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Via Claudia Augusta 2016: Mit dem Rad nach Venedig und Verona – Teil 8

Tag 8: Treviso – Venedig (29.08.2016)

Am achten Tag ging es endlich nach Venedig. Natürlich nicht auf direktem Wege, weil dies nur ca. 30 Kilometer sind. Nach dem süßen Frühstück im Hotel (was in Italien Standard zu sein scheint), bemerkte ich, dass ich die Karte nach Altino und Venedig nicht aufs Navi geladen hatte. Glücklicherweise zeigt das Navi die Radwege alle an und man sehr gut danach navigieren.

Insgesamt fiel mir dabei aber auf, dass die Ausschilderung der Radwege in Italien insgesamt sehr spärlich ist. Sehr oft war ich nicht sicher, ob ich noch auf dem richtigen Weg bin und ohne Navi weiß ich nicht, ob ich das Ziel gefunden hätte. Okay, Venedig zu verfehlen, ist vermutlich schwer … Dennoch waren die Strecken und vor allem die Via Claudia Augusta in Deutschland und Österreich wesentlich besser ausgeschildert.

Die Strecke nach Altino führt weiter an Fiume Sile entlang, wo man nach einigen Kilometer auf einen Schiffsfriedhof vorbeikommt (Cimetero dei burci). Ansonsten fährt sich die Strecke sehr angenehm und eben, bis man irgendwann in Quarto d'Altino ankommt.

Cimetero dei burci.
Cimetero dei burci.
Torre dei Carraresi in Casale sul Sile.
Torre dei Carraresi in Casale sul Sile.

Dort fährt man entweder Richtung Südosten auf der Via Claudia Augusta weiter bis nach Altino oder fährt auf der SP40 Richtung Süden nach Venedig. Ich wollte natürlich nach Altino zum Museo Archeologico Nazionale di Altino. Dafür geht es ca. 8 Kilometer auf einer Schotterstraße durch Wiesen und am Fiume Zero entlang.

Das Nationale Archälogiemuseum kostet gerade einmal 3 Euro Eintritt und man erfährt sehr viel über das historische Altinum und die gesamte Gegend in der Lagune von Venedig. Mir hat der Aufenthalt sehr gefallen, schade waren aber zum einen die fehlenden Besucher (ich glaube, neben mir gab es nur zwei Gäste) und die meisten Erklärungen sind auf Italienisch. Größere Texte gibt es auch in Englisch, aber vor allem die Beschriftung an den Ausstellungsstücken ist nur in Italienisch, sodass man nicht genau weiß, was man da gerade sieht. Davon abgesehen kann ich das Museum aber nur empfehlen.

Weg zum Museo Archeologico Nazionale di Altino.
Weg zum Museo Archeologico Nazionale di Altino.
Ausstellungsstücke im Museum.
Ausstellungsstücke im Museum.

Nach dem einstündigen Besuch ging es zurück nach Quarto d'Altino, da man auf der Bundesstraße SS14 besser nicht mit dem Rad fährt. Es gäbe zwar auch einen Weg nach Norden über Jesolo bis zum Hafen in Punta Sabbioni, wo man dann mit der Fähre nach Venedig übersetzen kann. Dies waren aber 44 Kilometer Umweg, die ich nicht nehmen wollte, zumal mein Ziel auch Mestre hieß.

Mestre ist ein Stadtteil von Venedig und liegt auf dem Festland. Ich hatte mich gegen eine Fahrt mit dem Rad bis nach Venedig rein entschieden, da man in Venedig sowieso kein Rad fahren kann (was ich später bestätigen konnte). Daher suchte ich mir bereits vor dem Start der Reise eine Unterkunft im Hotel Piave, das in der Nähe des Bahnhofs lag. Von dort kommt man für 1,25 € in 10 Minuten bis nach Venedig. Und zusätzlich kostet die Unterkunft auch nur einen Bruchteil von den Zimmern in Venedig selbst.

Mestre mit Blick auf den Torre dell' Orologio.
Mestre mit Blick auf den Torre dell' Orologio.

Ankunft war gegen 13:30 Uhr im Hotel und gegen 15 Uhr war ich in Venedig. Natürlich besticht die Sicht auf den Canal Grande und San Simeone Piccolo. Gleichzeitig fallen aber auch die Menschenmassen auf, die sich durch dei Straßen und die Brücken drängen. Ich machte einfach das, was ich in einem Blog gelesen hatte: Ich lief einfach ohne Ziel durch die Straßen und schaute, wo ich herauskam. Dabei versuchte ich die Hauptrouten zu meiden, zumal die Läden sich nach einem Kilometer alle wiederholten. Viele Masken und viel „Murano”-Glas gibt es an jeder Straßenecke, was mich etwas erschreckte. Ich hätte nicht gedacht, dass Venedig so extrem touristisch geprägt ist.

San Simeone Piccolo.
San Simeone Piccolo.
Canal Grande.
Canal Grande.

Natürlich stolperte ich auch irgendwann über bekanntere Wahrzeichen Venedigs, wie zum Beispiel die Rialtobrücke, die bis zum Bau der Ponte dell’Accademia der einzige Übergang über den Canal Grande war. Am südöstlichen Gipfel von Venedig findet man die Kirche Santa Maria della Salute. Das barocke Bauwerk ist wirklich sehr schön, für den Einlass war ich aber zu spät.

Rialto-Brücke.
Rialto-Brücke.
Ponte dell’Accademia.
Ponte dell’Accademia.

Santa Maria della Salute.
Santa Maria della Salute.
Santa Maria della Salute.
Santa Maria della Salute.

Zurück in der Stadt bin ich in der Kirche San Barnaba auf eine Da-Vinci-Ausstellung gestoßen. In dieser wurde zahlreiche der Skizzen aus Da Vincis Notizbuch Codex Atlanticus nachgebaut und konnten auch ausgetestet werden. So gab natürlich bekannte Bauten wie das Fahrrad oder das Fluggerät, aber auch zahlreiche mechanische Geräte wie Zahnradübersetzungen, Hebezeuge und vieles mehr gezeigt. Die Ausstellung war wirklich interessant und war auch angenehm leer.

Da-Vinci-Ausstellung.
Da-Vinci-Ausstellung.

Bis zum Abend blieb ich in der Stadt. Gegessen habe ich an irgendeinem Kanal, wobei ich noch zu sehr in der Touristenregion gewesen bin. Dafür war das Essen nämlich zu teuer und hat auch nicht gut geschmeckt. Leider ist es mir am zweiten Tag auch nicht besser gelungen, ein ordentliches Restaurant zu finden. :( Insgesamt bin ich an dem Tag ca. 14 Kilometer durch Venedig gelaufen.

Canal Grande.
Canal Grande.

Strecke:62,5 km
Fahrtzeit:3:28 h
Ø-Geschwindigkeit:17,9 km/h
Höchster Punkt:41 m
Aufstieg:527 m
Abstieg:531 m

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