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Reise nach Japan – Rückflug am 08.07.2017

Rückflug

Am 08.07.2017 ging es nach dem Frühstück direkt von der Metro-Station Higashi-Ginza zum Flughafen. Der Rückflug startete gegen 14 Uhr und bereits um 18:30 Uhr landeten wir in Frankfurt – jeweils Ortszeit. Der Flug dauert natürlich immer noch über 11 Stunden. Die Zeit konnten wir uns erneut mit Essen, etwas Schlafen und dem Multimedia-Angebot vertreiben.

Abschließende Worte

Japan ist ein sehr gutes und einfaches Reiseland. Der Lebensstandard ist sehr hoch und sprachlich kamen wir mit Englisch sehr gut zurecht. Alle Japaner begegneten uns sehr freundlich, teilweise sogar so freundlich, dass wir sie bei der Hilfsbereitschaft stoppen mussten.

Durch die sehr einfache Nutzung des Schienennetzes kamen wir fast ohne Probleme überall hin. Auch innerhalb der Städte gibt es meistens ein sehr gut ausgebautes Verkehrsnetz. Wir haben mit der Bahn in den drei Wochen circa 4100 Kilometer zurückgelegt. Ob der JR-Railpass sich für einen lohnt, muss man selbst durchrechnen. Wir hätten für unsere Zugverbindungen mit Sitzplatzreservierung, die in einigen Zügen ja Pflicht ist, ungefähr 108.550 Yen bezahlen müssen. Der JR-Railpass für drei Wochen kostete uns nur 59.350 Yen. Zusätzlich spart man sich viel Aufwand, da man recht problemlos jeden JR-Zug nehmen kann.

Für mich war es der bisher schönste Urlaub, den ich hatte – was vermutlich auch an meiner netten Begleitung lag. Ohne sie wäre ich vermutlich nicht auf die Idee gekommen, soweit weg – und vor allem ohne Fahrrad – zu reisen. ;)

Unsere Reiseroute durch Japan.
Unsere Reiseroute durch Japan.
Copyright: OpenStreetMap-Mitwirkende, Lizenz: CC-BY-SA 2.0

Übersicht aller Beiträge

Reise nach Japan – Tōkyō am 05.-07.07.2017

Ankunft in Tōkyō Ginza

Nach dem japanischen Frühstück mit Reis, Gemüse und Miso-Suppe machten wir uns zu unserem letzten Zielort auf: Tōkyō. Die Fahrt von Fujikawaguchiko dauert ca. drei Stunden, was vor allem dem Regionalzug geschuldet war. Als Besonderheit haben wir uns für den Abschluss ein Kapselhotel für die zwei Übernachtungen ausgesucht, konkreter The Prime Pod Ginza. Dieses liegt im gleichnamigen Stadtteil Ginza in der Nähe der Tōkyō-Bucht.

Das Kapselhotel beherbergt einen Männer- und einen Frauenteil, jeweils getrennt auf zwei unterschiedlichen Stockwerken. Die „Zimmer“ sind nicht sehr groß, aber ausreichend, um sich daran wohl zu fühlen. Ein Safe, Lüftung und ein Fernseher runden das Paket ab. Etwas umständlich ist, dass wir aufgrund des geringen Platzes den Rucksack im Vorraum zum Schlafsaal abstellen und anketten mussten. Wenn man sich gut organisiert, ist das aber kaum ein Problem.

Die Aussicht vom Hotel im 13. Stock.
Die Aussicht vom Hotel im 13. Stock.
Ginza Place mit Toyota-Showroom.
Ginza Place mit Toyota-Showroom.

Da unsere Kapseln noch nicht bezugsfertig waren, stellten wir unser Gepäck ab und liefen etwas durch die Shopping-Straßen in Ginza. Gegenüber unserem Hotel lag das Ginza Kabukiza, ein Kabuki-Theater, wo wir aber keine Vorstellung besuchten. Es gibt zahlreiche, schöne Gebäude in Ginza, die vor allem Nachts prächtig ausgeleuchtet sind. Bemerkenswert sind vor allem die Gebäude Ginza Wako (mit Glockenturm) und Ginza Place (mit Toyota-Showroom) an der Kreuzung Chuo Dori/Harumi Dori.

Das Ginza Kabukiza, ein Kabuki-Theater.
Das Ginza Kabukiza, ein Kabuki-Theater.

Anime und Spiele in Akihabara

Danach fuhren wir nach Akihabara, um uns im Technik- und Anime-Viertel von Tōkyō umzuschauen. Direkt am Ausgang der Bahnstation begrüßten uns sehr viele und bunte Plakaten. Als Anime-Fan fühlte ich mich hier direkt wohl. Die Japaner lieben jede Art von Spielhallen. So gibt es an jeder Ecke große Stores mit Videospielen, Arcade-Automaten, Spielzeug-Automaten – mit Greifarm, bei denen ich niemanden etwas gewinnen gesehen habe – und große Räume mit Automaten, aus denen kleine Kugeln mit netten Gimmicks herauskommen – wie zum Beispiel Hamster oder kleine, japanische Gärten. Die Spielhallen haben dabei eine Lautstärke, bei der ich mich fragte, wie man es darin länger aushalten kann.

Ansonsten besuchten wir den AKB48-Shop der berühmten japanischen Girl-Band (mit 48 Mitgliedern). In dem angrenzenden Theater finden regelmäßig Auftritte für die Fans statt – von denen wir aber keinen angeschaut haben.

Automaten in Hülle und Fülle.
Automaten in Hülle und Fülle.
Der Shop der Girlband AKB48.
Der Shop der Girlband AKB48.

Ich ging dann noch auf die Suche nach japanischen Brettspielen. Auf der Spielemesse in Essen ist der Stand von Japon Brand einer der ersten, die ich oft ansteuere. In den zwei Spieleläden von Yellow Submarine wurde ich dann auch fündig. Auch wenn es etwas komplizierter war, den jungen Leuten zu erklären, was ich suche, konnte ich dann noch etwas mitnehmen. Lustig ist, dass die Spieleregale voll mit „deutschen“ Spielen sind, das heißt die Boxen besitzen oft das originale, deutschsprachige Cover. So fühlte ich mich dort gleich heimisch. ;) In einer Ecke spielte eine Gruppe Japaner auch Splendor, aber ich habe mich nicht dazu gestellt.

Akihabara bei Nacht.
Akihabara bei Nacht.

Am übernächsten Tag ging ich noch einmal nach Akihabara. Westlich von den ganzen Shopping-Zentren liegt die Hijiribashi – eine Fußgänger- und Autobrücke, von der man laut Tōkyō-Reiseführer einen guten Blick auf den Fluss Kanda und die sich kreuzenden Bahnlinien hat. Ein bisschen erinnert dieser Anblick an das Miniatur Wunderland in Hamburg. Über den Kanda hinweg in Richtung Osten, liegt die alte Bahnstation Manseibashi. In dessen ehemaliger Bahnstation gibt es zahlreiche kleine Geschäfte und Cafés, die mit einem schönen Blick auf den Kanda belohnen. Und hinter den Läden geht eine kleine Promenade entlang.

