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Bericht von der SPIEL 15 in Essen – Fazit

Weitere Spiele

Weitere Spiele, die wir zumindest gesehen haben:

Winziges Weltall
Winziges Weltall
Takenoko Chibis
Takenoko Chibis
Play me
Play me
One Night Ultimate Vampire
One Night Ultimate Vampire
Poseidons Kingdom
Poseidons Kingdom
Flick 'em up
Flick 'em up

Fazit

Wie jedes Jahr hat es wahnsinnig viel Spaß gemacht. Ich hatte Bammel, dass es mit Samstag zu stressig und zu voll wird, aber die Idee, Terminvereinbarungen auf Samstag zu legen oder durch die „Independent“-Halle zu laufen, war sehr gut.

Nach wie vor meiden wir normalerweise die großen deutschen Verlage, weil man deren Spiele auch im Nachgang, z.B. auf der Spielemesse in Stuttgart anspielen kann. Kleinere, vor allem ausländische Verlage bieten dagegen oft eher einen Sitzplatz und genauso interessante Spiele, wie Korea Boardgames sehr gut gezeigt hat, in meinen Augen.

Was mir aber auch auffällt: Es gab für mich vorab weniger Highlights, die ich unbedingt sehen wollte. Ich kaufe in der Regel zwar viele Spiele, aber sehr oft verschwinden diese nach zwei-, dreimal spielen wieder aus dem Regal, weil wir eben andere, bessere Spiele haben. Von meinen Errungenschaften vom letzten Jahr habe ich zumindest drei Spiele bereits wieder veräußert. Ich bin gespannt, wie viele Spiele bis zur nächsten SPIEL überleben.

Ich freue mich jetzt auf viele Spieleabende, wo wir die gekauften Spiele ausgiebig spielen werden, auf Stuttgart im November und bereits auf Essen nächstes Jahr.

Beute der SPIEL 15
Beute der SPIEL 15

Spielemessen im Überblick:

2015:

2014:

2013:

2012:

Bericht von der SPIEL 15 in Essen – Tag 3

Samstag, 10.10.2015

Es war das erste Jahr, dass wir auch noch am Samstag in Essen blieben. Diesmal war die Schlange vor dem Parkhaus länger als am Freitag und Donnerstag, aber dennoch kamen wir noch pünktlich in die Halle. Da wir noch zwei Termine hatten (siehe Vortage) konnten wir zumindest am Vormittag nicht wild durch die Gegend laufen.

Jolly Roger: The Game of Piracy & Mutiny

Das erste Spiel, das wir vor dem ersten Termin mitnehmen konnten, war Jolly Roger: The Game of Piracy & Mutiny. Hier mimt ein Spieler den Captain und einer den Quartermaster. Der Kapitän sucht sich ein Ziel aus (Fort, Handelsschiff, Stadt) und alle können dazu beitragen, das Ziel zu erobern. Dafür gibt es dann Schätze, die der Quartermaster verteilt.

Bei uns funktionierte das Spiel leider aufgrund der Meutereimöglichkeit nicht. Jeder Spieler kann nach einer Entscheidung gegen den Kapitän meutern. Bei uns führte das dazu, dass nur noch gemeutert, aber kein Ziel mehr angesteuert wurde. Das lag aber an einer falschen Erklärung. Zum einen spielten wir so, dass man während eines Kampfes meutern konnte. Dann hatte der Kapitän aber schon viele Handkarten für den Kampf aufgewendet, der Meuterer behielt einfach alle. Da man am Anfang der Runde neue Handkarten bekommt, ging dieses Spielchen endlos. Daneben spielten wir so, dass nach einer Meuterei das Ziel nicht angefahren sondern beiseite gelegt wurde. In der nächsten Runde wurde wieder gemeutert. Das ist falsch, das Ziel wird dennoch angefahren, es gibt eben nur einen neuen Kapitän. Vor allem hat man ggf. zu wenig Handkarten.

Alles in allem hat es keinen Spaß gemacht, obwohl alles danach schrie, dass es Spaß machen hätte sollen. Ich denke, mit korrekten Regeln ist es besser, aber ich weiß nicht, ob ich das Spiel noch einmal testen will.

Jolly Roger: The Game of Piracy & Mutiny
Jolly Roger: The Game of Piracy & Mutiny

Operation Kindergarten

Für Samstag hatten wir einen Termin für Operation Kindergarten ausgemacht. Schade war, dass der Erklärer das Spiel auch nicht vollends beherrschte und sehr oft in der Anleitung nach Details suchen musste bzw. Sachen überlas oder falsch verstand. So verzögerte sich der Spielablauf immer wieder, was den Spielfluss unterbrach.

Davon abgesehen war das Spiel gar nicht schlecht. Die ersten drei Runden kommen Kinder und Gefahren (Tote Tiere, Spielzeugroboter, Scheren) auf das Spielfeld. Die Kinder krabbeln oder laufen umher und streiten sich (wenn zu viele am gleichen Platz sind oder wenn das Spielzeug nicht für alle ausreicht). Das sorgt für Unmut und wird von der Direktorin des Kindergartens bestraft. In den letzten drei Runden muss man dann versuchen, seine Kinder in den eigenen Saal in Sicherheit zu bringen. Abgerechnet wird mit negativen Siegpunkten. Man startet bei 100 und verliert immer mehr im Laufe des Spiels.

Die Mechanik ist toll: der Würfeleinsetzmechanismus, die Bewegung der Kindern, die Aktionen der Kindergärtner. Was mir nicht gefallen hat, ist die Grafik des Spiels und die Regelerklärung. Ich denke, es handelt sich um ein sehr schönes, thematisches und strategisches Spiel, was ich mir aber nicht zulegen werde.

Operation Kindergarten
Operation Kindergarten

T.I.M.E. Stories

Dann war es auch schon 12 Uhr und wir hatten unseren Auftritt als Zeitagenten bei T.I.M.E. Stories. Nach einem kurzen Briefing (mit Video und allem) in der Kommandozentrale wurden wir in die Zeit-/Raumkapsel (d.h. an den Spieletisch) gebracht.

