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Bericht von der SPIEL 15 in Essen – Tag 2

Freitag, 9.10.2015

Der Freitag lief ähnlich wie der Donnerstag ab. Relativ früh im Parkhaus und so auch schnell in der Halle.

Dice City

Beim ersten Anblick von Dice City dachte ich noch an Machi Koro, dabei hat das Spiel rein gar nichts damit zu tun. Jeder Spieler hat ein Standardtableau und mehrere verschiedenfarbige Würfel. Die würfelt man und setzt sie je nach Farbe und Augenzahl auf das Tableau. Hierdurch erhält man Rohstoffe und kann die Würfel auch verschieben. Mit den Rohstoffen kauft man in der Auslage neue Gebäude, besiegt Gegner oder füllt Handelsschiffe mit Waren. Neue Gebäude baut man in sein Tableau ein und überdeckt damit alte. Und so geht das immer weiter …

… und ist leider nicht so spannend. Interaktion ist gleich Null. Wenn ich dran war, würfel ich meine Würfel und plane meinen nächsten Zug. In der Regel bekomme ich so nicht mit, was mein linker Nachbar nach mir macht. Den übernächsten kann ich dann wieder beobachten und beim dritten Spieler langweile ich mich, weil seine Entscheidungen eh nichts mit mir zu tun haben. Für mich ist das Spiel leider durchgefallen.

Dice City
Dice City

Kitty Paw

Ein Abstecher in Halle 7 bescherte uns ein Spiel Kitty Paw. Bei dem Schnelligkeitsspiel versucht man anhand einer Zielkarte Katzenkärtchen aufeinander zu stapeln. Mir liegen Geschwindigkeitsspiele leider gar nicht, daher war es zwar lustig mitzuspielen, aber ich würde es mir nicht kaufen.

Kitty Paw
Kitty Paw

Andromeda

Überraschen konnte uns danach Andromeda von Galakta. In dem Spiel übernimmt jeder Spieler eine Alienrasse und versucht eine verlassene Raumstation einzunehmen. Dabei müssen Räume erkundet und unter Kontrolle gebracht werden.

Interessant wird das Ganze durch einen tollen Würfelmechanismus. Der Startspieler würfelt alle Würfel, die verschiedene Aktionen ermöglichen bringen. Dann wählt er eine Menge von Würfeln aus und bietet diese den Mitspielern an, die diese und einen zusätzlichen Würfel aus der Auslage nehmen können. Wenn niemand das Angebot annimmt, muss man es selbst annehmen. So muss man sehr gut abwägen zwischen dem, was man gerade noch so anbieten kann, was der Gegner aber auch nicht ausschlagen will.

Ich finde es schade, dass niemand von uns das Spiel mitgenommen hat. Mal schauen, ob man später noch herankommt.

Andromeda
Andromeda

The Minion Recipes

Es stand auf keiner Liste und nur wegen der süßen Grafik bin ich auf das Spiel The Minion Recipes von Takoashi Games aufmerksam geworden. Es handelt sich um ein recht einfaches Drafting-Spiel für 3 bis 6 Spieler.

Man draftet Elemente und versucht mithilfe eines Kessels Minions zu beschwören, die einem am Spielende Siegpunkte bringen. Es ist damit ein sehr stark vereinfachtes 7 Wonders, was mir wesentlich besser als das gelobte Tides of Time gefällt (das ich nach drei Spielen wieder verkauft habe).

The Minion Recipes
The Minion Recipes

Achaia

Bei REDIMP GAMES wollte ich eigentlich Der Herr des Eisgartens anschauen, was mir aber vom Spielmaterial dann doch zu kompliziert aussah.

Der Herr des Eisgartens
Der Herr des Eisgartens

Also haben wir uns lieber zu Achaia gesetzt. Die Erklärung war zwar etwas konfus, aber man kam nach einigen Spielzügen doch rein. Es handelt sich um ein Würfelspiel, bei dem man seine Würfel aber nur einmal zu Spielbeginn würfelt und auf dem Brett/einzelnen Karten verteilt. In jeder der drei Runden kann man dann Handkarten ausspielen bzw. die Gunst verschiedener Götter nutzen, um Aktionen auszuführen. Zum Beispiel Würfel verschieben, neu würfeln oder die Augenzahl ändern. Am Ende einer Runde findet eine Wertung statt und derjenige der die Dominanz auf einer Karte hat, bekommt Punkte.

Das Ganze spielt sich schön schnell ohne lange Wartephase mit sehr guten Spielmechanismen. Vor allem, dass man nur einmal würfelt ist sehr angenehm und sticht dabei aus der Fülle an Würfelspielen auf der diesjährigen SPIEL positiv heraus. Es wäre definitiv ein Kaufspiel!

Achaia
Achaia

Titan Race

Soll ich dazu wirklich etwas schreiben? Aber es kann ja nicht alles gut sein, was man anspielt. In Titan Race steuert jeder Spieler einen Titan und versucht dreimal als Erster die gegenüberliegende Seite des Spielbrett zu erreichen. Dabei würfelt der Startspieler und jeder sucht sich reihum einen Aktionswürfel aus, mit dem man laufen oder angreifen kann.

Das Spiel spielte sich ehrlich gesagt sehr egal. Von anderen Spielern wurde man durch die Gegend geschoben und verprügelt und konnte nichts dagegen tun. Wenn ich Chaos haben will, spiele ich lieber Robo Rally. Und wenn es ums zufällige Verkloppen geht, hat King of Tokyo den höheren Spaßfaktor.

