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Spielbericht vom Auryn 2016

Jedes Jahr findet in Böblingen im Waldheim ein Spielefest statt, das Auryn 2016. 48 Stunden lang kann man von Freitag bis Sonntag zahlreiche Spiele austesten, viel Spaß haben und viel essen. Veranstaltet wird das Ganze vom Spieleverein FsF e.V. (Verein zur Förderung spielerischer Freizeitaktivitäten).

Verpflegung

In dem Artikel will ich ein paar der Spiele vorstellen, die ich gespielt habe.

Aufbruch zum roten Planeten

Aufbruch zum roten Planeten ist ziemlich neu in Deutschland und erst vor drei Monaten bei Heidelberger erschienen. Jeder Spieler hat ein gleiches Set von Handkarten, die verschiedene Personen/Berufe und damit unterschiedliche Aktionen darstellen. Alle wählen gleichzeitig geheim eine Karte. Dann wird von 9 bis 1 heruntergezählt und nach ein nach die jeweilige Personenkarte mit der richtigen Nummer aufgedeckt. Dabei gilt: Je niedriger die Nummer, desto mächtiger ist die Aktion, aber umso später kommt man auch dran.

Unter den Aktionen ist per Standard, dass man ein oder zwei seiner Astronauten auf eines der zahlreichen Raumschiffe setzen kann, die in Richtung Mars unterwegs sind. Jedes Schiff landet dabei auf unterschiedlichen Regionen des Planeten. Nach einer gewissen Anzahl Runden gibt es eine Auswertung, wer in welchem Gebiet die Mehrheit an Astronauten hat und somit die jeweiligen Kristalle ernten kann, die dort wachsen und die am Ende des Spiels Siegpunkte wert sind. Zusätzliche Auftragskarten bringen noch etwas mehr Variabilität rein.

Das Spiel hat notwendigerweise einen hohen Interaktionsgrad. Raumschiffe können zerstört werden. Astronauten verschwinden im Nichts (wo sie natürlich nicht sterben, sondern glücklich weiterleben). Raumschiffe landen nicht zwingend an dem Ziel, das sie ursprünglich anvisiert hatten. Der Ärgerfaktor ist also hoch und darauf muss man sich einlassen. Man kann das Spiel nicht durchplanen und ähnlich wie bei Broom Service kann die gewählte Aktion sogar komplett verpuffen und nichts Sinnvolles einbringen.

Da die Personenkarten gleichzeitig ausgewählt werden, ist die Downtime recht gering. Einzig beim Runterzählen kann es sein, dass man etwas länger warten muss – vor allem, wenn man eine niedrige Nummer gewählt hat. Ansonsten spielt sich das Spiel aber recht schnell und macht viel Spaß. Aber: Ich würde es mir nicht kaufen. Dafür fehlt mir einfach das gewisse Etwas. Aber ich spiele es gerne wieder mit.

Aufbruch zum roten Planeten

Stadt der Spione

Stadt der Spione wiederum würde ich mir kaufen. :D Ebenfalls von Heidelberger und ebenfalls sehr neu war mir das Spiel aber bis zum Spielefest total unbekannt. Nachdem wir uns in die Regeln eingearbeitet hatten (leider kannte niemand der Erklärer das Spiel), hatten wir in der erste Runde immer noch keine Ahnung, was wir eigentlich tun. Und dann fiel der Groschen …

In „Stadt der Spione“ hat jeder Spiele am Anfang die gleichen Charakterkarten auf der Hand. (Nein, ich schreibe nicht von „Aufbruch zum roten Planeten“ ab …) Diese eigenen Spione kann man auf die sechs unterschiedlichen Schauplätze schicken, um den dort befindlichen neutralen Spion für die eigene Seite zu rekrutieren. Damit es lustiger ist, legt man in der Regel die Spione geheim hin. Das heißt: Niemand weiß, welchen Spion man gelegt hat, welcher Stärke oder Spezialfähigkeit dieser hat. Ist es ein starker Charakter (die Seite mit dem größten Stärkewert rekrutiert den neutralen Spion) oder hat er als Spezialfähigkeit, erst einen anderen Spion auszuschalten? Glücklicherweise geben die drei bis unterschiedlichen Orte an den sechs Schauplätzen, die Möglichkeit unter die geheim gelegten Spionkarten der anderen Spieler zu schauen.

