Mittwoch, 15. Mai 2013Film: Iron Man 3
Nach seinem Abenteuer mit den Avengers hat Tony Stark aka. Iron Man (Robert Downey Jr.) eine persönliche Krise. Er leidet unter Angstzuständen und Schlaflosigkeit und zieht sich immer mehr in seine Arbeit an neuen Iron-Man-Anzügen zurück, worunter seine Beziehung zu Pepper Potts (Gwyneth Paltrow) leidet. Als der Mandarin (Ben Kingsley) auf den Plan tritt und Amerika bedroht, fordert Iron Man ihn heraus, nur um daraufhin vernichtend geschlagen zu werden. Aber es wäre ja nicht Iron Man, wenn er sich nicht davon erholen würde. Das Thema „Held fällt tief und muss zu sich selbst findet“ ist irgendwie in Mode. The Dark Knight Rises hat es ja vorgemacht. Aber es ist nun einmal ein beliebtes „Plot Device“ (um mal auf Thursday Next anzuspielen) und macht die Geschichte ja nicht schlecht. Sehr gut gefallen haben mir die diversen „Plot Twists“ (immer diese Angliszismen). Sicherlich rechnet man als Zuschauer mit dem einen oder anderen, aber es gibt sicherlich einen Twist, mit dem niemand rechnet, der es vorher nicht verraten bekommen hat. Allein deswegen lohnt sich der Film! Ansonsten wird man aber auch so 130 Minuten sehr gut unterhalten und fühlt zu keiner Zeit Langeweile aufkommen. Der Fortgang der Geschichte findet in genau der richtigen Geschwindigkeit statt und wechselt zwischen ruhigen, teilweise ernsten Gesprächen und Action – okay, sehr viel Action. Aber das erwartet man bei Iron Man wohl auch irgendwie. Thematisch nimmt sich der Film wie immer nicht ernst. Tony Stark haut einen Spruch nach dem anderen raus, selbst in ernsteren Situationen kann er es nicht lassen. Das ist nicht immer angebracht, unterhält aber zumindest. Für mich war „Iron Man 3“ extrem unterhaltsam und spaßig und lässt einen mit guter Laune aus dem Kino herausgehen. Wir haben mal wieder die englische Originalversion gesehen, da die Sprüche dann einfach besser kommen. Zusätzlich war es auch nur die 2-D-Version, was dem Film sicherlich nicht schadet (im Gegenteil). Samstag, 27. April 2013Film: Die Piraten - Ein Haufen merkwürdiger Typen
Der Piratenkapitän will nach endlosen Versuchen endlich die Auszeichnung „Pirat des Jahres“ werden. Blöd, dass er und seine Crew einfach kein Erfolg beim Entern von Schiffen haben. Als sie das Forschungsschiff von Charles Darwin überfallen, ändert sich die Sache. Als „Papagei“ hält der Piratenkapitän nämlich einen Dodo – eine Tierart, die als ausgestorben galt. Darwin wittert seine Chance, damit als „Wissenschaftler des Jahres“ zu gewinnen. Und der Piratenkapitän wittert seine Chance, dadurch an viel Geld zu kommen, das er dann zur Not als Beute ausgeben kann, um doch noch als „Pirat des Jahres“ gewählt zu werden. Problematisch, dass der Wissenschaftswettbewerb in London stattfindet, Sitz von Queen Viktoria, die Piraten auf den Tod nicht ausstehen kann. „Die Piraten“ lief im Open-Air-Kino im Zuge des Trickfilmfestivals und passte damit zu der sommerlich guten Stimmung, die es vor ein zwei Tagen noch gab. Die ca. 1000-2000 Zuschauer sorgten für die richtige Atmosphäre. Natürlich trug der Film mit seinen zahlreichen lustigen Momenten dazu bei. Peter Lord und Jeff Newitt sind keine Unbekannten im Animationsgeschäft, produzierten sie doch schon berühmte Filme wie