Hijiribashi-Brücke.
Hijiribashi-Brücke.
Promenade an der alten Bahnstation Manseibashi.
Promenade an der alten Bahnstation Manseibashi.

Tsukiji-Fischmarkt

Am nächsten Morgen ging es zum Tsukiji-Fischmarkt. In dem Großfischmarkt werden jeden Morgen zig Tonnen Fisch gehandelt. Als normale Besucher kamen wir aber erst nach Handelsschluss um 10 Uhr in die Hallen. Viel gibt es dann aber gar nicht mehr zu sehen. Interessanter war dann schon der äußere Markt, hier hatte der Markt in Hakodate aber mehr oder zumindest außergewöhnlichere Produkte zu bieten.

Reges Treiben auf dem Fischmarkt.
Reges Treiben auf dem Fischmarkt.
Auf dem äußeren Markt gibt es interessante Muscheln zu kaufen.
Auf dem äußeren Markt gibt es interessante Muscheln zu kaufen.

Shibuya-Crossing

Shibuya ist ein weiterer Shopping-Distrikt, hauptsächlich für junge Mode. Wir besuchten ihn einmal, um ein bisschen durch die Straßen zu laufen und natürlich die berühmte „Shibuya Crossing“ zu überqueren, eine Kreuzung, bei der über sechs Zebrastreifen gleichzeitig Hunderte von Menschen laufen. Geheimtipp: Vom nahe gelegenen Starbucks aus konnten wir vom 1. Stock sehr gut auf die Kreuzung schauen.

Gleich neben der Kreuzung steht auch das Denkmal von Hachikō, einem Akita-Hund, der nach dem Tod seines Herrchens 10 Jahre lang jeden Tag am Bahnhof Shibuya auf dessen Rückkehr wartete. Wer sich für das Thema interessiert, dem kann ich nur den Film Hachiko - Eine wunderbare Freundschaft ans Herz legen.

Die bekannte Kreuzung in Shibuya.
Die bekannte Kreuzung in Shibuya.
Zahlreiche Darstellungen von Hachikō.
Zahlreiche Darstellungen von Hachikō.
Statue des Hunds Hachikō.
Statue des Hunds Hachikō.

Shinjuku

Etwas nördlich von Shibuya liegt der Stadtteil Shinjuku, dessen Bahnhof als größter Verkehrsknotenpunkt Japans gilt. Auch wir sind auf dem Weg nach Kawaguchiko hier umgestiegen. Uns interessierte etwas mehr der Wolkenkratzer-Teil, vor allem das Metropolitan Government Building.

Das aus zwei Türmen bestehende Gebäude kann kostenlos besichtigt werden. Der Südturm ist dabei weniger stark besucht, obwohl er die bessere Aussicht auf Tōkyō bietet. Die Stadt wirkt von oben fast grenzenlos und die Häuser reichen soweit das Auge sehen kann. In der Ferne konnten wir vage die Umrisse des Mount Fuji erkennen, aber das Wetter war nicht optimal.

Das Metropolitan Government Building.
Das Metropolitan Government Building.
Die Sonne durchbricht die Wolken.
Die Sonne durchbricht die Wolken.

Nach dem Besuch gingen wir getrennt etwas shoppen und trafen uns später erneut am Nordturm des Gebäudes, um auch die andere Richtung der Stadt betrachten zu können. Wir wollten später noch einmal vorbeikommen, um die Nachtsicht von Tōkyō zu genießen, vorher besorgten wir uns noch etwas zu essen.

Hochhäuser in Shinjuku.
Hochhäuser in Shinjuku.
Ein riesiger Godzilla schaut hinter dem Kino hervor.
Ein riesiger Godzilla schaut hinter dem Kino hervor.

Dabei muss man aufpassen: Auf den Straßen Tōkyōs darf zwar mit Ausnahme von ausgewiesenen Raucherzonen nicht geraucht werden, in den meisten Restaurants ist das Rauchen aber erlaubt, was vor allem für viele europäische Urlauber etwas ungewohnt sein könnte. Wir fanden glücklicherweise nach einiger Suche ein recht leeres Lokal, wo zumindest zu dem Zeitpunkt niemand rauchte.

Nach dem Essen ging es wieder zum Metropolitan Government Building. Eine Schlange am Aufzug verrät, dass noch mehr Leute Interesse haben, Tōkyō bei Nacht zu sehen. Leider ist die Sicht gar nicht so spektakulär, wie ich es erwartet hatte. Es fehlen einfach die großen, besonderen Bauwerke in der Nähe, welche die Skyline besonders hervorheben. So war es eben einfach „nur“ eine große Stadt mit vielen Lichtern bei Nacht. Ein Vergleich mit der Nachtsicht in Hakodate drängt sich demnach gar nicht erst auf.

Tōkyō bei Nacht.
Tōkyō bei Nacht.

Studio Ghibli in Mitaka

Im Westen von Tōkyō kommen Anime-Fans auf ihre Kosten, denn dort befindet sich das Studio Ghibli Museum. Gründer Hayao Miyazaki, der mit seinem Animationsstudio Ghibli zahlreiche Anime-Perlen wie „Mein Nachbar Totoro“, „Chihiros Reise ins Zauberland“ oder „Prinzessin Mononoke“ erschaffen hat, erzählt in dem farbenfrohen Haus die Geschichte des Animationsfilms und des Studios.

Am Eingang erhielten wir als Eintrittskarte einen kleinen Filmstreifen aus einem der Animationsfilme. Im unteren Teil folgten wir den ersten Schritten des Animationsfilms und in einem kleinen Kino schauten wir einen exklusiven Studio-Ghibli-Film. Im ersten Stock liegen die Arbeitsräume, in denen wir Konzeptzeichnungen, Skripte und vieles mehr anschauen konnten. Zusätzlich gab es auch noch eine Sonderausstellung zum Thema Delicious! Animating Memorable Meals.

Leider sind alle Erklärungen im Museum auf Japanisch, sodass wir uns hauptsächlich die Bilder angeschaut haben. Zusätzlich sollte man echt früh kommen, da ansonsten die Schlange am Eingang sehr lange sein kann. Besucher müssen darüber hinaus ihre Tickets vorbestellen, es gibt keine Tickets vor Ort.

Mir hat das Museum sehr gefallen. Lustig war der Katzenbus für die jüngeren Kinder (aus „Totoro“) und beeindruckend die Nachstellung einer Szene aus „Das Schloss im Himmel“ auf dem Dach des Gebäudes.

Totoro wartet am Fenster auf die Besucher des Studio-Ghibli-Museums.
Totoro wartet am Fenster auf die Besucher des Studio-Ghibli-Museums.
Auf dem Dach wurde eine Szene aus „Das Schloss im Himmel“ nachgestellt.
Auf dem Dach wurde eine Szene aus „Das Schloss im Himmel“ nachgestellt.