Nachdem alle Spieler gelegt haben, arbeitet man einen Schauplatz nach dem anderen ab. Dies führt dazu, dass sich ggf. auch Veränderungen an den angrenzenden Schauplätzen ergeben und dort Stärke-Mehrheiten verschoben werden. Auf die Art ergibt sich ein hoch-interaktives und spannendes Bluff-Spiel. Da das auf Dauer aber auch nicht so unterhaltsam wäre, wählt am Ende jeder Runde die sechs Spione aus, die man in die nächste Runde mitnehmen will. Die anderen werden in den Ruhestand geschickt. Auf die Art spielt man einige Runde, sodass man am Ende des Spiels die Spione auf der Hand hält, die zum einen die meisten Siegpunkte aufgedruckt haben und zusätzlich am besten noch die meisten Ziele erfüllen.

Wie erwähnt, hatte ich vorher noch nie von „Stadt der Spione“ gehört. Umso erstaunter war ich, was für ein sehr gutes, interaktives und spaßiges Spiel der Verlag mesboardgames damit veröffentlicht hat. Das ist auch der Grund, wieso ich „Aufbruch zum roten Planeten“ nicht kaufen werden, dafür aber „Stadt der Spione“ auf meiner Liste stehen habe.

Stadt der Spione

Kodama

Kodama ist ebenfalls neu, aber gibt es bisher noch nicht auf Deutsch. Ich habe es per Zufall in einem Spieleforum erstanden, weil ich die andersartige Spielidee so großartig fand.

In Kodama lassen wir einen Baum wachsen. Jeder Spieler hat eine Baumstammkarte vor sich liegen. Danach wählt man von vier ausliegenden Astkarten reihum eine Karte aus und lässt seinen Baum damit wachsen, indem man die Karte an seinen Baumstamm anbaut. In folgenden Zügen kann man natürlich auch bestehende Äste weiter wachsen lassen. Für jede gelegte Karte gibt es Punkte in Anzahl der abgebildeten Symbole auf der Astkarte (Würmer, Glühwürmchen, Sterne, Pilze, Blumen), die in einer ununterbrochenen Linie Richtung Stamm abgebildet sind. Das klingt komplizierter als es ist … am kompliziertesten am Spiel ist immer noch die Siegpunktleiste, die mit zwei Markern, die Einer- und Zehnerstellen darstellt. Vor allem bei den Überträgen kommt man ständig durcheinander.

Aus Versehen spielten wir das Spiel zu sechst und wunderten uns, dass die Astkarten nicht für alle Spieler ausreichten. Insgesamt hat es aber sehr viel Spaß gemacht und obwohl es um Siegpunkte gibt, steht das hübsche Baum bauen im Vordergrund. Als Entspannungsspiel ist Kodama also sehr gut geeignet.

Kodama

Codenames-Dixit-Mashup

Codenames Pictures steht bereits in den Startlöchern und wird in Essen im Oktober erscheinen. Wer nicht so lange warten will und gerne Knoten im Hirn hat, kann sich ja an einem Codenames-Dixit-Mashup versuchen. Anstelle der 25 Begriffe, legt man 25 Dixit-Karten (oder Mysterium-Karten, wenn es darum geht) aus und versucht diese zu sinnvollen Oberbegriffen zu verbinden.

Funktioniert das? Ja, schon irgendwie. Macht es Spaß? Mir nicht. Wieso nicht? Weil die Dixit-Karten zu viel abbilden. Man muss als Erklärer sehr lange nachdenken, ehe man überhaupt eine Verbindung sieht – die dann wiederum auf anderen Karten aber auch vorkommen kann. Manchmal passt es sehr gut, insgesamt hat mich die Wartezeit aber schon gestört.

