 10 Runden). (Tipp: Im Spiel zu dritt reichen die 34 Plättchen genau, um ebenfalls 10 Runden zu spielen, zu zweit sowieso.) Damit werden auch weniger Marker und Punkte verteilt. Und die Tierkarten wurden entfernt, sind aber auch nicht notwendig. Einzig die erweiterten Wertungsregeln, die auf der Rückseite der Tierkarten stehen, sind damit weggefallen. Diese sind aber so einfach, dass sie auch einfach so im Kopf behalten werden können. Als kleine Herausforderung nehme ich mir inzwischen nur dann Tiere, wenn ich die erweiterten Wertungsregeln erfülle, wohingegen die Kinder „normal“ spielen.
„Cascadia Junior“ hat mich anfangs sehr begeistert. Zum einen ist das Spiel selbst sehr gut, zum anderen, weil so viel Spiel in so eine kleine Schachtel gepackt wurde. Da spiele auch ich als Erwachsener gerne mit. Und auf Reisen passt die kleine Schachtel super ins Gepäck. Wegen der zufälligen Zapfenwertung bekommt es bei mir aber inzwischen ein paar Punkte Abzug, wobei ich es immer noch gerne spiele und auch vorschlagen würde. (8,0)
Wertung:
#CascadiaJunior
Monsterfalle (McDonald's-Edition) (KOSMOS, 2026)
„Monsterfalle“ wurde 2011 veröffentlicht und viele Eltern kennen es bereits. Seit 2013 gibt es eine kleine Edition als „Monsterfalle Mitbringspiel“, aber die McDonald's-Edition aus dem Happy Meal ist noch einmal kleiner.
In „Monsterfalle“ versuchen jede Runde jeweils zwei Spielerinnen im Team, die Monster verschwinden zu lassen, solange, bis Oma Frieda kommt und klingelt. Hierfür liegt auf der Mitte ein Plan des Hauses, zusammengesteckt aus 3D-Pappteilen. In der Mitte ist ein schwarzes Loch. Jede Runde spielen zwei andere, nebeneinandersitzende Spielerinnen zusammen und schnappen sich je zwei Pappbesen. Vom Ablauf her wird eine Monsterkarte aufgedeckt und die Plastikfigur „Monster im Sack“ auf das entsprechende Monster gestellt. Mit den Besen müssen beide Spielerinnen das Monster über die Wege im Haus in das schwarze Loch schieben. Die Wege sind dabei passend zu den Pappbesen farbkodiert. So darf nur die Spielerin schieben, die den richtigen Besen in der Hand hat. Fällt das Monster im Sack um oder wird ein falscher Schieber benutzt, muss von vorne begonnen werden. Landet das Monster im schwarzen Loch, wird die nächste der fünf Monsterkarten aufgedeckt.
Als Timer muss eine andere Spielerin an einer „Würfelsimulationsdrehmaschine“ ständig drehen. Diese hat fünf leere Felder und ein Oma-Symbol. Wird ein Oma-Symbol erreicht, wird ein Oma-Chip umgedreht. Wenn vier Oma-Chips umgedreht sind oder alle fünf Monster gefangen wurden, endet die Runde. Es gibt dann ein oder zwei Punkte (in Form von Katzenmarkern) je Monster, die jedes Team erhält. Wenn jeder einmal Oma Frieda – also den Timer – „gespielt“ hat, endet die Partie und es werden Punkte gezählt.
„Monsterfalle“ erinnert mich sehr an „Magic Maze“, weil es eine Bewegungseinschränkung gibt, wer die gemeinsame Spielfigur wann bewegen darf. Und so wie bei „Magic Maze“ macht mir das auch hier Spaß. Es fördert die Kooperation und auch Geduld, weil man aktiv auf jemand anderen warten muss, ehe man selbst wieder aktiv werden kann. Zurückhaltung ist Pflicht, weil sonst das Monster von vorne starten muss – worauf die anderen am Tisch schon achten werden.
Die McDonald's-Edition bildet dabei das „Monsterfalle-Mitbringspiel“ fast eins zu eins nach. Es gibt nur fünf statt sieben Monster zu fangen und Oma muss nur vier- statt fünfmal klingeln. Dafür stehen im Mitbringspiel ein Würfel bereit und das ist mein erster Kritikpunkt: Wieso wird kein Holzwürfel beigelegt, sondern so eine unhandliche und nicht-funktionale Plastik-Drehscheibe? Mit einem Würfel hat eigentlich kein Kind ein Problem. Aber diese Drehscheibe wird nicht immer richtig mit dem Finger erwischt oder bleibt an anderen Fingern hängen oder fliegt vom Tisch. Darüber hinaus ist es nicht mehr zufällig, wie lange eine Runde geht, sondern hängt auch vom Geschick der Mitspielerinnen ab. Das führte dazu, dass wir in den Runden, in denen die Vierjährige Oma Frieda bediente, sehr viel Zeit hatten und meist alle Monster ins Ziel bringen konnten. Das ist auch ein zentraler Unterschied zum großen „Monsterfalle“. Hier liegt eine Sanduhr bei und jedes Team hat gleich viel Zeit für die Monsterjagd. Das finde ich wesentlich fairer als die Zufälligkeit des Würfels oder die (unbewusste) Beeinflussbarkeit der Drehscheibe.
