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Peaks of the Balkans 2018 – Teil 1: Einleitung und Tirana

Einleitung

Wanderurlaube sind nicht unbedingt etwas, denen ich sehnsüchtig entgegen fiebere. Mich stört weniger das Laufen an sich – auch wenn ich Radfahren bevorzuge – aber am Ende einer Tagesetappe bevorzuge ich ein gemütliches Bett, eine warme Dusche und was Gutes zu Essen. Unter Wanderung stellte ich mir eher das Gegenteil vor: ein Matratzenlager mit 20 Personen im Zimmer, Eintopf und Suppen zum Essen und nur jeden zweiten Tag fließend Wasser. Als ich von „Peaks of the Balkans“ hörte, dachte ich aber, dass es die Strapazen vielleicht wert ist.

„Peaks of the Balkans“ ist ein Rundwanderweg in den dinarischen Alpen, der durch Albanien, Montenegro und Kosovo führt und die die Länder sowohl geografisch als auch politisch miteinander verbinden soll. Nicht jeder kommt auf die Idee, in der Region Urlaub zu machen und vor allem auch die jüngere, politische Geschichte machte die Region für mich interessant. Die beste Reisezeit für den Wanderweg ist zwischen Juni und September. Das restliche Jahr über ist das Wetter eher unpassend und zahlreiche der Bergdörfchen sind nicht bevölkert, sodass man mit Zelt umherwandern muss. Aus dem Grund entschieden wir uns für einen Trip Ende August/Anfang September 2018.

Mit Hilfe des Rother Reiseführers hätten wir die Tour gut selbst planen und durchführen können. Da wir die Gegend aber nicht kannten und nur einen Teilweg der 192-km-langen Route wandern wollten, holten wir über einen lokalen Anbieter zumindest ein Tourenangebot ein. Zuerst fragten wir bei zbulo.org an, die für 2018 aber keine Kapazitäten mehr hatten. Sie verwiesen uns auf Balkan Natural Adventure. Dort wurden unsere Wünsche aufgenommen und wir hatten schnell einen Reisevorschlag vorliegen, der uns gefiel. Die Wandertour sollte in Albanien starten und durch Montenegro wieder nach Albanien führen.

Anfangs wollten wir die Reise noch selbst anhand des Vorschlages durchführen. Da es sprachlich in den abgelegenen Regionen aber auch mit Englisch eher schwer geworden wäre und einige Dinge vor Ort geklärt werden müssten, entschieden wir uns für einen Reiseführer, der uns auf der Wanderung begleitete. Am Ende luden wir noch zwei Freunde ein und freuten uns nach der Buchung im Mai sehr auf die Reise.

Albaniens Hauptstadt Tirana

Unsere Reise startete nicht mit einer Wanderung, sondern in der Hauptstadt Albaniens, Tirana. Wenn wir schon in der Region waren, wollten wir nicht nur die Landschaft sehen, sondern auch etwas von der städtischen Kultur mitbekommen.

Tirana würde ich als normale Großstadt bezeichnen. Es gibt neue, schicke Hochhäuser – gleich neben etwas älteren, teilweise baufälligen Gebäuden. Dazwischen liegen grüne Parks und in der Mitte der Stadt der Skanderbeg-Platz mit gleichnamiger Reiterstatue. Der albanische Nationalheld ist so bekannt, dass es sogar ein Brettspiel auf Basis seiner Schlachten gibt – im Übrigen das einzige albanische Brettspiel, das ich im Laden gefunden habe.

Blick vom Hotelzimmer auf die Stadt.
Blick vom Hotelzimmer auf die Stadt.

Skanderbeg-Platz.
Skanderbeg-Platz.

Skanderbeg-Denkmal.
Skanderbeg-Denkmal.

Zwei Tage blieben wir in Tirana und schauten uns die Stadt an. Interessant war für mich vor allem das House of Leaves, welches die Zentrale der albanischen Staatssicherheit zur Zeit der Diktatur unter Enver Hoxha von 1944 bis 1985 bildete. Es erinnerte sehr viel an die Staatssicherheit der DDR. Auch das Museum Bunk'art 2 in der Mitte der Stadt verriet in einem Bunker sehr viel über die Geschichte Albaniens. Natürlich waren wir auch im Historischen Nationalmuseum. Leider waren viele Texte an den Ausstellungsstücken nicht übersetzt, was das Verstehen und Einordnen etwas schwer machte. Am interessanten fand ich die – für mich neue Tatsache – dass Mutter Teresa albanischer Abstammung ist. Im Museum konnten wir anhand eines kurzen Filmes sehr viel über sie erfahren.

Eingang zu Bunk'art 2.
Eingang zu Bunk'art 2.

Pyramide von Tirana und Friedensglocke.
Pyramide von Tirana und Friedensglocke.

Gerberbrücke.
Gerberbrücke.

Zu den kulinarischen Spezialitäten Tiranas zählt wohl eindeutig die Pizza. Es gibt zahlreiche Pizzerias, die preislich sehr günstig sind. Auf Empfehlung hin waren wir in der Pizzeria Saporita, die wirklich sehr gut war. Lustig fand ich dagegen die am Morgen servierte „Hot Chocolate“ im Café, die eher einem warmen Schokoladenpudding entsprach, in dem ein Löffel stehen konnte.

Wir waren auch noch am See und im Park Parku i Madh, liefen über die Gerberbrücke (Ura e Tabakëve), standen an der Friedensglocke, gleich neben der Pyramide von Tirana, aber zwei Tage reichen zur Besichtigung Tiranas völlig aus. Die Stadt selbst ist nicht hässlich, aber auch nicht so schön, dass ich jedem dort ein Besuch extra nur wegen der Stadt empfehlen würde. Wer aber in der Gegend ist, wie wir, sollte vor allem den historischen Teil mitnehmen.

Kathedrale der Auferstehung Christi.
Kathedrale der Auferstehung Christi.

Bau einer neuen Moschee.
Bau einer neuen Moschee.

vor zu Teil 2

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