Sonntag, 3. Februar 2013Film: Indie Game - The Movie
Was haben Super Meat Boy, Braid und Fez gemeinsam? Alle drei Spiele stammen von Indie-Entwicklern, deren Gruppe nur aus ein oder zwei Leuten besteht. Der Film Indie Game - The Movie erzählt die Geschichte der drei Spiele und vor allem der Entwickler dahinter. Die Besonderheit an der Doku ist, dass weniger auf die Spiele eingegangen wird, sondern mehr auf die Personen. In allen drei Spielen steckt sehr viel Herzblut, was man den Aussagen im Film auch anmerkt. Da werden Freudentränen vergossen, wenn ein Spiel bei Xbox Live 20.000 Mal über die virtuelle Ladentheke geht. Und es wird geflucht und gezweifelt, wenn auf der PAX die Vorführversion ständig abstürzt. Der Film war Teil des Humble Indie Bundle 7 und kann nachträglich für 10 Dollar auf der Webseite gekauft und heruntergeladen werden. Die Spiele „Super Meat Boy“ und „Braid“ waren ebenfalls Teil diverser Humble Bundle und sind daher wohl vielen schon ein Begriff. Fez gibt es leider nur für Xbox und ist somit nicht für Linux verfügbar. Wer auf Indie-Spiele steht und vor allem das Humble Bundle immer wieder kauft, (hat den Film schon und) sollte ihn sich unbedingt ansehen. Freitag, 1. Februar 2013Film: Movie 43
Ich will nicht viel zu dem Film sagen, sondern einfach nur davor warnen, sich dieses Schund anzutun. Im Trailer wird mit ein paar witzigen Szenen und vielen Stars geworben. Der Film selbst ist dann eine Aneinanderreihung von extrem schlechten, humorlosen Episodenfilmchen, die hauptsächlich auf Fäkalhumor setzen. Das war wirklich der schlechteste Film in diesem Jahr und vermutlich diesem Jahrzehnt, den ich gesehen habe. (Zumindest kann ich mir nicht vorstellen, dass es noch einen schlechteren Film geben wird.) Samstag, 26. Januar 2013Film: Django Unchained
Mitte des 19. Jahrhunderts in den USA. Dr. King Schultz (Christoph Waltz) ist Kopfgelgjäger und jagt eine Bande, deren Gesichter er nicht kennt. Aus dem Grund sucht er den Sklaven Django (Jamie Foxx), da die Bande als Plantagenaufseher ihn und seine Frau misshandelt haben. Zusammen streifen sie durch die USA, bis sie die Bande erledigt haben. Danach will Django seine Frau (Kery Washington) aus den Händen des bösartigen Plantagenbesitzers Calvin Candy (Leonardo DiCaprio) befreien. Und Dr. Schultz hilft ihm dabei. Wer Tarantinos Filme wie „Inglourious Basterds“ oder „Kill Bill“ kennt, weiß in etwa, was ihn erwartet. Gute Kameraarbeit, extravagante Musik und viel Blut. Django schlägt, was die Technik angeht, in die gleiche Kerbe. Thematisch setzt sich der Film natürlich mit der Sklaverei in den USA auseinander. Es gibt aktuell eine hitzige Diskussion im Web, ob Tarantino mit dem Film das Thema nicht falsch aufarbeitet und ins Lächerliche zieht. Und ja, die zahlreichen One-Liner, Effekte und die literweise Blut, die fließen, bringen einen trotz der Ernsthaftigkeit zum Lachen. Aber ich denke, Tarantino wollte auch kein Drama machen, sondern einen unterhaltsamen Film, der auf einem ernsten Thema aufbaut. Und das ist ihm gelungen! Die Musik ist wieder großartig ausgewählt. Und so gibt es auch viele moderne Lieder, die thematisch exakt zu den Szenen passen und so für