Der zweite große Unterschied ist der Schachtelgröße geschuldet. Im Original „Monsterfalle“ hat jede Spielerin Zugriff auf zwei Schieberegler, die über das ganze Spielfeld gehen und mit denen die Monster geschoben werden. Das erfordert eine recht gute Hand-Auge-Koordination, weil die Bewegung an einer anderen Stelle ausgeführt wird (Schieberegler am Spielfeldrand) als die daraus resultierende Aktion (Monsterbewegung auf dem Spielfeld). In den kompakten Versionen des Spiels liegen vier Pappbesen bei und das Monster wird damit verschoben. Hier habe ich zwei Probleme gesehen: Erwachsene können das viel besser und leichter steuern als Kinder. Das führte bei uns dazu, dass, wenn die beiden Kinder zusammen spielten, die Monster-Ausbeute wesentlich geringer war, als wenn ein Elternteil im Team ist. Damit hat das Elternteil einen zu großen Vorteil. Wenn beide Eltern in einem Team waren, mussten wir uns extrem stark bremsen, um nicht alle Monster zu fangen. Und solche Kinderspiele mag ich nicht so sehr.
Und dann passierte es bei uns oft, dass aufgrund von etwas viel Druck, die Wände des Labyrinths aus der Verankerung sprangen. Immer wieder mussten wir die Partien unterbrechen und die Eltern die Wände einbauen. Ein reines Spiel nur unter Kindern ist damit fast ausgeschlossen, weil sie das Labyrinth nicht mehr zusammenbauen können. Und auch das Zusammenstecken des Labyrinths zu Spielbeginn erfordert immer eine ältere Person. Dazu zeigen sich bereits jetzt Abnutzungserscheinungen an den Steckverbindungen, sodass das Spiel nicht lange überleben wird, fürchte ich.
„Monsterfalle“ in der McDonald's-Edition ist deswegen bei mir durchgefallen. Der starke Vorteil für Erwachsene wird dafür sorgen, dass es bei uns nicht oft auf den Tisch kommt. Da hätte ich eine kooperative Variante viel besser gefunden. (5,0)
Wertung:
#Monsterfalle
Ubongo! Junior (McDonald's-Edition) (KOSMOS, 2026)
Auch von „Ubongo! Junior“ (von 2012 bzw. Neuauflage von 2023) gab im Jahr 2016 ein „Ubongo! Junior Mitbringspiel“, welches 2023 neu aufgelegt wurde. Und mit dem Mitbringspiel hat die McDonald's-Edition aus dem Happy Meal mehr gemeinsam als mit dem Original „Ubongo! Junior“.
„Ubongo! Junior“ ist ein Puzzlespiel mit Polyomino-Tieren. Hiervon besitzt jeder fünf unterschiedlich geformte Tierteile einer Farbe. Dazu erhält jeder fünf Aufgabenkarten und einen Puzzleplan. Auf der Rückseite der Aufgabenkarten steht, welche zwei Tierteile für diese Runde benötigt werden. Gleichzeitig drehen alle ihre Aufgabenkarte um, welche die finale Form zeigt, welche die zwei Tierteile einnehmen müssen. Wer die Aufgabe gelöst hat, ruft „Ubongo!“. Die Runde endet, wenn alle bis auf die letzte Person ihr Puzzle gelöst haben. Die erste Spielerin erhält dann zwei Punkte, alle anderen – bis auf die letzte Person, die es nicht geschafft hat – einen Punkt. Nach fünf Runden endet die Partie.
Zum Vergleich der Versionen: Das „Ubongo! Junior Mitbringspiel“ hat ein paar mehr Aufgaben und Tierteile. So gibt es acht Tierteile pro Spielerin anstatt nur fünf. Und anstelle von fünf Aufgabenkarten gibt es acht Aufgabenkarten pro Farbe, die doppelseitig bedruckt sind – mit einer leichten und einer schweren Seite. Ansonsten spielen sich diese beiden Varianten aber recht identisch. Das große „Ubongo! Junior“ dagegen hat neun Tierteile und 50 doppelseitige Aufgabenkarten. Und anstelle der Karten als Gewinn gibt es Edelsteine aus einem Beutel.