Besuch in Ueno

Nach Mitaka sind wir mit der Bahn zurück nach Tōkyō nach Ueno gefahren, um durch den bekannten Park zu schlendern. Der Park ist recht schön und natürlich auch wieder für seine Kirschbäume bekannt. Im nördlichen Teil des Parks liegen zahlreichen Museen, beispielsweise das Tōkyō National Museum, welche wir uns aber nicht angeschaut haben. Im westlichen Teil des Parks schließt der Ueno Zoo an. Ebenfalls im Osten konnten wir dann auch unsere letzte Pagode und den Tōshō-gū Shrine – zumindest von außen – betrachten.

Wir gingen lieber am Shinobazu Pond entlang, der fast komplett mit Seerosen bedeckt ist, sodass wir kaum den See darunter erkennen konnten. Weiter südlich liegen an der Bahnlinie in der Nähe der Station Okachimachi kleine Shoppingstraßen mit Straßenhändlern und -ständen, die ein bisschen zum Stöbern einladen.

Der Shinobazu Pond in Ueno.
Der Shinobazu Pond in Ueno.

Danach trennten sich unsere Wege. Da wir am nächsten Morgen nicht kurzfristig packen wollten, trafen wir uns um 18:30 Uhr wieder im Hotel, packten unsere Rucksäcke und aßen auswärts ein letztes Mal Ramen. Den Abend ließen wir dann ruhig vor dem TV, passenderweise mit dem Studi-Ghibli-Film „Arrietty - Die wundersame Welt der Borger“ ausklingen – natürlich auf Japanisch. :)

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Reise nach Japan – Mount Fuji am 02.-04.07.2017

Fujikawaguchiko

Um 10 Uhr ging unser Zug nach Fujikawaguchiko am gleichnamigen See Kawaguchi-ko. Von Nikkō aus fuhren wir über Utsonomiya mit dem Shinkansen Yamabiko bis nach Ōmiya, welches wir ja schon bei unserer Fahrt nach Hakodate besuchen konnten. Mit einem Regionalzug ging es bis nach Tokio – genauer Shinjuku, nur um von dort wieder umzukehren und mit dem Kaiji bis nach Ōtsuki zu fahren. Letztendlich kamen wir mit einem weiteren Regionalzug gegen 15:00 Uhr in Fujikawaguchiko an. Wir wählten den Ort als Unterkunft, weil wir am Folgetag auf den Fuji steigen wollten. Fujikawaguchiko bietet sich hierfür sehr gut an, da man von dem Ort per Bus sehr gut zum Einstiegspunkt der Aufstiegsroute kommt.

Vor dem Aufstieg verstauten wir unser Gepäck am Bahnhof und liefen die ca. 2 km zum Fujisan World Heritage Center. Im kostenlosen Bereich – auf der rechten Seite, wenn man vor dem Gebäude steht – sahen wir einen interessanten Film zur Entstehung des Mount Fuji. Als kurzer Abstecher und zur Einstimmung auf den Berg war das Museum ganz interessant.

Die Bremer Stadtmusikanten in Fujikawaguchiko.
Die Bremer Stadtmusikanten in Fujikawaguchiko.
Fujisan World Heritage Center.
Fujisan World Heritage Center.

Danach ging es zurück zum Bahnhof, dann mit Gepäck weiter zum wiederum 2 km entfernten FBH Fuji Backpackers Hostel. Von dort gingen wir noch kurz an den See, da es aber schon dunkel wurde, nahmen wir unser Essen lieber im Essbereich des Hostels ein.

Der Berg ruft

Am 3. Juli ging es dann zum Berg. Um kurz nach 10 Uhr fuhr der Bus in Fujikawaguchiko los und war gegen 11 Uhr an der Fuji Subaru Line 5th Station. Diese befindet sich auf 2300 Meter Höhe und bildet den Einstieg für den Yoshida-Trail, den wir genommen haben. Viel Auswahl blieb uns auch nicht, da in der ersten Juliwoche zu Beginn der Bergsteigersaison dies der einzige offene Trail ist. Gleichzeitig ist es aber auch einer der einfachen Aufstiege, sodass sich dies als Einstieg angeboten hat.

Hinauf auf den Fujisan.
Hinauf auf den Fujisan.
Aus der Nähe sieht es nicht mehr so hoch aus.
Aus der Nähe sieht es nicht mehr so hoch aus.

Das Wetter war ganz gut, wir konnten von der 5th Station den Berggipfel gut sehen. Wir gingen recht gemütlich den sehr gut ausgebauten und gesicherten Weg entlang. Mit zahlreichen Pausen und viel trinken kamen wir ohne Probleme hoch. Die Einfachheit des Yoshida-Trails war also keine Untertreibung. Wir entschieden uns aber gegen den direkten Aufstieg, sondern kamen um 14:30 Uhr in der 8th Station in der Taishikan-Hütte auf 3100 Meter unter.

Der Weg steigt gemächlich an.
Der Weg steigt gemächlich an.
Zahlreiche Hütten bieten Unterkunft.
Zahlreiche Hütten bieten Unterkunft.

Unser Schlafplatz für eine Nacht.
Unser Schlafplatz für eine Nacht.
Die Taishikan-Hütte auf 3100 Metern.
Die Taishikan-Hütte auf 3100 Metern.

Es gibt zahlreiche Hütten auf dem Weg, im Voraus buchbar waren aber nur zwei für ausländische Gäste. Wir entschieden uns für die niedrigere, um uns besser an die Höhe zu gewöhnen. Es gibt aber noch mehr Hütten auf dem Weg und zumindest zu Saisonbeginn sind diese nicht voll belegt, sodass wir vermutlich auch spontan nach einer Unterkunft hätten fragen können. Die Taishikan-Hütte hat mehrere Schlafsäle, wobei wir recht geräumig unterkamen und drei Schlafplätze für zwei Personen hatten. Schlafsäcke werden gestellt und müssen nicht mitgebracht werden. Dafür gibt es aber kein fließendes Wasser und somit auch keine Duschen. Zum Zähneputzen sollte man Trinkwasser mitnehmen.

Abendessen gab es bereits gegen 16.30 Uhr, was mir ungewöhnlich vorkam. Auf der anderen Seite legen sich die meisten aber danach sofort schlafen, um gegen 1.30 Uhr nachts aufzustehen und den Gipfelaufstieg anzutreten, sodass sie zum Sonnenaufgang oben sind. Wir blieben lieber noch etwas wach und gingen etwas später ins Bett. Dies stellte sich als gute Entscheidung heraus, da es am nächsten Morgen keine Sonne mehr zu sehen gab.

Eine schöne Aussicht auf die Seen am Fuße des Fuji.
Eine schöne Aussicht auf die Seen am Fuße des Fuji.
Über 3200 Meter liegt dann auch noch etwas Schnee.
Über 3200 Meter liegt dann auch noch etwas Schnee.