stimmungsvolle Unterhaltung sorgen. Die Schauspieler sind durchweg klasse. Christoph Waltz steht mal auf der guten Seite, was irgendwie verwirrend ist, aber die Oskar-Nomierung hat er zu recht. Jamie Foxx als widerspenstiger Sklave und Leonardo DiCaprio als bösartiger Plantagenbesitzer begeistern ebenso. Es gibt keinerlei Ausfälle. Selbst die Nebenrollen sind mit Franco Nero (der originale Django) oder Don Johnson gut besetzt. Ich empfehle, den Film in Englisch zu sehen. Aufgrund des Südstaaten-Slangs empfehlen sich aber definitiv Untertitel, wenn man alles verstehen will. Und da die Dialoge wie bei Tarantino üblich ebenfalls sehr gut unterhalten, sollte man hier nichts verpassen. Freitag, 4. Januar 2013Film: Der Hobbit – Eine unerwartete Reise
Bilbo Beutling ist ein einfacher Hobbit aus dem Auenland und lebt friedlich vor sich hin. Eines Tages erscheint der graue Zauberer Gandalf an seiner Tür und bringt 13 Zwerge mit. Sie bieten ihm an als Meisterdieb auf ein Abenteuer mitzukommen, um gegen den Drachen Smaug am Einsamen Berg zu kämpfen, wo die Zwerge vor 60 Jahren ihre ehemalige Heimat an Smaug verloren haben. Dies war also Peter Jacksons erster Streich in der Hobbit-Trilogie und mit meiner Meinung bin ich zwiegespalten. Den ersten Teil des Hobbits kann man aus zwei Perspektiven sehen: Entweder hat man Herr der Ringe gesehen oder man hat ihn nicht gesehen. Auf beide Zielgruppen passt der Film leider nicht ganz. Da ich vor fünf Monaten auch erst das Buch gelesen habe, bleibt ein Vergleich hierzu nicht aus. Für die Leute, die die Herr-der-Ringe-Trilogie gesehen haben, lässt sich der Film so zusammenfassen, dass man alles schon einmal (besser) gesehen hat. Wieder wandern zahlreiche Gestalten über Berge und durch Täler und an Hubschraubern befestigte Kameras zeigen die echt tolle Landschaft Neuseelands, wo der Film gedreht wurde. Aber man kennt dies eben alles schon, sodass es etwas weniger beeindruckt. Die Figuren der Zwerge sind wesentlich weniger detailliert als die Charaktere aus „Herr der Ringe“. Eigentlich sind nur Thorin und Balin die beiden Zwerge, die eine relevante Rolle im ersten Teil eingenommen haben. Alle anderen sind nur schmückendes Beiwerk für Kämpfe und Sprüche, haben sonst aber kaum Charakter (so wie im Buch auch). Im Gegensatz zum Herr der Ringe ist der Film aber wesentlich lustiger, die Trolle am Anfang erinnern irgendwie an Die Drei Stooges und auch sonst albern die Zwerge viel herum. Peter Jackson hat aber versucht doch eine ernstere Stimmung als im Buch zu verbreiten. Teilweise bin ich ihm dankbar, dass die Elfen nicht tanzend und singend durch die Gegend hüpfen. Die Bedrohung, die über dem Land liegt, und in Herr der Ringe dann hervorkommt, wird im Film bereits sichtbar. Insgesamt hat sich Peter Jackson schon recht gut an das Buch gehalten, hat aber zahlreiche Passagen ausgeschmückt. Teilweise wurde auch Figuren wie Saruman, Galadriel oder Frodo nur eingebracht, damit die Zuschauer ein schönes Wiedersehen haben. Im Buch tauchen sie nicht auf. Da „Der Hobbit“ auch lange vor „Der Herr der Ringe“ von J.R.R.Tolkien geschrieben wurde, gibt es dort auch noch keinerlei Hinweise auf die kommenden Ereignisse