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Die erste Woche nach dem Edge

Vor einer Woche kündigte Canonical das Ubuntu Edge an – ein High-End-Smartphone, was im Mai 2014 mithilfe der Crowdfunding-Plattform Indiegogo veröffentlicht werden soll. In der Woche ist viel passiert.

7 Millionen und mehr

7 Millionen nach 7 Tagen, aber die Kurve flacht ab.

7 Millionen nach 7 Tagen, aber die Kurve flacht ab.

In einer Woche konnte die Kampagne auf Indiegogo 7 Millionen US-Dollar einnehmen, die von etwas mehr als 12000 Unterstützern gezahlt wurden. Das ist eine ganze Menge Geld und auch wenn man noch nicht den aktuellen Crowdfunding-Rekord gebrochen hat, ist Canonical auf einem guten Weg.

Die Frage ist aber, ob das Ziel von 32 Millionen US-Dollar erreicht werden kann. Schaut man sich die Einnahmen auf der Seite Ubuntu Edge Chart an, sieht man dass die Spendenkurve nach einem rasanten Anstieg ebenso rasch abflacht. Brauchte man für die ersten sechs Millionen nur etwas mehr als drei Tage, ist nach weiteren vier Tagen nur noch eine weitere Million dazugekommen.

Ob die 32 Millionen eingenommen werden können, wird sich erst in 24 Tagen zeigen, wenn die Aktion beendet ist.

Preisstaffelung

Nachdem das Smartphone die ersten 24 Stunden für nur 600 US-Dollar erstanden werden konnte und auch nur 5000 Stück verfügbar waren, blieb den restlichen Käufern erst einmal nicht anderes übrig als den Perk für 830 US-Dollar zu wählen. Canonical legte aber nach und staffelte die Perks in 50-Dollar-Schritten, sodass neben 625 US-Dollar auch 675 USD, 725 USD und 775 USD gezahlt werden konnte. Von diesen vier Angeboten ist aber nur noch das für 775 US-Dollar verfügbar. Deswegen hat Canonical das Angebot erweitert und bietet nun auch Perks für 780 und 790 US-Dollar an. Weitere, kleinere Perks sind laut Canonicals Community-Manager Jono Bacon auf dem Weg.

Um die Unterstützung weiter anzukurbeln, hat Jono Bacon in seinem Blog zu einem „Ubuntu Edge Referral Contest“ aufgerufen. Wer Geld auf Indiegogo gespendet hat und den Link zur Kampagne über soziale Medien weiterverbreitet und dadurch Klicks generiert, kann am Ende ein personalisiertes Ubuntu Egde mit seinem eingravierten Namen gewinnen.

Michael Hall weist aber noch einmal darauf hin, was die Crowdfuncing-Kampagne ist und was nicht. So beruht sie nicht auf Gemeinnützigkeit von Canonical, auf der anderen Seite wird die Firma damit auch keinen Gewinn erzielen. In Halls Augen ist das ganze ein Abenteuer, weil noch niemand zuvor ein High-End-Smartphone mit neuer Technik per Crowdfunding finanzieren wollte.

Jane Silber und Mark Shuttleworth zum Edge

Canonicals CEO (Chief Executive Office) Jane Silber freute sich natürlich auch über den Erfolg der ersten 24 Stunden, wie sie in einem kurzen Video mitteilt. Gleichzeitig machte sie auch noch in einem Interview für CNBC Werbung für das Ubuntu Edge.

Auch Mark Shuttleworth stand bei Reddits „Ask me Anything“ zur Verfügung und gab Auskunft über das Ubuntu-Smartphone. Wenn man das Interview liest, sieht man, dass Shuttleworth bereits an zukünftige Edge-Generationen denkt. Er erhofft sich, dass neue Technologien in zukünftige Produkte einfließen und die Community mit entscheidet, was in dem Smartphone verbaut wird.

Ubuntu Edge zum „Anfassen“

Das virtuelle Ubuntu Edge.

Das virtuelle Ubuntu Edge.

Da es bisher erst drei Plastik-Prototypen des Ubuntu Edge gibt, freut es den einen oder anderen vielleicht, dass man auf Sketchfab nun ein virtuelles Ubuntu Edge zum Spielen findet. Man kann das Gerät drehen, zoomen und verschieben – aber leider keine Tasten drücken oder Gesten ausführen.