Jeder Zeitagent reist durch die Zeit und übernimmt den Körper eines Menschen aus der damaligen Periode. Ohne irgendwelche Hinweise kann man dann Räume betreten und diese durchsuchen. Dabei muss man Proben bestehen, die von Geschicklichkeit, Kraft oder Charisma abhängen.

Für alle Aktionen hat man ein gewisses Zeitkontingent. Ist dieses Kontingent abgelaufen wird man zurück in die Zeit-/Raumkapsel geschickt. Hier der Clou: Das Spiel ist nun vorbei! Man kann erneut starten, muss dann aber von vorne beginnen und alle Hinweise erneut sammeln, soweit sie wichtig waren. Immerhin gibt es wie bei einem Computerspiel Safe-Points, sodass man einige entdeckte Orte nicht erneut entdecken muss.

Das Spiel hat eine großartige Atmosphäre und ist mehr Rollenspiel als Brettspiel. Da es keinen Spielleiter gibt wie bei Rollenspielen, sind die Leitplanken natürlich sehr strikt, aber dennoch weit genug, um eigenständige Entscheidungen zu treffen und auch Fehler zu machen.

Wenn man das Rätsel einmal gelöst hat, ist das Spiel natürlich ausgespielt (außer man hat eine zweite Spielegruppe an der Hand). Hierfür gibt es dann Erweiterungen, die mit 20 Euro zu Buche schlagen. Das könnte für den einen oder anderen zu happig sein, auf der anderen Seite sitzt man auch ca. 8 Stunden an einem Fall. Daneben braucht man zwingend die gleiche Spielegruppe, da das Wissen aus vorherigen Sitzungen extrem wichtig ist. Ein neuer Spieler weiß eben nicht, was bereits entdeckt wurde und was zu tun ist.

Dennoch war T.I.M.E. Stories für mich das Highlight der Messe und wurde auch von einer Person bei uns gekauft. Ich freu mich wahnsinnig! (Kleiner Insider … ^^)

T.I.M.E. Stories
T.I.M.E. Stories

Fog of Love

Nach T.I.M.E. Stories waren uns die Hallen 1 bis 3 zu voll, sodass wir uns in Halle 7 zu den Independent-Verlagen verzogen. Hier war es wesentlich leerer (auch wenn immer noch gut gefüllt) und man konnte zahlreiche Spiele testen. Das erste davon war Fog of Love, was nächstes Jahr bei Kickstarter erscheint.

In dem Zweipersonenspiel mimt man ein Pärchen (Geschlecht egal), dass sich gerade frisch verliebt hat. Jede Person hat besondere Eigenschaften, die die eigenen Ziele angeben (z.B. ob man selbstsüchtig, extrovertiert oder arbeitswütig ist). Durch das Ausspielen von Karten, die Alltagssituationen beschreiben, können der Partner oder beide Spieler gemeinsam entscheiden, was sie tun wollen. Stimmt eine Entscheidung überein, steigt das Harmonie-Barometer. Im Laufe des Spiels kommen dann auch Drama-Karten ins Spiel, die brenzlige Situationen aus dem Leben darstellen. Zum Ende muss man sich eine Zielkarte wählen, die angibt, welches die eigene Siegbedingung ist und ob man als Paar zusammen bleibt.

Vom Prinzip her hat mir das Spiel gut gefallen. Wenn man böse sein will, könnte man sagen, dass man eine neue Beziehung auf die Art auf 90 Minuten abkürzen kann und sich so erspart, sich erst mühsam kennen lernen zu müssen. Dennoch kann das Spiel hier punkten. Was mich aber stört ist die Spielmechanik bzw. explizit die eigenen Ziele. Am Anfang wähle ich Eigenschaften, die mir Siegpunkte geben, wenn z.B. am Ende des Spiels mein Extrovertiert-Meter 6 Punkte mehr als mein Introvertiert-Meter beträgt. Also versuche ich alles, um dies zu erreichen. Damit werden die Entscheidungen und Aussagen auf den Entscheidungskarten hinfällig, da ich nur noch danach gehe, welche Skala die Entscheidung beeinflusst. Das ganze gute Thema war bei uns damit hinüber! Und wenn man nicht danach spielen soll, warum gibt es die Eigenschaftskarten dann? Und wozu hat jeder Spieler einen Beruf, der keine Rolle spielt?

Insgesamt war das Spiel also doch enttäuschend. Für mich will das Spiel etwas sein, was es nicht ist. Ohne die komplette Punktewertung wäre es dagegen ein sehr gutes Kennlernspiel für frisch Verliebte (die es danach hoffentlich auch noch sind). Ich versuch mich dann lieber an „And then we held hands“ vom Vortag.

Fog of Love
Fog of Love

10 Minutes to Kill

Zufällig sind wir über 10 Minutes to Kill gestolpert. Auf dem Spielfeld stehen ca. 20 Charaktere. Jeder Spieler erhält einen Charakter, der den Attentäter spielt und drei Ziele. Ziel des Spiels ist es, die gegnerischen Attentäter oder die eigenen drei Zielpersonen auszuschalten.

Das Spiel ist extrem spannend, da man mit jeder Bewegung und jedem Auftrag etwas mehr über sich verrät. Vor allem die Grafik macht das Spiel aber besonders. Die Charakter sind keine Menschen, sondern Tiere in Menschengestalt, die sehr gut von Pauline Detraz illustriert wurden.

Wir konnten es nur zu zweit testen, ich bin gespannt, wie es sich zu viert spielt.

10 Minutes to Kill
10 Minutes to Kill

Super Motherload

Super Motherload ist ein abgewandeltes Deckbauspiel. Das Spielfeld zeigt ein Bohrfeld. Hier kann man mit seinen Charakteren auf der Hand Bohrungen durchführen und dadurch Kristalle ernten, die sofort Geld einbringen. Das Geld verteilt man auf Charakterkarten, die man kaufen und seinem Deck hinzufügen will. Dabei hat jeder Spieler sein individuelles Set an Karten, die sich leicht unterscheiden.