Wichtig: „Codenames Pictures“ hat wesentlich einfacherer Grafiken, die zwar auch mehrere Dinge zeigen, aber nicht so interpretationsfähig sind wie Dixit. Dennoch: Wer es mal versuchen will und beide Spiele daheim hat, kann sich an einem Codenames-Dixit-Mashup versuchen.

Sushi Dice

Ich mag keine Geschwindigkeitsspiele – vor allem, weil ich so langsam bin. Daher ist Sushi Dice auch nicht so recht das Wahre für mich. Jeweils zwei Spieler würfeln um die Wette und versuchen ein bestimmtes Sushi-Gericht „herzustellen”. Die anderen Spiele passen auf und wenn beide Spieler gleichzeitig ein bestimmtes Symbol würfeln, können die Außenstehenden reinrufen und die Spieler wechseln.

Durch das Aufpassen und Reinrufen sind alle Spieler involviert, auch wenn nur zwei aktiv etwas tun. Daneben spielt es sich sehr schnell, dennoch muss ich nicht zwingend wieder mitspielen. Wenn es um Sushi geht, bevorzuge ich das für mich bessere Sushi Go.

Krazy Words

Krazy Words steht auf der Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres. Das ist auch der Grund, wieso ich es mir zugelegt habe – und ich wurde nicht enttäuscht. Die Spieler ziehen Erklärungskarten („Etwas Glitschiges“, „Ein anderes Wort für Tierarzt“ etc.) und dazu noch drei Vokale und sechs Konsonanten. Aus den neun Buchstaben muss dann jeder Spieler ein Wort legen, das es (im Deutschen) nicht gibt. Alle Erklärungskarten werden zusammengewürfelt und vorgelesen und die Spieler müssen die gelegten Wörter den Erklärungen zuordnen, wofür es Punkte gibt.

Aber wer ahnt es nicht? Die Punkte sind irrelevant. Krazy Words spielt man, um zu Lachen und Spaß zu haben und nicht, um zu gewinnen. Aus dem Grund kommt das Spiel wie andere „Partyspiele“ in unterschiedlichen Gruppen auch anders an. In einer Gruppe, die sonst immer Hardcore-Strategiespiele mit extrem viel Denkanteil spielen, kann es passieren, dass diejenigen versuchen, echte Wörter zu legen oder zumindest von der Lautschrift ähnliche. Aber auch hier gilt natürlich: Die Regeln einfach nicht zu eng interpretieren und schon kann auch das Spaß machen.

Insgesamt hatten wir auf dem Auryn sehr viel Spaß und haben Tränen gelacht bei einigen Wörtern. Viel lustiger als das direkte Zuordnung war noch zu den Wörter selbst Erklärungen zu suchen. Und es war erstaunlich, wie oft die Mitspieler einen Begriff mehrheitlich einer Erklärung zuordnen, weil sie dies einfach stärker assoziieren als die richtige Lösung.

Tiefseeabenteuer

Abschluss des ersten Abends war das Tiefseeabenteuer. Es erinnerte mich sehr stark an Celestia oder Willkommen im Dungeon, was hauptsächlich daran liegt, dass es ein Push-Your-Luck-Spiel ist, bei dem man die anderen mit ins Verderben reißen kann.

Die Spieler sind tauchen, die nach Schätzen tauchen. Mittels Würfelwurf rückt man auf der Leiste immer tiefer hinab. Irgendwann entscheidet man sich einen Schatz aufzuheben und ab jetzt beginnen die Probleme. Zum einen muss man beim Auftauchen pro Schatz, den man gerade trägt, einen Punkt vom Würfelwurf abziehen. Man ist also langsamer! Daneben verbraucht für jeden Schatz auch noch einen Sauerstoff. Das wäre nicht ganz so tragisch, wenn sich nicht alle Spieler einen gemeinsamen Sauerstoffvorrat teilen. Wenn der aus geht und man nicht in Sicherheit des Bootes ist, geht man leer.

Durch den gemeinsamen Sauerstoffvorrat gibt es notgedrungen einen hohen Grad an Interaktion. So reitet einen ein Mitspieler mit in den Untergang, weil derjenige zu gierig ist und versucht drei Schätze gleichzeitig zu heben. Als gieriger Mitspieler macht das natürlich auch Spaß und dennoch kann man es in Sicherheit schaffen.