Wer mehr Interesse am Designprozess des Ubuntu Edge hat, findet im Design-Blog von Canonical erste Infos. Designer Chee Wong stellt ganz grob den Ablauf von den ersten Ideen, über die Konzeptzeichnungen bis hin zu realen 3-D-Modell vor.

Konvergenz von Smartphone und Desktop

Canonicals Vizepräsident für „Phone and Hyperscale Delivery“ Victor Palau zeigt in seinem Blog in einem Video, wie die Verschmelzung des Smartphones mit dem Desktop aussehen kann. Da es sich um eine frühe Beta-Version handelt, ist die Performance aber noch nicht so berauschend.

Mit Ubuntu for Android arbeitet Palau bereits seit zwei Monaten auf seinem Nexus-4-Smartphone. Über dieses Gerät kann er ein komplettes Ubuntu auf einem großen Bildschirm steuern. Maus- und Keyboardsteuerung werden dabei über die Touch-Oberfläche des Smartphones geregelt.

Links

Brich aus mit PRISM Break

Das schöne Wortspiel PRISM Break (abgeleitet von „Prison Break“, also Gefängnisausbruch) hat sich die gleichnamige Seite zu Eigen gemacht, um die Überwachungsprogramme PRISM und auch Tempora des US-amerikanischen bzw. britischen Geheimdienstes zu kontern. Dank Edward Snowden weiß die Welt nun, was die USA tut und die Webseite zeigt, wie man so etwas in Zukunft eindämmen kann, wenn einem die eigenen Daten irgendetwas wert sind.

In 24 Sprachen übersetzt (auch Deutsch) bietet die Seite einen sehr guten Überblick über Betriebssysteme, Handy-Systeme (wie Android und iOS), Browser, E-Mail-Clients, Websuchen, Kartendienste, Instant-Messaging, Soziale Netzwerke und mehr. Dabei wird nicht nur einfach proprietär (das heißt mit geschlossenem Quellcode, sodass niemand hineinschauen kann, ob das Programm eine Hintertür für Geheimdienste lässt) gegen Open Source gestellt, sondern vor allem US-amerikanische Dienste werden als schlecht eingestuft, da diese von Gesetz wegen verpflichtet sind, ihre Daten an die US-Behörde zu geben, wenn es notwendig erscheint. Sehr schön sind auch die Begründungen, wieso einige Programme und Dienste nicht auf die Liste mit aufgenommen wurden.

Demzufolge fallen auch alle Google-Dienste durch, was ich auch absolut verstehen kann. Nicht nur, dass Google selbst meine Daten sammelt, sie werden eben auch an die NSA weitergegeben, wenn es erforderlich ist. Vor allem bei den Suchmaschinen gibt es sehr gute Alternative mit DuckDuckGo oder IxQuick. Aber auch für andere Dienste nutze ich kein Google. Als Online-Karte nutze ich natürlich OpenStreetMap und als Routing-Service OpenRouteService, die wesentlich detaillierte und genauere Daten haben als Google Maps. Der Nutzerbeteiligung sei Dank. Insgesamt nutze ich von der Auflistung nur PayPal als proprietären Dienst, weil er derzeit die einfachste Möglichkeit ist, etwas im Ausland digital zu kaufen (z.B. bei Bandcamp oder Humble Bundle).

Interessant ist, dass unter Betriebssystem die Linux-Distribution Ubuntu nicht vertreten ist. Als Grund wird genannt, dass Ubuntu Daten an Dritte sendet. Das ist natürlich korrekt, aber auch sehr vereinfacht dargestellt. Es sind nicht Dritte, sondern nur ein Dienst – nämlich Die Daten gehen dabei zuerst Canonical und danach weiter an Amazon (zumindest noch). Auch wenn man das Senden der Daten ausschalten kann, ist es standardmäßig eingeschaltet, wodurch ich den Ausschluss verstehe und unterstütze. Dann hätte man aber ein Ubuntu ohne Unity empfehlen können wie Ubuntu GNOME, Kubuntu, Xubuntu, Lubuntu etc. Aber Debian, Fedora und Linux Mint (Debian Edittion) reichen ja auch als Alternative, um vor allem Windows-Nutzer auf Linux aufmerksam zu machen.

via Lawblog

Wochenrückblick KW 31

Der Wochenrückblick lässt das Geschehen der vergangenen Woche rund um Ubuntu, Linux und Open Source Revue passieren.