Wir haben nur zwei, drei Runden gespielt, daher kam bei uns der Deckbaupart nicht wirklich zur Geltung. Ich konnte gerade mal eine Karte meinem Deck hinzufügen. Das Bohren ist okay, aber irgendwie auch nicht so spannend. So richtig begeistert hat mich das Spiel beim Anspielen nicht. Ich würde aber ein komplettes Spiel mitspielen, um zu sehen, ob es dann mehr Reiz hat.

Super Motherload
Super Motherload

Magecraft

Magecraft ist ein Bagbuilder, bei dem man Kristalle aus seinem Beutel zieht. Diese kann man auf seinem Tableau einsetzen, um damit Zauber zu wirken oder neue Zauber zu kaufen. Mit den Zaubern kann man neue Kristalle kaufen, Gegner angreifen, Lebenspunkte heilen oder Siegpunkte generieren.

Mir hat das Spiel extrem gut gefallen und ich hätte es gerne mitgenommen, wenn es gerade nicht erst noch auf Kickstarter laufen würde. Die Spielumsetzung, Kristalle für die Anzeige von Lebenspunkten, Siegpunkten, Schilden und Mana zu nutzen, ist sehr gut gelungen. Daneben gibt es andere nette Effekte, wie die Reihenfolge von Zaubern und mehr, die eine schöne strategische Komponenten einbringen.

Gegen den Vergleich mit Puzzle Strike sträube ich mich mit Absicht, weil Puzzle Strike bei mir nach dem ersten Spiel durchgefallen war. Mir kam das mit den Scheiben in den Beuteln zu umständlich vor. Magecraft lässt sich eher mit Hyperborea von der Mechanik vergleichen.

Ich mache bei Kickstarter nicht mit, aber vielleicht kommt das Spiel ja noch einmal so in die Läden. Ein Kauf lohnt sich in meinen Augen, auch wenn es per Standard nur für zwei Spieler ist. Mit zwei Editionen kann man es zu viert spielen.

Magecraft
Magecraft

Dungeon Busters

Der letzte Stand des Tages war der von Korea Boardgames. Das erste Spiel war Dungeon Busters. Die Spieler kämpfen gemeinsam im Dungeon gegen mehrere Monster. Jede Runde legen sie dafür Kampfkarten. Wenn die Gesamtkampfkraft größer ist als die Stärke des Monster, wird der Schatz in Form von Edelsteinen aufgeteilt. Der Spieler mit dem niedrigsten Betrag darf zuerst wählen. Besiegt man das Monster jedoch nicht, muss der Spieler mit dem niedrigsten Wert alle Edelsteine der Farbe, von der er am meisten hat, abgeben. Zusätzlicher Clou: Gleichwertige Karten zweier Spieler heben sich auf.

Die Spielmechanik von Dungeon Buster hat mir sehr gut gefallen, es ist ein tolles, kleines Ärger- und Bluffspiel. Vor allem das Ausstechen bei gleichen Werten ist witzig – vor allem, wenn man sich gut kennt und das die ersten drei Monster passiert. Enttäuscht hat mich etwas die Aufmachung. Die süße Manga-Grafik hat keinerlei Bedeutung, da es sich nur um die Rückseite der Karten handelt. Auf der Vorderseite sind nur „lieblos“ Zahlen abgebildet. Im Prinzip handelt es sich also um ein rein abstraktes Spiel, die Grafik dient nur der Zierde.

Dungeon Busters
Dungeon Busters

H.I.D.E.: Hidden Identity Dice Espionage

Kaum waren wir aufgestanden und bedankten uns bei der Spielerklärerin, setzen wir uns an den Nachbartisch, um H.I.D.E. zu spielen. Es handelt sich um ein nettes Bluff- und Deduktionsspiel.

In jeder Runde wählen alle Spieler ein Beutestück, das sie stehlen wollen. Dann würfelt der Startspieler die Würfel, die farblich und per Symbol markieren, welches Beutestück man stehlen will. Jeder Spieler wählt einen Würfel und legt diesen vor seinem Sichtschirm oder auf seinem Sichtschirm ab. Davor bedeutet, dass er weder diese Würfelfarbe noch das Symbol gewählt hat. Oben drauf bedeutet, dass er entweder die Würfelfarbe und/oder das Symbol gewählt hat. Danach darf man bei einem Spieler raten, was dieser als Würfel gewählt hat. Liegt man richtig, ist der Spieler ausgeschieden. Die übrig gebliebenen Spieler teilen sich die Beute am Ende auf oder würfeln noch einmal darum.

Ich fand 27 Euro etwas zu viel für das Spiel, aber das Prinzip fand ich toll. Vor allem für jüngere Spieler sehe ich hier einen sehr guten Einstieg in das Genre von Logikspielen. Man kann anhand der herausgelegten Würfel und vorherigen Rateversuchen sehr gut kombinieren, was ein Spieler wohl hinter seinem Sichtschirm liegen hat.

H.I.D.E.: Hidden Identity Dice Espionage
H.I.D.E.: Hidden Identity Dice Espionage

Crazy Coconuts

Muss ich zu Crazy Coconuts noch etwas schreiben? Man legt eine kleine Kokosnuss in die Hände seines Affen, drück die Arme des Affens herunter und lässt los. Und schon fliegt die Kokosnuss in einen Becher, den man damit als Siegpunkt gewonnen hat. Die Chance ist natürlich größer, dass man eher den Mitspieler, die Tischkante oder den Fußboden trifft und das macht tierisch viel Spaß – auch für ältere Semester. Ich finde, es ist ein großartiges Kinderspiel, was man auch auf Partys spielen kann. Mit zwei Sets sogar mit 8 Spielern.

Crazy Coconuts
Crazy Coconuts

Monster My Neighbor

Was könnte ausschlaggebend sein, ein Spiel auf der Messe zu spielen? Sicherlich die grafische Aufmachung des Spiels. Miniaturen sind auch immer toll. Lautes Gelächter deutet auf Spaß hin. Oder eine riesige Menschentraube. In unserem Fall war es eine Zeichnung im Inlay des Spielkartons, dass uns zu Monster My Neighbor gebracht hat.