Was mich etwas stört ist der recht hohe Zufallsfaktor. Es kann sein, dass jemand mit drei Schätzen unterm Arm schneller vorwärts kommt, wenn derjenige immer Sechsen würfelt, als jemand ohne Schatz, der dummerweise immer nur Einsen würfelt. Taktisch kann man hier auch nichts entscheiden. Irgendwann muss man auftauchen und wenn die Würfel nicht mitspielen, geht man eben unter. Das gefällt mir bei Celestia und Willkommen im Dungeon besser, da man zumindest nach dem Würfeln bzw. Ziehen einer Karte eine Möglichkeit der Entscheidung hat („Steig ich aus oder bleib ich dabei.”). Das fehlt mir bei Tiefseeabenteuer.

Tiefseeabenteuer

Oben und Unten

Am Sonntag hatte ich Standdienst und konnte daher nur ein Spiel mitspielen. Die Wahl fiel bereits am Vortag auf Oben und Unten. Ich hatte es zuvor nur einmal zu zweit gespielt und wollte es mal in voller Besetzung erleben.

In „Oben und Unten“ baut jeder Spieler ein Dorf aus, in denen Menschen leben. Die Startbevölkerung (bestehend aus drei Personen) kann neue Personen anheuern, das Dorf ausbauen oder auf ein Abenteuer in den Höhlen unter Grund gehen. Die Abenteuer funktionieren in der Art eines „Choose Your Own Adventure“-Spiels. Man würfelt und dann wird aus einem Buch eine kleine Geschichte vorgelesen. Hier kann man sich für verschiedene Proben entscheiden, die unterschiedlich schwer sind. Je nach Ausgang der Probe bekommt man eine Belohnung in Form von Gegenständen, die wiederum als Siegpunkte fungieren. Wenn man eine Höhle erkundet hat, kann man dort auch Gebäude bauen. Und so wächst das Dorf oben und unten.

„Oben und unten“ hat das Problem, dass die Zielgruppe nicht ganz klar ist. Für Strategen sind die zufälligen Proben mit ihren Würfelwürfen ein No-Go. Für Rollenspieler sind die Dorf-Aufbau-Entscheidungen wiederum nicht ganz passend und die Abenteuer auch zu langweilig und wiederholend. Aber: Mit der richtigen Gruppe macht es Spaß! Und wie ich festgestellt habe, gehören Kinder dazu. Wir haben das Spiel mit zwei Kindern (ca. 10) gespielt, obwohl das Spiel erst ab 14 ausgewiesen ist. Beide stritten förmlich darum, wer die Geschichten für die anderen Spieler vorlesen durfte. Das war zwar mitunter etwas holprig beim Vorlesen, hatte aber den Vorteil, dass die Kinder besser Lesen lernen konnten – und das sogar freiwillig. Und ohne, dass die Erwachsenen groß geholfen haben, konnte die Zehnjährige das Spiel sogar gewinnen.

Ich gebe zu, dass mir die Inklusion von Kindern am besten gefallen hat und ggf. entfaltet „Oben und Unten“ hierbei sein volles Potential. Als Spieler hätte ich mir natürlich auch etwas mehr Abwechslung gewünscht. In der Regel geht man einfach auf die Probe, die man am ehesten schaffen kann. Auswirkungen gibt es selten welche. Selbst eine Auflösung gibt nur selten. Nur ganz am Ende des Buches gibt es Abenteuer, bei denen man je nach Entscheidung, an einer zweiten oder dritten Stelle im Buch weiterlesen darf. Das würde ich mir für den Nachfolger Near and Far wünschen, sodass noch mehr Abenteuer mit ins Spiel kommt. Ich denke, dass man Kinder damit noch mehr begeistern kann.