Der wichtigste Unterschied zwischen „Ubongo! Junior“ und dem Mitbringspiel/McDonald's-Edition ist die Zeit. Im großen Spiel liegt eine Sanduhr bei und jede Spielerin muss in dieser Zeit ihre Aufgabe lösen. Selbst als letzte erhalte ich dann immer noch einen Edelstein/Punkt. Durch die Änderung, dass das Spiel aufhört, wenn die vorletzte Spielerin fertig ist, entsteht ein wesentlich größerer Wettbewerbscharakter zwischen den Spielerinnen.
Das ist auch einer meiner Kritikpunkte: Das Spiel hängt stark vom räumlichen Vorstellungsvermögen der Spielerinnen ab. Konkret kann ich nicht „normal“ gegen meine Sechs- und Vierjährige spielen, weil ich dann immer Erster wäre. Vor allem im Spiel zu zweit bedeutet das, dass ich alle Punkte erhalten würde und das Kind nichts. Natürlich ist das eine Frage der Übung. Und so, wie die Sechsjährige heute in „Dobble“ mit mir auf Augenhöhe liegt (zumindest noch, bald wird sie mich überholt haben), wird sie auch in „Ubongo! Junior“ besser werden. Aber dann wird es wieder kein gutes Spiel für sie und ihre Freundinnen sein, weil sie einen zu großen Vorteil hat.
Davon abgesehen bin ich begeistert, dass „Ubongo! Junior“ – wenn man den Zeitfaktor komplett ausblendet – mit beiden Kindern gut spielbar ist. Es ist ab 5 Jahren ausgewiesen, ich war aber unsicher, ob das stimmt. Aber auch die Vierjährige schafft es, durch Drehen und Versuchen die Teile irgendwann eigenständig richtig anzuordnen, was ich sehr schön fand. Inzwischen spielen beide Kinder es sogar eigenständig miteinander und helfen sich, wenn es einmal nicht klappt mit dem Puzzeln.
Unklar ist mir noch die Verteilung der Aufgabenkarten. So gibt es fünf rote, sechs grüne, sechs blaue und sieben gelbe Aufgabenkarten. Das entspricht den 24 aus der Anleitung, aber wieso die Anzahl unterschiedlich ist, ist nicht erklärt. Ebenso kann ich nur vermuten, dass ich bei den Farben, die mehr haben, fünf zufällige Aufgaben für eine Partie nutzen soll. Interessant fand ich etwas, worauf mich die Sechsjährige aufmerksam machte: „Wieso gibt es eigentlich eine rote Schlange?“ Typische Antwort: „Weil die bei den Aufgaben benutzt wird.“ Wird sie aber nicht, wie sie – und dann auch ich – feststellte. Keine der roten Aufgabenkarten benötigt die Schlange, sodass rot mit nur vier Tierteilen auskommen würde. Auf Nachfrage bei KOSMOS handelt es sich um einen Druckfehler und die Schlange wurde schlicht auf den Aufgabenkarten vergessen. Dennoch ist „Ubongo! Junior“ in der Happy-Meal-Edition ohne Einschränkungen spielbar.
„Ubongo! Junior“ ist ein schönes Spiel als Zeitvertreib. Bis wir das aber als echtes Spiel auf Zeit mit Punkten spielen, wird es wohl noch etwas dauern bzw. weiß ich nicht, ob das überhaupt irgendwann der Fall sein wird. Dafür ist es schön, dass die Kinder es auch alleine ohne Erwachsene spielen können. (6,5)
Wertung:
#UbungoJunior
Catan Junior (McDonald's-Edition) (KOSMOS, 2026)
Mit „Catan“ (bzw. „Siedler von Catan“) habe ich ein langes Verhältnis. Ich weiß nicht, ob ich das Brettspiel je besaß, aber zumindest habe ich erst kürzlich die „Siedler von Catan“-Brettspiel-PC-Umsetzung verkauft. Und unter Linux habe ich um 2006 herum das inoffizielle Derivat „Pioneers“ sehr häufig mit Freunden im Netz gespielt. Inzwischen bin ich „Catan“ aber spieltechnisch entwachsen und versuche, jede Partie zu vermeiden. Ich mag vor allem den Handelsaspekt nicht im Spiel, weil ich zu rational herangehe und jeden Handel als Nachteil für mich empfinde. Meist kommen die Handel in meinen Partien gar nicht zustande. Gleichzeitig fehlt dem Spiel dann aber etwas und es macht es zu langweilig für mich. Da bin ich dann wohl eher Team „Carcassonne“.