oder die vergangene Ringkriege. Dazu später noch etwas mehr. Das Ausschmücken hat auch dazu geführt, dass der Film in meinen Augen nicht mehr für Kinder geeignet ist. Eigentlich ist „Der Hobbit“ ein Kinderbuch, dass von den Abenteuern eines normalen Hobbits erzählt mit der Moral, dass auch kleine Menschen viel erreichen können. Im Film wird der Unterhaltungswert nach oben geschraubt und so gibt es viele Kämpfe, viele Köpfe rollen und so bin ich nicht sicher, ob der Film wirklich ab 12 freigegeben sein sollte. Ausgeschmückt wurden auch Passagen mit Radagast, dem braunen Zauberer, von dem ich nie zuvor gehört habe. Laut Tolkien-Gateway existiert er aber und kommt auch ganz kurz im Buch vor. Und es gibt noch mehr Stellen, die im Buch gar nicht oder nur ganz kurz in einem Absatz vorkommen, die mehr Platz im Film einnehmen. (Irgendwie musste Peter Jackson ja auch aus den ersten 130 Seiten des Buches 169 Minuten Film machen.) Nun zur anderen Seite: Zuschauer, die Herr der Ringe nicht gesehen haben (Ja, sowas soll's geben!) haben ggf. leichte Verständnisprobleme. Sicherlich werden Saruman oder Galadriel kurz vorgestellt, aber ingesamt scheint man sich darauf zu verlassen, dass die Zuschauer wissen, wer das ist. Auch die Erwähnung von Mordor und der Morgul-Klinge (im Buch nicht vorhanden) ist eher verwirrend, da nicht erklärt wird, was Mordor ist. Offen bleiben auch viele andere Dinge, wie der Verbleib von Radagast, das Geheimnis des Düsterwalds und der Nekromant. Hier muss man auf Teil 2 warten, der in einem Jahr kommt. Noch ein Wort zur Musik: Howard Shore hat wieder die Musik komponiert und sich sehr stark an Herr der Ringe orientiert. Also eigentlich hat er bis auf das Zwergen-Thema die gleiche Musik mit ganz leichten Änderungen genommen. Die CDs muss man sich also nicht kaufen, wenn man den Herr-der-Ringe-Soundtrack schon hat, da der Mehrwert eher gering ist. Die Schauspieler sind im Übrigen wie immer gut ausgewählt, vor allem Martin Freeman begeistert als Hobbit, da er dessen Zurückhaltung und Unsicherheit, aber gleichzeitige Wortgewandheit und Ideenreichtum sehr gut verkörpert. Etwas erschreckt hat mich in den ersten Szenen Ian McKellen, der aussieht wie knapp dem Tod entronnen. Ich weiß nicht, ob das beabsichtigt war oder die Maskenbildner nur versagt haben. Tricktechnisch ist der Film gut, aber nicht herausragend. Ehrlich gesagt fand ich einige Effekte schlechter umgesetzt als bei früheren Filmen. Ab und zu erkennt man den Greenscreen und in einer Szene hatte ich das Gefühl, dass dei Figuren falschherum retuschiert wurden. Im Groben und Ganzen wirkt der Film aber natürlich schon gut. Ich habe den Film im Übrigen in ganz „klassischem“ 2-D gesehen. Die letzten 3-D-Filme waren sehr enttäuschend und ich bezahle keine 4 Euro mehr, um 3 Stunden eine Brille auf der Nase zu tragen. HFR (darunter versteht man die Aufnahme mit 48 Bildern pro Sekunde anstatt der üblichen 24) hätte mich zwar interessiert, aber wenn dies die Zukunft sein soll, werde ich wohl oder übel wie bei 3-D eh nicht ewig drumherum kommen. Insgesamt war die Erfahrung in 2-D aber für mich wesentlich besser, da die Geschichte im Vordergrund stand und nicht