Wallace&Gromit oder Chicken Run. Dementsprechend sieht man auch, dass sie ihr Handwerk verstehen. Die Animation der Knetfiguren ist einfach großartig. Es gibt zwar auch CGI-Effekte für Wasser, Rauch etc. aber das meiste ist echte Handarbeit. Die Story von „Die Piraten“ ist extrem witzig (da heitert schon die Zusammenfassung auf) und wurde auch so umgesetzt. Es gibt im Film sehr viele kleine Gags, die einem beim ersten Anschauen wahrscheinlich gar nicht auffallen. Diverse Poster zeigen lustige Sprüche, Requisiten erinnern an andere Filme. Insgesamt ist der Film sehr empfehlenswert. Ich fand ihn sogar etwas besser als ParaNorman. Auch empfehlenswert ist im Übrigen der Kurzfilm Rolling Wild, der als Trailer auf dem Festival lief. Mittwoch, 24. April 2013Film: ParaNorman
Niemand versteht Norman, den 11-jährigen Jungen, der vor allem auf Zombies und Monsterfilme steht. In der Schule wird er gehänselt und auch seine Familie steht nicht hinter ihm. Einzig seine Großmutter hält zu ihm – nur ist die dummerweise schon lange tot und da liegt auch das Problem: Norman sieht tote Menschen und Tiere und kann mit ihnen reden. Als sein etwas verrückter Onkel auftaucht und Norman erzählt, er müsse den Fluch einer Hexe aufhalten, hält er das alles noch für Unsinn. Als die Toten aus den Gräbern steigen, merkt Norman aber, dass es allein an ihm hängt, seine Familie und die ganze Stadt zu schützen. „ParaNorman“ wollte ich schon die ganze Zeit sehen und bin nun endlich einmal dazu gekommen. Filmisch geht es um das Außenseitertum, um das Erwachsenwerden, Freundschaft und was Menschen Falsches tun, wenn sie vor etwas Angst haben oder es nicht verstehen. Hier sollte wohl jeder Zuschauer ein bisschen der Moral aus dem Film mitnehmen können. Zusätzlich ist der Film nicht so geradlinig, wie man denke könnte. Es gibt die ein oder andere Wendung, die überrascht. Technisch ist „ParaNorman” sehr gut. Gefilmt wurde mit Stop-Motion-Technik und animatronischen Figuren. Der Film erinnert somit natürlich an Coraline, welchen ich zugegebenermaßen optisch noch etwas besser fand. Die Sprecher von „ParaNorman“ sind klasse und bedienen jedes Stereotyp, was man sich so wünscht. Ob Anna Kendrick (Scott Pilgrim) als Normans zickige Schwester, Casey Affleck als etwas debiler Footballspieler oder Christopher Mintz-Plasse („Kick-Ass“) als Schulschläger, alle sind wunderbar. Da ich den Film auf Englisch gesehen habe, weiß ich aber nicht, wie die deutschen Stimmen sind. Wer Animationsfilme mag (vor allem die mit echter Handarbeit), sollte sich „ParaNorman“ unbedingt anschauen. Er wird seinen Gefallen daran haben. Donnerstag, 18. April 2013Film: Oblivion
Im Jahr 2017 wird die Erde von Außerirdischen angegriffen. Den Krieg gewinnen die Menschen zwar, aber der Planet wird beinah zerstört. Überschwemmungen, Vulkanausbrüche, Erdbeben zwingen die Überlebenden, auf einer Raumstation im Orbit zu leben. 