Top-Nachricht

Ubuntu Edge

Über Canonicals Crowdfunding-Idee wurde auch in Ikhaya berichtet. Das High-End-Smartphone namens Ubuntu Edge soll nach der Finanzierung mit stolzen 32 Millionen US-Dollar bis Mitte 2014 veröffentlicht werden. Nach einer Woche liegt die Indiegogo-Kampagne bei ca. 7 Millionen US-Dollar. Auch Canonicals CEO Jane Silber freut sich über den Erfolg der ersten Tage und pries das Gerät sogar beim Nachrichtensender CNBC an. Eine Vorschau auf die Konvergenz des Smartphones mit dem Desktop zeigt Victor Palau, Vizepräsident für Phone and Hyperscale Delivery bei Canonical, in seinem Blog. Mittels Ubuntu for Android auf seinem Nexus-4-Smartphone arbeitet er bereits seit mehreren Monaten kann er ein komplettes Ubuntu auf einem großen Bildschirm steuern. Maus- und Keyboardsteuerung werden dabei über die Touch-Oberfläche des Smartphones geregelt.

Rund um Ubuntu

Neues von Saucy Salamander

Von Ubuntus kommender Version 13.10 „Saucy Salamander“ ist die zweite Alpha-Version erschienen. Dabei wurden Images für Kubuntu (mit KDE), Lubuntu (mit LXDE), Ubuntu GNOME, Xubuntu (mit Xfce) und UbuntuKylin (für chinesische Nutzer) bereitgestellt. Von Ubuntu mit Unity-Oberfläche gibt es wie üblich

Full Circle Magazine 75 erschienen

Gestern ist die neue Ausgabe des englischsprachigen Magazins Full Circle Magazine erschienen. Themen der 75. Ausgabe sind unter anderem

  • MIME-Typen
  • Python-Programmierung – Teil 45
  • Libre Office – Teil 28: Draw
  • Google Tasks, Kommandozeile & Conky
  • GIMP-Tutorial – Fotos restaurieren
  • Inkscape-Tutorial – Teil 15
  • Linux Lab: Netgear N300 Wireless Router
  • Review: OUYA Console
  • Vergleich: Musik-Player
  • Ubuntu Games: Euro Truck Simulator 2
  • News, Leserbriefe und mehr

Links: Webseite, Forum und Wiki

Interessant finde ich das Review der OUYA. Im Text steht eigentlich, dass das Ding für einen normalsterblichen Gamer wenig bringt. Dann aber 4 von 5 Sternen vergeben ist da etwas seltsam.

Juju Charm Championship bietet zehntausend US-Dollar Preisgeld

Canonical, die Firma hinter Ubuntu, hat Anfang Juli zum Juju Charm Championship aufgerufen. Ubuntu-Entwickler sind aufgefordert sogenannte Charms zu schreiben und einzureichen. Wer das innovativste Projekt in einer Kategorie abliefert, kann 10000 US-Dollar gewinnen und ggf. sogar einen Vertrag mit Canonical ergattern.

Juju und Charm

Die Begriffe Juju und Charm reihen sich gleich hinter dem Begriff Cloud ein, was die Verständlichkeit angeht – schließlich sind sie auch miteinander verwandt. Bei Ask Ubuntu kann man nachlesen, was es mit beiden Begriffen auf sich hat.

Juju ist ein Werkzeug, um mehrere Dienste bzw. Anwendungen zu koordinieren und aufeinander abzustimmen. Die Konzentration des Tools liegt dabei vor allem auf Cloud-Diensten, an denen auch verschiedene Autoren mitmachen können. Beispielsweise kann man sich auf einem Server Musik-Dienste vorstellen, die dafür sorgen, dass die Daten automatisch synchronisiert werden.

Unter einem Charm versteht man das Regelwerk, wie die Dienste sich verhalten soll. So kann man beispielsweise einer Anwendung sagen, dass sie auf eine Datenbank warten muss, um etwas von dort anzufordern. Da Juju vor allem für Cloud-Dienste ausgelegt ist, sind die Charms darauf ausgelegt zu skalieren. Das heißt wenn sich das Mengengerüst unter der Anwendungen verändert (mehrere Rechner werden zum Beispiel zusammengeschaltet), soll sich auch die Anwendung darauf einstellen und entsprechend (positiv) verhalten.