Fünf Runden lang spielen die Mitspieler jeweils vier Karten aus und befolgen was drauf steht. Ziel ist es, das Monster in der Runde zu finden, das ein Spieler auf der Hand hat, und es zum Beispiel mit dem Jäger abwerfen muss. Das Monster will natürlich bis zur vierten Karte überleben, um dann siegessicher die Monsterkarte auszuspielen. Durch Tausch- und Diebstahlkarten kommt natürlich einiges an Unordnung in das Spiel. Zu viert machte es sehr viel Spaß. Zu siebt (am heimischen Spieletisch) war es etwas zu chaotisch, wobei wir wohl zu wenig kommuniziert haben, wer das Monster ist bzw. sein könnte.

Zum Kauf angeregt hat aber auch die Tatsache, dass Sunju Choi, die Künstlerin des Spiels, am Stand war und jedem Käufer auf Wunsch eine Karte in den Spielekarton zeichnete. Das führte zu einer langen Schlange, während Sunju versuchte, in Ruhe zu malen. Es war einfach großartig zu sehen, wie so ein Bild entsteht – zumal ich mir ein Motiv ausgesucht hatte, was laut ihrer Aussage bisher niemand sonst gewählt hatte.

Monster My Neighbor (Zeichnung bei Sunju)
Monster My Neighbor (Zeichnung von Sunju)

Bericht von der SPIEL 15 in Essen – Tag 2

Freitag, 9.10.2015

Der Freitag lief ähnlich wie der Donnerstag ab. Relativ früh im Parkhaus und so auch schnell in der Halle.

Dice City

Beim ersten Anblick von Dice City dachte ich noch an Machi Koro, dabei hat das Spiel rein gar nichts damit zu tun. Jeder Spieler hat ein Standardtableau und mehrere verschiedenfarbige Würfel. Die würfelt man und setzt sie je nach Farbe und Augenzahl auf das Tableau. Hierdurch erhält man Rohstoffe und kann die Würfel auch verschieben. Mit den Rohstoffen kauft man in der Auslage neue Gebäude, besiegt Gegner oder füllt Handelsschiffe mit Waren. Neue Gebäude baut man in sein Tableau ein und überdeckt damit alte. Und so geht das immer weiter …

… und ist leider nicht so spannend. Interaktion ist gleich Null. Wenn ich dran war, würfel ich meine Würfel und plane meinen nächsten Zug. In der Regel bekomme ich so nicht mit, was mein linker Nachbar nach mir macht. Den übernächsten kann ich dann wieder beobachten und beim dritten Spieler langweile ich mich, weil seine Entscheidungen eh nichts mit mir zu tun haben. Für mich ist das Spiel leider durchgefallen.

Dice City
Dice City

Kitty Paw

Ein Abstecher in Halle 7 bescherte uns ein Spiel Kitty Paw. Bei dem Schnelligkeitsspiel versucht man anhand einer Zielkarte Katzenkärtchen aufeinander zu stapeln. Mir liegen Geschwindigkeitsspiele leider gar nicht, daher war es zwar lustig mitzuspielen, aber ich würde es mir nicht kaufen.

Kitty Paw
Kitty Paw

Andromeda

Überraschen konnte uns danach Andromeda von Galakta. In dem Spiel übernimmt jeder Spieler eine Alienrasse und versucht eine verlassene Raumstation einzunehmen. Dabei müssen Räume erkundet und unter Kontrolle gebracht werden.

Interessant wird das Ganze durch einen tollen Würfelmechanismus. Der Startspieler würfelt alle Würfel, die verschiedene Aktionen ermöglichen bringen. Dann wählt er eine Menge von Würfeln aus und bietet diese den Mitspielern an, die diese und einen zusätzlichen Würfel aus der Auslage nehmen können. Wenn niemand das Angebot annimmt, muss man es selbst annehmen. So muss man sehr gut abwägen zwischen dem, was man gerade noch so anbieten kann, was der Gegner aber auch nicht ausschlagen will.

Ich finde es schade, dass niemand von uns das Spiel mitgenommen hat. Mal schauen, ob man später noch herankommt.

Andromeda
Andromeda

The Minion Recipes

Es stand auf keiner Liste und nur wegen der süßen Grafik bin ich auf das Spiel The Minion Recipes von Takoashi Games aufmerksam geworden. Es handelt sich um ein recht einfaches Drafting-Spiel für 3 bis 6 Spieler.

Man draftet Elemente und versucht mithilfe eines Kessels Minions zu beschwören, die einem am Spielende Siegpunkte bringen. Es ist damit ein sehr stark vereinfachtes 7 Wonders, was mir wesentlich besser als das gelobte Tides of Time gefällt (das ich nach drei Spielen wieder verkauft habe).

The Minion Recipes
The Minion Recipes

Achaia

Bei REDIMP GAMES wollte ich eigentlich Der Herr des Eisgartens anschauen, was mir aber vom Spielmaterial dann doch zu kompliziert aussah.

Der Herr des Eisgartens
Der Herr des Eisgartens

Also haben wir uns lieber zu Achaia gesetzt. Die Erklärung war zwar etwas konfus, aber man kam nach einigen Spielzügen doch rein. Es handelt sich um ein Würfelspiel, bei dem man seine Würfel aber nur einmal zu Spielbeginn würfelt und auf dem Brett/einzelnen Karten verteilt. In jeder der drei Runden kann man dann Handkarten ausspielen bzw. die Gunst verschiedener Götter nutzen, um Aktionen auszuführen. Zum Beispiel Würfel verschieben, neu würfeln oder die Augenzahl ändern. Am Ende einer Runde findet eine Wertung statt und derjenige der die Dominanz auf einer Karte hat, bekommt Punkte.

Das Ganze spielt sich schön schnell ohne lange Wartephase mit sehr guten Spielmechanismen. Vor allem, dass man nur einmal würfelt ist sehr angenehm und sticht dabei aus der Fülle an Würfelspielen auf der diesjährigen SPIEL positiv heraus. Es wäre definitiv ein Kaufspiel!