Gegen 4:30 Uhr wachten wir auf und um 5 Uhr begann der Gipfelaufstieg. Für die restlichen 600 Höhenmeter brauchten wir weitere zweieinhalb Stunden. Es war aber sehr windig, neblig und

recht kalt. Durch den guten Ausbau gab es keine große Gefahr abzustürzen oder sich zu verlaufen, aus Sicherheitsgründen wurde der Kraterrand aber nicht zur Begehung freigegeben. So standen wir dann also fast auf dem Gipfel des Fuji bei 3700 Metern und konnte uns nur an einer Nebelwand erfreuen. Dennoch war es ein schönes Erlebnis und eine gute Leistung, die insgesamt 1400 Meter Aufstieg zu bewältigen.

Endlich oben – trotz Nebel.
Endlich oben – trotz Nebel.
Der Weg zum höchsten Punkt war wegen des Wettes versperrt.
Der Weg zum höchsten Punkt war wegen des Wettes versperrt.

Der Rückweg ging dann umso schneller. Bereits um 10 Uhr waren wir wieder an der 5th Station. Wir haben uns noch etwas umgeschaut, die Läden besucht und sind dann gegen 13 Uhr wieder in Kawaguchiko gewesen.

Auf dem Weg bergab wird das Wetter und die Aussicht schöner.
Auf dem Weg bergab wird das Wetter und die Aussicht schöner.

Fujikawaguchiko, die Zweite

Da wir wussten, dass unser Hotelzimmer noch nicht bereit sein würde, liefen wir durch die Stadt zur fast nicht existenten Promenade am Kawaguchi-See. Überragend schön fand ich den See bzw. das Ufer nicht. Dafür sind wir (nach dem Check-in im Hotel) ins Yamanashi Gem Museum gegangen. Zahlreiche Edelsteine und Kristalle sind dort ausgestellt, zusammen mit einer kleinen Erklärung und chemischer Zusammensetzung. Das Museum ist nicht wahnsinnig groß, aber dennoch einen Blick wert, wenn man ein Interesse dafür hat.

Das Yamanashi Gem Museum.
Das Yamanashi Gem Museum.

Da wir die einzigen zwei Gäste im Fuji Backpackers Hostel gewesen wären, hatten uns die Besitzer bereits am Vortag gesagt, dass wir umgebucht werden. So kamen wir im Shiki-no-Yado Fujisan unter. Das Hotel bietet sehr geräumige Zimmer, einen Onsen und ein Frühstücksbuffet. Und vom Frühstücksraum hatten wir einen tollen Blick auf den Mount Fuji.

Frühstück im Hotel mit Blick auf den Fuji.
Frühstück im Hotel mit Blick auf den Fuji.

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Reise nach Japan – Nikkō am 30.06./01.07.2017

Im Zug nach Nikkō

Am 30. Juni war wieder ein Zugtag angesagt. Um 10 Uhr ging es von Higashi-Muroran über Hakodate, Sendai und Utsunomiya bis nach Nikkō, wo wir gegen 18 Uhr ankamen. Unser Gästehaus Sumica lag in der Nähe des JR-Bahnhofs.

Wir liefen noch kurz durch die Stadt, welche hauptsächlich aus einer langen Straße besteht, die direkt zum Tempelkomplex führt. Da es nach 18 Uhr war, hatten die meisten Geschäfte schon zu und es waren nur noch wenige Menschen unterwegs. Wir suchten uns daher im Supermarkt ein preiswertes Essen. Als wir ins Gästehaus zurückkamen, luden die Besitzer uns an ihren Esstisch ein, sodass wir gemeinsam zu Abend essen konnten.

Regenzeit in Japan

Juni/Juli ist in dieser Region von Japan gerade der Übergang von der Regenzeit in die Trockenperiode. Deshalb war es klar, dass wir nicht drei Wochen lang immer nur Sonnenschein haben würden. Unser Regentag fiel auf Nikkō. Als der Regen auch am späteren Vormittag nicht aufhörte, machten wir uns mit Regenschirm zum Tempel auf.

Als erstes stießen wir auf die Kreuzung mit der Shinkyo-Brücke. Diese heilige Brücke soll Glück bringen, wenn man sie überquert – und dann wieder zurückkehrt, weil die gegenüberliegende Seite abgesperrt ist. Wir haben uns die 300 Yen gespart und haben auf der normalen Fußgänger-Brücke den Fluss Daiya überquert.

Die heilige Shinkyo-Brücke.
Die heilige Shinkyo-Brücke.
Der Fluss Daiya in Nikkō.
Der Fluss Daiya in Nikkō.

Schreine im Regen

Die größte und bekannteste Anlage in Nikkō ist der Tōshō-gū Schrein, welches aus zahlreichen Gebäuden und Toren besteht. Da es noch sehr stark regnete und die Schlange an den Kassen so lang war, gingen wir linker Hand am Schrein vorbei in Richtung Futurasan-Schrein. Aber auch hier wollten wir uns aufgrund des Wetters nicht lange aufhalten und nahmen lieber die Treppe, die unbekannterweise in den verregneten Wald führte.

Es regnet sehr stark.
Es regnet sehr stark.

Durch zahlreiche Pfützen bergauf und bergab kamen wir irgendwann zum Gyōjadō-Schrein. Weiter ging es zu den Shiraito Falls, die man nicht mit den Shiraito Falls bei Mount Fuji verwechseln sollte. Der Wasserfall ist ganz nett, aber nicht wirklich spektakulär.

Interessanter war der Takinoo-Schrein mit seinen Fuchsfiguren und einem geheimnisvollen Loch in einem Stein, in welches man vermutlich Münzen werfen sollte. Leider war die Anleitung auf den Schildern nur auf Japanisch, sodass wir nicht genau wussten, was von uns verlangt wurde. Dennoch war es sehr schön und angenehm ruhig da. Vermutlich verirren sich eher selten Touristen in diese Gegend, das Wetter trug sein Übriges dazu bei.

Rettung in die Baustelle

Den Rückweg liefen wir über die Straße und besuchten weniger die Anlagen rechts und links. Das lag zum einen daran, dass meine Schuhe inzwischen voll Wasser gelaufen waren und langsam auseinander fielen. Zum anderen aber auch am Yamabiru, dem japanischen Bergegel. Ich hätte es nicht vermutet, aber zahlreiche dieser kleinen Viecher krabbeln auf Blättern und den Wegen herum und versuchen sich an Schuhen und Kleidung Richtung Bein hochzuziehen.

Wir bevorzugten daher den strikteren Weg zurück und kamen schlussendlich wieder relativ am Anfang am Rinnōji-Tempel an. Das Hauptgebäude, der Sanbutsu-dō wird gerade restauriert, aber gerade das war das spannende. Um das Gebäude wurde eine Halle erstellt, die wir bis zum vierten Stock begehen konnten. In den Gängen sahen wir einige der Ausstellungsstücke des Tempels, aber interessanter fand ich die Informationstafeln mit den Hintergründen zur Restaurierung, welche seit 2011 in Gange ist und noch bis 2019 dauern soll.