Eine gute Einführung in das Schreiben eines skalierbaren Charms gibt es im Blog von Dustin Kirkland, Canonicals Cloud Solutions Product Manager.

Der Wettbewerb

Der von Canonical ausgeschriebene Wettbewerb richtet sich an Ubuntu-Entwickler, die mit Juju Charms schreiben sollen. Hierfür werden zahlreiche Charms von Canonical zur Verfügung gestellt oder man schreibt sich seine eigenen, um verschiedenen Dienste (sei es nun für Texte, Musik, Bilder oder Daten im allgemeinen) miteinander zu verbinden. Wie man mit Juju anfängt, kann man der Dokumentation entnehmen.

Es werden jeweils 10000 US-Dollar an den ersten Platz der drei Kategorien vergeben:

Beiträge können noch bis zum 1. Oktober 2013 eingereicht werden.

Links

Wird Ubuntu Edge es schaffen?

Was ist Ubuntu Edge?

Die Ubuntu-Webseite zeigt es inzwischen groß an: Ubuntu Edge soll das Technikwunder heißen, auf dem Ubuntu läuft. Wie man der YouTube-Ankündigung von Mark Shuttleworth entnehmen kann, will man sich bei Canonical auf die Community verlassen und das Smartphone mittels Crowdfunding finanzieren. Hierfür wurde auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo am Montag der Startschuss gegeben, sodass die Backer Ubuntu Edge unterstützen können.

Die Preisspanne der Perks (so heißen die einzelne Punkte bei Indiegogo) ist dabei gewaltig. Mit 20 US-Dollar wird man einfach nur auf der Webseite als Sponsor erwähnt. Für 675 bis 830 US-Dollar (ca. 510 bis 630 Euro) erhält man voraussichtlich im Mai 2014 ein eigenes Ubuntu Edge. Für 1400 US-Dollar gibt es gleich zwei Edges. Wer Mark Shuttleworth treffen und mit den Edge-Entwicklern sprechen will, ist für 10.000 US-Dollar dabei. Ein Smartphone gibt es bei dem Preis natürlich auch dazu. Der letzte Perk mit 80.000 US-Dollar richtet sich an Unternehmen, die als Gegenleistung 100 Ubuntu-Egde-Smartphones sowie 30 Tage Online-Support erhalten.

Als Bonus-Perk gab es in den ersten 24 Stunden eines der ersten Ubuntu-Edge-Phones zum vergünstigten Preis von 600 US-Dollar (ca. 455 Euro). Das Angebot war auf 5000 Stück begrenzt und schnell verkauft. Man sollte nicht vergessen, dass bei dem Erwerb eines Smartphones in Deutschland noch einmal 30 US-Dollar Versandkosten anfallen. Inzwischen gibt es dafür sogar einen eigenen Perk.

Die Indiegogo-Kampagne läuft noch 31 Tage. In dieser Zeit will man stolze 32 Millionen US-Dollar an Unterstützung gesammelt haben, damit das Projekt finanziert wird.

(Text „geklaut“ von Ikhaya … Ehe jemand meckert: Den habe ich bei Ikhaya geschrieben!)

Wie realistisch ist das Ziel?

32 Millionen in 31 Tagen zu sammeln ist sehr ambitioniert. Würde Canonical das Ziel erreichen, wäre das wohl ein neuer Rekord des Crowdfunding-Geschäftsmodells. Bereits jetzt hat das Ubuntu Edge aber so viel Aufmerksamkeit in der Presse und bei den Leuten erhalten, dass sich die Aktion gelohnt hat.

In meinen Augen wird es aber schwer werden, die 32 Millionen zu erreichen. Sicherlich wurden nach einem Tag schon 3 Millionen eingenommen, aber nach 5 Tagen sind es nur weitere 3 Millionen. Sprich, das Interesse wird immer weiter abflauen, was vollkommen normal ist. Wenn die Kampagne die Hälfte des Geldes einsammelt, wäre das ein guter Schnitt, denke ich.