60 Jahre später gibt es auf dem Planeten nur noch einzelne Aufräumkommandos, wozu auch Jack Harper (Tom Cruise) und seine Kollegin/Frau Victoria (Andrea Riseborough) zählen. Als vom Himmel ein nicht-identifizierbares Objekt herabfällt, findet Jack eine Überlebende (Olga Kurylenko), die ihm seltsamerweise bekannt vorkommt. Oblivion ist kein schlechter Film. Die Bilder sehen super aus, der Sound ist klasse und die Spannung wird durch einige Twists 120 Minuten aufrecht erhalten. Das Blöde ist, dass vieles davon an andere Filme erinnert (die ich nicht aufzähle, weil dies ggf. schon wieder zu viel verrät). Und dummerweise gibt es auch zahlreiche Logik-Löcher, die einen alles hinterfragen lassen. Es ist nicht so schlimm wie bei Promotheus, aber man fragt sich nach dem Film schon, wieso dies oder jenes geschehen ist. Schlimmer noch: Manchmal fragt man sich im Film bereits, wie etwas sein kann. Ebenfalls etwas zu Hollywood-mäßig ist das Ende. Hier hätte man 2 Minuten eher einen Schnitt machen sollen, das hätte mir wesentlich besser gefallen. Alles in allem bleibt aber dennoch ein unterhaltsamer Film, der nur an wenigen Stellen etwas langatmig ist, sonst aber gut unterhält. Wenn man nicht zu sehr darüber nachdenkt, macht er sogar Spaß. ;) Wer den Film sehen und sich überraschen lassen will, sollte den Trailer im Übrigen nicht anschauen, weil er in meinen Augen viel zu viel von der Geschichte verrät. So wusste ich leider von einigen Twists und Hintergründen, die ich lieber erst im Kino auf mich hätte wirken lassen wollen. Samstag, 23. März 2013Film: Oz the Great and Powerful
Oscar Diggs (James Franco), kurz Oz genannt, arbeitet als Zauberer in einem Wanderzirkus. Seine einzige Motivation sind Geld und Frauen, die reihenweise seinem Charme unterliegen. Als er Ärger mit einem betrogenem Ehemann bekommt, springt er in einen Heißluftballon und will fliehen. Dumm nur, dass gerade ein Tornado auf ihn zusteuert. Als er die rauhe Reise überlebt, findet er sich im fantastischem Land Oz wieder. Hier trifft er auf die Hexe Theodora (Mila Kunis), die ihn von einer Prophezeiung erzählt, dass ein großer Zauberer vom Himmel fallen und das Land regieren wird. Oz muss nicht lange überlegen, als er den Berg Gold sieht, um den Thron zu übernehmen. Dummerweise muss er zuvor die böse Hexe vernichten, die das Land bedroht. „Oz the Great and Powerful“ (im Deutschen: „Die fantastische Welt von Oz“) ist ein fantastischer Film für die ganze Familie. Auch wenn der Anfang des Films eher gemächlich vorangeht, um die Charaktere einzuführen, kommt zu keiner Zeit Langeweile auf. Nachdem alle Charaktere bekannt sind, nimmt der Film etwas mehr Fahrt auf, erstellt Konflikte und weiß mit einigen Wendungen zu überraschen. Regisseur Sam Raimi zeigt wieder einmal, was er filmisch leisten kann. Neben Horror („Tanz der Teufel“-Reihe) und Comic-Action („Spideman“-Trilogie) beherrscht er auch das Fantasy-Genre. Die Bilder sind, vor allem als Oz und der Zuschauer das erste Mal in das Land von Oz kommt, beeindruckend und bezaubernd. Wie bei fast allen Raimi-Filmen haben natürlich auch sein Bruder Ted Raimi und Bruce Campbell Gastauftritte. An vielen Stellen verneigt sich „Oz the Great and Powerful“ auch vor dem „Original“ Der Zauberer von Oz aus dem Jahr 1939. Glücklicherweise ist der Film kein Remake, sondern zeigt die Vorgeschichte des Zauberers, den Dorothy später trifft. Somit ist Original das falsche Wort, aber mir fällt gerade nichts besseres ein. Raimi arbeitet dabei mit sehr ähnlichen Mitteln wie das Original. So fängt der Film in Schwarz-Weiß und 4:3-Format an. Beim Übergang nach Oz wechselt