Nebel über dem Fluss

Nach einer kurzen Stärkung im Ramen-Shop machten wir uns wieder auf, dieses Mal am Fluss Daiya entlang, auf dessen Wasserfläche ein gespenstiger Nebel lag. Nach ca. 2 Kilometern gelangten wir zum Kanmangafuchi Abbyss, der spektakulärer klingt, als er ist. Interessanter waren da schon eher die zahlreichen Jizo-Statuen am Ufer des Flusses.

Der Kanmangafuchi Abbyss ist nicht so abgründig, wie man denkt.
Der Kanmangafuchi Abbyss ist nicht so abgründig, wie man denkt.
Zahlreiche Jizo-Statuen am Flussufer.
Zahlreiche Jizo-Statuen am Flussufer.

Inzwischen hatte es auch aufgehört zu regnen, aber da wir völlig durchnässt waren, ging es gegen 16 Uhr zurück zum Ryokan. Da ich den Tōshō-gū Schrein nicht auslassen wollte, habe ich mich kurz umgezogen, Schuhe gewechselt und bin erneut zum Schrein gespurtet, der um 17 Uhr schließt. Wenn man sich beeilt, kann man aber die ganze Tempelanlage in ca. 40 Minuten anschauen.

Interessant waren die zahlreiche Bauwerke mit ihren sehr aufwändigen Verzierungen, wie am Yōmeimon- und am Karamon-Tor zu sehen. Vor allem eine schlafende Katze, die drei Affen und ein fantasiereicher Elefant zählen zu den besonderen Schnitzereien. Dazu gibt es eine Halle (Nakiryu), in der ich einen Drachen weinen hören konnte, wenn zwei Hölzer an einer ganz besonderen Stelle zusammengeschlagen werden. Die Führung wurde zwar nur auf Japanisch angeboten, aber der Effekt wirkte auch so. Am beeindruckendsten fand ich aber die Lage des Tempels, umringt von riesigen Bäumen direkt nach dem Regen strahlte die Anlage eine schöne Ruhe aus – zumindest gegen Ende ohne die Masse an Touristen.

Elefanten an einem Haus des Tōshō-gū Schreins.
Elefanten an einem Haus des Tōshō-gū Schreins.
Das Yōmeimon-Tor ist prächtig verziert.
Das Yōmeimon-Tor ist prächtig verziert.
Die drei Affen, die nicht hören, sprechen und sehen.
Die drei Affen, die nicht hören, sprechen und sehen.
Eine schlafende Katze.
Eine schlafende Katze.
Der Schrein ist von großen Bäumen umgeben.
Der Schrein ist von großen Bäumen umgeben.

Über sieben Brücken

Zurück ging der Weg zum Ryokan am Fluss entlang, wozu ich auch einige Brücken überqueren musste. Von diesen bietet sich ein herrlicher Blick auf die Berge, die noch ganz nebelverhangen waren.

Blick auf die Nikkō umgebenden Berge.
Blick auf die Nikkō umgebenden Berge.
Die Berge am nächsten Morgen.
Die Berge am nächsten Morgen.

In der Unterkunft boten uns die Besitzer dann Karten für Lake Chūzenji an. Da die Hin- und Rückfahrt insgesamt aber 90 Minuten gedauert und wir dann nur 60 Minuten für den See gehabt hätten, mussten wir ablehnen. Dafür nahmen uns die Ryokan-Besitzer spontan Abends nach dem Essen (wieder aus dem Supermarkt) mit auf eine Glühwürmchen-Besichtigung, was sehr spannend war. Die Verabschiedung am nächsten Morgen war dann auch umso freundlicher. Das Gästehaus Sumica kann ich also nur empfehlen.

Abendessen aus dem Supermarkt.
Abendessen aus dem Supermarkt.
Auf der Suche nach den Glühwürmchen.
Auf der Suche nach den Glühwürmchen.

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Reise nach Japan – Tōya-ko am 29.06.2017

Tōya

Nach dem japanischen Frühstück im Hotel (mit Onsen-Eiern) machten wir uns nach Tōya auf, welches wieder bequem mit JR erreicht werden kann. Mit dem Bus geht es ein paar Kilometer bis an den großen Caldera-See, in dessen Mitte die Insel Naka-no-shima liegt.

Zuerst gingen wir in das Tōya-ko Besucherzentrum, welches zweigeteilt ist. Im kostenlosen Teil erfuhren wir viel über Flora und Fauna in der Nähe des Vulkans Usu. Die Informationen sind sehr simpel und eher für Schulklassen gedacht. Der Teil, der Eintritt kostet, ist da schon interessanter. Ein Film erzählt über die Ausbrüche in den Jahren 1910, 1977 und zuletzt 2000. Aus letzterem ist der westliche Krater entstanden. Das Besucherzentrum ist nicht sehr groß, aber dennoch sehr interessant.

Verbogene Schienen von einem der letzten Erdbeben.
Verbogene Schienen von einem der letzten Erdbeben.
Ein durch herumfliegendes Vulkangestein demolierter Transporter.
Ein durch herumfliegendes Vulkangestein demolierter Transporter.

Kompirayama- und Nishiyama-Wanderweg

Direkt hinter dem Besucherzentrum fängt ein Wanderweg an (der Kompirayama Walking Trail), über den wir die Ergebnisse des letzten Vulkanausbruchs von 2000 sehen konnten. Ich fand diesen Teil sehr beeindruckend. Die Ruinen eines Badehauses und ein zerstörtes Wohnhaus zeigen grob die Ausmaße der Verwüstung. Am Ende des Weges kamen wir zum Nishiyama-Parkplatz, der eindrucksvoll zeigt, wie die Erdfläche sich verändert hat, sodass die ehemalige Straße in einem neuen, kleinen See mündet.

Der Tōya-Nationalpark.
Der Tōya-Nationalpark.
Ein zerstörtes Wohnhaus vom Ausbruch 2000.
Ein zerstörtes Wohnhaus vom Ausbruch 2000.
Mitten auf der Straße entstand ein See.
Mitten auf der Straße entstand ein See.

Vom Parkplatz aus geht der Nishiyama Crater Walking Trail weiter, an dessen Wegesrand wir weitere Überreste des letzten Ausbruchs sehen konnten. Am Ende des Weges liegen die Überreste eines Kindergartens. Das Ganze erinnert an Hiroshima, wobei bei dem Ausbruch des Usu vor 17 Jahren niemand zu Schaden gekommen ist.

Die Straße hat sich völlig verschoben.
Die Straße hat sich völlig verschoben.
Die Überreste eines Kindergartens.
Die Überreste eines Kindergartens.