Ggf. will Canonical aber das Ziel gar nicht erreichen oder ist zumindest nicht traurig, wenn es nicht erreicht wird. Als Marketing-Gag war es erfolgreich und vor allem sind anderer Smartphone-Hersteller nun auf Ubuntu Touch, die Software auf dem Mobilgerät, die Canonical gerade entwickelt, aufmerksam geworden. Man könnte sogar gerüchterweise annehmen, dass die Messlatte mit Absicht so hoch gelegt wurde, um das Ziel gerade nicht zu erreichen. Aber das wäre eine böse Unterstellung.

Meine Meinung zu der Aktion

Crowdfunding stehe ich teilweise skeptisch gegenüber. Ich habe selbst schon Projekte unterstützt, wo ich denke, dass es diese wert waren. Manchmal ist die Gegenleistung, die man als Backer erhält, aber in keiner Relation mehr zur eigentlichen Unterstützung (in Form von Geld) zu sehen. Zusätzlich „kauft“ man die Katze im Sack. Die Ouya hat gezeigt, wie man Interesse erzeugen kann, um dann bei den Backern eher enttäuschend anzukommen. Gleiches könnte beim Ubuntu Edge der Fall sein.

Für mich selbst ist das Gerät aber aufgrund des Preises nicht attraktiv. Weit über 500 Euro kostet ein Gerät, dass ich selbst nur ein oder zweimal pro Tag aus der Tasche ziehe. Die Leistung ist viel zu hoch für etwas, was ich zum Telefonieren, SMSen und Musik hören brauche. Konkret: Ich bin die falsche Zielgruppe! Da warte ich lieber darauf, dass Ubuntu Touch auf einem „normalen“ Smartphone erscheint.

Oder ich kaufe mir ein Geeksphone Keon+ mit Firefox OS, welches mich nur 150 Euro kostet. Zusätzlich kommt im Herbst auch das Alcatel One Touch Fire auf den deutschen Markt, was ebenfalls eine Alternative wäre. Preislich sind beide Modell für mich wesentlich interessanter als das Edge.

Ich denke also nicht, dass Ubuntu Edge es ans Tageslicht schaffen wird, zumindest nicht durch diese Crowdfunding-Aktion. Dennoch drücke ich Canonical die Daumen, dass sie es doch noch schaffen und die Backer etwas erhalten. Es würde den Markt zumindest weiter beleben.

Ubuntu Touch SDK als Betaversion veröffentlicht

Das Ubuntu-Entwickler-Team hat Mitte dieser Woche die Ubuntu SDK Beta veröffentlicht. Dabei handelt es sich um eine Sammlung von Schnittstellen zur Programmierung von Mobilapplikation unter Ubuntu Touch.

Die Betaversion des Ubuntu Touch SDK (SDK steht für Software Development Kit) soll es App-Entwicklern ermöglichen, schnell und einfach Anwendungen für kommende Smartphones mit Ubuntu-Touch-Betriebssystem zu entwickeln. Das SDK enthält dafür zahlreiche APIs (Application Programming Interface) und Werkzeuge, um den Code zu schreiben, zu testen und zu verteilen.

Neue Funktionen

Mit dem Cordova Ubuntu HTML5 App Template können Entwickler in HMTL5, JavaScript und CSS Anwendungen schreiben, um auf die Software und Hardware des Smartphones (z.B. die Kamera oder die GPS-Daten) zugreifen zu können. Hierfür wird die Cordova API von Apache benutzt. In einem Tutorial wird gezeigt, wie man damit einen QR-Code-Scanner in HTML5 entwickelt.

Das Ubuntu SDK HTML5 Theme bietet Stylesheets und JavaScript-Code, um Anwendungen in HTML5 so zu gestalten, dass sie sich nicht wie ein Fremdkörper auf dem System anfühlen. Das Layout der Applikation fügt sich damit nahtlos in das Gesamtsystem ein. Zusätzlich ist es möglich, dass sich das Layout einer Anwendung variabler verhält. Je nachdem ob man das Smartphone hoch oder quer hält oder ob es sich um ein Tablet oder Desktop-System handelt.

Das Click-Paketformat für Ubuntu Apps kann zudem in einer ersten Vorschauversion getestet werden. Mit einem einfach Klick soll die Anwendungen gepackt und dann verteilt werden können.

Zur Datensynchronisation über Gerätegrenzen hinweg, gibt es nun ein U1DB-Integration, d.h. die Anbindung einer Datenbank an Ubuntu One. Ubuntu One ist Canonicals Filehosting-Dienst, bei dem man seine digitalen Daten lagern kann.