der Film auf Farbe und Breitbild. Auf ähnliche Art und Weise hat das Original vor 74 Jahren die Zuschauer begeistert, als es Farbe in den Film brachte. Aber auch die Wiederverwertung von realen Charakteren, die dann in Oz eine andere Rolle spielen, hat Raimi übernommt. Im Original kam das zwar noch stärker hervor, in dem alle Charaktere von Dorothys Farm in Kansas in Oz eine Hauptrolle übernehmen. Daneben gibt es in dem neuen Film von Raimi zahlreiche Anspielungen auf das Original, die man als Nicht-Kenner der Bücher oder des Films nicht versteht. So tauchen auch der feige Löwe und die Vogelscheuche auf (den Zinnmann habe ich leider vermisst). Glücklicherweise sind die Referenzen so klein und nebenläufig, dass man den Film auch ohne dieses Vorwissen versteht. Aber er macht definitiv mehr Spaß, wenn man Dorothys Abenteuer kennt. Den Film habe ich in Englisch in 3-D gesehen. Das 3-D hätte man sich wieder mal sparen können, die Originalsprache war mir aber wichtig. Einzig bei der Einführung fand ich, das sich die Schwarz-Weiß-Bilder mit 3-D sehr gut harmonieren. In Oz hätte man dann gerne wieder darauf verzichten können. Die ausgewählten Schauspieler finde ich großartig. Bei James Franco teilen sich ja die Meinungen, was seine Schauspielkünste angeht. Vor allem spielt er hier auch wieder nur den „Sunny-Boy“, der durch sein charmantes Grinsen jede Frau haben kann. Die Rolle kennt man so schon aus anderen Filmen, aber dafür reißen es die anderen weiblichen Darsteller wieder heraus. Im Gegensatz zu einer Rezension, die ich gelesen habe, ist Oz nicht der alleinige Hauptcharakter. Die drei Hexen Theodora, Evanora (Rachel Weisz) und Glinda (Michelle Willams) sind die eigentlich Hauptfiguren, wie ich finde, und machen den Film größtenteils aus. Vor allem natürlich Mila Kunis ... Großartig ist auch die Leistung der Animationsfigur „China Doll“. Obwohl es „nur“ eine Porzellan-Puppe ist, wird diese mit so viel Gefühl von Joey King gespielt, dass man wirklich den ganzen Film Angst um das zerbrechliche Wesen hat. Und auch technisch haben die Animationsleute große Arbeit geleistet. Für mich war der Film Pflicht, nachdem ich schon The Annotated Wzard of Oz und die Alternativ-Erzählung Wicked begeistert verschlungen habe. Aber auch so empfiehlt sich der Film uneingeschränkt für jeden, wie ich finde. Montag, 18. März 2013Film: John Dies at the EndFantasy Filmfest ... Wohooo ... \o/
John (Rob Mayes) und Dave (Chase Williamson) sind zwei normale College-Jungs. Ihre Welt wird durcheinander gebracht, als sie auf einer Party mit der Droge namens „Soy Sauce“ (Sojasoße) in Berührung kommen. John bekommt Wahnvorstellung und sieht überall Monster. Und Dave kann plötzlich in die Zukunft und Vergangenheit gleichzeitig sehen. Als wäre das nicht genug, werden die zwei auch noch in eine andere Dimension geschickt, um dort gegen ein besonders fieses Monster zu kämpfen. Nur die beiden können die Welt retten … „John Dies at the End“ ist ein netter Film für Zwischendurch ohne viel Tiefgang. Er amüsiert und erinnert stellenweise an Filme wie Dogma, Armee der Finsternis und ähnliche Filme. Durch verschiedene Erzähl- und Zeitsprünge ist es nicht so gut gelungen, einen klaren roten Faden durch die Geschichte zu ziehen, aber insgesamt weiß der Film zu unterhalten. Wer eine recht gute Horror-Komödie sucht, ist bei „John Dies at the End“ ganz gut aufgehoben. Film: No One LivesFantasy Filmfest ... Wohooo ... \o/