Von dort aus liefen wir wieder zurück über den Nishiyama-Parkplatz bis zum Tōya-See (ca. 3 km). Leider kam am Parkplatz gerade kein Bus, der uns hätte mitnehmen können. Alternativ kann man vom Kindergarten aus in die andere Richtung direkt Richtung Tōya gehen, was ebenfalls ca. 3 km sind. Wenn man will, könnte man sogar den Weg von Tōya über den Nishiyama Crater Walking Trail und dann den Kompirayama Walking Trail zum Tōya-ko zurücklegen und dann mit dem Bus zurückfahren.

Wir sind wie gesagt zurück zum See gelaufen und haben an diesem noch etwas entspannt, bevor wir uns gegen 17 Uhr auf den Rückweg machten. Hierbei sei auch gesagt, dass es wichtig war, dass wir uns einen Tag Zeit genommen haben, um alles in Ruhe anzuschauen. Ohne Auto ist Tōya und Noboribetsu an einem Tag nicht machbar.

Die Insel Naka-no-shima auf dem Tōya-ko.
Die Insel Naka-no-shima auf dem Tōya-ko.

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Reise nach Japan – Noboribetsu am 28.06.2017

Höllental Jigokudani

Am Nachmittag machten wir uns nach Noboribetsu auf, um das Höllental Jigokudani zu besuchen. Achtung: Es gibt ein weiteres Jigokudani in der Nähe von Nagano, wo die Schneeaffen zu sehen sind (siehe oben), und welche man nicht verwechseln sollte.

Die heißen Quellen und das Höllental liegen im Übrigen ca. 7 km vom Bahnhof Noboribetsu entfernt, sodass wir erst noch in den Bus umsteigen mussten, der aber häufig – wenn auch zu unregelmäßigen Zeiten – fuhr.

Jigokudani – Hell Valley in Noboribetsu.
Jigokudani – Hell Valley in Noboribetsu.
Der Oyunuma-See.
Der Oyunuma-See.

Das Tal bietet durch die vulkanische Aktivität zahlreiche heiße Quellen und Schwefeldämpfe, die unangenehm riechen, aber sehr eindrucksvoll sind. Der Fußweg führt durch das Tal zum Oyunuma See, der den Fluss Oyunumagawa mit Wasser speist und wo wir wieder einmal ein paar Rehe sehen konnten. Wir folgten weiter der Straße und kamen zu einem natürlichem Bad im Fluss, wo wir wie viele andere Touristen die Füße in das heiße Wasser stecken konnten, was nach dem Fußweg eine sehr schöne Abwechslung war.

Im heißen Fluss kann man die Füße entspannen.
Im heißen Fluss kann man die Füße entspannen.
Die Bewohner des Höllentals.
Die Bewohner des Höllentals.
Ein Geysir mitten in Noboribetsu.
Ein Geysir mitten in Noboribetsu.

Am Abend ging es dann wieder zurück ins Hotel. Eigentlich wollten wir noch eine Nachttour mit dem Bus durch die Industriestadt machen, welche beleuchtet vom Hotelzimmmer aus sehr eindrucksvoll aussah. Es gibt aber nur eine Führung pro Woche, die leider nicht an dem Tag stattfand.

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Reise nach Japan – Muroran am 27./28.06.2017

Industriestadt Muroran

Ursprünglich wollten wir nach Sapporo und dort einige Tage auf Hokkaidō verbringen. Nach etwas Überlegung haben wir uns aber für Muroran entschieden, weil einige der besten Sehenswürdigkeiten von dort aus leichter und schneller mit dem Zug zu erreichen waren. Muroran selbst ist alles andere als hübsch. Die Industriestadt ist für sein industriell geprägtes Stadtbild bekannt. Dafür ist die Lage der Stadt aber ganz gut.

Wichtig ist, dass man sich in der Nähe von Higashi-Muroran eine Unterkunft suchen sollte. Wir kamen im Dormy Inn Higashi Muroran unter, welches zwar nicht preiswert ist, aber eine sehr gute Ausstattung bietet. Herausragend ist der hauseigene Onsen – natürlich getrennt nach Frauen und Männern –, den wir alle drei Abende besuchten. Dazu gibt es am Abend eine Portion Ramen im Restaurant kostenlos.

Eine Hayabusa-Bento-Box auf dem Weg nach Muroran …
Eine Hayabusa-Bento-Box auf dem Weg nach Muroran …
… der Inhalt war sehr gut.
… der Inhalt war sehr gut.

Wal- und Delfin-Beobachtung

Am Tag zuvor buchten wir über unser Hotel eine Wal- und Delfin-Beobachtungstour über Muroran Cruise, zu der wir recht früh gegen 8 Uhr aufbrechen mussten. Es ging erst mit dem Zug nach Muroran und dann mit dem Taxi weiter zum Hafen. Vor Ort war leider niemand anzutreffen und wir wollten uns gerade auf die Suche nach dem Anbieter machen, als der Taxifahrer uns signalisierte zu warten und uns überraschenderweise half, indem er am Kai das richtige Boot ausmachte.

Gegen 9:30 Uhr legte das Schiff mit einem Dutzend japanischen und zwei deutschen Touristen ab. Die Fahrt dauert ca. zwei Stunden und wir hatten Glück und konnten sogar einige Delfine im Meer schwimmen sehen. Wale konnten wir leider keine erblicken, aber dennoch hat sich die Fahrt gelohnt.

Die Insel Daikoku beim Verlassen des Hafens.
Die Insel Daikoku beim Verlassen des Hafens.
Delfine auf der Bootstour.
Delfine auf der Bootstour.
Die Brücke und dahinter die Industrie von Muroran.
Die Brücke und dahinter die Industrie von Muroran.

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Reise nach Japan – Hakodate am 25.-27.06.2017

Stehen im Shinkansen

Am 24. Juni war ein großer Reisetag angesagt. Obwohl wir die Strecke zwischen Hiroshima und Kanazawa am Vortag zurücklegten, waren es immer noch acht Stunden Zugstrecke bis nach Hakodate. Glücklicherweise ist Hokkaidō seit 2016 mit dem Shinkansen Hayabusa über Shin-Hakodate-Hokuto mit der Hauptinsel verbunden.

Der Hayabusa hat die Besonderheit, dass es nur reservierpflichtige Plätze gibt. Die anderen Züge hatten bisher auch immer ein oder zwei Wagen mit nicht reservierpflichtigen Plätzen. Obwohl wir bereits zwei Tage zuvor reserviert hatten, gab es nur noch reservierpflichtige (!) Stehplätze zur Auswahl. Aus dem Grund buchten wir im JR Office noch einmal spontan um und nahmen Sitzplätze im Shinkansen Kagayaki bis Ōmiya (Saitama), dann Stehplätze bis Morioka für knapp zwei Stunden – was nicht so schlimm war, weil nach 30 Minuten doch wieder Sitzplätze frei wurden – und danach bis Hakodate wieder Sitzplätze. Hier sollte man also vor allem an Wochenenden, wenn auch viele Japaner im Zug unterwegs sind, immer daran denken, gegebenenfalls etwas früher Sitzplätze zu reservieren.