Titan Race
Titan Race

Starfighter

Danach war ich eine Weile auf mich selbst gestellt, da alle Mitspieler anderen Tätigkeiten oder Einkäufen folgten. Starfighter wollte ich unbedingt testen. Der Erklärer freute sich scheinbar wirklich, das Spiel nicht nur erklären, sondern auch mitspielen zu dürfen.

Beide Spieler steuern eine Raumschiffsflotte. Man spielt Karten aus, die Schiffe, die zum Angriff benötigt werden, oder andere Effekte zeigt. Die Karten überdecken sich aber zur Hälfte, sodass man mitunter einen guten Effekt abdeckt. Der Clou: Sobald der Effekt erneut aufgedeckt wird (z.B. weil man die Karte um 180 Grad drehen darf oder weil die darüber liegende Karte verschwindet), wirkt er erneut.

Mir hat das Spiel zwar gefallen, aber nach einer Partie kam es mir so vor, als wäre man extrem vom Kartenglück abhängig. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich meinen Mitspieler mit meinen Karten noch hätte einholen können - was ich auch nicht geschafft habe. Dazu ist es ein reines Zweipersonenspiel und davon haben wir bereits andere sehr gute. Dennoch würde ich es gerne noch einmal spielen.

Starfighter
Starfighter

Viceroy

Viceroy ist ein weiteres innovatives Spiel der Messe gewesen. Man bietet mit Edelsteinen auf Karten in einer Auslage und kann diese dann pyramidenförmig in die eigene Auslage einbauen. Hierfür muss man Kosten zahlen abhängig von der Pyramidenstufe, in der die Karte gelegt wird. Je höher, desto teurer wird es, desto besser sind aber auch die Effekte der Karte. Jede Karte hat darüber hinaus noch Farben an den Ecken, die von drei Karten vervollständigt bei gleicher Farbe einen Edelstein und am Ende Siegpunkte bringt.

Mir hat das Spiel sehr gut gefallen, Hobby World hat es mit 35 Euro nur sehr teuer angeboten. Das Spiel ist bereits bei Heidelberger angekündigt und soll dort nur 20 Euro kosten, was ein durchaus angemessener Preis ist. Wenn es dort erscheint, werde ich es mir kaufen.

Zuerst konnte ich das Spiel nur als Zuschauer genießen, als eine Gruppe von jungen Leuten es spielte. Da immer mal wieder Fragen von einem Spieler aufkamen, griff ich diesem mit ein paar hilfreichen Tipps unter die Arme. Aber natürlich war das etwas anderes als selbst zu spielen. Dazu hatte ich danach Gelegenheit als ein niederländisches Pärchen mit am Tisch saß und spielen wollte. Toll war die Erklärerin, die uns das Spiel in Deutsch erklärte, dem Pärchen in Holländisch und in der Summe dann in Englisch, wenn es alle betraf.

Viceroy
Viceroy

Spyfall

Da es mit dem Pärchen so viel Spaß gemacht hatte, haben wir uns gleich noch an Spyfall gesetzt (das den intelligenten „deutschen“ Titel „Agent Undercover“ erhalten hat). Es handelt sich um ein Kommunikationsspiel, bei der jeder Spieler einen Agenten mimt. Alle Agenten treffen sich an einem Ort und üben dort eine typische Funktion aus. Nur einer ist ein Spion und hat keine Ahnung, wo er ist. Der Spion muss erraten, an welchem Ort sich die Agenten befinden, die Agenten müssen herausbekommen, wer der Spion ist. Das Ganze geschieht nur über das gegenseitige Befragen, z.B. was man so sieht, wie das Wetter ist oder was es zum Frühstück gab.

Mir hat das Spiel so gut gefallen, dass ich es gleich mitgenommen habe und auf dem letzten Spieleabend kam es auch sehr gut an. Wer Kommunikationsspiele mit leichten Regeln man, wird hier definitiv fündig. Vielen Dank auch noch einmal an das niederländische Pärchen. Es hat Spaß mit Euch gemacht!

Spyfall
Spyfall

Plaid Hat Games

Am Stand von Plaid Hat Games gab es extrem viele gute Spiele zu sehen, auch wenn wir keines davon testen konnten.

Tail Feathers spielt im Maus und Mystik-Universum. Die Miniaturen sehen extrem gut aus. Das Manöversystem der Vögel wirkt gut durchdacht, ich bin gespannt, wie es sich spielt. Bei Watch it Played gibt Rodney Smith einen guten Überblick über das Spiel.

Tail Feathers
Tail Feathers

Ashes: Rise of the Phoenixborn kannte ich ebenfalls von Watch it Played. Leider gibt es noch keinen deutschen Publisher und es ist einfach zu viel Text, als dass ich mir das Spiel auf Englisch holen würde. Das Karten-/Würfelspiel hat ähnlich wie Magic ein vorgefertigtes Deck, was auf einen Charakter und die Würfel zugeschnitten ist. Vor allem die Grafik von Fernanda Suarez (von „Winter der Toten“) gefällt mir sehr gut.

Ashes: Rise of the Phoenixborn
Ashes: Rise of the Phoenixborn

Ebenfalls von Watch it Played war mir Specter Ops bekannt. In dem asymmetrischen Spiel im Stile von Scotland Yard übernimmt einer die Rolle eines Agenten und die anderen Spieler die Jäger. Der Agent läuft und agiert geheim mit Block und Stift bewaffnet. Mir gefällt das Spielprinzip, auch wenn ich bereits Die Akte Whitechapel besitze. Ich würde es dennoch gerne einmal spielen.

Specter Ops
Specter Ops

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