Oben und Unten

Buch: The Girl on the Train

Titel The Girl on the Train
Autor Paula Hawkins
Sprache Englisch
Genre Thriller
Verlag Black Swan, 2016
Seitenanzahl 409 Seiten

„The Girl on the Train“ hatte ich bereits letztes Jahr immer wieder in der Bahnhofsbücherei in der Hand. Und immer wieder habe ich es beiseite gelegt. Dann habe ich den Trailer der Verfilmung mit Emily Blunt gesehen und musste mir das Buch unbedingt kaufen. Manchmal reicht ein Klappentext doch nicht aus …

Rachael Watson fährt jeden mit dem Zug nach Euston und beobachtet die Welt, die an ihr vorbeizieht. Sie malt sich Geschichten der Personen aus, die sie in den Häuser sieht – vor allem das junge Pärchen, dass ein paar Häuser weiter von ihrer alten Wohnung wohnt – in der jetzt ihr Ex-Mann mit seiner neuer Frau und Kind lebt. Als Megan, die Frau, die Rachael beobachtet, plötzlich verschwindet, wendet sich Rachael an die Polizei, um zu helfen. Als die sie aber nicht ernst nimmt, forscht sie selbst nach, was in der Nacht von Megans Verschwinden passiert ist.

Paula Hawkins hat mit ihrem ersten Thriller genau ins Schwarze getroffen. Kein Superheld, kein toller Detective oder eine schlaue Anthropologin ist der Hauptcharakter, sondern eine ganz normale Frau, die gerade in einer schweren Phase ihres Lebens ist. Als Leser kann man sich so recht gut in die Person hinein versetzen und versucht selbst das Puzzle zu lösen, was mit der Frau in dem Haus, an dem Rachael jeden Tag vorbeifährt, passiert ist.

Das Buch war sehr gut, ich bin nun gespannt, wie der Film ist, der mich zum Kauf des Buches animiert hat. Auf Deutsch ist das Buch im Blanvalet-Verlag mit dem Untertitel Du kennst sie nicht, aber sie kennt dich erschienen.

Buch: Champion

Titel Champion
Autor Marie Lu
Sprache Englisch
Genre Sci-Fi
Verlag Penguin Books, 2013
Seitenanzahl 353 Seiten

Der junge Elector wurde gerettet und June und Day stehen an seiner Seite. Die Friedensgespräche zwischen Republik und Kolonien laufen. Prinzipiell könnte alles gut werden, wenn in den Kolonien im Osten Nordamerikas nicht eine neue Krankheit ausgebrochen wäre. Die Kolonien beschuldigen die Republik und verlangen ein Heilmittel. Als Auslöser wird Days Bruder Eden vermutet, nur ist Day nicht gewillt seinen Bruder herzugeben. Es beginnt ein erbitterter Kampf gegen die Zeit.

Nach Legend und Prodigy schließt Marie Lu mit „Champion“ ihre dystopische Geschichte ab. Wie zuvor ist das Buch abwechselnd aus Junes und Days Perspektive geschrieben. Und wie zuvor liest es sich sehr gut und sehr schnell. Auch im dritten Teil schafft es Marie Lu zahlreiche spannende Momente einzubauen und erneut gibt es Story-Twists, die mich als Leser nahezu an den Seiten kleben lassen, sodass ich es gar nicht mehr aus der Hand legen will. Tatsächlich reichte eine Zugfahrt aus, um es durchzulesen.

Ich bin gespannt, wie die Verfilmung sein wird und freue mich auf alle Fälle darauf. Auf Deutsch ist das Buch unter dem Titel „Legend – Berstende Sterne“ im Loewe-Verlag erschienen.

Humble PC & Android Bundle 14

Noch bis zum 12. Juli 2016 gibt es das „Humble PC & Android Bundle 14“ mit zahlreichen Spielen für Linux, Mac OS X und Windows zum Download. Die Spiele sind alle DRM-frei, wobei es auch Steam-Versionen gibt, und den Preis kann man selbst bestimmen. Nach dem Ende der Humble-Aktion stehen die meisten Spiele auch bei Steam oder im Humble Store zum regulären Kauf bereit.