Den Zwischenstopp mit zweistündigem Aufenthalt in Ōmiya nutzen wir zum Shoppen, da es in Saitama nicht so viel zu sehen gab bzw. uns das Railway-Museum mit 1000 Yen Eintritt für einen Kurzbesuch zu teuer war. Das Einkaufen war ganz interessant, vor allem, weil hier nicht jeder Verkäufer Englisch spricht. Und so war es gar nicht so einfach, aus der breiten Anzahl an Yakitori die auswählen zu lassen, die keinen Fisch enthielten.

Ankunft Hakodate

Gegen 18 Uhr waren wir in Hakodate. Vom Bahnhof waren es zwar knapp zwei Kilometer Fußweg zum Hotel, aber die haben sich gelohnt. Die Share Hotels HakoBA wurden erst im März 2017 eröffnet, dementsprechend neu sahen die Räumlichkeiten aus. Wir durften nur nicht nebeneinander liegen, da unser Zimmer mit einem Doppelstockbett ausgestattet war.

Der Hafen von Hakodate.
Der Hafen von Hakodate.

Morgen-Markt

Über das Tram-Tagesticket sind wir am Folgetag zu allen Örtlichkeiten gekommen, die wir in Hakodate anschauen wollten. Zuerst fuhren wir zum Asaichi Morning Market, der direkt neben dem Bahnhof liegt. Unter anderen begegnen einem lebende Riesenkrabben, Flundern, Oktopusse oder Tintenfische in großen Becken. Die Tintenfische konnte man sogar selbst angeln und ein Koch bereitete den Fisch entsprechend für den direkten – das heißt rohen – Verzehr auf. Mir hat der Markt am besten von allen Märkten gefallen, die wir in Japan gesehen haben.

Seetiere auf dem Asaichi Morgen-Markt.
Seetiere auf dem Asaichi Morgen-Markt.

Badende Affen

Danach ging es in den östlichen Teil der Stadt zum tropischen Garten und den badenden Schneeaffen in Yonukawa. Der Nachteil, wenn man im Sommer nach Japan fährt: Es liegt kein Schnee und die Makaken denken nicht einmal daran, in die Nähe des Wassers zu gehen. Zusätzlich handelt es sich bei den Schneeaffen in Hakodate um kein natürliches Ressort, sondern eher um eine Art Minizoo. Das Gehege ist nicht sonderlich hübsch und Affen sagen auch etwas gelangweilt aus. Der tropische Garten ist ebenfalls übersichtlich und im Nachhinein gesehen hätten wir ihn nicht zwingend besuchen müssen. Im Winter ist es ein netter Gag, aber ich denke, die Schneeaffen von Nagano leben etwas gemütlicher.

„Badende“ Affen – zumindest einer nahe am Wasser.
„Badende“ Affen – zumindest einer nahe am Wasser.

Sehr schön und angenehm ist aber das öffentliche Fußbad an der Haltestelle Yonukawa Onsen. Hier konnten wir entspannt direkt an der Straße die Füße in das heiße Wasser halten und kamen so auch mit einer Japanerin ins Gespräch.

Die öffentlichen Fußbäder sind sehr angenehm.
Die öffentlichen Fußbäder sind sehr angenehm.

Shopping im „Warenhaus“

Ein weiteres Highlight in Hakodate ist das Fort Goryokaku, was in der Form eines Sternes im westlichen Stil erbaut wurde. Da das Fort aber von unten nicht sehr spannend aussah und wir nicht extra wegen eines Fotos auf den Goryokaku Turm wollten, fuhren wir lieber zurück zum Bahnhof, um Shoppen zu gehen.

Das ist deswegen besonders, da die alten Lagerhäuser aus Ziegelstein (Red Brick Warehouses) im Hafen dafür hergerichtet wurden, viele kleine, interessante Geschäfte zu beherbergen. Man kann hier sehr nett herumschlendern und trifft unter Umständen auch den Weihnachtsmann im „Christmas Square“. ;)

Die Red Brick Warehouses am Hafen.
Die Red Brick Warehouses am Hafen.

Berg Hakodate

Am späten Nachmittag fuhren wir mit der Seilbahn auf den Berg Hakodate. Dort wollten wir im Restaurant Geneva die tolle Aussicht auf Hakodate genießen. Über das Hotel war eine Reservierung leider nicht möglich, da das Restaurant angeblich ausgebucht war. Als wir zur Öffnung um 16:30 Uhr vor der Tür stand, gab der Kellner uns aber ohne Probleme den besten Tisch im Restaurant mit einer wunderschönen Aussicht auf die Stadt. Die Preise waren zwar nicht unbedingt niedrig, das Essen war dafür aber auch sehr gut. Wer spontan nach 18 oder 19 Uhr in das Restaurant kommt, muss aber tatsächlich mit einer langen Warteschlange rechnen.

Blick auf Hakodate bei Tag.
Blick auf Hakodate bei Tag.

Gegen 18.30 Uhr verschlug es uns wieder nach draußen, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Es war ziemlich frisch und windig, was für ganz Hokkaidō gilt. Im Vergleich zu Japan ist es nicht ganz so warm und auch nicht so schwül. Die Temperaturen erinnern eher an deutsche Verhältnisse im Frühsommer.

Das Besondere an Hakodate ist die Nachtsicht auf die Stadt vom Berg aus – was sich auch gefühlt tausend andere Menschen dachten, die mit uns auf der Plattform standen. Aber obwohl es etwas gedrängt zuging und sehr voll war, lohnt sich der Ausblick auf alle Fälle.

Blick auf Hakodate bei Nacht.
Blick auf Hakodate bei Nacht.

Da die meisten Menschen nach ihrem Schnappschuss von Hakodate bei Nacht wieder mit der Seilbahn nach unten fuhren, entschieden wir uns für den Fußweg. Dieser ist leicht zu folgen, auch wenn die Schilder nur japanisch sind und der Weg nicht beleuchtet ist. Wir hatten glücklicherweise unsere Stirnlampen dabei und so hatten wir einen sehr schönen Nachtspaziergang durch den dichten Wald vor uns.

Westliches Viertel Motomachi

Da unser Zug erst gegen Mittag fuhr, liefen wir noch etwas durch das Hafenviertel Motomachi, in dem auch unser Hotel lag. Das Viertel besticht durch zahlreiche westliche Bauten wie beispielsweise einer russisch-orthodoxe Kirche, einer römisch-katholische Kirche, dem alten Gemeindehaus – die in der gleichen Gegend wie der Tempel Ōtani Hongan-ji Hakodate Betsu-in liegen.

Ein altes Haus in Motomachi.
Ein altes Haus in Motomachi.
Das alte Gemeindehaus.
Das alte Gemeindehaus.
Eine römisch-katholische Kirche.
Eine römisch-katholische Kirche.