irgendwelche durch die Gegend fliegenden Dinge ablenkten. Zum Film selbst kann ich wie gesagt kein allgemeingültiges Urteil abgeben. „Der Hobbit“ hat mich fast drei Stunden unterhalten und war nicht langweilig. Dennoch hätte man viele Sache herausstreichen und kürzen können. Einen Directors Cut mit 90 Minuten Laufzeit fände ich ganz interessant … ;) Donnerstag, 20. Dezember 2012Humble Indie Bundle 7Kurz vor Weihnachten gibt es ein neues Humble Bundle: Humble Indie Bundle 7. Das Bundle enthält 6 Spiele und einen Film. Zu allen Spielen gibt es auch den Soundtrack zum Download. Snapshot ist ein sehr bunter Puzzle-Plattformer. Der Roboter Pic hat eine besondere Kamera, mit der man Szenen der Spielwelt ausschneiden und wo anders wieder einfügen kann. Auf die Art verändert man das Spielwelt nach seinen Belieben und löst so verschiedene Rätsel. Sowohl die Idee als auch die Grafik wirken sehr gut. The Binding of Isaac war bereits im Humble Vexatron Bundle enthalten. Man spielt darin Isaac, der von seiner Mutter im Keller eingesperrt wurde und dort zahlreiche Monster bekämpfen muss. Da ich das Spiel schon kenne, weiß ich, dass es Spaß macht, auch wenn es mir stellenweise zu schwer war. Closure ist ein sehr dunkles Puzzle-Jump'n'Run. Man sieht von der Spielwelt nur, was beleuchtet ist. Viele Gefahren bleiben damit im Verborgenen. Grafisch wirkt das Spiel mit einer Art Bleistiftgrafik sehr interessant. Für die Musik gab es bereits Preise. Shank 2 ist der Nachfolger von Shank, welches im Humble Bundle 4 enthalten war. Die Spielidee ist gleich geblieben, die Grafik wurde verbessert. In dem Shoot em up steuert man seine Figur über den seitwärtsscrollenden Bildschirm und kämpft sich mit zahlreichen Waffen durch Gegnerhorden. Indie Game: The Movie ist eine Dokumentation über die drei Entwicklerstudios hinter den Spielen Braid (aus dem zweiten Humble Indie Bundle), Fez und Super Meat Boy (aus dem vierten Humble Indie Bundle). Die Bewertungen lesen sich gut, sodass dies sicher ein interessanter Film ist. Deutsche Untertitel gibt es auch. Wer mehr als den Durchschnitt (derzeit 6,35 US-Dollar) zahlt, bekommt Dungeon Defenders dazu. Das Spiel ist eine Mischung aus Action-Rollenspiel und Tower Defense. Die Cell-Shading-Grafik verleiht dem Spiel einen großartigen Comic-Look. Wenn es sich so spielt, wie es aussieht, macht es definitiv Spaß. Als zweites Zusatzspiel für die Leute, die mehr als den Durchschnitt zahlen, gibt es Legend of Grimrock. Als Gefangene in einem düsteren Verließ versucht man durch die labyrinthartigen Gänge zu entkommen. Dabei warten verschiedene Monster, Fallen und Rätsel auf einen. Das Spiel wirkt wie die ersten 3D-RPGs (was nicht schlecht sein muss). Wie immer sind die Spiele DRM-frei und laufen unter Linux, Mac und Windows. Jeder kann den Preis selbst bestimmen und in variablen Anteilen auf die Spieleentwicker, die Humble-Anbieter, die Electronic Frontier Foundation und die Charity-Organisation Child's Play verteilen. Das Angebot besteht noch bis zum 2. Januar 2013. Nachtrag: Aktuell scheint es einen Bug zu geben, sodass man (zumindest nicht via PayPal) bezahlen kann. Die Humble Macher habe ich schon angeschrieben.