Achaia
Achaia

Titan Race

Soll ich dazu wirklich etwas schreiben? Aber es kann ja nicht alles gut sein, was man anspielt. In Titan Race steuert jeder Spieler einen Titan und versucht dreimal als Erster die gegenüberliegende Seite des Spielbrett zu erreichen. Dabei würfelt der Startspieler und jeder sucht sich reihum einen Aktionswürfel aus, mit dem man laufen oder angreifen kann.

Das Spiel spielte sich ehrlich gesagt sehr egal. Von anderen Spielern wurde man durch die Gegend geschoben und verprügelt und konnte nichts dagegen tun. Wenn ich Chaos haben will, spiele ich lieber Robo Rally. Und wenn es ums zufällige Verkloppen geht, hat King of Tokyo den höheren Spaßfaktor.

Titan Race
Titan Race

Starfighter

Danach war ich eine Weile auf mich selbst gestellt, da alle Mitspieler anderen Tätigkeiten oder Einkäufen folgten. Starfighter wollte ich unbedingt testen. Der Erklärer freute sich scheinbar wirklich, das Spiel nicht nur erklären, sondern auch mitspielen zu dürfen.

Beide Spieler steuern eine Raumschiffsflotte. Man spielt Karten aus, die Schiffe, die zum Angriff benötigt werden, oder andere Effekte zeigt. Die Karten überdecken sich aber zur Hälfte, sodass man mitunter einen guten Effekt abdeckt. Der Clou: Sobald der Effekt erneut aufgedeckt wird (z.B. weil man die Karte um 180 Grad drehen darf oder weil die darüber liegende Karte verschwindet), wirkt er erneut.

Mir hat das Spiel zwar gefallen, aber nach einer Partie kam es mir so vor, als wäre man extrem vom Kartenglück abhängig. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich meinen Mitspieler mit meinen Karten noch hätte einholen können - was ich auch nicht geschafft habe. Dazu ist es ein reines Zweipersonenspiel und davon haben wir bereits andere sehr gute. Dennoch würde ich es gerne noch einmal spielen.

Starfighter
Starfighter

Viceroy

Viceroy ist ein weiteres innovatives Spiel der Messe gewesen. Man bietet mit Edelsteinen auf Karten in einer Auslage und kann diese dann pyramidenförmig in die eigene Auslage einbauen. Hierfür muss man Kosten zahlen abhängig von der Pyramidenstufe, in der die Karte gelegt wird. Je höher, desto teurer wird es, desto besser sind aber auch die Effekte der Karte. Jede Karte hat darüber hinaus noch Farben an den Ecken, die von drei Karten vervollständigt bei gleicher Farbe einen Edelstein und am Ende Siegpunkte bringt.

Mir hat das Spiel sehr gut gefallen, Hobby World hat es mit 35 Euro nur sehr teuer angeboten. Das Spiel ist bereits bei Heidelberger angekündigt und soll dort nur 20 Euro kosten, was ein durchaus angemessener Preis ist. Wenn es dort erscheint, werde ich es mir kaufen.

Zuerst konnte ich das Spiel nur als Zuschauer genießen, als eine Gruppe von jungen Leuten es spielte. Da immer mal wieder Fragen von einem Spieler aufkamen, griff ich diesem mit ein paar hilfreichen Tipps unter die Arme. Aber natürlich war das etwas anderes als selbst zu spielen. Dazu hatte ich danach Gelegenheit als ein niederländisches Pärchen mit am Tisch saß und spielen wollte. Toll war die Erklärerin, die uns das Spiel in Deutsch erklärte, dem Pärchen in Holländisch und in der Summe dann in Englisch, wenn es alle betraf.

Viceroy
Viceroy

Spyfall

Da es mit dem Pärchen so viel Spaß gemacht hatte, haben wir uns gleich noch an Spyfall gesetzt (das den intelligenten „deutschen“ Titel „Agent Undercover“ erhalten hat). Es handelt sich um ein Kommunikationsspiel, bei der jeder Spieler einen Agenten mimt. Alle Agenten treffen sich an einem Ort und üben dort eine typische Funktion aus. Nur einer ist ein Spion und hat keine Ahnung, wo er ist. Der Spion muss erraten, an welchem Ort sich die Agenten befinden, die Agenten müssen herausbekommen, wer der Spion ist. Das Ganze geschieht nur über das gegenseitige Befragen, z.B. was man so sieht, wie das Wetter ist oder was es zum Frühstück gab.

Mir hat das Spiel so gut gefallen, dass ich es gleich mitgenommen habe und auf dem letzten Spieleabend kam es auch sehr gut an. Wer Kommunikationsspiele mit leichten Regeln man, wird hier definitiv fündig. Vielen Dank auch noch einmal an das niederländische Pärchen. Es hat Spaß mit Euch gemacht!

Spyfall
Spyfall

Plaid Hat Games

Am Stand von Plaid Hat Games gab es extrem viele gute Spiele zu sehen, auch wenn wir keines davon testen konnten.

Tail Feathers spielt im Maus und Mystik-Universum. Die Miniaturen sehen extrem gut aus. Das Manöversystem der Vögel wirkt gut durchdacht, ich bin gespannt, wie es sich spielt. Bei Watch it Played gibt Rodney Smith einen guten Überblick über das Spiel.

Tail Feathers
Tail Feathers

Ashes: Rise of the Phoenixborn kannte ich ebenfalls von Watch it Played. Leider gibt es noch keinen deutschen Publisher und es ist einfach zu viel Text, als dass ich mir das Spiel auf Englisch holen würde. Das Karten-/Würfelspiel hat ähnlich wie Magic ein vorgefertigtes Deck, was auf einen Charakter und die Würfel zugeschnitten ist. Vor allem die Grafik von Fernanda Suarez (von „Winter der Toten“) gefällt mir sehr gut.

Ashes: Rise of the Phoenixborn
Ashes: Rise of the Phoenixborn

Ebenfalls von Watch it Played war mir Specter Ops bekannt. In dem asymmetrischen Spiel im Stile von Scotland Yard übernimmt einer die Rolle eines Agenten und die anderen Spieler die Jäger. Der Agent läuft und agiert geheim mit Block und Stift bewaffnet. Mir gefällt das Spielprinzip, auch wenn ich bereits Die Akte Whitechapel besitze. Ich würde es dennoch gerne einmal spielen.