Als Abschluss des Besuchs in Hakodate war dies genau richtig. Von allen Städten und Orten hat mir Hakodate am besten gefallen und ich kann jedem nur empfehlen, dort eine Nacht Halt zu machen, wenn man sowieso in Richtung Hokkaidō unterwegs ist.

Noch einmal der Hafen von Hakodate zum Abschluss.
Noch einmal der Hafen von Hakodate zum Abschluss.

Eine Besonderheit war in Hakodate noch, dass wir die Trainsuite Shiki-Shima gesehen haben. Wer etwas Geld übrig hat, kann für preiswerte 950.000 Yen (ca. 9000 Euro) für drei Nächte in dem fahrenden Luxus-Hotel Japan erkunden.

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Reise nach Japan – Kanazawa am 24.06.2017

Fahrt nach Kanazawa

Meine ursprüngliche Überlegung bei der Reiseplanung in Deutschland war, von Hiroshima direkt nach Hokkaidō zu reisen. Die Fahrt dorthin hätte aber, weil wir den Shinkansen Nozomi mit dem JR Railpass nicht nehmen dürfen, ca. 10 Stunden gedauert. Da dies zu lang war, entschieden wir uns vorab für einen Zwischenstopp. Die Wahl fiel auf

Kanazawa. Kanazawa ist vor allem für seinen Kenroku-en Garten bekannt, der laut Reiseführer zu den drei schönsten Japans zählt.

Gegen 14 Uhr kamen wir mit einem Umstieg in Shin-Osaka und dem Shinkansen Sakura sowie dem Limited Express Thunderbird in Kanazawa an und checkten auch gleich im SHAQ 2nd BIGHOUSE ein, welches zwischen Bahnhof und Garten liegt. Das Zimmer war recht klein, aber ausreichend für uns.

Eine ruhige Ecke mitten in Kanazawa.
Eine ruhige Ecke mitten in Kanazawa.

Als Erstes liefen wir über den Omi-cho Markt, auf dem es wieder zahlreiches Obst, Gemüse und natürlich viel Fisch zu kaufen gab. Die Riesenkrabben mit Preisen bis zu 14000 Yen (ca. 120 Euro) waren beeindruckend – die 850 Yen für zwei Pfirsiche aber auch. ;)

Burg Kanazawa und Kenroku-en Garten

Nach dem Besuch des Marktes gingen wir zur Burg Kanazawa, an die ein Park angrenzt. Die Burg ist – vor allem nach Himeji – nicht ganz so beeindruckend, der Innenteil ist zwar kostenlos, aber nur auf Japanisch. Sehr schön ist aber der Gyokusen-Inmaru Garten im südöstlichen Teil des Parks.

Burg Kanazawa.
Burg Kanazawa.

Der Gyokusen-Inmaru Garten im Burgpark.
Der Gyokusen-Inmaru Garten im Burgpark.

Danach liefen wir an der Burgmauer entlang bis zum Kenroku-en Garten. Der „Garten“ ist ebenfalls eher ein großer Park, mit kleinen und großen Wegen, Seen, einem Wasserfall und kleinen Türmchen.

Der Park ist schön zum Schlendern, richtig eindrucksvoll ist er aber wohl auch erst wie andere Gärten im Frühling, wenn alles blüht oder im Herbst, wenn die ersten Blätter fallen.

Der Kenroku-en Garten.
Der Kenroku-en Garten.
Der Kenroku-en Garten.
Der Kenroku-en Garten.

Am Abend

Für das Abendessen suchten wir uns das bei Tripadvisor sehr empfohlene Plat Home Japanese Kitchen aus. Die Preise waren zwar etwas gehoben, dafür konnten wir am Tresen sitzen und den beiden Köchen direkt bei der Arbeit zuschauen. Das Essen war super zubereitet und nicht nur etwas fürs Auge.

Danach gingen wir zurück zum Bahnhof, da die Geschäfte in der Innenstadt bereits geschlossen hatten. Kanazawa Station heißt einen mit einem kleinen Springbrunnen willkommen, der sogar die Uhrzeit anzeigt. Beeindruckend ist das Tsudumi-mon, einer modernen Interpretation eines Torii.

Das große Eingangstor am Bahnhof von Kanazawa.
Das große Eingangstor am Bahnhof von Kanazawa.

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Reise nach Japan – Hiroshima am 23.06.2017

Friedensgedächtnispark und -museum

Am Vormittag verließen wir Miyajima. Beim Check-out aus dem Mikuniya überreichte uns der Sohn des Besitzers zum Abschied noch einige Bögen Origami-Papier mitsamt Kranich-Anleitung und ein Glöckchen als Glücksbringer. Die Gastfreundschaft war also hervorragend in dem kleinen Gästehaus.

In Hiroshima kamen wir gegen 12 Uhr an. Nach dem Check-in in unserer Unterkunft nahe dem Bahnhof (Hiroshima Hana Hostel, welches okay, aber nicht besonders war) liefen wir zuerst zum Friedensgedächtnispark.

Zahlreiche Denkmäler in dem Park erinnern an den 6. August 1945, als die USA die erste Atombombe über der Stadt abgeworfen hat. Ganz in der Nähe der Abwurfstelle befinden sich die Überreste einer großen Industriehalle, die jetzt als Atombombenkuppel (A-Bomb Dome) bezeichnet wird.

Ebenfalls im Park ist das Friedensmuseum. Das Hauptgebäude wird gerade renoviert, aber der Ostflügel hält auf mehreren Stockwerken sehr viele Informationen über den tragischen Tag zum Lesen, Anschauen und Anfassen bereit. Am meisten beeindruckt haben mich die Augenzeugenberichte der Friedensgedächtnishalle. Diese wurde teilweise vertont und als Animationsfilm zum Leben erweckt, was einen sehr bewegt.

Bis 18 Uhr waren wir im Museum und hätten auch noch ein, zwei Stunden länger bleiben können. Ich habe in Hiroshima kaum Fotos gemacht, weil man sich in meinen Augen von der Zerstörung und der langfristigen Auswirkung von Atomwaffen selbst ein Bild machen muss.

Der Atomic Bombe Dome in Hiroshima.
Der Atomic Bombe Dome in Hiroshima.
Das Friedensdenkmal.
Das Friedensdenkmal.

Okonomi-yaki

Am Abend liefen wir etwas durch die Stadt und suchten uns noch ein gutes Okonomi-yaki-Restaurant, welches im Loney-Planet-Reiseführer als Spezialität von Hiroshima genannt wurde. Fündig wurden wir im Okonomi-mura, einem Gebäude, welches auf drei Stockwerken insgesamt 25 kleine Okonomi-Restaurants beherbergt.

Bei allen sitzt man direkt an der Theke, welche gleichzeitig der Grill ist (Teppan genannt) und vor den eigenen Augen wird das Omelett mit Nudeln und Salat gebraten und angerichtet. Für mich war das eines der besten Essen in Japan!

Das Okonomi-yaki war sehr lecker.
Das Okonomi-yaki war sehr lecker.

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