Geschrieben von Dee
in Computerspiele, Filme, Linux und Open Source, Musik
um
06:53
| Kommentare (0)
| Trackbacks (3)
Dienstag, 11. Dezember 2012Film: Ralph reicht's (Wreck-it Ralph)
Ralph ist der Bösewicht im Arcade-Spiel „Fix it, Felix!“. Doch, wo Felix jedes Mal Ruhm, Anerkennung und eine goldene Medaille bekommt, landet Ralph nur im Schlamm und haust auf einer Müllkippe. Irgendwann reicht es Ralph und er haut ab, um sich woanders eine Goldmedaille zu besorgen. So landet er schließlich im Spiel „Sugar Rush“, wo die freche Vanellope ihm tierisch auf den Geist geht, weil sie endlich beim Go-Kart-Rennen mitfahren will. Mal das Fazit vorab: „Wreck-it Ralph“ ist ein großartiger Film für die ganze Familie und sollte unbedingt von allen, die Animationsfilme mögen, angesehen werden! Und nun im Detail: Die Story von „Wreck-it Ralph“ ist interessanterweise recht tiefgründig und hat mehrere Twists parat, die den Film bis zum Ende unterhaltsam bleiben und vor allem unerwartet enden lassen. Hier kann der Film voll punkten. Ggf. hält Ralph sich etwas zu lange in „Sugar Rush“ auf, aber ein Großteil des Films macht eben die Beziehung zwischen Ralph und Vanellope aus. Für Videospielkenner ist der Film eh ein Muss! Es gibt zahlreiche Anspielungen auf alte Computerspiele, die nicht jeder versteht. So sind die Figuren beim Treffen der anonymen Bösewichte („Bad Anon“) klasse besetzt mit M. Bison und Zangief aus Street Fighter, dem Gespenst aus Pacman, Dr. Eggman aus Sonic the Hedgehog, Bowser aus den Mario-Spielen und anderen. Und auch in der Spielhalle begegnet man zahlreichen Computerspielcharakteren wie Frogger, Bomberman, Chun-Li und zahlreichen anderen. Es macht einfach Spaß zuzuschauen und über kleine Insider-Witze zu lachen, wenn z.B. Ryu und Ken nach ihrem Kampf ein Bier trinken gehen. Glücklicherweise schafft der Film es aber, die Insider-Gags gering zu halten, sodass auch andere Zuschauer ihren Spaß haben. Natürlich klappt dies nicht allen bei allen Schildern/Gags. Ich sag nur „Nesquik-Sand“. ;) Die 3-D-Effekte hätte man sich wieder einmal sparen können. Der Film ist in 2-D genauso witzig, weil er eben von der Story und den Charakteren lebt. Natürlich ist die Animationstechnik umwerfend. Und man lacht sogar, wenn sich einige Charaktere nicht flüssig, sondern abgehakt bewegen, wie es bei früheren Spielen der Fall war. Die Synchonisierung hat mir sehr gut gefallen. Alle Charaktere kommen gut rüber, sowohl der große, etwas grobe Ralph, als auch die quirlige Vanellope. Natürlich würde ich aber auch gerne nochmal die Originalstimmen zum Vergleiche hören, die wahrscheinlich doch noch etwas besser sind. Sehr gut fand ich auch, dass einzelne Schilder im Film übersetzt wurden. Und zwar nicht als langweilige Untertitel-Übersetzung, sondern direkt im Film. So etwas kenne ich nur von früher aus älteren Filmen, aber in der heutigen Zeit ist das eher selten. Dies hilft dabei, dass auch jüngere Kinder den Film gut verstehen. Die Musik ist im Übrigen sehr eigenwilli, aber passend. Manchmal in 8-Bit-Sound, dann mal wieder extrem poppig. So steuerte die japanische Girl-Band AKB48 den Song Sugar Rush bei. Also: Fazit steht schon oben, der Film lohnt sich! PS: Auch empfehlenswert ist der Vorfilm „Paperman“, der in schöner Grauton-Optik und Disney-Look bezaubern kann! Film: Silent Hill: Revelation