Die weiteren Neuerungen findet man in der ausführlichen Meldung.

Links

GitHub hilft bei der Auswahl von Open-Source-Lizenzen

Wer Projekte bei GitHub einstellt, akzeptiert die dort geltenden allgemeinen Geschäftsbedingungen. Diese sehen aber nicht vor, dass man seinen Code unter eine bestimmte Open-Source-Lizenz stellt. Dies möchte GitHub ändern.

Forken proprietärer Programme

GitHub ist eine Plattform, bei der Entwickler ihren Programmcode lagern und pflegen können. Darüber hinaus kann man entscheiden, den Code auch für andere zugänglich machen. Über die „Terms of Service“ (ToS) ist geregelt, dass jeder GitHub-Besucher den gehosteten Code anschauen und vor allem ableiten (das heißt verändern) kann.

Das Problem ist, dass GitHub-Projekte nicht gezwungen sind, ihren Code unter eine Open-Source-Lizenz zu stellen. Daraus ergibt sich das Problem, dass viele GitHub-Nutzer gar keine Lizenz wählen und somit das normale Urheberrecht (Copyright) wirkt. Im Endeffekt wird ein Programm damit proprietär.

Das Dilemma ist nun, dass man nach den ToS zwar den Code ableiten darf, aber ohne Open-Source-Lizenz diesen nicht weiterverbreiten kann.

Wählt eine Open-Source-Lizenz

Webseite ChooseALicense.com

Webseite ChooseALicense.com

Als Lösung haben sich die GitHub-Entwickler die Seite ChooseALicense.com ausgedacht. Auf der Startseite findet man sofort den Einstieg, wenn man seinen Code unter eine Open-Source-Lizenz stellen will.

Wer es einfach und freizügig mag, wird auf die die MIT License verwiesen. Ähnlich wie die MIT License ist die Apache License aufgebaut, die zusätzlich vor Patentrechten schützt. Wer dagegen seinen Code bzw. Änderungen daran immer verteilt sehen will, wird auf die GNU General Public License verwiesen.

Wem das nicht ausreicht, findet auf der Lizenzseite einen guten Überblick über verschiedene Open-Source-Lizenzen und deren Eigenschaften. Darunter auch die Mozilla Public License, die BSD-Lizenz, die Artistic License und viele andere mehr. Die Übersicht ist so gut, dass der Satz „Demystified with <3 by GitHub, Inc.“ (auf Deutsch: „Mit Liebe entwirrt von GitHub, Inc.“) in der Fußleiste der Seite auf alle Fälle gilt.

Auch Public Domain wird erwähnt, die alle Rechte an einem Code abtritt. In Deutschland wird die Abgabe aller Rechte aber als problematisch angesehen.

Keine Pflicht einer Wahl

Die Wahl einer Lizenz bleibt bei GitHub aber nach wie vor freiwillig. Dennoch wird dazu geraten, eine Lizenz zu wählen, wenn man seinen Code weiterverbreiten möchte, was oft der Fall ist, wenn man freie Hosting-Plattformen wie GitHub nutzt.

Ohne Lizenz entsteht das oben beschrieben Problem, proprietären Code ableiten zu können ohne das Ergebnis öffentlich machen zu dürfen.

Anwendung im eigenen GitHub-Projekt

Wer eine Open-Source-Lizenz gewählt hat, kann diese mit Hilfe der Seite AddALicense.com auf sein GitHub-Projekt übertragen. Die Seite nutzt für diesen Vorgang die GitHub-API (Programmierschnittstelle), um in einem Repository die korrekte Lizenzdatei hinzuzufügen.

Die Seite stammt dabei aber nicht von GitHub selbst, sondern von einem GitHub-Entwickler, der damit die Nutzung von Open-Source-Lizenz erleichtern will.

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Neues von Wayland

Nicht nur die Entwicklung von Canonicals eigenem Display-Server Mir ist in vollem Gange. Auch das „Konkurrenzprodukt“ Wayland erschien diese Woche in einer neuen Version und bringt zahlreiche neue Funktionen mit.

Wayland 1.2 freigegeben

Der Display-Server Wayland, der diese Woche in Version 1.2 erschienen ist, bringt erstmals eine stabile Programmierschnittstelle (API) mit. Das heißt, wer die Funktionen von Wayland nutzt (wie z.B. den Referenz-Compositor Weston), kann sein Programm auch mit späteren Wayland-Versionen noch verwenden.