Flynn (Derek Magyar) ist Mitglied einer Ganoventruppe, die sich mit Raub und Diebstahl über Wasser hält. Um einen Fehler wieder auszubaden, drängt er ein junges Pärchen (u.a. Luke Evans) von der Straße und entführt die beiden, in der Hoffnung, im Wagen und Anhänger wertvolle Dinge zu finden. Er und seine Kumpanen staunen nicht schlecht, als sie beim Durchsuchen des Autos im Kofferraum ein geknebeltes Mädchen finden (Adelaide Clemens). Sie ist voller Panik und rät der Bande schnell wegzurennen, ehe „er“ zurückkommt. Doch dafür ist es zu spät … Eigentlich wollte ich gar nicht in den Film, aber im Nachhinein freue ich mich, dass ich „No One Lives“ gesehen habe. Der Twist mit der Frau im Kofferraum ist sehr gut, der Film hört dort aber nicht auf. Es gibt immer noch kleinere Wendungen, die zum einen für Spannung sorgen, zum anderen aber auch das Interesse des Zuschauers hoch halten. Luke Evans kannte ich zuvor nur aus Die drei Musketiere, er spielt den Rächer aber ganz gut und konsequent. Adelaide Clemens war zuletzt in Silent Hill: Revelation zu sehen und ihre Schauspielleistung hier, machen mir Hoffnung, dass Silent Hill in Englisch doch nicht so schlecht ist. Ein paar Mängel hat der Film dann leider doch, da nicht alles komplett erklärt wird. Was bei Stoker noch angenehm war, um später darüber zu spekulieren und diskutieren, stört bei „No One Lives“, da sehr wichtige Handlungsteile nicht aufgeklärt werden. Wer der Rächer nun eigentlich ist und was ihn antreibt, kommt alles nicht ganz klar heraus. Ansonsten erhält man aber einen guten Psycho-Thriller mit geringfügigen Blutanteilen ;). Samstag, 16. März 2013Film: StokerFantasy Filmfest ... Wohooo ... \o/
India Stoker (Mia Wasikowska) ist ein sehr ruhiges und eher unauffälliges Mädchen. Mit ihrem Vater geht sie lieber auf die Jagd, mit ihrer Mutter (Nicole Kidman) verbindet sie nichts. Dies ist umso tragischer, als ihr Vater zu ihrem 18. Geburtstag bei einem Auto-Unfall ums Leben kommt. Auf der Beerdigung lernt India ihren Onkel Charlie (Matthew Goode) kennen. Anfangs ist sie total ablehnend ihm gegenüber, weil sie denkt, er habe ein dunkles Geheimnis. Aber je mehr sie über ihn erfährt, desto mehr fühlt sie sich zu ihm hingezogen. „Stoker“ ist ein großartiger Film, der einen intelligenten Mystery-Thriller und Coming-of-Age-Drama verbindet. Mia Wasikowska finde ich nicht erst seit „Alice“ toll, hier spielt sie aber einfach großartig eine junge Frau, die langsam erwachsen wird. Aber ohne Matthew Goode (der schon in „Watchmen“ hervorragend war) ginge dies gar nicht. Extrem charmant und extrem gefährlich spielt er ein großartiges Duett mit Wasikowska. Nicole Kidman als Mutter ist nicht extrem herausragend, aber sicherlich nicht schlecht. Ihre Rolle nimmt eben nicht so viel Platz ein. Filmisch ist „Stoker“ ebenfalls sehr gut gelungen. Durch intelligente Schnitte und Blenden entstehen visuell beeindruckende Effekte. Rückblenden und Zeitsprüngen halten das Gehirn am Laufen ohne es zu verknoten. Zusätzlich gibt es zahlreiche Metaphern und Symbolik in den einzelnen Szenen, über die man sehr lange reden kann. „Stoker“ ist für mich der Topfilm der Fantasy Filmfest Nights und jeder, der mit Mystery-Thriller-Drama und auch etwas Blut umgehen kann, sollte ihn anschauen. Film: The Seasoning HouseFantasy Filmfest ... Wohooo ... \o/
