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Buch: Clean Architecture

Titel Clean Architecture
Autor Robert C. Martin
Sprache Deutsch
Genre Sachbuch
Verlag mitp Verlag, 2018
Seitenanzahl 375

Nach „Clean Code“ und „Clean Coder“ veröffentlicht Onkel Bob sein neuestes Werk: „Clean Architecture“. Vermutlich ist der saubere Architekt auch nicht mehr weit … Der Untertitel des Buches ist „Das Praxis-Handbuch für professionelles Softwaredesign“, was sehr generisch und eher nichtssagend ist. Interessanter ist der zweite Untertitel „Regeln und Paradigmen für effiziente Softwarestrukturierung”. Die Frage ist: Kann das Buch diese vermitteln?

Zielgruppenfindung

Ich mach's kurz: Ja, kann es größtenteils. Die Frage ist vermutlich eher, wem diese Regeln und Paradigmen näher gebracht werden sollen. Wer schon lange in Richtung Software-Architektur unterwegs ist, wird aus den ersten Kapiteln zu Programmierparadigmen und Designprinzipien nicht mehr so viel Neues mitnehmen. Auf der anderen Seite: Ein Quäntchen Neues findet vermutlich jeder auf den Seiten! Und in meinen Augen schadet es auch nicht, die SOLID-Designprinzipien noch einmal durchzugehen, zumal das Single-Responsibility-Prinzip immer wieder falsch verstanden wird. Und auch das Depency-Inversion-Prinzip habe ich – glaube ich – erst jetzt richtig verstanden. Und auch, wieso ich Interfaces bisher immer der falschen Komponente zugeordnet habe.

Interessante Kapitel

Etwas interessanter, wenn auch nicht ganz neu fand ich das Kapitel zu den Komponentenprinzipien, wie zum Beispiel Common-Closure, Common-Reuse, Acyclic-Dependencies, etc. Martin zeigt anhand von kleinen Beispielen die Bedeutung der Prinzipien und greift dazu auch gerne in die Geschichtskiste und zaubert dort Beispiele in Assembler hervor. Dennoch passen alle Beispiele und sind sehr anschaulich.

Das für mich wichtigste Kapitel war aber „Teil V – Softwarearchitektur“. Der Titel ist sehr generisch, aber Robert C. Martin zeigt sehr deutlich, welche Auswirkungen die Softwarearchitektur auf ein Projekt hat – auch im laufenden Betrieb – und wie eine gute Struktur aussehen kann. Dabei natürlich nicht in einer Allerweltsformel, sondern durch Prinzipien und Paradigmen, die einem helfen sich entlang des Architekturaufbaus und -eingliederung entlang zu hangeln. Am hilfreichsten war für mich die Einteilung der Architektur in Layer, wobei aber ein rundes Modell benutzt wird, in welchem die Abhängigkeitspfeile immer von außen nach innen gehen. Das liefert ein völlig neues Bild und Verständnis der eigenen Software.

Von allen Kapiteln, die interessant waren, fällt der Anhang A „Architekturarchäologie“ etwas ab. Robert C. Martin plaudert aus dem Nähkästchen über Projekte, denen er in seiner Laufbahn beiwohnen durfte, und was diese ausgezeichnet hat – entweder, weil sie etwas besonders gut machten oder weil sie katastrophal scheiterten. Teils ist das interessant, teils aber nur eine Anekdote, aus der ich nicht viel mitnehmen konnte. Aber es steht ja auch im Anhang und bildet nicht den Hauptteil des Buches.

Fazit

Fand ich das Buch interessant? Ja, auch wenn ich es sicherlich nicht wie einen Roman am Stück lesen konnte. Und für wen eignet es sich? Natürlich für Software-Architekten, aber ich mag die Abgrenzung zu Software-Entwicklern nicht wirklich. In meinen Augen ist auch jeder Entwickler ein Architekt und muss gewisse Regeln und Prinzipien kennen, damit das Haus (also die Software) nicht zusammenfällt. Ggf. nicht in der ganzen Breite und Tiefe, aber ein gewisses Verständnis sollte da sein. Und diesen Überblick verschafft das Buch „Clean Architecture“ von Robert C. Martin sehr gut. Im Detail kann man dann zu jedem einzelnem Kapitel sicherlich ein eigenes Buch finden, was das Thema behandelt.

Vielen Dank an dieser Stelle auch noch an Miriam Robels vom mitp Verlag für das Rezensionsexemplar!

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