Specter Ops
Specter Ops

Bericht von der SPIEL 15 in Essen – Tag 1

Wie auch die letzten Jahre ließen wir es uns auch dieses Jahr nicht nehmen, die Spielemesse in Essen SPIEL 15 zu besuchen. Von der vier Tagen, an denen Besucher auf der Messe umherwandern und spielen können, haben wir dieses Mal drei Tage – von Donnerstag bis Samstag – mitgenommen. Vorab: Es war wieder großartig!

Auch dieses Jahr bastelte ich ein Download-Skript für die Spieleliste der Spielbox und dieses Jahr auch BoardGameGeek. Leider war der Abgleich der Daten extrem aufwändig, was unter anderem daran lag, dass die Spielbox-Liste die deutschen Titel enthielt, Verlags- und Spielnamen anders schrieb etc. Mir hat die Liste bei BGG wesentlich mehr geholfen und ich werde nächstes Jahr wohl komplett auf diese umsteigen.

Aus der Liste stellte ich meine Favoriten zusammen und sortierte sie dieses Jahr nicht nach Ausstellern, sondern nach Hallen und Ständen, was im Nachhinein eine geniale Idee war. So verbringt man nämlich nicht nicht unnötig Zeit mit dem Laufen von Spiel zu Spiel, sondern kann einfach fluchs von Stand zu Nachbarstand springen.

Donnerstag, 8.10.2015

Wie immer fuhren wir gegen 4:30 Uhr mitten in der Nacht los und dank nicht vorhandenem Stau waren wir kurz nach 9 Uhr in Essen. So bekamen wir auch gleich im Parkdeck U1 einen Stellplatz direkt am Ausgang. Gegen 9:30 Uhr waren wir am Eingang West (Halle 3) und wurden bereits um 9:45 Uhr eingelassen.

Pandemic Legacy

Wer Halle 3 betritt, stolpert in der Regel sofort über den riesigen Asmodee-Stand. Als deutscher Publisher für zahlreiche Verlage hat dieser ein riesiges Angebot an interessanten Spielen. Unser erstes Spiel war dort Pandemic Legacy.

Wir waren total verwundert, als wir unsere Namen auf die Charakterkarten schreiben sollten. Und dann durften wir sogar in Monat 1 das Spielfeld bekleben und ich durfte feierlich eine Karte zerreißen. Dabei waren wir nicht verwundert über das Spielprinzip, da wir sowohl Pandemie als auch Risiko Evolution in unserem Besitz haben. Es wunderte uns aber, dass man auf der Messe die Chance hat, das Spiel zu verändern, da die nachfolgenden Gruppen so ja nicht von vorne anfangen können.

Pandemic Legacy macht jedenfalls genauso viel Spaß wie Risiko Evolution. Das Grundspiel hat sich wenig geändert, man muss immer noch gemeinsam die Heilung für vier Krankheiten finden und reist dafür über die Erde und rottet Virenwürfel aus, wie es nur geht. Die Besonderheit an „Legacy“ ist, dass sich das Spielbrett während der gemeinsame Spiele über 12 Monate verändert. In Städten gibt es Ausbrüche, manche gehen total unter, die Charaktere erhalten Narben oder können sterben. Nach maximal 2x12 Spielen (jeden Monat kann man zweimal spielen, wenn man es beim ersten Mal nicht schafft, das Ziel zu erfüllen) ist aber Schluss mit der Veränderung. Dann ist das Spielbrett final und ich habe keine Ahnung, ob man es danach noch spielen kann oder will.

Da wir an Risiko Evolution aber schon fast zwei Jahren Spaß hatten, schaffen wir uns auch Pandemic Legacy an. Nur auf der Messe haben wir nicht gleich zugeschlagen.

Pandemic Legacy
Pandemic Legacy

Evolution Flight

Danach haben wir uns Evolution Flight angeschaut. Die Erweiterung zu Evolution bringt neue Flugtiere ins Spiel, die sich etwas anders als die Landgänger spielen (sie brauchen spezielles Futter, werden nicht so groß usw.). Leider gibt es noch keine deutsche Ausgabe, sonst hätte ich diese gleich mitgenommen.

Was genial war: Wir konnten am englischen Stand von North Star Games ein Bündel der Säckchen aus der englischen Ausgabe abstauben (gegen 5 Euro „Leihgebühr“). In der deutschen Ausgabe von Schmidt Spiele liegen nämlich nur schwarze, viel zu große Säckchen dabei. Die englischen Beutelchen sehen wesentlich besser aus.

Skyliners

Danach gingen wir zum Hans-im-Glück-Stand, um die Marco-Polo-Erweiterung zu kaufen. Dummerweise landeten wir aber nicht auf Verkaufsstand, sondern beim reinen Spielestand. Einmal hier, schnappten wir uns Skyliners. Da keine Tische mehr frei waren, breiteten wir uns auf dem Boden aus. Erklärer gab es leider auch keine, also mussten wir uns selbst in die (einfachen) Regeln einlesen.

In Skyliners baut jeder Spieler die Skyline einer Stadt, in dem er Hochhaus-Segmente auf einem gemeinsamen Spielbrett aufeinander stapelt. Die Farbe ist dabei egal, wichtig am Spielende ist nur, wie viele Gebäude man aus der Perspektive des jeweiligen Spielers sieht. Das Spiel war ganz nett, hat uns aber nicht vom Hocker gerissen. Für Familien und jüngere Kinder ist es aber sicherlich gut geeignet.

Skyliners
Skyliners

Die holde Isolde

Mit Die holde Isolde) („Medieval Academy“ im Original) nahmen wir auch gleich noch ein zweites Hans-im-Glück-Spiel mit, da es auf dem Boden so bequem war. Auch hier waren die Regeln leicht verständlich, die wir uns selbst beibringen mussten.

Die holde Isolde ist ein einfaches Drafting-Spiel, bei der man durch das Ausspielen von Karten die „Gunst“ verschiedener Charaktere erhält, die dann am Rundenende Siegpunkte bringen. Besondere Wertungen zur Hälfte und am Ende des Spiels lassen einen dazu noch langfristig planen.