Zu den weiteren Neuerungen gehört eine Farbverwaltung, Unterstützung von HiDPI, Rasperry-Pi-Unterstützung, Multi-Seat-Implementierung und vieles mehr.

Sailfish OS mit Wayland

Neben FirefoxOS und Ubuntu Touch gibt es mit Sailfish OS einen weiteren Fisch im Smartphone-Meer. Sailfish OS wird von Jolla auf Basis von MeeGo bzw. Mer entwickelt.

Bereits seit Mai 2013 arbeitet Jollas Chef-Entwickler Carsten Munk an einer Bibliothek namens Libhybris, die es erlaubt Wayland auf Android zu nutzen. Nun bestätigte er, dass Sailfish OS Wayland als Display-Server einsetzen wird. Die ersten Smartphones mit Sailfish OS soll es zum Ende des Jahres geben.

Live-System mit Wayland

Wer mit der neuen Wayland-Version herumspielen will, kann sich die neueste Version von Rebecca Black OS herunterladen und auf eine CD, eine DVD oder einen USB-Stick spielen. Das 32-Bit-System enthält neben Wayland 1.2 auch die Wayland-Anpassungen für GTK3, Qt5 und SDL, um so die neuen Funktionen des Display-Servers testen zu können.

Hintergrundwissen

Wayland ist ein Display-Server, der prinzipiell für die Grafikausgabe zuständig ist. Er wird von vielen Entwicklern als Nachfolger des X-Servers, der nach zwei Jahrzehnten in die Jahre gekommen ist, angesehen. Dementsprechend arbeiten viele bekannte Kernel- und X.org-Entwickler an dem Projekt.

Mit Mir (siehe Ikhaya-Artikel) hat Canonical nach dem Start der Wayland-Entwicklung einen eigenen Display-Server angekündigt, der sich ebenfalls noch in der Entwicklung befindet. Viele Entwickler haben sich aber bisher für Wayland bzw. gegen Mir ausgesprochen.

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Ubuntu Core Apps Hack Days

Aktuell finden bis zum 25. Juli 2013 die Ubuntu Core App Hack Days statt. Ziel der Veranstaltung soll es sein, die Kernkomponten des Mobilsystems Ubuntu Touch auf einen vorzeigbaren und benutzbaren Zustand zu bringen.

Planung

Bereits seit dem 10. Juli 2013 sind die Hack Days, zu denen jeder Entwickler eingeladen ist, im vollen Gange. Jeden Wochentag wird eine andere Kernkomponente des mobilen Ubuntu-Systems bearbeitet, wie z.B. der Kalender, Taschenrechner oder Dateimanager.

Ziel soll es sein, die Anwendungen in einen jeweils vorzeigbaren Zustand zu bringen (Dogfooding genannt). Zusätzlich will man natürlich auch kritische Fehler finden und beheben sowie Lücken bei der Funktionalität aufdecken und schließen. Die Ziele für die Arbeiten im Juli findet man auf der Dogfooding-Wikiseite.

Teilnahme

Die Hackdays werden virtuell im IRC-Raum #ubuntu-app-devel auf irc.freenode.net abgehalten. Jeder darf den Raum betreten und sich ein Thema heraussuchen, an dem er arbeiten will. Die Koordination findet über das Ubuntu-Wiki statt.

Fortschritt

Ubuntu-Entwickler und Canonical-Mitarbeiter Michael Hall zeigt in seinem Blog die täglichen Fortschritte der Hack Days. So gibt es bereits Einträge zum Kalender, zur Musik-App, zur Uhr und zum Taschenrechner. Weitere werden mit dem Fortgang der Entwicklung sicherlich folgen.

Automatisiertes Testen

Zusammen mit der Entwicklung der Core Apps ist auch das automatisierte Testen der Anwendungen sehr wichtig, um Fehler frühzeitig zu finden. Qualitätssicherungskoordinator von Canonical, Nicolas Skaggs, zeigt in seinem Blog unter dem Titel „Testing all the things“ derzeit, was man alles testen und vor allem welche Fehler man beheben kann.

Zum automatisierten Testen gibt es auch den ausführlichen Ikhaya-Artikel Workshops vom Ubuntu Quality-Team zum automatisierten Testen.

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