Heather Mason (Adelaide Clemens) ist mir ihrem Vater Harry (Sean Bean) wieder einmal in eine neue Stadt gezogen, um vor jemanden zu fliehen, den Heather nicht kennt. Hier plagen sie Alpträume mit grauenvollen Monstern und einer Stadt namens „Silent Hill”. Als Heathers Vater entführt wird, reist Heather zusammen mit einem Freund Vincent (Kit Harington) nach Silent Hill. „Silent Hill 3“ war der erste Teil der SH-Reihe, den ich gespielt habe. Umso mehr habe ich der zweiten SH-Verfilmung entgegen gefiebert. Und war der erste „Silent Hill“-Film noch ein Musterbeispiel für gute Computerspielverfilmungen, enttäuscht „Silent Hill: Revelation“ an sehr viele Stellen. Computerspielverfilmungen muss man, genauso wie Fortsetzungen, immer aus zwei Perspektiven sehen: Aus Sicht der Person, die das Spiel (oder den ersten Teil) kennt und den Rest der Zuschauer. Ein sehr guter Film schafft es beide Parteien mitzunehmen und zu begeistern – etwas, wo „SH: Revelation“ versagt. Für die Kenner des Spiels: Die Story wurde zwar grob erhalten, aber doch an einigen entscheidenden Stellen abgeändert. Es tauchen Monster im Film auf, die mir aus dem Spiel nicht bekannt sind, aber zumindest laut Wiki-Seite Ähnlichkeiten aufweisen. Die Gestaltung des „Missionary“ hat mir gar nicht gefallen und der Endkampf sowie die Auflösung der Geschichte ist grauenvoll. Sie haben rein gar nichts mehr mit dem Spiel zu tun. Wer die Spiele nicht kennt, der hat wahrscheinlich geringere Erwartungen bzw. sieht die fehlenden Übereinstimmung nicht. Die Story als solches ist aber so verworren und in meinen Augen nicht gut erzählt, dass man auch so nicht komplett in den Film findet. Einige Figuren verhalten sich extrem unlogisch, ebenso wie einige Monster. Wer den ersten Teil nicht gesehen hat, findet auch kaum einen Zugang zu „SH: Revelation“. Es wird zwar in Rückblenden versucht zu erzählen, wie Heather (aka. Sharon) aus „Silent Hill“ zu ihrem Vater fliehen konnte, aber was davor war, bleibt für die Zuschauer unbekannt. Schlecht war ebenfalls das 3-D, was komplett hätte entfallen können. Der fallende Schnee war nett, aber auf die Dauer auch belastend und sonst gab es kaum Szenen, wo die Technik sinnvoll eingesetzt wurde. Auch missfallen hat mir die deutsche Synchronisierung. Heather spricht so monoton und gleichgültig, als wäre ihr alles egal. (Kritiker sagen das zwar auch vom Spiel, aber naja.) Ich werde mir den Film also noch einmal auf Englisch ansehen müssen, um zu hören, wie es da klingt. Sehr gut sind die Monster (bis eben auf den Missionary) und die Stimmung des Film. Das alternative Silent Hill wird wieder sehr gut eingefangen und die Übergangseffekte sind klasse. Es gibt viele schöne Schockeffekte und natürlich Nebel ohne Ende. :) Zum Schluss des Films gibt es sogar noch Anspielungen auf andere Silent-Hill-Spiele, wenn man genau aufpasst. Alles in allem war es aber kein so guter Film. Das Fehlen von Regisseur Christophe Gans und Drehbuchautor Roger Avery, die beide den ersten Teil gestaltet haben, spürt man deutlich. Dennoch werde ich mir den Film wohl auf DVD holen und noch einmal in Englisch anschauen. Vielleicht wird es mit dem nächsten Teil wieder besser. Samstag, 8. Dezember 2012Film: Cloud Atlas