Wir spielten nur die Grundversion des Spiels, welche etwas zu simpel für Vielspieler sein könnte. Für Familien oder zum Einstieg ist sie aber sehr gut geeignet. Mit denen im Spiel enthaltenen Erweiterungen wird das Spiel vermutlich noch etwas taktischer. Ich kann mir jedenfalls vorstellen, dass das Spiel sehr gut bei Gelegenheitsspielern ankommt.

Die holde Isolde
Die holde Isolde

Krosmaster Arena & Co.

Als nächstes machten wir am Pegasus-Stand halt, um uns die neuesten Krosmaster-Figuren anzuschauen. Wie das Star-Wars-Miniatur-Spiel von FFG/Heidelberger ist Krosmaster ein wahre Gelddruckmaschine. Das Grundspiel ist sehr gut, aber vor allem die tollen Figuren begeistern. Und so sammeln wir in unserer Gruppe zwar die Figuren, aber haben das Spiel seit mehreren Monaten nicht mehr angefasst.

So landeten Die Dunklen Helden in meinem Einkaufskorb. Später gab es beim englischen Distributor Japanime Games auch noch das Kerubim-Pack.

Erfolgreich wehren konnte ich mich gegen Krosmaster Quest, was das Grundspiel auf einen Spielmodi mit bis zu sechs Spielern erweitert. Und auch Krosmaster Junior konnte ich links liegen lassen. Schade war, dass das neue Brett Piwate Island noch nicht fertig gestellt werden konnte. Ich hätte zumindest gerne mal einen Blick darauf geworfen …

Apocalypse Chaos

Am Stand von Z-Man Games hielten wir kurz an, um uns Dragon Farkle erklären zu lassen, was aber wie ein recht langweiliges Würfelspiel klang.

Interessanter war da schon eher Apocalype Chaos. In dem Sci-Fi-Koop-Spiel dringen Gegner durch Dimensionstore ein und wir müssen sie auf dem Spielfeld mit zwei Ebenen abwehren. Dabei würfelt man seine Würfel und kann diese auf sich oder andere Mitstreiter verteilen, um das beste Ergebnisse herauszuholen.

Mir hat das Spiel nicht so sehr gefallen. Zum einen erschloss sich mir der Sinn des oberen Stockwerks nicht so recht. Unten hatte man irgendwie mehr Handlungsspielraum. Durch den Austausch der Würfel ist es auch fast egal, was man selbst würfelt. Als Solospiel stelle ich mir das aber ehrlich gesagt recht gut vor. Man muss dann eben nur mit mehreren Charakteren spielen.

 Apocalypse Chaos
Apocalypse Chaos

Sheep & Thief

Bei Japon Brand gab es dieses Jahr nur ein Spiel, was ich vorbestellt hatte: Sheep ∧ Thief. Es handelt sich um ein Kartendrafting-Spiel, bei der jeder Spieler mit seinen Handkarten Schafe auf seine Weide stellen, diese in die sichere Hütte treiben oder mit dem Dieb auf Beutezug gehen kann. Der Dieb ist dabei die Besonderheit, da man nicht nur seinen Dieb steuert, sondern dieser sich auf allen Spielfeldern identisch bewegt und dort alle Schafe stiehlt, die man dann als Belohnung bekommt.

ich gebe zu, dass ich das Spiel vor allem wegen der Schaf-Bälle gekauft habe. ;) Alle anderen Spiele von Japon Band waren zwar auch nicht so uninteressant (vor allem Vampire Radar), aber nach den zwei Blindkäufen vom letzten Jahr, die dann doch nicht so gut waren, wollte ich nicht wieder 60 Euro für etwas Unbekanntes ausgeben.

Sheep & Thief
Sheep & Thief

Operation Kindergarten

In Operation Kindergarten übernimmt man die Rolle eines Kindergärtners und versucht seine lieben Kleinen auf dem Kindergartenhof unter Kontrolle zu bringen und wieder in den Gemeinschaftsraum zu lotsen, ohne dass diese sich verletzen und losplärren.

Wir bekamen nur eine kurze Einführung, konnten aber für Samstag (nicht Sonntag, gell Dee?!) einen Termin vereinbaren, wo wir das Spiel eine Stunde lang spielen konnten. Daher in der Samstagzusammenfassung mehr dazu.

And then we held hands

And then we held hands ist ein Beziehungskommunikationsspiel, in dem man nicht über das Spiel sprechen darf. Durch das Auslegen von Karten versucht man auf drei Kreisen Zielzustände zu erreichen ohne dabei das emotionale Gleichgewicht zu verlieren.

Ich fand die Spielidee sehr gut. Es ist zwar im Kern ein rein abstraktes Spiel, was aber von der Idee lebt, dass man sich während des Spiels lieber über den den gemeinsamen Arbeitstag, die Beziehung oder Pläne für die Zukunft unterhält. Und dabei muss man dennoch versuchen sich gut in den Gedanken zu ergänzen, ohne sich gegenseitig Tipps zu geben (was nämlich leicht dazu führen kann, dass ein Spieler die dominante Rolle übernimmt und das Spiel alleine spielt).

Among the Stars: Revival

Bei Artipia Games gab es „mal wieder“ eine Erweiterung zu Among the Stars. Among the Satrs: Revival lässt sich als eigenständiges Spiel mit zwei Spielern spielen oder man mischt die Karten mit in das Grundspiel. Nach wie vor baut jeder Spieler seine eigene Raumstation auf. Durch das Auslegen von Stationsbereichen erwirbt man die Gunst der Botschafter, die einem am Rundenende einen kleinen Bonus bieten. Zusätzlich neu sind Handelsschiffe, die die Auslage beim Gegner versperren können, sodass dieser nicht mehr überall bauen kann. Zuletzt gibt es ein neues Zwei-Spieler-Zugsystem, das ohne Drafting funktioniert.