Die Spiele im Detail

100000000

10 Millionen Punkte kann man erreichen und dahin ist es ein langer Weg in 10000000. Das Spiel kombiniert Pixel-Grafik-Adventure mit der Bejeweled-Funktionalität. Anstatt sich mittels stupider Mausklickerei durch Monsterhorden zu schnetzeln, muss man sein Köpfchen einsetzen und gleichartige Symbole zu einer Reihe von drei oder mehr zusammenfügen. Durch Schwerter und Zaubersprüche kämpft man gegen Monster und Drachen, Schlüssel öffnen Türen und Schatztruhen und vieles mehr. Dabei muss man schnell genug sein, ehe einen die linke Seite des seitwärtsscrollenden Levels einholt. Das ganze ist dabei in einer Pixel-Grafik gehalten. Leider steht das Spiel nicht in Deutsch zur Verfügung.

100000000

Badland

Auch seitwärts geht es in in Badland voran. Als geflügeltes Wesen muss man „nur“ von links nach rechts ans Ende des Levels gleiten. Die ersten Versuche sehen dann erinnern dann aber auch eher an die ersten Gehversuche eines Kindes, sodass man eher durch das Level stolpert und purzelt. Durch unterschiedliche Symbole wird man größer und kleiner, schneller und langsamer oder teilt sich. Die Grafik ist dabei echt tolll und hat eine sehr gute Mischung aus farbenfroher Hintergrundgrafik und minimalistischem Vordergrund. Badland ist sprachneutral, das Menü wurde aber sogar eingedeutscht.

Badland

Spacecom

SPACECOM steht auf Deutsch zur Verfügung, was auch notwendig ist, da es viel zu lesen gibt. In dem Weltraum-Taktikspiel steuert man eine Flotte aus mehreren Raumschiffen, die andere Planeten angreifen oder eigene verteidigen. Die Grafik ist sehr minimalistisch und zeigt nur das notwendigste. Verschiebbare Fenster im Spielbildschirm zeigen schon, dass die Information im Vordergrund steht und nicht die Grafik.

Spacecom

Please Don't Touch Anything

In Please Don't Touch Anything ist der Name Programm – zumindest die ersten 30 Sekunden. Spätestens dann kommt man in Versuchung den großen roten Knopf zu drücken, um zu schauen, was passiert. Und so ergeben sich aus diversen Kombinationen von Klickaktionen verschiedene Ereignisse, die man erreichen kann. Ein „Reset“-Knopf setzt alles wieder zurück und man kann sein Glück erneut versuchen, ein anderes Ereignis zu forcieren. Das Spiel ist ins Deutsche übersetzt, leider sind einige Leerzeichen dabei verloren gegangen, sodass es mitunter etwas kompliziert zu lesen ist.

Hinweis: Bei mir startet die run.sh wegen fehlendem Steam nicht, aber die Ausführung der runner-Datei ging dann doch.

Please Don't Touch Anything

Spider: Rite of the Shrouded Moon

Wer wollte nicht schon immer mal das Leben einer Spinne führen. Genau das kann man in Spider: Rite of the Shrouded Moon tun. Als Spinne springt man von Wand zu Wand und versucht so aus den Fäden ein Netz zu spinnen, was möglichst viele Fliegen, Motten und anderes Getier einfängt. Leider ist das Spiel nicht auf Deutsch erhältlich, wobei man mit Englisch-Grundkenntnissen auch weiter kommt.

Rite of the Shrouded Moon

You Must Build A Boat

Wer zuvor 10000000 gespielt hat, wird ein Déjà-vu haben, denn You Must Build A Boat funktioniert absolut identisch. Abenteuer werden bestritten, indem man gleichartige Symbole zusammenfügt und so, sein Boot und seine Mannschaft vergrößern kann. Die deutsche Sprachunterstützung hilft dabei sehr beim Verständnis.

You Must Build A Boat

Knights of Pen & Paper +1 Edition

Knights of Pen & Paper +1 Edition kennen manche ggf. vom Humble PC & Android Bundle 9. Das Spiel mit Nerd-Humor setzt Postboten und Büroangestellte als Rollenspieler an einer Tisch und lässt sie Abenteuer erleben, die mit zahlreichen Seitengags aufgelockert werden. Die Kämpfe sind dabei rundenbasiert und oft entscheidet der Würfel über den Ausgang.