Sechs Geschichten in sechs verschiedenen Epochen der Menschheit. Und in allen begegnen sich die gleichen Menschen immer wieder. Im frühen 18. Jahrhundert segelt der Anwalt Adam Ewing (Jim Sturgess) von einer Pazifikinsel zurück nach London. Er leidet aber unter einer Krankheit und wird von Dr. Henry Goose (Tom Hanks) auf der Schiffreise behandelt. Die Geschichte Ewings wird später in einem Buch zusammengefasst. Dieses Buch liest der junge Komponist Robert Frobisher (Ben Whishaw) Anfang der 1930er Jahre, nachdem er Hals über Kopf seinen Liebhaber Rufus Sixmith (James D'Arcy) verlassen hatte, um mit dem alternden Komponisten Vyvyan Ayrs (Jim Broadbent) zusammen zu arbeiten. Hier schreibt Frobisher sein Wolkenatlas-Sextett. Auf das Sextett stößt die Journalistin Luisa Rey (Halle Berry) in den 1970ern, nachdem sie kurz zuvor auf Rufus Sixmith getroffen war. Sixmith ist Physiker und wird in seinem Hotelraum tot aufgefunden, nachdem er sich mit Rey verabredet hatte. Als sie für Untersuchungen zu Sixmiths Arbeitsstätte, einer Energiefirma, fährt, trifft sie den Wissenschaftler Isaac Sachs (Tom Hanks). Timothy Cavendish (Jim Broadbent) ist ein erfolgloser Verleger, der auf ein Buch über Frobisher und das Wolkenatlas stolpert. Per Zufall gelangt er an viel Geld, verliert es wieder und muss aus einem Altenheim ausbrechen. Seine Geschichte schreibt er selbst auf und sie wird später sogar verfilmt. Den Film (oder einen Teil davon) bekommt Sonmi-451 (Donna Bae) in einer dystopischen Zukunft zu sehen. Eigentlich ist sie nur eine geklonte Kellnerin in einem Fast-Food-Laden in Neo Seoul. Eines Tages befreit Hae-Joo Chang (Jim Sturgess) sie aber und stellt ihre Rolle in der Gesellschaft in Frage. In einer noch ferneren post-apokalyptischen Zukunft ist die Erde (aufgrund von Kriegen) dem Untergang geweiht. Zachry (Tom Hanks) ist ein einfacher Hirte, der mit seiner Familie in einem kleinen Dorf auf einer Insel wohnt. Der Stamm betet Somni als Göttin an. Eines Tages kommt eine Frau namens Meronym (Halle Berry) zu Besuch und will Forschungen anstellen. Puh, ich hoffe, ich habe nicht zu viel verraten, aber fast jede der Geschichten hat Wendungen, die es spannend werden lassen. Tom Tykwer (immer noch bekannt für „Lola rennt“) und die Wachowski-Geschwister (bekannt für die Matrix-Trilogie) zaubern mit „Cloud Atlas“ einen riesigen Film auf die Bühne. 172 Minuten lang verfolgt man parallel alle sechs Geschichten. Da die Geschichten aber nur wenig zusammenhängen (siehe oben), verwirrt dies nicht und man kann gut folgen (was bei „Inception“ ja für manche etwas schwierig war). Das namensgebende Sextett kommt im Film im Übrigen nur in zwei Geschichten aktiv vor, auch wenn es den anderen Geschichten als Hintergrundmusik unterlegt ist. Die Geschichten selbst sind alle sehr gut und beschäftigen sich vor allem mit dem Thema Unterdrückung. Entsprechend gibt es auch einige Gewaltszenen bzw. Szenen, bei denen etwas mulmig im Magen werden kann. Und einige sind auch extrem traurig, auch wenn sie ein Gefühl der Hoffnung zurücklassen wollen. Die Schauspieler sind großartig und einige erkennt man hinter ihren Masken gar nicht. Die zwei Handvoll Darsteller übernehmen eigentlich in jede der Geschichten eine größere oder kleine Rolle und wurden dafür mitunter ganz schön umgestaltet. Der Oscar für die Beste Maske könnte also an „Cloud Atlas“ gehen. Aber auch sonst sind die Kulissen und Szenerien extrem hübsch anzusehen. Mir hat die Geschichte um Somni-451 am besten gefallen, da ich dystopische Themen grundsätzlich spannend finde. Die Geschichte um Timothy Cavendish ist dagegen die schwächste in meinen Augen, da sie thematisch zu sehr aus allen anderen heraussticht. Das Buch „Cloud Atlas“ kenne ich im Übrigen nicht, werde es aber vielleicht mal lesen, um ggf. einen noch besseren Einblick in die Figuren zu bekommen. Den Film kann ich aber gefahrlos allen empfehlen. Sonntag, 25. November 2012Film: Skyfall