Ich gebe zu, dass ich etwas enttäuscht von AtS: Revival bin, habe es aber auch erst einmal gespielt. Die Handelsschiffe und das Ärgern des Mitspielers machen enorm viel Spaß. Wenn man aber wie ich einfach alle Karten aus dem Grundspiel und allen Erweiterungen zusammenmischt, kommt dieser Effekt so gut wie nie zum Tragen. Die Botschafter sind nett, aber so richtig konnten sie mich nicht begeistern. Wir spielen auch das Grundspiel grundsätzlich ohne Rassen und Botschafter. Und das neue Zwei-Spieler-Zugsystem ist echt nicht so toll. Wir bevorzugen jedenfalls die Drafting-Variante aus der ersten Erweiterung.

Weitere Spiele von Artipia Games, die wir aber nur kurz angeschaut haben, waren Project: ELITE (ein weiteres Miniaturenspiel mit zu vielen Komponenten), Stellar Conflict (Weltraumkartenspiel im AtS-Universum, was ich spiele will) und The Pursuit of Happiness (ebenfalls viel zu viel auf dem Spielfeld).

Codenames

Codenames ist ein neues Spiel von Vlaada Chvátil, der bereits tolle Spiele wie Galaxy Trucker, Dungeon Lords, Tash-Kalar oder Space Alert hervorgebracht hat. In Codenames gibt es zwei Gruppen von Agenten, die sich in einem Raum (der durch Wortkarten definiert wird) befinden. Die Gruppenchefs kennen die Position der Agenten und müssen durch das Mitteilen von Begriffen darauf hindeuten, wo die eigenen Agenten denn stehen. Die jeweilige Gruppe darf dann darauf tippen.

Die Assoziationen, die sich ergeben, sind einfach toll. Als Agentenchef darf man außer dem Begriff nichts sagen oder andeuten. Man möchte aber immer verzweifeln oder laut losschreien, wenn man die Gedankengänge des eigenen Teams hört. Das Spiel ist extrem witzig und kam auch nach Essen bereits erfolgreich auf den Tisch. Als Kommunikationsspiel sehr gut!

Am Czech-Games-Stand habe ich mir dann auch gleich noch die Erweiterungen Galaxy Trucker: Missions und Tash-Kalar: Nethervoid mitgenommen, die wir aber beide noch nicht spielen konnten.

Codenames
Codenames

T.I.M.E. Stories

Bei Asmodee konnten wir uns dann als Zeit-Agenten einschreiben: T.I.M.E. Stories konnte man aber nicht einfach so spielen, sondern wir bekamen einen Bewerbungstermin für Samstag, daher dann dort mehr.

Die Aufmachung des Spiels war aber bereits großartig und versprach viel. Eine Laborassistentin nahm die Termine auf, ein Agent mit Anzug und Sonnenbrille bewachte den Eingang. Als Spieler selbst saß man in einem Glaskasten, der von allen Messebesuchern betrachtet werden konnte.

Ascension: Realms Unraveled

Ascension: Realms Unraveled ist zwar schon letztes Jahr erschienen, aber Publisher Stone Blade war letztes Jahr nicht auf der Messe vertreten. Die neue Ascension-Erweiterung fungiert wieder als eigenständiges Grundspiel für 2 bis 4 Spieler. Nach wie vor heuert man in dem Deckbuilder neue Helden aus der Mitte an oder vernichtet die Monster und erhält dafür Ruhmespunkte. Und wie auch schon bei allen Ascension-Titeln zuvor funktioniert dies extrem schnell und spaßig. Die Downtime ist mit 4 Spielern noch auszuhalten, man kann nur nicht vorplanen, da sich die Auslage an Helden und Monster bis zum eigenen Zug wieder ändert.

Ascension: Realms Unraveled
Ascension: Realms Unraveled

Das ganz neue Ascension: Dawn of Champions habe ich nur kurz angeschaut. Es bringt Champions mit ins Spiel, die besondere Fähigkeiten haben und den Spieler dauerhaft unterstützen.

Ascension: Dawn of Champions
Ascension: Dawn of Champions

The Battle at Kemble's Cascade

Battle at Kemble's Cascade wollte ich letztes Jahr bei Z-Man Games schon spielen, kam aber nicht dazu. Es handelt sich um die Brettspielumsetzung eines klassischen Arcade-Shooters. Von oben stürzen Asteroiden und Gegner auf die Raumschiffe der Spieler herab, die sich auf dem „Screen“ vor- und seitwärts bewegen können. Dabei darf man auch noch schießen und erhält Bedrohungsmarker, wenn man von zu vielen Gegnern umzingelt ist.

Die Grafik das Spiel ist Retro gehalten, wahrscheinlich um die Zielgruppe der Arcade-Gamer anzusprechen. Hätte man die Grafik aber etwas aufpoliert und nicht ganz so pixelig gehalten, wären die Rezeption besser gewesen, denke ich. Das Durchscrollen des Bildschirms ist in meinen Augen etwas fummelig, die Plastik-Trays wirken sehr preiswert und passen nicht so recht zusammen. Mit etwas mehr Arbeit hätte mir da Spiel vermutlich super gefallen, aber so war es nur ganz nett. Ich denke aber, es findet seinen Käuferkreis.

The Battle at Kemble's Cascade
The Battle at Kemble's Cascade

freiesMagazin 10/2015 erschienen

freiesMagazin 10/2015 Titelseite

Heute ist die Oktoberausgabe von freiesMagazin erschienen und bringt viele spannende Artikel aus den Bereichen Linux und Open Source mit.

Inhalt der Ausgabe 10/2015

  • Proprietär vs. Open Source – Die ewige Debatte um die Sicherheit
  • Der September im Kernelrückblick
  • Shell Command Injection – Wie fremder Text in das Terminal gelangt
  • Firefox 2.5 – Update des Mozilla Flame
  • Labdoo: Ausgediente Laptops mit Linux für Bildungseinrichtungen
  • Rezension: Python 3 – Das umfassende Handbuch
  • Rezension: Ha3k3ln+Str1ck3n für Geeks
  • Rezension: Professionell entwickeln mit JavaScript
  • Rezension: Entwurfsmuster – Das umfassende Handbuch
  • Leserbriefe und Veranstaltungen

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