Knights of Pen & Paper +1 Edition

Knights of Pen & Paper 2

Und weil Teil 1 so gut lief, wird auch gleich noch Teil 2 hinterher gelegt, der bei mir aber leider nicht lief. Daher kann ich zu dem Spiel nichts sagen. Es liest sich ähnlich, nur die Grafik sieht besser aus.

Asdivine Hearts

Asdivine Hearts ist ein Fantasy-Rollenspiel im Manga-Stil. Zack und Stella reisen durch die Welt und erleben zahlreiche Abenteuer durch rundenbasierte Kämpfe. Es gibt extrem viel zu erkunden – und extrem viel zu lesen, weswegen es auch schade ist, dass das Spiel nur Englisch zur Verfügung steht.

Asdivine Hearts

Unmechanical

Unmechanical erinnert ein bisschen an Badlands, denn auch hier fliegt man als kleiner Roboter in einer fast verlassenen Welt durch die Level und löst diverse Puzzle. Hierfür steht einem nur ein Traktorstrahl zur Verfügung, mit dem man kleinere Gegenstände wie Steine oder Kisten hochheben kann. Optisch präsentiert sich das Spiel in 3-D, obwohl es nur in 2-D realisiert wurde. Das Spiel ist sprachneutral, nur das Menü ist Englisch.

Unmechanical

Desktop Dungeons

Desktop Dungeons ist ein Rogue-Abenteuerspiel. Und anstatt durch die Level zu preschen und alles platt zu machen, sollte man sich seine Schritte genau überlegen. Durch das Erkunden von neuen Gebieten heilt man sich nämlich und kann so bei einer guten Planung die Gegner ohne spezielles Equipment besiegen. Und das ist wichtig, denn wenn man stirbt, fängt man von vorne an. Immerhin ist der Vorteil, dass die Monster erst einmal nicht angreifen, sondern nur bei einem Angriff zurückschlagen. Das Spiel liegt nur in Englisch vor.

Desktop Dungeons

Bundle erwerben

Den Preis für die Spiele kann man selbst wählen, wobei einige nur zur Verfügung stehen, wenn man den mindestens drei US-Dollar zahlt bzw. andere, wenn man mehr als 3 US-Dollar über dem aktuellen Durchschnittspreis zahlt.

Das bezahlte Geld kann man beim Kauf auf die einzelnen Entwicklerstudios, auf die Humble-Macher, die Electronic Frontier Foundation (EFF) oder die Charity-Organisation American Red Cross aufteilen.

Die Spiele stehen nach dem Kauf für Linux als Direktdownload oder BitTorrent-Link zur Verfügung. Zusätzlich gibt es für alle Spiele Steam-Keys. Bezahlen kann man mit Paypal, Amazon und Kreditkarte.

Hinweis: Vor dem Kauf sollte man zu allen Spielen die Systemvoraussetzung für Linux lesen.

Für die Spiele „Badland“, „Please Don't Rouch Anything“, „SPACECOM“, „Spider: Rite of the shrouded moon“, „Unmechanical“ und „You must built a boat“ stehen zusätzlich noch die Soundtracks in MP3- und FLAC-Format (außer Badland) zum Download bereit.

Meine Meinung

Vom ersten Lesen her mich kein Spiel so richtig angesprochen. Nach dem Kauf und dem Test konnten mich aber zumindest die beiden Platformer Badland und Unmechanical überzeugen. Sie fesseln lange und man denkt sich jedes Mal „Ach, nur noch ein Level!“ – und dann ist Mitternacht und dieser Text hier ist immer noch nicht fertig.

Die Idee von 10000000 und You must build ab boat finde ich sehr gut, aber grafisch ist das Spiel eben nicht mehr das, was ich längere Zeit anschauen möchte. Daneben ist es ehrlich gesagt auch sehr anstrengend auf die Dauer unter Zeitdruck das „Finde drei gleiche Symbole“-Spiel zu spielen. Da bevorzuge ich die normale Variante, bei der ich in Ruhe schauen kann, wo ich hinklicke – oder das sehr gute Puzzle Quest, was grafisch besser aussieht und auch eine gute Story hat (leider nicht für Linux erhältlich, dafür jetzt auch in Versionen mit Magic, Marvel oder Adventure Time).