Jetzt gab es im Happy-Meal von McDonald's aber auch „Catan Junior“. Und so wurde das gekauft und gespielt. Interessant fand ich dabei die Entwicklungsgeschichte von „Catan Junior“. 2003 startete es mit „Die Kinder von Catan“, was mit der Junior-Version aber wenig zu tun hat. 2007 folgte „Die Siedler von Catan Junior“, was an das heutige „Catan Junior“ erinnert. Dann folgte die Umbenennung in „Catan“ mit einer englischen Version „Catan: Junior“ in 2012 und letztlich das heutige „Catan Junior“ von 2014 bzw. 2022. Und natürlich gab es zwischendurch aus dem Jahr 2019 ein „Catan Junior Mitbringspiel“, auf dem diese McDonald's-Edition basiert.
In „Catan Junior“ wollen die zwei bis drei Spielerinnen zuerst ihre zwei oder drei Piratenlager bauen, bevor sie als Erste die Piratenfestung fertigstellen dürfen. Hierzu gibt es auf einer Insel Hexfelder mit Ressourcen (Schaf, Holz, Ananas und Fernglas) und einer Zahl von 1 bis 5. In meinem Zug würfel ich bzw. drehe ein Drehrad. Bei einer 1 bis 5 erhält jeder mit einem Piratenlager an einem Hexfeld mit dieser Zahl die zugehörige Ressource. Danach bewege ich ein Piratenschiff im Uhrzeigersinn am Rande der Insel um genau diese Zahl. Das Schiff grenzt immer an zwei oder drei Hexfelder, wovon ich mir eine Ressource nehmen darf. Wichtig: Mehr als drei Ressourcen einer Art darf ich nie besitzen, ein Überschuss verfällt. Danach kann ich mit den gesammelten Ressourcen bauen: entweder das Piratenlager an einem freien Steg des Schiffes. Oder die Festung, wenn ich alle Piratenlager schon gesetzt habe. Alternativ kann ich für ein Holz und ein Schaf die Unterstützung von Coco holen und ziehe einen der drei verdeckten Coco-Marker. Dieser gibt mir entweder zwei Ressourcen oder ich darf das Schiff an einer beliebigen Stelle platzieren oder ich darf den Pirat Käpt'n Klau versetzen. Das darf ich auch, wenn ich eine 6 würfle/drehe. Ich versetze den Piraten auf ein anderes, freies Hexfeld und erhalte zwei Ressourcen dieser Art. Zusätzlich blockiert Käpt'n Klau das Feld, sodass es dort keine Ressourcen mehr zu holen gibt, solange der Pirat dort steht. Sobald jemand die Festung baut, endet die Partie sofort.
Die „Catan Junior“-McDonald's-Edition kann man getrost als abgespeckte Version des „Catan Junior Mitbringspiels“ bezeichnen. Alles wurde ein bisschen reduziert. Allen voran die Spielerzahl: Am Siedlerwettstreit aus dem Happy Meal können nur genau zwei oder drei Spielerinnen teilnehmen. Nummer 4 wurde wegrationalisiert. Das Pappmaterial ist natürlich etwas dünner, erfüllt aber vollkommen seinen Zweck. Statt zweimal drei Coco-Karten gibt es nur drei Coco-Marker, die aber genau die gleichen Fähigkeiten wie die Karten besitzen.
Vom Material her gab es aber zwei Änderungen gegenüber dem Mitbringspiel, die mich gestört haben. Zum einen liegt kein Würfel bei, sondern eine umständliche Drehscheibe (wie schon bei „Monsterfalle“ oben). Zum einen ist die Scheibe umständlicher benutzbar als ein Würfel. Manchmal trifft man nicht richtig oder die Drehscheibe bleibt am Finger hängen. Sehr oft landete der Drehscheibenpfeil genau auf dem Strich zwischen zwei Zahlen und es musste neu gedreht werden. Zum anderen ist die Drehscheibe manipulierbar. Bei einem Würfel habe ich das Gefühl, dass das Ergebnis gottgegeben ist – also von Fortuna natürlich – und Kinder dies akzeptieren. Bei der Drehscheibe wird schon eher mal getrickst oder argumentiert, wieso der aktuelle „Wurf“ gültig ist oder gerade nicht. Die zweite Änderung betrifft Piratenschiff und Käpt'n Klau. Ich vermute, dass aus Kostengründen drei simplere Formen benutzt wurden. Aber mussten diese so groß sein, dass sie die Sicht auf die Felder versperren? Immer wieder mussten wir die Figuren hochheben oder umständlich drumherum schauen, um die Zahlen auf den Feldern zu erkennen. Auch hier hätten es (wesentlich) kleinere Holzmarker auch getan. Das ist in meinen Augen ein unnötiges Störelement im Spiel, was gar nicht notwendig gewesen wäre.