Der Balkan-Krieg 1996 ist brutal. Viele Familien werden von Soldaten ermordet, die jungen Frauen werden verschleppt und müssen in einem Bordell Vergewaltigungen und Misshandlungen über sich ergehen lassen. Ihr Leben ist dort nichts wert. Auch die junge „Angel“ (Rosie Day), landet dort, nachdem ihre Familie getötet wurde. Dadurch dass sie taubstumm und durch ein Mal im Gesicht entstellt ist, entscheidet Bordell-Besitzer Viktor (Kevin Howarth), dass sie ab sofort die Mädchen für die Freier vorbereiten soll. Angel befolgt aus Angst die Aufgaben – bis sie ein Mädchen findet, dass mit ihr per Gebärdensprache kommunizieren kann. Die Mädchen freunden sich an, aber dann erscheint der Kommandant der Soldatentruppe (Sean Pertwee) im Bordell, der Angels Familie auf dem Gewissen hat. „The Seasoning House“ ist sehr brutal und etwas überspitzt, zeigt aber sicherlich auch viele Wahrheiten des Balkankrieges. Ähnlich wie bei „Schindlers Liste“ geht es unter die Haut, wenn ein Mensch einfach so ohne „Grund“ erschossen wird. Ansonsten ist „The Seasoning House“ beinah ein klassischer Rape-Revenge-Film, auch wenn die Hauptperson nur indirekt diejenige ist, die zuerst das Leid ertragen muss. Rosie Day ist als taubstumme Angel großartig, wie ich finde. Man leidet immer mit und zumindest ich war der gesamten Film über angespannt, ob sie ihren Verfolgern entkommt. Dabei ist es nie so, dass sie auf einen Rachefeldzug aus ist, sondern in (fast) allen Situationen ist sie in Bedrängnis und überlebt nur durch Angst und Instinkt/Überlebenswille. Zum Ende hin wird der Film etwas zu abstrus und den „Showdown“ hätte man auch anders inszenieren können. Auch das offenen Ende ist etwas enttäuschend, weil man wissen will, wie die Geschichte ausgeht. Alles in allem ist es aber ein sehenswerter, wenn auch sehr brutaler Film. Montag, 11. März 2013Film: Sightseers
Tina (Alice Lowe) ist erst seit drei Monaten mit Chris (Steve Oram) zusammen, aber wagt sich dennoch mit ihm auf einen einwöchigen Urlaub in Chris' Trailer. Chris stellt sich bald als sehr cholerischer Mensch heraus, der, wenn es sein muss, auch vor Mord nicht zurückschreckt. Sieht der erste Mord noch wie ein Unfall aus, ahnt Tina bald, dass Chris mehr zu verbergen hat. Was wie die Einführung zu einem Psycho-Thriller klingt ist eine britische, schwarze Komödie. Als Zuschauer ist es interessant zu sehen, wie Tina reagiert, als sie erfährt, was Chris tut. Und natürlich ruft sie nicht die Polizei, sondern steht zu ihrem Freund. Der Grund dafür ist wohl auch, dass Tina selbst kleine psychische Probleme hat. Die Komödie ist an einigen Stellen etwas langatmig, reißt aber zu dem einen oder anderen Lacher hin. Das Ende kommt extrem überraschend und regt etwas zum Denken an. Insgesamt kann man sich den Film ansehen, wenn man mit schwarzem Humor kein Problem hat. Die deutsche Übersetzung bzw. die deutschen Stimme von Chris fand ich aber unpassend, wenn man mit dem englischen Trailer vergleicht.
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