Humble Summer Games Done Quick Bundle

Parallel zum aktuellen Games Done Quick-Marathon-Spiele-Event bieten die Humble Macher ein Summer Games Done Quick Bundle mit sechs Spielen für Linux, davon fünf sogar DRM-frei.

Die Spiele im Detail

VVVVVV ist ein 2D-Plattformspiel, bei der man als unerschrockener Wissenschaftsleiter eines abgestürzten Raumschiffes seine Truppe wieder einsammeln muss. In den Levels kann man sich nur nach rechts und links bewegen und die Gravitation umkehren, was aber für genügend Denkarbeit sorgt. Das Spiel war bereits im Humble Indie Bundle 3 enthalten.

VVVVVV
VVVVVV

Stilistisch interessant wirkt Dustforce DX. In diesem „Aufräumspiel“ übernimmt man die Rolle von – nicht lachen – Hausmeistern, die sehr akrobatisch alle Arten von Müll entfernen müssen. Ob Staub, Laubblätter oder Biomüll, alles wird sehr sprungintensiv weggefegt. Das Spiel war bereits im Humble Indie Bundle 6 enthalten.

Dustforce
Dustforce DX

In Guacamelee! übernimmt man die Rolle von Juan Aquacate, einem Agaven-Farmer, der sich in einer mexikanischen Wrestler mit übermenschlichen Kräften verwandelt. So ausgestattet zieht man in dem Action-Plattformer von Level zu Level und prügelt sich durch eine Schar von Gegnern. Das Spiel war bereits im Humble Indie Bundle 11 enthalten.

Guacamelee!
Guacamelee!

Super Meat Boy (aus dem vierten Bundle) ist ein Jump'n'Run, bei dem man als Super Meat Boy durch die Levels springen muss ohne dabei umzukommen. Der Schwierigkeitsgrad ist recht hoch und das Spiel fordern, macht aber dennoch Spaß. Leider gibt es das Spiel nur noch für Steam.

In Escape Goat 2 spielt man eine Ziege, die eine Festung einnehmen muss. Und so hüpft und springt man durch farbenfrohe Level und versucht nicht Opfer der zahlreichen Fallen zu werden.

Freedom Planet ist ein Platformer, bei der man als Katze im Sonic-Style durch die Level rennt und springt. Verschiedene Charaktere haben verschiedene Fähigkeiten, die man geschickt einsetzten muss.

Daneben gibt es noch zwei Serious-Sam-Title ausschließlich für Windows.

Bundle erwerben

Den Preis für die Spiele kann man selbst wählen, wobei diesmal mindestens 15 US-Dollar gezahlt werden müssen. Das Geld geht an Doctors Without Borders oder an eine andere Hilfsorganisation eigener Wahl.

Die Spiele stehen nach dem Kauf für Linux als Direktdownload oder BitTorrent-Link zur Verfügung. Zusätzlich gibt es für alle Spiele Steam-Keys. Bezahlen kann man mit Paypal, Amazon oder Kreditkarte.

Für die Spiele „Dustforce“, „Trine 3“, „Guacamelee“, „Escape Goat 2“ und „Freedom Planet“ stehen zusätzlich noch die Soundtracks in MP3-Format zum Download bereit.

freiesMagazin 07/2016 erschienen

freiesMagazin 07/2016 Titelseite

Heute ist die Juliausgabe von freiesMagazin erschienen und bringt viele spannende Artikel aus den Bereichen Linux und Open Source mit.

Inhalt der Ausgabe 07/2016

  • Ubuntu und Kubuntu 16.04 LTS
  • Der Juni im Kernelrückblick
  • Tomb Raider – Neugeburt einer Heldin
  • Vortasten mit Emacs-Lisp
  • Audacity 2.1 – Teil II
  • Rezension: Linux Mint – der praktische Einstieg
  • Leserbriefe und Veranstaltungen

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