Bei einer Verfolgungsjagd auf einem Zug wird Geheimagent James Bond (Daniel Craig) von einer Kugel getroffen und nutzt seinen „Tod“ für eine kleine Auszeit. Doch der britische Geheimdienst MI-6 kann nicht trauern, da der Verfolgte mit einer Liste aller NATO-Geheimagenten entkommen ist. Es dauert nicht lange, bis die Bösen den Code entschlüsselt haben und weltweit Agenten enttarnt und getötet werden. Bond tritt wieder auf den Plan, um den Schurken (Javier Bardem) zu stellen. Ich bin kein Bond-Fan und „Skyfall“ ist erst der zweite Film nach Quantum of Solace, den ich im Kino gesehen habe. Dennoch haben mich die recht guten Kritiken ins Kino gezogen. Im Endeffekt habe ich es nicht bereut, da „Skyfall“ ein sehr guter Agenten-Actionfilm ist. Allein im Vorspann sitzt man gespannt vor lauter Tempo und Action in den Kinosesseln bis er dann mit Bonds Sturz (siehe Trailer) endet. Die Überblendung zu dem (in meinen Augen) absolut genialen Intro mit der Musik von Adele beeindruckt dann schon sehr. Aber auch im Film gibt es in den 143 Minuten kaum eine langatmige Stelle. Einzig die Erklärung von Bösewicht Bardem ziehen sich etwas. Von der Story erinnert „Skyfall“ (wie schon zuhauf im Internet erwähnt) stark an The Dark Knight, aber es gibt Schlimmeres als sich an einem guten Film zu orientieren. Schade fand ich die zahlreichen Logiklöcher im Film. Ich kann nicht auf sie eingehen, ohne zu spoilern, daher lasse ich es. Aber in jeder Firma ist die Informationssicherheit höher als beim MI-6 scheint mir. Ebenso wurde Bondgirl Sévérine (Bérénice Marlohe) gerade zu verheizt. So lieblos wurde wohl noch nie mit einem Charakter umgegangen. Problematisch ist auch die Timeline. Da ich das Bond-Universum nicht verfolge, weiß ich nicht, ob es da so etwas wie Kontinuität geben soll, aber mir scheint nicht. Es gibt oft Referenzen auf frühere (also viel früher) Filme wie Anmerkungen von Q oder der Aston Martin, aber so ganz passt das alles nicht zusammen, wenn man mehr über die Lebensgeschichte von James Bond erfährt. Aber da ja eh kaum jemand wegen der Logik in einen Action-Film geht und man zwei Stunden gut unterhalten wird, ist „Skyfall“ ein ganz guter Film, der man sich ruhig anschauen kann. Montag, 12. November 201218. Filmschau Baden-WürttembergIn Stuttgart ist nicht nur das Fantasy Filmfest, sondern dieses Jahr auch die 18. Filmschau Baden-Württemberg. An den fünf Programmtagen vom 28. November 2012 bis zum 2. Dezember 2012 werden in den Innenstadtkinos verschiedene, hauptsächlich inländische Filme gezeigt. Zur Auswahl gehören diverse Spielfilme wie „Bissige Hunde„ oder „3 Zimmer/Küche/Bad, die ersten zwei Folgen der zweiten Staffel der Serie „Game of Thrones“ (sogar kostenlos), eine Folge Tatort, diverse Dokumentarfilme sowie Kurz- und Animationsfilme. Ich weiß noch nicht, ob ich hingehe, auch wenn mich „The Big Black“ und „Finn und der Weg zum Himmel“ interessieren. „3 Zimmer/Küche/Bad“ läuft ja sowieso schon aktuell in den Kinos.
« vorherige Seite
(Seite 2 von 17, insgesamt 166 Einträge)
» nächste Seite
|
SucheArchivKategorienBlogrollCreative CommonsVerwaltung des Blogs |