Von den Regeln her handelt es sich aber ansonsten eins zu eins um das „Catan Junior Mitbringspiel“ ohne Abstriche. Und wie gefällt es mir? Ähm … Großer Pluspunkt zuerst: Es gibt keinen Handel zwischen den Spielerinnen, sondern nur den 2:1-Tausch, wobei zwei beliebige Waren getauscht werden dürfen. Gefallen hat mir anfangs auch, dass ich sowohl über den Würfel als auch über das Schiff Ressourcen erhalte. Das schafft viele Möglichkeiten. Es nimmt andererseits aber auch Zwänge. Ich weiß, dass es ein Kinderspiel ist. Aber ein Kinderspiel, in dem ich fast alles machen kann, was ich will, ist auch etwas langweilig. Immerhin gibt es eine Beschränkung der Bauplätze, sodass man sich auch zu zweit schon gut mit den Piratenlagern in die Quere kommt.
Als problematisch empfinde ich das „Runaway Leader“-Problem. Wenn ich aufgrund des Zufalls an mehr Ressourcen komme, kann ich früher bauen, erhalte dadurch häufiger Ressourcen, kann noch mehr bauen und am Ende steht die Festung. Im großen „Catan“ war es so, dass eine führende Spielerin boykottiert wurde und sie sich alles selbst erarbeiten musste. Die anderen Spielerinnen haben dann unter sich gehandelt, um aufzuholen. Das fehlt hier. Erneut: Es ist ein Kinderspiel! Aber sehr oft war schon vorzeitig klar, wer die Partie gewinnt. (Hinweis: Ich war es nie!) Und auch das ist in einem Kinderspiel langweilig.
Mir haben sich auch die Coco-Marker bis auf eine Ausnahme nicht ganz erschlossen. Im Gegensatz zum Mitbringspiel mit seinen sechs Markern, die nach und nach gezogen werden, wird in der McDonald's-Edition ein zufälliger Marker gezogen, ausgeführt und dann werden alle drei Marker erneut gemischt. Es ist also großer Zufall, was ich erhalte. In vielen Fällen haben wir zwei Ressourcen (Holz und Schaf) gegen zwei andere Ressourcen (durch „Dies und Das“ oder Käpt'n Klau) getauscht. Das war manchmal hilfreich, wenn ich damit ein Piratenlager bauen konnte. Ebenso hilfreich war es an einer Stelle, als ich das Schiff bewegen durfte und so an einen der letzten freien Bauplätze gekommen bin. Aber das ist alles sehr situativ und wurde bei uns nur sehr selten genutzt.
Hier fällt mir auch gerade noch ein Unterschied auf: In „Catan Junior“ und im Mitbringspiel gibt es die Ressourcen Schaf, Ananas, Holz und Säbel. Der Säbel wurde in dieser Version durch ein Fernglas ersetzt. Hier würden mich die Hintergründe für diese Entscheidung interessieren. Ansonsten fand ich es witzig, dass die Wolle aus „Catan“ bei „Catan Junior“ in ein „Schaf“ geändert wurde, weil sowieso jeder nur gesagt hat: „Ich biete 2 Holz für 1 Schaf.“ Auf der anderen Seite ist es thematisch dennoch etwas seltsam, dass Rohmaterial und fertige Produkte bei den Ressourcen so stark gemischt werden. Das nimmt für mich etwas die Immersion und macht das Spiel abstrakter, als es sein müsste.
In Summe bleibt aber ein eher positives Spielerlebnis zurück. Es macht den Kindern Spaß. Aufgrund eines kleinen Entscheidungsspielraums (eigentlich nur, wohin ich den Piraten stelle, wenn ich eine Sechs würfle, und ob ich einen Coco-Marker nutzen will) kann auch die Vierjährige (ggf. mit etwas Unterstützung durch die Sechsjährige oder die Eltern) schon mitspielen. Es ist ein schönes Wettrennen, bei dem ich gerne mal die eine oder andere Partie mitspiele. Ich gebe zu, dass ich jetzt das große „Catan Junior“ gerne einmal spielen würde, weil es mehr in Richtung des Originals geht, mit Dörfern und Straßen bzw. Piratenlagern und Schiffen. Mal schauen, ob sich das irgendwann ergibt. (7,0)
Wertung:
#CatanJunior











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